{"id":26222,"date":"2025-09-08T00:00:16","date_gmt":"2025-09-07T22:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26222"},"modified":"2021-01-04T17:30:20","modified_gmt":"2021-01-04T16:30:20","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-668-anton-weber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26222","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.668: Anton Weber"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Anton Weber wurde am 22.03.1890 in der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tacherting\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tacherting<\/a> geboren und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 2. Kompanie des 18. bayerischen <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Reserve-<\/strong><\/span>Infanterie-Regiments. Am 16.06.1915 (Regimentsgeschichte: 18.06.1915, wahrscheinlich richtig) fiel er im Alter von 24 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lwiw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lemberg<\/a> in der heutigen Ukraine.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Anton Weber berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;<em>Am 18. beginnt der weitere Vormarsch. In der Richtung Zaluze &#8211; Smereczyna &#8211; Hrymaki &#8211; Podemszczyzna war der Angriff nach Osten vorzutragen. Um 6 Uhr morgens des 18. Juni erfolgte das Antreten der Brigade. Im dichten Unterholz im Walde von Wielki Las\u00a0 ging es nur langsam vorw\u00e4rts. Die genannten Ortschaften waren aber vom Feinde frei. Das II.\/18 erh\u00e4lt den Befehl,Podemszczyzna zu besetzen. I.\/18 ist Divisions-Reserve am Waldrand. Ohne ernste St\u00f6rung erreicht das II.\/18 den Westrand von Podemszczyzma; in der 2. Linie erh\u00e4lt die 8. Kompanie im offenen Gel\u00e4nde starkes Schrapnellfeuer. Nach Aufnahme der Verbindung mit der linken Anschlussabteilung (III.\/15) wurde festgestellt, dass der Feind Brusno Rowe stark besetzt hielt und ein Vorgehen \u00fcber Podemszczyzna hinaus gegen Osten, infolge starken Flankenfeuers, aus dieser Stellung zun\u00e4chst unm\u00f6glich war. N\u00f6rdlich Podemszczyzna hatte vor \u00fcberlegenem Gegensto\u00df unter gro\u00dfen Verlusten das Anschlussbataillon III.\/35 zur\u00fcckgehen m\u00fcssen und hielt sich nur noch mit schwachen Kr\u00e4ften. Das II.\/18 besetzt den Ostrand von Podemszczyzna und sicherte sich durch Postierungen, die auf die H\u00f6he vorgeschoben werden. Das I.\/18, dem Regiment wieder zur Verf\u00fcgung gestellt, sollte bei II.\/35 einschiebend helfen und den Punkt 273 nehmen. II.\/18 hatte, rechts anschlie\u00dfend, die Linie Punkt 273 bis 271 zu besetzen. Unterst\u00fctzt von der Gruppe Holl\u00e4nder, schwer bedr\u00e4ngt durch feindliches Artilleriefeuer, gehen beide Bataillone um 5 Uhr des Nachmittags vor.<\/em><\/p>\n<p><em>I.\/18 bisher gedeckt im Wald zu beiden Seiten der Stra\u00dfe nach Podemszczyzna wird an den dortigen Friedhof vorgezogen und stellt sich mit drei Kompanien in vorderer Linie zum Angriff bereit; 3. Kompanie und Maschinengewehr-Zug waren Bataillonsreserve.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim Austritt aus dem Wald empf\u00e4ngt die Kompanien starkes Frontal- und Flankenfeuer sowohl der Infanterie wie auch der Artillerie. Wir waren gerade zur rechten Zeit angekommen, das III.\/35, das den gegen 273 vorspringenden Wald noch besetzt hielt, litt sehr unter Munitionsmangel, es konnte sich kaum gegen die russische, erdr\u00fcckende \u00dcbermacht halten. Wir gaben von unseren umgeh\u00e4ngten Patronengurten\u00a0 etwas ab und die 35er, die mit Gewehren 88 ausger\u00fcstet waren, konnten die Patronen 98 wenigstens zum Einzelfeuer gebrauchen und dem Vorgehen von I.\/18 sich anschlie\u00dfen. Das Flankenfeuer zwang zur Aufgabe des umfassenden Angriffs, doch ist 273 um 5.40 Uhr im Besitz des frontal vorgehenden I.\/18 75 Gefangene wurden gemacht, 2 Maschinengewehre erbeutet<\/em><\/p>\n<p><em>Die 7.\/18, urspr\u00fcnglich zur Verf\u00fcgung des Regimentskommandeurs gehalten und an den Friedhof westlich des Dorfrandes befohlen, wird, nachdem sie schon bei II.\/35 helfend eingegriffen hat, vom Friedhof aus I.\/18 unterstellt und st\u00fcrmt mit I.\/18 unter heftigem Flankenfeuer von links auf die H\u00f6he mit einem Zug, w\u00e4hrend die beiden anderen Z\u00fcge unter schwerem Feuer in n\u00f6rdlicher Richtung vorgehen, wo sie im Anschluss an III.