{"id":26539,"date":"2025-10-12T00:00:36","date_gmt":"2025-10-11T22:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26539"},"modified":"2021-01-21T13:11:37","modified_gmt":"2021-01-21T12:11:37","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-702-johann-schuhbaeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26539","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.702: Johann Schuhb\u00e4ck"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Johann Schuhb\u00e4ck wurde am 09.05.1889 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unterhafing\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unterhafing<\/a>, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Palling\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Palling<\/a>, geboren. Seit Vater war Landwirt (Ankerlbauer). Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Milit\u00e4r-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 09.04.1917 fiel er nach 28 Monaten Kriegsdienst im Alter von 27 Jahren bei Arras, auf der H\u00f6he von Vimy, westlich von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bailleul-Sir-Berthoult\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bailleul<\/a>. Ihnen gegen\u00fcber standen britische Truppen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Johann Schuhb\u00e4ck schreibt die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Schlacht bei Arras<\/em><\/p>\n<p><em>(09.04. mit 11.04.1917)<\/em><\/p>\n<p><em>Von Mitternacht ab setzte bis in die Morgenstunden dauerndes Gasschie\u00dfen ein. Der Gegner drang um diese Zeit bereits in die erste Linie des Nachbarregiments, bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment 3, ein. Die zwei Ruhekompanien in Oppy wurden marschbereit gehalten. Wiederholt wurde Sperrfeuer angefordert, das Patrouillen gegen die Stellung vorf\u00fchlten. Um 5.20 Uhr vormittags setzte heftigstes Trommelfeuer ein, das sichere Zeichen, dass nunmehr der Angriff begann. 20 Minuten sp\u00e4ter traten die Engl\u00e4nder an und folgten hinter einer Feuerwand, die abschnittweise vorverlegt wurde. Die schwachen Grabenbesatzungen der vorderen Linie wurden trotz heftiger Gegenwehr durch die vielfache \u00dcberlegenheit \u00fcberw\u00e4ltigt. Die 3. Linie konnte stellenweise noch bis 6.15 Uhr vormittags gehalten werden. Das eigene Artilleriefeuer wurde immer schw\u00e4cher, da die Batterien im Abschnitt Nachts keine Munition erhalten hatten. So blieb nichts anderes \u00fcbrig, als das r\u00fcckw\u00e4rtige feindliche Gel\u00e4nde mit Gasgranaten zu beschie\u00dfen. Bei den weiteren K\u00e4mpfen des Tages war die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit die Deckung der rechten Flanke, da der Gegner beim Reserve-Infanterie-Regiment 3 durchgebrochen war und nun andauernd von Norden her dr\u00e4ngte. Im Allgemeinen war um 6.15 Uhr vormittags das III. Bataillon und der Gefechtsstand des Bataillons im Augsburgerhaus bereits au\u00dfer Gefecht gesetzt. Die vorderen Teile des II. Bataillons hielten sich noch einige Zeit in der 3. Linie und an der Befehlsstelle Wittelsbach. Um 7.15 Uhr vormittags erreichten die Reste des II. Bataillons &#8211; beim Zur\u00fcckgehen stark beschossen &#8211; die Zwischenstellung. Hier richtete sich das Bataillon beiderseits des Landwehrweges erneut zur Verteidigung ein. Der n\u00f6rdliche Teil der Zwischenstellung war bereits von rechts umfasst und verloren gegangen. Die Verbindung nach links zum Reserve-Infanterie-Regiment 2 wurde aufgenommen. Vom Regiment wurden nun auch die \u00fcbrigen zwei Ruhekompanien herangezogen und das I. Bataillon geschlossen in der zweiten Stellung eingesetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Um 9.30 Uhr vormittags drang der Gegner unter dem Schutz eines pl\u00f6tzlich einsetzenden Schneegest\u00f6bers frontal gegen die Zwischenstellung vor, ging dicht davor in Stellung und umging dabei den rechten Fl\u00fcgel des II. Bataillons. Zur Abwehr dagegen wurden die Teile des II. Bataillons mehr nach links an die Reste des Reserve-Infanterie-Regiments 2 herangezogen. Allm\u00e4hlig wurde das feindliche Feuer schw\u00e4cher und das Gefecht kam zum Stehen. Zur Deckung der rechten Flanke wurden vom Regiment noch zwei Maschinengewehre vorgeschickt. Versuche, verloren gegangene Teile der Stellung wieder zu gewinnen, scheiterten. Die 2. Kompanie, welche zur Verbindung mit Reserve-Infanterie-Regiment 3 gegen Th\u00e9lus vorgeschickt wurde, kam nur wenig vorw\u00e4rts, da der Gegner schon zu weit vorgedrungen war. Die 3. Kompanie, welche den befehl erhielt, die nord\u00f6stliche H\u00e4lfte der Zwischenstellung zu gewinnen, kam in schweres Artilleriefeuer und wurde zersprengt. Um 11.15 Uhr vormittags wurde die 1. Kompanie von der Befehlsstelle des Regiments zur rechten H\u00e4lfte der Zwischenstellung vorgeschickt. Die Kompanie kam aber nur 200 Meter heran, da der Gegner bereits den n\u00f6rdlichen Teil der Zwischenstellung besetzt hatte, und ging dort im freien Feld in Stellung. 2. Kompanie schob ihren linken Fl\u00fcgel vor, bis der Anschluss hergestellt war.