{"id":26562,"date":"2025-10-14T00:00:12","date_gmt":"2025-10-13T22:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26562"},"modified":"2021-01-22T06:43:47","modified_gmt":"2021-01-22T05:43:47","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-704-melchior-keller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=26562","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.704: Melchior Keller"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Melchior Keller wurde am 11.11.1880 in der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirchhaslach\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kirchhaslach<\/a> geboren und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Landsturmmann in der 11. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.12.1916 fiel er im Alter von 36 Jahren w\u00e4hrend der Weihnachtsschlacht von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%A2mnicul_S%C4%83rat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rimnicul Sarat<\/a> bei der Erst\u00fcrmung der H\u00f6he 417 bei Petrisul in Rum\u00e4nien.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Melchior Keller berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Die Erst\u00fcrmung der H\u00f6he 417 am heiligen Abend 1916<\/em><\/p>\n<p><em>Am 24.12., 4 Uhr morgens, meldeten die Regimenter und zugeteilten Verb\u00e4nde den Vollzug der Bereitstellung.<\/em><\/p>\n<p><em>Kurz vor Tagesanbruch versammelte Major Bogendoerfer die Regiment-Kommandeure und F\u00fchrer der unterstellten Reserven auf dem bisherigen Gefechtsstand des Regiments und erteilte m\u00fcndlich den Angriffsbefehl.<\/em><\/p>\n<p><em>Hiernach hatte anzugreifen: Infanterie-Regiment 375 ohne ein Bataillon rechts, ostw\u00e4rts am Plateau der H\u00f6he 417 vorbei, 26. Infanterie-Regiment den &#8222;Tafelberg&#8220;. Das Infanterie-Regiment 375 hatte sich bei Beginn des Angriffs rasch heranzuarbeiten, die rechte Fl\u00fcgelkompanie 26. Infanterie-Regiment (7\/26) hatte den vom Feind besetzten Graben nach rechts aufzurollen.<\/em><\/p>\n<p><em>26. Infanterie-Regiment selbst hatte dann die H\u00f6he 417 zu st\u00fcrmen, Infanterie-Regiment 375 sich diesem Sturm anzuschlie\u00dfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Als Gruppenreserve standen dicht s\u00fcdlich des Gefechtsstandes III\/375 und I\/27.<\/em><\/p>\n<p><em>Den Befehl zum Antreten behielten sich die F\u00fchrer vor.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein m\u00e4\u00dfig klarer, kalter Wintertag, der 24. Dezember 1916! Die vorderste Linie steht sprungbereit, unsere Artillerie trommelt seit 7.50 Uhr vormittags. Der Feind erwidert nur schwach, er lauert.<\/em><\/p>\n<p><em>8.55 Uhr vormittags Angriff! Befehlsgem\u00e4\u00df rollt die tapfere 7. Kompanie nach rechts auf, schiebt sich das Infanterie-Regiment 375 heran und jetzt bricht das 26. Infanterie-Regiment mit wildem Ungest\u00fcm hervor und hinauf geht es , unaufhaltsam.<\/em><\/p>\n<p><em>In Rauch geh\u00fcllt der ganze Berg!<\/em><\/p>\n<p><em>Der Feind wehrt sich heftig, nur langsam weicht er \u00fcber das Plateau zur\u00fcck. Schon sind die Braven nahe am Ziel, da bricht um den Tafelberg ostw\u00e4rts und westlich herum eine dichte braune Masse hervor. Ein machtvoller russischer Gegensto\u00df! Die Unsern, atemlos und ausgepumpt, werden davon in den Flanken getroffen und finden in der Sturmausgangsstellung wieder den n\u00f6tigen R\u00fcckhalt. Ein Offizier des III. Bataillons, Leutnant der Landwehr Heinlein, h\u00e4lt sich mit einigen beherzten Leuten in einem russischen Grabenst\u00fcck, er wei\u00df, die Seinigen kommen gleich wieder, verschiedene Russen wollen \u00fcber ihn herfallen, um ihn gefangen zu nehmen, er stellt sich tot, wird von ihnen untersucht. Dank der gespannten Lage, die die Aufmerksamkeit der Russen bald wieder auf andere Dinge lenkt, gelingt die List.