{"id":27583,"date":"2026-02-03T00:00:58","date_gmt":"2026-02-02T23:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27583"},"modified":"2021-03-01T06:10:35","modified_gmt":"2021-03-01T05:10:35","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-816-georg-pollner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27583","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.816: Georg Pollner"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Georg Pollner wurde am 27.01.1885 in Lichtenburg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vilsbiburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vilsbiburg<\/a>, und war Servitial (Klosterkandidat) im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franziskanerkloster_Amberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Franziskanerkloster Amberg<\/a>. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 5. Kompanie des 12. bayerischen <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Reserve-<\/strong><\/span>Infanterie-Regiments. Am 25.08.1916 fiel er im Alter von 31 Jahren bei den K\u00e4mpfen an der Somme vor Arras.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Georg Pollner berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Der 24.08. war wieder ein Gro\u00dfkampftag, den das II. Bataillon ehrenvoll bestand. Ununterbrochen hagelte es das Vernichtungsfeuer, vermischt mit Gasgranaten, auf die vordere und Le-Forest-Stellung; zahllose Flieger leiteten das Feuer unter Abwurf von Bomben und Maschinengewehr-Beschie\u00dfung. Von 6 Uhr abends ab war das r\u00fcckw\u00e4rtige Gel\u00e4nde wieder so mit Sperrfeuer zugedeckt, dass es durch eine graue, rauchende Wand von vorne abgeschlossen war. Kein Zweifel: ein ernster Angriff stand bevor. Erst gegen Mitternacht konnte man sich nach vielen widerspr\u00fcchlichen Meldungen ein Bild \u00fcber die abgelaufenen Ereignisse machen:<\/em><\/p>\n<p><em>Nach dem rasenden Trommelfeuer war gegen 6.30 Uhr nachmittags der Feind n\u00f6rlich und in dem Vom Reserve-Infanterie-Regiment 7 besetzten Maurepas eingebrochen, im Anschluss hieran auch in der vorderen Linie des II. Bataillons, auf dem in dem deckungslosen Gel\u00e4nde die ganze Wucht des Vernichtungsfeuers gelegen war. Heldenm\u00fctig wehrten die sp\u00e4rlichen Reste der 8. Kompanie den Angriff ab, ebenso weiter r\u00fcckw\u00e4rts der Zug der 5. Kompanie in St\u00e4rke von nur 20 Mann hinter rasch aufgeworfenen Barrikaden. Der Bataillonskommandeur, Major Horn, war gefallen. Die Bataillonsbefehlsstelle verteidigte der stellvertretende Bataillons-Adjutant, Leutnant der Reserve Stiefenhofer, gegen die feindliche \u00dcberzahl, getreulich unterst\u00fctzt von den wenigen Leuten des Unterstabes und eines Fliegerabwehr-Maschinengewehrs.<\/em><\/p>\n<p><em>Keinem Franzosen war es gelungen, bis zur II. Stellung, die bis 9.30 Uhr abends unter Feuer lag, vorzudringen; nur ein franz\u00f6sischer Alpenj\u00e4ger vom 62. Bataillon war allein auf die Stellung zugelaufen, froh, sich ergeben zu k\u00f6nnen. Nach Aussage eines weiteren Gefangenen dieses Bataillons war der Feind nicht \u00fcber unsere I. Stellung vorgekommen; nur kleinere Abteilungen, die den Anschluss verloren hatten, mochten sich zwischen I. und II. Stellung befinden.<\/em><\/p>\n<p><em>Um Klarheit zu schaffen, bekam das mittlerweile dem Regiment wieder unterstellte und in die III. &#8211; R1-Stellung vorgezogene III. Bataillon &#8211; ohne die 12. Kompanie, die in der R1 Stellung zur Verf\u00fcgung des Reserve-Infanterie-Regiment 7 zu bleiben hatte &#8211; 2.30 Uhr vormittags den befehl zum Gegensto\u00df, der unter der pers\u00f6nlichen F\u00fchrung des Hauptmannes Sch\u00e4ffer vor sich ging. Das zerw\u00fchlte Gel\u00e4nde, die ausnehmend dunkle Nacht, das ununterbrochene Sperrfeuer erschwerten die Bewegungen im h\u00f6chsten Grade. Die geringe Ortskenntnis der beigegebenen F\u00fchrer gestattete nur ein langsames Vorw\u00e4rtskommen, wenn