{"id":26551,"date":"2025-10-13T00:00:28","date_gmt":"2025-10-12T22:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26551"},"modified":"2021-01-21T17:48:51","modified_gmt":"2021-01-21T16:48:51","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-703-sebastian-hamberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26551","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.703: Sebastian Hamberger"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Sebastian Hamberger wurde am 15.05.1891 in Au bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bad_Aibling\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bad Aibling<\/a> in Bayern geboren und lebte in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Willing_(Bad_Aibling)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Willing<\/a>, einem Ortsteil von Bad Aibling. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 12. Kompanie des 19. bayerischen <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Reserve-<\/strong><\/span>Infanterie-Regiments. Am 14.11.1916 fiel er im Alter von 25 Jahren bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oituz_(Covasna)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oituz<\/a> am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oituz-Pass\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ojtozpass<\/a> in Rum\u00e4nien w\u00e4hrend eines Sturmangriffs.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Sebastian Hamberger berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 14.11. 5.45 Uhr machte sich der Regimentsstab unter F\u00fchrung von zwei Kroaten, die kein Wort Deutsch sprachen und wie sich nachtr\u00e4glich herausstellte, den beabsichtigten Weg selbst noch nie gegangen waren, auf den Marsch. &#8211; Nachdem noch am Parkplatz II.\/Reserve-Infanterie-Regiment 19 begr\u00fc\u00dft worden, gings bei leichtem Regen und sehr starkem Wind auf steilem, steinigen Weg hinauf in die dunklen, von zahlreichen Wassern durchtosten Waldungen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach f\u00fcnfst\u00fcndigem Steigen, vorbei an mehreren Armierungs-Kompanien, einer Feldbatterie und an den weit ausgedehnten Stellungen der 1. Kavallerie-Truppen-Division &#8211; 7. Husaren (Kaiser Wilhelm) und der kroatischen 5.\/27. &#8211; war 11.30 Uhr vormittags das Finanzwach-Haus bei 1.041 Metern erreicht, woselbst dem dort liegenden Stab V.\/27 kroatisch und dem Regiment die ganz \u00fcberraschende aber desto hocherfreuliche Kunde wurde: &#8222;III.\/R. 19 (Hauptmann Schierlinger) hat im Verein mit Teilen des ungarischen Infanterie-Regiment 82 (Hauptmann Richter) heute fr\u00fch Leany mez\u00f6 Pontia genommen und bisher 3 Offiziere, 66 Mann und zwei feindliche Maschinengewehre eingebracht&#8220;. So ermutigend nun auch diese Siegesbotschaft und so freundlich auch das Entgegenkommen des F\u00fchrers vom kombinierten kroatischen Bataillon V.\/27, Hauptmann Pazmann, war, so waren doch die Verh\u00e4ltnisse, unter denen der regimentsstab leben und arbeiten musste, nichts weniger als erquicklich. Vor dem Finanzwachhaus dichtester Nebel, Regen uns\u00e4glicher Schmutz, im Finanzhaus nur ein etwas gr\u00f6\u00dferer Raum, darinnen aber nicht weniger als 7 dem Bataillonsstab zugeteilte kroatische Offiziere und beim eigenen Regimentsstab nicht weniger als 6, dazu die vollauf berechtigten, aber st\u00e4ndigen Klagen des seit 30.10.1916 III.\/R.19 zugeteilten stellvertretenden Regimentsarztes, Dr. Fellerer, dass die schon 7 Uhr vormittags angeforderten leichten Wagen zum Abtransport Schwerverwundeter noch nicht eingetroffen seien, dass mit Ausnahme einer kleinen Waschk\u00fcche auch der kleinste Raum zum Bergen der zahlreich eingelieferten Verwundeten fehle; dazu ein ganzes Gewirr von Anordnungen der vorgesetzten Stellen in deutschen und kroatischen Telefongespr\u00e4chen und nicht zuletzt der nochmalige befehl der 71. Infanterie-Truppen-Division, dass morgen unbedingt der Runcul wegzunehmen sei, mit einem Bataillon, das selbst totm\u00fcde und in Schmutz, Nebel und N\u00e4sse beim Finanzwachhaus eingertoffen war und von da noch bergauf, bergab \u00fcber 7 Kilometer bis zu der ihm weltfremden Gegend des Runcul mr. hatte. Wenne es auch zu weit ginge, n\u00e4her auszuf\u00fchren, wie Adjutant Wagner, Stabsarzt Dr. Fellerer, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rupert_Mayer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pater Rupert Mayer<\/a>, Maschinengewehr-Oberleutnant der Reserve Reim und Ordonannz-Offizier Leutnant der Reserve Ruf zusammenarbeiteten, Ordnung in den ganzen Betrieb und namentlich in den Nachschub unud Abtransport zu bringen, und so die Lage von Stab, der Truppe und namentlich all den Verwundeten und Gefangenen zu bessern, so sei doch hier schon erw\u00e4hnt, dass der Angriff auf den Runcul mr. nicht schon morgen, sondern, allerdings nach gr\u00fcndlicher Vorbereitung und sehr wertvoller Beratung durch den Kommandeur k. u. k. ung. Infanterie-Regiment 82, Oberstleutnant Paphazi, und dessen Bataillonsf\u00fchrer, Hauptmann Richter, erst in den Morgenstunden des 16.11. von II.\/R. 19 (Major der Reserve Ruschel) durchgef\u00fchrt wurde und gl\u00e4nzend gelang. Unvergesslich wird uns bleiben, wie dem kroatischen Kommandeur dabei gleichsam die Haare zu Berg standen vor Staunen, dass es in der deutschen Armee m\u00f6glich war, gegen die sofortige Durchf\u00fchrung eines gegebenen Befehls Vernunftsgr\u00fcnde geltend zu machen. &#8222;Denn bei uns, bemerkte er, gibts kein Gewimmer, was befohlen ist, geschieht und wenn dabei auch alles zugrunde geht.&#8220;.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Sebastian Hamberger auf einem Feldfriedhof bei Leangmez\u00f6pongja am Ojtozpass.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26538\" aria-describedby=\"caption-attachment-26538\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26538\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"644\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-vorne-300x242.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-vorne-768x618.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26538\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Sebastian Hamberger<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_26537\" aria-describedby=\"caption-attachment-26537\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26537\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"644\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-hinten.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-hinten-300x242.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Sebastian-Hamberger-hinten-768x618.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26537\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Sebastian Hamberger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Sebastian Hamberger wurde am 15.05.1891 in Au bei Bad Aibling in Bayern geboren und lebte in Willing, einem Ortsteil von Bad Aibling. 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