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun setzt sofort unsere Artilleriefeuer von neuem ein und nach halbst\u00fcndigem Feuerwirbel tritt das Regiment zum zweiten Male an, in einem Zug geht es hinauf auf die hei\u00dfumstrittene H\u00f6he 417. Allen voran am linken Fl\u00fcgel des III. Bataillons der furchtlose, von seinen Leuten wegen seinem hervorragenden Schneid bewunderte und verg\u00f6tterte F\u00fchrer der 12. Kompanie, Leutnant der Reserve Johannes M\u00fcller, ein blonder Student von der Wasserkante. Schon ist er am Ziel und dar\u00fcber hinaus, da sinkt er getroffen zu Boden. Seine Kompanie packt ungest\u00fcme Wut, ihr toter F\u00fchrer wird blutig ger\u00e4cht.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun ist die H\u00f6he unser, erkauft mit schweren Opfern. Der Schl\u00fcsselpunkt der russischen Hauptstellung ist gesprengt, die Entscheidung ist herbeigef\u00fchrt. Noch versuchen die Russen wiederholt den 26ern die H\u00f6he wieder zu entrei\u00dfen. Doch vergebens. Unsere treffliche Artillerie tut das Ihrige, um den Besitz der hei\u00dfumstrittenen H\u00f6he zu gew\u00e4hrleisten.<\/em><\/p>\n<p><em>Der blutige Weihnachtsabend von Rimnicul Sarat neigt sich seinem Ende zu. W\u00e4hrend in der fernen Heimat die Weihnachtsglocken zum Feierabend rufen, liegen auf fremder, kalter Erde die tapferen Erst\u00fcrmer der H\u00f6he 417 und neben ihnen so viele Brave, die ihrer Pflicht bis in den Tod treu waren.<\/em><\/p>\n<p><em>Die der Gruppe Bogendoerfer zugeteilten Verb\u00e4nde, Infanterie-Regiment 375 und I\/27, hatten an der Seite des 26. Infanterie-Regiments getreulich ausgehalten und ihren guten Teil zum Erfolg des Tages beigetragen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie hoch der vom Regiment an dieser entscheidenden Stelle so hei\u00df erstrittene Erfolg von der oberen F\u00fchrung gewertet wurde, zeigt folgender von unserem Kommandierenden General, General von Morgen, erlassene Korps-Tagesbefehl: &#8222;Nachdem ich das schwere Angriffsfeld des 26. Infanterie-Regiments gegen die H\u00f6he 417 s\u00fcdwestlich Rimnicul Sarat gesehen habe, ist es mir ein Herzensbed\u00fcrfnis, den tapferen Erst\u00fcrmern dieser starken Stellung f\u00fcr ihren vorbildlichen Schneid meinen tiefempfundenen Dank und meine w\u00e4rmste Anerkennung auszusprechen. Sie legten den Grund zum Siege der ganzen Schlacht. Der Weihnachtstag 1916 wird ein hoher Ehrentag des braven Regiments bleiben.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Erfolg, der keinen Bestand haben wird, jedoch das Leben vieler Menschen kostete, u. a. das Leben von Melchior Kellers, dessen Grablage unbekannt ist. Das Grab d\u00fcrfte nicht mehr existieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_26561\" aria-describedby=\"caption-attachment-26561\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26561\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"639\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-vorne-300x240.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-vorne-768x613.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26561\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Melchior Keller<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_26560\" aria-describedby=\"caption-attachment-26560\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-26560\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"639\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-hinten.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-hinten-300x240.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Melchior-Keller-hinten-768x613.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-26560\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Melchior Keller<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Melchior Keller wurde am 11.11.1880 in der bayerischen Gemeinde Kirchhaslach geboren und war Landwirt. 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