\/35 den Ostzipfel von Rudka nehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>II.\/18 hat die befohlene Linie um 6.06 abends erreicht, 80 Gefangene gemacht und schwenkt mit seinem linken Fl\u00fcgel in den Nordausgang von Brusno Rowe ein. Auch Teile von I.\/18 dr\u00e4ngen nach Besetzung der russischen Stellung dort nach, erreichen den S\u00fcdrand der Ortschaft und gewinnen bald Anschluss an II.\/18. Weil der Angriff nicht vorw\u00e4rts kommen wollte, f\u00fchrte der Vizefeldwebel, sp\u00e4ter Offiziersstellvertreter Sebastian Maier der 1. Kompanie aus selbst\u00e4ndigem Entschluss heraus die zweite Angriffswelle vor, nahm eine beherrschende Kuppe, auf der der Russe mit einem Maschinengewehr festen Fu\u00df gefasst hatte, stie\u00df dem zur\u00fcckweichenden Russen in die Ortschaft Brusno Rowe nach und verhinderte sein neuerliches Festsetzen in den Geb\u00e4uden selbst. Der k\u00fchne Vorsto\u00df des F\u00fchrers brach damit auch den Widerstand vor I.\/18. Die Tat erscheint in um so hellerem Lichte, nachdem nicht mehr als 20 Tapfere, von Maier mitgerissen, in z\u00e4hem Draufg\u00e4ngertum mit Kolben und Bajonett aufr\u00e4umten. Auch fernerhin pfiffen die russischen Infanteriegeschosse b\u00f6se durch die Stra\u00dfen- und H\u00e4userl\u00fccken hindurch, einige schwere, russische Gesch\u00fctze bedachten von Zeit zu Zeit die langgestreckte Ortschaft mit dichtem Granathagel. Die russische dritte Gardedivision hatte ihre geschickt angelegte Aufnahmestellung z\u00e4h verteidigt und auch nach Vertreibung aus derselben den Widerstand noch lange nicht aufgegeben. Jede Handbreit Boden musste ihr abgewonnen werden. Dem Ungest\u00fcm und dem Siegeswillen junger Bayern zu unterliegen, war jedoch ihr Schicksal. Uns hatte der Angriff 9 Tote gekostet. Ein Offizier und 140 Mannschaften wurden verwundet, 13 Vermisste gemeldet.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Held des Tages, Vizefeldwebel Maier, erhielt verdienterma\u00dfen die goldene Tapferkeitsmedaille.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit Einbruch der Nacht wurden die Verb\u00e4nde neu geordnet. In I.\/18 hineingeratene Teile von III.\/35 werden westlich verschoben. 7.\/18 st\u00f6\u00dft zu I.\/18 und so gr\u00e4bt sich das Regiment ein. Die auf halbem Hang liegenden Kompanien I.\/18 werden \u00fcber Nacht nach Brusno Rowe gezogen, die alte russische Stellung bleibt besetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Brusno Rowe, von den Russen mancherorts in Brand geschossen, ging in Flammen auf. <\/em><\/p>\n<p><em>Beim Angriff auf Brusno Rowe haben sich besonders die Kompanien Semmelmann 5.\/18 und Schneider 6.\/18 verdient gemacht, die Verluste waren ertr\u00e4glich. Oberleutnant der Reserve Dick 7.\/18 war verwundet worden, mit der F\u00fchrung der 7. Kompanie wurde Leutnant der Reserve von Ruckteschell betraut.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Anton Weber ist, wie meist bei Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Ostront, unbekannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26221\" aria-describedby=\"caption-attachment-26221\" style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26221\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Anton-Weber-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"470\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Anton-Weber-vorne.jpg 470w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Anton-Weber-vorne-176x300.jpg 176w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26221\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Anton Weber<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_26220\" aria-describedby=\"caption-attachment-26220\" style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26220\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Anton-Weber-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"470\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Anton-Weber-hinten.jpg 470w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Anton-Weber-hinten-176x300.jpg 176w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26220\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Anton Weber<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Anton Weber wurde am 22.03.1890 in der bayerischen Gemeinde Tacherting geboren und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 2. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. 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