{"id":27526,"date":"2026-01-31T00:00:33","date_gmt":"2026-01-30T23:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27526"},"modified":"2021-02-27T09:34:16","modified_gmt":"2021-02-27T08:34:16","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-813-kilian-peter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27526","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.813: Kilian Peter"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Kilian Peter wurde am 01.12.1890 in Adrazhofen geboren, einem Ortsteil der Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leutkirch_im_Allg%C3%A4u\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leutkrichen im Allg\u00e4u<\/a> im heutigen Bundesland Baden-W\u00fcrttemberg, und war Schreiner. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Reservist in der 8. Kompanie des 143. Infanterie-Regiments. Ende August wurde er als vermisst gemeldet. Sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass er am 23.08.1914 w\u00e4hrend der Schlacht bei Saarburg und vor Nancy &#8211; Epinal bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Br%C3%A9m%C3%A9nil\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Br\u00e9m\u00e9nil<\/a>\u00a0schwer verwundet und am 27.08.1914 (Verlustlisten und Volksbund: 01.09.1914) im Alter von 23 Jahren im Kriegslazarett <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lorquin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">L\u00f6rchingen<\/a> (franz\u00f6sisch: Lorquin) gestorben war.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag seiner schweren, letztlich t\u00f6dlichen Verwundung und die Umst\u00e4nde berichtet die Regimentsgeschichte des 143. Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parux\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Parux<\/a> (23. August 1914)<\/em><\/p>\n<p><em>Am 22. August 1914 marschierten wir \u00fcber Cirey auf Parux, das vom Feinde besetzt war. Nach \u00dcberwindung des feindlichen Widerstandes ging es weiter auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Br%C3%A9m%C3%A9nil\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Br\u00e9m\u00e9nil<\/a> in Richtung Badonviller. Dort war Infanterie-Regiment 99 mit Teilen eingedrungen. Zur Erkundung vorgehend, musste der Brigade-Stab eine Viertelstunde lang im nassen Graben liegen, um gegen starkes feindliches Artilleriefeuer Deckung zu nehmen. Mittlerweile wurde es dunkel. Pl\u00f6tzlich ert\u00f6nte nachts aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Badonviller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Badonviller<\/a> die hellen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Clairon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Clarions<\/a> franz\u00f6sischer Truppen und der schwungvolle Gesang der Marseillaise unter hartem Marschtritt auf der Stra\u00dfe. Schon war der Brigadekommandeur um die im Ort befindlichen 99er besorgt, als nach heftigem Nahkampf in kr\u00e4ftigen Akkorden die &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Wacht_am_Rhein\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wacht am Rhein<\/a>&#8220; ert\u00f6nte und ihr ein brausendes deutsches Hurra folgte. Hauptmann Rogge vom Infanterie-Regiment 99 hatte angegriffen. Da die St\u00e4rke der feindlichen Besatzung in Badonviller unbekannt war, zog der Kommandeur Infanterie-Regiment 99 seine Truppen (etwa ein Bataillon) aus dem Ort heraus. Der Brigadekommandeur billigte dies, denn entweder musste die Brigade den Ort bei Dunkelheit erst\u00fcrmen, was angesichts der unklaren Lage nicht ratsam war, oder der Ort musste vorl\u00e4ufig &#8211; wie geschehen &#8211; ger\u00e4umt werden. W\u00e4hrend dieser Vorg\u00e4nge lag au\u00dferdem eigenes Artilleriefeuer auf Badonviller. (Bericht von General <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Constantin_von_Altrock\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von Altrock<\/a>).<\/em><\/p>\n<p><em>Am n\u00e4chsten Morgen, Sonntag, dem 23. August, fr\u00fch, wurde der Weitermarsch angetreten. Eine Woche schwerster K\u00e4mpfe sollte mit diesem Tag anbrechen! Das Regiment befand sich vorn. Die Vorhut hatte III.\/143, (Spitze: 12. Kompanie, Leutnant der Reserve Overzier), es folgten II. Bataillon und Maschinengewehr-Kompanie. dann I.\/143. Kurz hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lafrimbolle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lafremborn<\/a> wurde die franz\u00f6sische Grenze \u00fcberschritten, von den Truppen mit Jubel begr\u00fc\u00dft, denn bis jetzt hatten wir ja immer noch auf deutschem Boden gek\u00e4mpft.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Marsch ging zun\u00e4chst nach Cirey, wo gehalten wurde, weil eine starke feindliche Nachhut die Truppe zur Entwicklung zwang, w\u00e4hrend die Vorhut, III.\/143 auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parux\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Parux<\/a> weitergeschickt wurde. Das Bataillon setzte sich in den Besitz des Dorfes, wurde aber von den gegen\u00fcberliegenden H\u00f6hen von S\u00fcden und Osten her stark beschossen. Die Verluste waren schwer. Der Regimentsf\u00fchrer der Feldartillerie hatte angesichts der Franzosen auf einem Schimmel unsere Sch\u00fctzenlinie abgeritten und dadurch starkes Feuer auf uns gezogen. Inzwischen hatte die Brigade den Weitermarsch von Cirey angetreten. Der Regiments-Stab 143 ritt nach Parux zur Orientierung vor. Von S\u00fcden und S\u00fcdosten her vorgehende franz\u00f6sische Sch\u00fctzen lie\u00dfen einen Angriff auf Parux erkennen. Der Regimentsf\u00fchrer setzte deshalb zwei Kompanien des II.