<\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen waren noch Meldungen eingetroffen, dass der Gegner bereits den Bahndamm bei Farbus erreicht habe. Nun bot sich ein merkw\u00fcriges Bild dar. Nach dem Schneegest\u00f6ber war der Himmel pl\u00f6tzlich aufgekl\u00e4rt. Auf den H\u00f6hen von Th\u00e9lus sah man die Engl\u00e4nder in Massen herumstehen. Man konnte bei wunderbarem Fr\u00fchlingswetter jede einzelne Bewegung beim gegner beobachten, besonders die der Offiziere, die mit St\u00f6ckchen in der Hand unt\u00e4tig vor der Front auf und ab gingen. Da noch dazu auf beiden Seiten die Artillerie v\u00f6llig schwieg, herrschte eine Ruhe, die im schreiendsten Gegensatz zu dem ungeheuren L\u00e4rm der Angriffsvorbereitungen stand. Mit Beginn des Nachmittags schob sich dann der gegner z\u00f6gernd weiter vor. Eine feindliche Eskadron, die in merkw\u00fcrdiger Verkennung der Verh\u00e4ltnisse mit anerkennenswerter Tapferkeit sich im Galopp durch das Trichtergel\u00e4nde hindurchm\u00fchte, wurde von unseren Maschinengewehren aufgerieben. Einzelnen Reitern gelang es aber, sogar bis Willerval vorzudringen, wo sie gefangen genommen wurden.<\/em><\/p>\n<p><em>Das II. Bataillon, das noch tapfer aushielt, wurde immer mehr umklammert und trat dann um 1 Uhr nachmittags den R\u00fcckmarsch an, hielt sich aber noch l\u00e4ngere Zeit in Gegend der Regiments-Befehlsstelle. Der Regimentsstab ging um 1.45 Uhr nachmittags zun\u00e4chst in die 2. Stellung, traf um 2.20 Uhr am Bahndamm ein und bezog die verlassene Artilleriebefehlsstelle, um von dort aus den Widerstand neu zu organisieren. Um 4 Uhr nachmittags trafen die Reste des II. Bataillons in der 2. Stellung ein. Nun setzten bis zum Abend andauernde Bem\u00fchungen des Regiments ein, die Verbindung mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 3 rechts aufzunehmen. Die 2. Stellung war aber bereits verlassen. Eine Sicherung der rechten Flanke trat aber erst abends ein, als das bayerische Reserve-Infanterie-Regiment 21 gegen den Bahndamm \u00f6stlich Farbus vorging und rechts des Regiments in Stellung ging. Am Abend war das Regiment folgenderma\u00dfen gegliedert: In der 2. Stellung lagen vom rechten Fl\u00fcgel an der Stra\u00dfe Bailleul &#8211; Th\u00e9lus: 4. Kompanie, 1. Reserve-Pionier-Kompanie, 1. Kompanie, 2. Kompanie und Teile des Reserve-Infanterie-Regiments 2. Die ganze Besatzung betrug nur 150 Mann, dagegen waren viele Maschinengewehre eingeschoben. Der Sp\u00e4tnachmittag und Abend verlief im allgemeinen ruhig. Das Feuer richtete sich haupts\u00e4chlich gegen das R\u00fcckengel\u00e4nde. W\u00e4hrend der Nacht, w\u00e4hrend der nur Bailleul m\u00e4\u00dfig beschossen wurde, kamen noch einige Versprengte zur\u00fcck. Damit war das ganze III. Bataillon und Teile des II. Bataillons verloren gegangen, mit ihnen der Rest all der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Ausmarschstandes, die noch die Somme und Ancre \u00fcberig gelassen hatte.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Johann Schuhb\u00e4ck war auch &#8222;verloren gegangen&#8220;.<\/p>\n<p>Offiziell ist f\u00fcr Johann Schuhb\u00e4ck keine Grablage bekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass man seine Gebeine, wenn sie bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Neuville-St.Vaast&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/62580+Neuville-Saint-Vaast,+Frankreich\/@50.3564686,2.6139312,11z\/data=!4m5!3m4!1s0x47dd384b01eb6f13:0xc06ce78123b81518!8m2!3d50.355234!4d2.760256&quot;;&quot;Neuville-St.Vaast&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/62580+Neuville-Saint-Vaast,+Frankreich\/@50.3564686,2.6139312,11z\/data=!4m5!3m4!1s0x47dd384b01eb6f13:0xc06ce78123b81518!8m2!3d50.355234!4d2.760256\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/62580+Neuville-Saint-Vaast,+Frankreich\/@50.3564686,2.6139312,11z\/data=!4m5!3m4!1s0x47dd384b01eb6f13:0xc06ce78123b81518!8m2!3d50.355234!4d2.760256\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neuville-St.Vaast<\/a><\/span> begraben wurden, der nur wenige Kilometer von seinem Sterbeort entfernt liegt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26536\" aria-describedby=\"caption-attachment-26536\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26536\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"617\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-vorne-300x231.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-vorne-768x592.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26536\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Johann Schuhb\u00e4ck<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_26535\" aria-describedby=\"caption-attachment-26535\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26535\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"617\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-hinten.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-hinten-300x231.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Johann-Schuhbaeck-hinten-768x592.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26535\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Johann Schuhb\u00e4ck<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Johann Schuhb\u00e4ck wurde am 09.05.1889 in Unterhafing, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Palling, geboren. 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