das mit 10. und 11. Kompanie in erster Linie, der 9. Kompanie in zweiter vormarschierende Bataillon nicht auseinander rei\u00dfen sollte. Mit dem Erreichen der unter Trommelfeuer liegenden II. Stellung &#8211; gegen 5.30 Uhr vormittags &#8211; war die 11. Kompanie durch mehrere Volltreffer zersprengt worden. Die ersten Anzeichen der Morgend\u00e4mmerung und das Artilleriefeuer auf die zum Vorbrechen bereit liegende 9. und 10. Kompanie veranlassten Hauptmann Sch\u00e4ffer zum sofortigen Handeln; er h\u00e4tte ohne Scheu vor der Verantwortung den befohlenen Vorsto\u00df mangels verf\u00fcgbarer Kr\u00e4fte und der n\u00f6tigen Zeit aufgeben k\u00f6nnen. Statt dessen setzte er sich selbst an die Spitze der zur Hand befindlichen 10. Kompanie, sich des Wagnisses bewusst, mit unzureichenden Kr\u00e4ften seinen Auftrag auszuf\u00fchren, ohne der Mitwirkung der beiden anderen Kompanien sicher zu sein. Zudem wurde der Ansatz zum Vorgehen der 10. Kompanie vom Feinde bemerkt, der sofort das Vorfeld beleuchtete, worauf schlagartig Sperrfeuer einsetzte. Mit dem Befehl an den nebenan liegenden Kompanief\u00fchrer, Leutnant der Reserve Matthiesen: &#8222;Aus dem Granatfeuer heraus! Vorw\u00e4rts auf dem Hang hinauf! Auf keinen Fall zur\u00fcck!&#8220; sprang die Kompanie auf und erreichte im feindlichen infanterie- und Maschinengewehr-Abwehrfeuer die H\u00f6he, wo sie mit dem an Zahl \u00fcberlegenen Gegner ins Feuergefecht trat. Der 9. und 11. Kompanie war es unter st\u00e4ndigem Geschoss- und Granathagel gelungen, den Angriff mitzumachen; keiner der Melder des Bataillonsstabes zum Heranholen der beiden Kompanien erreichte sein Ziel.<\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen k\u00e4mpfte die 10. Kompanie einen ebenso schweren wie ehrenvollen Kampf. Sie hatte den Sto\u00df mit aller Energie gef\u00fchrt; viele der Tapferen blieben, darunter der Kompanief\u00fchrer; der Rest fiel einem sp\u00e4teren feindlichen Gegensto\u00df zum Opfer. <\/em><\/p>\n<p><em>Zweifellos hatte Hauptmann Sch\u00e4ffer durch seine verantwortungsfreudige k\u00fchne Tat, die mit dem Milit\u00e4r-Max-Joseph-Orden belohnt wurde, erreicht, dass der Franzose es nicht wagte, aus der von ihm in der Nacht vorher genommenen Stellung am 25.08. seinen Angriff gegen La Forest weiter fortzusetzen. Dadurch war es dem II. Bataillon des K\u00f6nigin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 erm\u00f6glicht, in der Nacht vom 25.\/26. unbehelligt vom Feinde und ohne Kampf.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Laufe des 25. machte sich der Einsatz von Gardetruppen f\u00fchlbar, die in gl\u00e4nzender Verfassung das Schlachtfeld betraten, auf dem unser Regiment, zerschossen und zerm\u00fcrbt, 13 Tage und N\u00e4chte schon lag, mit starken Verlusten und Kompaniest\u00e4rken zuletzt von durchschnittlich 40 Gewehren; es hatte unter den schwersten Verh\u00e4ltnissen seine letzte Kraft hergegeben.<\/em><\/p>\n<p><em>In den Vormittagsstunden r\u00fcckte die 9. und 10. Kompanie des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 zur Verst\u00e4rkung unseres I. Bataillons in die Le Forest-Stellung, deren Halten laut Brigadebefehl die Hauptaufgabe des Tages war und die au\u00dferdem noch mit der 11. Kompanie besetzt blieb, w\u00e4hrend 9. und 12. im rechten Rebenabschnitt lagen. Hier bestand Anschluss mit Reserve-Infanterie-Regiment 7, nach links nur Augenverbindung mit dem vorw\u00e4rts gestaffelten Nebenabschnitt der 1. Garde-Division. Mit Ausnahme der 3. Kompanie konnte I.\/Reserve-Infanterie-Regiment 12 gegen Abend in die R-1-Stellung abr\u00fccken, wo auch die Reste von II.\/R. 12 lagen.