\/143 zur Unterst\u00fctzung des III. Bataillons in Parux ein, wobei sich die 8.\/143 unter Hauptmann K\u00fcrgensen besonders auszeichnete, indem sie unter schwerstem Feuer ein gro\u00dfes Geh\u00f6ft hart s\u00fcdlich Parux besetzte. Den Rest des II. Bataillons behielt Oberstleutnant Freiherr von Liliencron zu seiner Verf\u00fcgung in der Nordostecke des Bois de Coupe. Zwei Z\u00fcge der Maschinengewehr-Kompanie wurden bei H\u00f6he 319 im Bois de Coupe in Stellung gebracht. Major Collet mit dem verst\u00e4rkten III. Bataillon ging jetzt zum Gegenangriff gegen die H\u00f6hen s\u00fcdlich Parux vor und gelangte hinauf. Schweres Artilleriefeuer indes zwang das tapfere Bataillon wieder nach Parux zur\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p><em>Vom I.\/143 war die 1. Kompanie zwischen Cirey und Parux zum Schutze des Divisionsstabs links abgezweigt worden und k\u00e4mpfte sp\u00e4ter im Verband des Infanterie-Regiments 99, wobei ihr heldenm\u00fctiger Chef, Hauptmann von Strzemierzny, fiel. Die \u00fcbrigen Kompanien wurden vom Regimentsf\u00fchrer durch das Bois de Coupe geschickt, um den Feind auf den H\u00f6hen zwischen Parux und Br\u00e9m\u00e9nil zu umfassen. Der Marsch verz\u00f6gerte sich jedoch durch das \u00e4u\u00dferst schwierige und sumpfige Gel\u00e4nde im Wald, aus dem es zwar franz\u00f6sische Sch\u00fctzen vertrieb, f\u00fcr den beabsichtigten Angriff auf die genannten H\u00f6hen aber nicht mehr in T\u00e4tigkeit kam. <\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen war es 2 Uhr nachmittags geworden. Die Franzosen konnten sich offensichtlich zur Fortsetzung ihres Angriffs auf Parux nicht entschlie\u00dfen, da unsere Artillerie ihnen stark zusetzte und ihnen auch der Anmarsch des I.\/143 durch das Bois de Coupe nicht entgangen war. Jetzt erhob sich das tapfere Bataillon Collet zum zweiten Male zum kr\u00e4ftigen Angriff auf die vorliegenden H\u00f6hen, dem sich die Franzosen aber durch schleunige Flucht entzogen, eine ganze Batterie zur\u00fccklassend, die von 10.\/143 genommen wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>So war das Regiment um 3 Uhr nachmittags im Besitz der H\u00f6hen zwischen Parux und Br\u00e9m\u00e9nil. Hier str\u00f6mte jetzt alles zusammen, Truppen und St\u00e4be, und weiter ging es in breiter Front, Richtung Badonviller. Dort hatten die Franzosen wieder Front gemacht, und Badonviller selbst war stark besetzt. Das feindliche Artilleriefeuer zwang die Division in der H\u00f6he von les Carri\u00e8res halt zu machen, um die eigene Artillerie zun\u00e4chst wirken zu lassen. Gegen Abend wurde die 60. Infanterie-Brigade auf Badonviller angesetzt, Infanterie-Regiment 143 westlich der Stra\u00dfe les Carri\u00e8res &#8211; Badonviller. Das Regiment erhielt beim Vorgehen wiederum Verluste, diesmal durch eigenes, schweres Artilleriefeuer, so dass der Angriff von der Brigade wegen Dunkelheit und ungekl\u00e4rter Verh\u00e4ltnisse angehalten wurde. So wurden weitere Angriffe auf den folgenden Tag verschoben.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Regiment n\u00e4chtigte auf dem harten Boden im Chausseegraben der Stra\u00dfe nach Badonviller. Die Feldk\u00fcche wurde herangezogen. Das Wetter war in dieser Zeit gl\u00fccklicherweise dauernd sch\u00f6n, die N\u00e4chte aber schon empfindlich kalt, und man konnte sich Angenehmeres denken, als diese Nacht auf der H\u00f6he von Les Carri\u00e8res.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Kilian Peter auf dem Soldatenfriedhof <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abreschviller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abreschviller<\/a> (deutsch: Alberschweiler) in einem Massengrab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_27525\" aria-describedby=\"caption-attachment-27525\" style=\"width: 422px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27525\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kilian-Peter-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"422\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kilian-Peter-vorne.jpg 422w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kilian-Peter-vorne-158x300.jpg 158w\" sizes=\"auto, (max-width: 422px) 100vw, 422px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27525\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Kilian Peter<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_27524\" aria-describedby=\"caption-attachment-27524\" style=\"width: 422px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27524\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kilian-Peter-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"422\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kilian-Peter-hinten.jpg 422w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Kilian-Peter-hinten-158x300.jpg 158w\" sizes=\"auto, (max-width: 422px) 100vw, 422px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27524\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Kilian Peter<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Kilian Peter wurde am 01.12.1890 in Adrazhofen geboren, einem Ortsteil der Gemeinde Leutkrichen im Allg\u00e4u im heutigen Bundesland Baden-W\u00fcrttemberg, und war Schreiner. 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