{"id":27188,"date":"2025-12-21T00:00:54","date_gmt":"2025-12-20T23:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27188"},"modified":"2021-02-11T19:20:35","modified_gmt":"2021-02-11T18:20:35","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-771-johann-gilk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27188","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.772: Johann Gilk"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Johann Gilk wurde am 23.09.1890 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landmannsdorf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landmannsdorf<\/a> geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Adelzhausen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Adelzhausen<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 10.08.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uherka\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Uherka<\/a> im heutigen Polen. Er fiel bei den Ortschaften Petrilow \/ Chutza.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todeszeitraum von Johann Gilk berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 08.08.1915 3.30 Uhr nachmittags wird unter dem Schutz unseres um 2.45 Uhr er\u00f6ffneten Artilleriefeuers bis an das Westenede des sehr lang gestreckten niedergebrannten Dorfes Petrilow herangegangen, auf 800 &#8211; 1.000 Meter an die feindliche Stellung, die hier mitten durch die Ortschaft verl\u00e4uft. Die feindliche gegenwehr war nicht besonders wirksam. In der Nacht zum 09.08. wird dann auf\u00a0 Sturmentfernung an die feindlichen Werke herangegangen. Innere Fl\u00fcgel der Bataillone 1.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment (Turtschek) und 11.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment (Kardel). Jedes der vorderen Bataillone (I. und III.) erh\u00e4lt ein besonderes Werk als Angriffsobjekt zugewiesen. 1.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment ist ganz nahe an das mit VIIb bezeichnete \u00f6stliche der beiden im Angrifsstreifen des Regiments liegenden Werke herangekommen und hat Gasse im Drahthindernis erkundet. Das Artilleriefeuer und damit auch der geplante Sturm m\u00fcssen wegen Unsichtigkeit verschoben werden. Erst mittags kann wirksam geschossen werden. Noch sind die starken Werke ziemlich unversehrt. Der Sturm wird auf 1.15 Uhr nachmittags festgesetzt. Doch schon 12.15 Uhr meldet Leutnant Tutschek dem Regimentskommandeur, durch dessen Vermittlung er sich vorher mit der M\u00f6rserbatterie verst\u00e4ndigt hatte, durch den Fernsprecher, dass eben zwei M\u00f6rsersch\u00fcsse in VIIb lagen, ob er antreten d\u00fcrfe. Der Regimentskommandeur erkl\u00e4rte sein Einverst\u00e4ndnis, w\u00fcnschte der Kompanie Gl\u00fcck und verst\u00e4ndigte die Artillerie und die Nebentruppen. Wenige Minuten sp\u00e4ter drang die Kompanie im Verein mit der 3. Kompanie unter Leutnant der Reserve Steiner in das Werk ein, das sie dem russischen Leib-Garderegiment Preobraschenks abnahm. Der Einbruch war Dank der Schneid und Entschlusskraft des Leutnants Tutschek und seiner Kompanie gelungen; doch den Erfolg festzuhalten kostete noch viel Mut, Z\u00e4higkeit und leider auch viel Blut anderer Kompanien. Der 11. Kompanie gelingt es nicht, in das Nebenwerk einzudringen, aber durch ihr Vorgehen deckt sie die Flanke der 1.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment. Starkes feindliches Artilleriefeuer und heftige Gegenangriffe setzen ein. Das I.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment, das sofort weitere Kr\u00e4fte an das Werk nachgeschoben hat, beantragt gegen Abend wiederholt dringen die Abl\u00f6sung mit der Begr\u00fcndung, die Gefechtskraft der schon durch die vorhergehenden N\u00e4chte erm\u00fcdeten Truppe erlahme. Es musste daher die Abl\u00f6sung durch das II.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment befohlen werden, die aber unter den \u00e4u\u00dferst schwierigen Verh\u00e4ltnissen &#8211; der Gegner setzte die Wiedereroberungsversuche beinahe ununterbrochn fort &#8211; nur zum Teil gelang. 1.30 Uhr morgens erfolgt ein besonders heftiger Gegenangriff von zwei russischen Garderegimentern, ebi dessen Abwehr sich au\u00dfer den noch nicht abgel\u00f6sten Teilen der 3.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment, besonders auch das 5.\/3. und 8.\/3. bayerisches Infanterie-Regiment und Teile der Maschinengewehr-Kompanie auszeichnen. Zwischen die tapferen Verteidiger hinein treibt aber der weit \u00fcberlegene Feind doch einen Keil russischer Gardisten in das ausgedehnte Werk vor, das jedoch die Dreier trotzdem weiterhin heldenhaft verteidigen, von allen Seiten gepresst und umflutet. So war am Morgen die heldenmutige Besatzung im Werke selbst durchbrochen, belagert und abgeschnitten. Alle Bestrebungen des Regiments, die Tapferen zu entsetzen, oder wenigstens Verbindung mit ihnen zu bekommen, versagten, bis endlich am 10.08. 4 Uhr nachmittags durch eine besonders tapfere Telefonpatrouille, die trotz des Kreuzfeuers den Draht in den Graben brachte, wenigstens mit dem einen Fl\u00fcgel der Werkbesatzung Verbindung erreicht wurde. Das hob ihre \u00fcbrigens noch keineswegs erlahmte Ausdauer und erm\u00f6glichte bald auch einige Unterst\u00fctzung durch Zufuhr von Handgranaten und Munition. Um die Lage zu halten, forderte der Regimentskommandeur Artillerieunterst\u00fctzung und befiehlt f\u00fcr 5.30 Uhr abends erneut allgemeinen Sturm des Regiments, der zwar zu keinem weiteren Einbruch f\u00fchrt, aber die feindlichen Gegenangriffe doch zum Stehen bringt. W\u00e4hrend dieses die \u00fcbrigen russischen Kr\u00e4fte besch\u00e4ftigenden Angriffs gelingt den Dreiern im Werk VII die \u00dcberw\u00e4ltigung des etwa eine Kompanie starken Russennestes durch einen wohlgelungenen Handgranaten\u00fcberfall. Nur wenige russische Gardisten werden nach tapferer Gegenwehr gefangengenommen. Die meisten waren gefallen. 11 Uhr abends wird das Regiment vom 22. bayerischen Infanterie-Regiment abgel\u00f6st und teils als Brigade-, teils als Divisionsreserve zur\u00fcck nach Gut Chutza und in den Wald nord\u00f6stlich davon gelegt.-&#8222;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Johann Gilk ist unbekannt.<\/p>\n<p>Seine Heimatgemeinde Adelzhausen gedenkt Johann Gilk noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/adelzhausen_bay.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/adelzhausen_bay.htm<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_27187\" aria-describedby=\"caption-attachment-27187\" style=\"width: 486px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27187\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Johann-Gilk-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"486\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Johann-Gilk-vorne.jpg 486w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Johann-Gilk-vorne-182x300.jpg 182w\" sizes=\"auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27187\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Johann Gilk<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_27186\" aria-describedby=\"caption-attachment-27186\" style=\"width: 486px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27186\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Johann-Gilk-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"486\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Johann-Gilk-hinten.jpg 486w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Johann-Gilk-hinten-182x300.jpg 182w\" sizes=\"auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27186\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Johann Gilk<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Johann Gilk wurde am 23.09.1890 in Landmannsdorf geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Adelzhausen. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 10.08.1915 fiel er im Alter von 24 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht an der Uherka im heutigen Polen. 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