<\/em><\/p>\n<p><em>Durch die Ereignisse der Nacht vorher, den Einsatz der Garde, der sich am hellen Tag vollzog, und die Abl\u00f6sung wurde die Vermischung der Verb\u00e4nde unvermeidlich. Rechnet man hiezu noch die n\u00e4chtlichen Verpflegungs- und Munitionstrupps, die sich mit den taktischen Verb\u00e4nden auf dem Vor- und R\u00fcckmarsch kreuzten, die feindliche Feuerwirkung, so ist es verst\u00e4ndlich, dass die II. Stellung nicht so l\u00fcckenlos besetzt war, die Kompanien in sich nicht so geordnet und geschlossen, wie es die st\u00e4ndige Gefechtsbereitschaft bei der N\u00e4he des Feindes erfordert h\u00e4tte. Doch dieser war zu sehr mit sich selbst besch\u00e4ftigt.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Laufe des 25. wurde dem Regiment das II. Bataillon der Elisabether unterstellt und tags\u00fcber in der R1-Stellung, 8. Kompanie in Rancourt, untergebracht. Es erhielt gegen 9 Uhr abends den Befehl, mit drei Kompanien eine neue Linie rechter Fl\u00fcgel an Stra\u00dfe Le Forest &#8211; Maurepas, linker am Hohlweg s\u00fcd\u00f6stlich Maurepas etwa 600 Meter vor der II. Stellung anzulegen, die 8. Kompanie eine Riegelstellung im Anschluss an den rechten Fl\u00fcgel des links vorw\u00e4rts liegenden 4. Garde-Regiments zu Fu\u00df. Es wurde Mitternacht, als die Elisabether hiezu anr\u00fcckten. Der unerm\u00fcdliche F\u00fchrer des III. Bataillons, Hauptmann Sch\u00e4ffer, stellte sich pers\u00f6nlich f\u00fcr das zweckm\u00e4\u00dfige Vorf\u00fchren und die Einweisung der Garde an Ort und Stelle zur Verf\u00fcgung, die gegen 4 Uhr vormittags kampflos den befohlenen Abschnitt erreichte und sich eingrub. W\u00e4hrend nach links mit dem 4. Garde-Regiments zu Fu\u00df Verbindung bestand, fehlte sie nach rechts mit dem K\u00f6nigin Augusta Garde-Regiment Nr. 4, das anschlie\u00dfen sollte, aber etwa 200 Meter r\u00fcckw\u00e4rts blieb.&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>179.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Georg Pollner auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Rancourt&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1313281,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;14&quot;:[null,2,1136076],&quot;21&quot;:1,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rancourt_(Somme)\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rancourt_(Somme)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rancourt<\/a><\/span> in Block 6, Grab 124.<\/p>\n<p>Noch heute gedenken die Franziskaner ihrem ehemaligen Mitbruder Georg Pollner: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/m-st_gabriel_franziskaner.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/m-st_gabriel_franziskaner.htm<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2019\/kloster-kreuzberg_stadt-bischofsheim-a-d-rhoen_lk-rhoen-grabfeld_wk1_wk2_bay.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2019\/kloster-kreuzberg_stadt-bischofsheim-a-d-rhoen_lk-rhoen-grabfeld_wk1_wk2_bay.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-27584\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Georg-Pollner-vorn.jpg\" alt=\"\" width=\"478\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Georg-Pollner-vorn.jpg 478w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Georg-Pollner-vorn-179x300.jpg 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><\/p>\n<figure id=\"attachment_27585\" aria-describedby=\"caption-attachment-27585\" style=\"width: 478px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27585\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Georg-Pollner-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"478\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Georg-Pollner-hinten.jpg 478w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Georg-Pollner-hinten-179x300.jpg 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27585\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Georg Pollner<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Georg Pollner wurde am 27.01.1885 in Lichtenburg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Vilsbiburg, und war Servitial (Klosterkandidat) im Franziskanerkloster Amberg. 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