{"id":27749,"date":"2026-02-20T00:00:57","date_gmt":"2026-02-19T23:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27749"},"modified":"2021-03-07T14:16:15","modified_gmt":"2021-03-07T13:16:15","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-833-hugo-mueller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=27749","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.833: Hugo M\u00fcller"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Hugo M\u00fcller wurde am 27.10.1894 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kempten_(Allg%C3%A4u)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kempten<\/a> geboren. Er warbeitete als Schlosser bei der Schlosserei Elhard in Kempten. Am 07.11.1914 wurde er als Infanterist in die 3. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments einberufen. Am 19.02.1915 fiel er im Alter von 20 Jahren am Reichsackerkopf.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Hugo M\u00fcller berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 19.02.1915 6 Uhr fr\u00fch gings weiter. Der Regimentsstab erreichte auf langem steinigen Weg unter F\u00fchrung eines Hirtenbuben zun\u00e4chst Eckersberg und nach kurzem Aufenthalt Breitenbach durch dessen H\u00e4userreihen bereits vereinzelte Weitg\u00e4nger vom Reichackerkopf herunterpfiffen. Inzwischen hatten I. und II.\/R. 19 teils auf den Br\u00fccken in Breitenbach und Sendenbach teils ohne Br\u00fccke die Fecht \u00fcberschritten und waren in raschem Anlauf \u00fcbers Katzenk\u00f6pfel und Stocka gegen Reichackerkopf und Sattel vorgedrungen. Schon war I.\/R 19 7.30 Uhr vormittags mit der mittleren Kompanie (3., Kollmann) ohne Verlust an den Waldrand 200 Meter n\u00f6rdlich des Katzenk\u00f6pfl herangekommen, als es sich pl\u00f6tzlich in dem steilansteigenden Waldhang starken Draht- und Baumverhauen gegen\u00fcber sah und nicht nur von der Front, sondern vor allem aus der rechten Flanke starkes Feuer erhielt, das namentlich von Oberwida gegen den M\u00f6nchberg, also \u00f6stlich am Katzenk\u00f6pfl vorbei angesetzten 4. Kompanie (Hauptmann Seitz) das Vorw\u00e4rtskommen au\u00dferordentlich erschwerte und b\u00f6se Verluste brachte. Unter den ersten, die hier den Heldentod fanden, war Leutnant der reserve Bernheimer (4.), Offiziersstellvertreter Micheler (3.) und der Fahnen-Unteroffizier Josef Schmid aus Kornau bei Oberstorf, der mit der Fahne in der Hand neben seinem Kommandeur, Major Veith, fiel. Gelang es nun auch der 4. Kompanie, trotz der Unterst\u00fctzung, die ihr durch den vom Regiment \u00fcber Fronzell vorbefohlenen Zug Einberger (1.\/R 19) zugedacht war, zun\u00e4chst nicht weiter vorzukommen und hatte auch die am linken Fl\u00fcgel von 1.\/R. 19 im Kl\u00e4ngle sich vorarbeitende 2. Kompanie (Oberleutnant Auffhammer) infolge des aus den Astverhauen frontal und flankierend einschlagenden Feuers einen schweren Stand, so k\u00e4mpfte sich doch trotz aller Schwierigkeiten die 3. Kompanie im heftigen feindlichen Feuer unaufhaltsam vor und wurde von ihr im Verein mit einem Zug der 2. Kompanie 10.35 Uhr vormittags die stark verschanzte Stellung der feindlichen Feldwache am Weg 300 Meter s\u00fcdlich der Kuppe des Reichackerkopfs im Sturm genommen. Mit welcher Sicherheit dabei ungeachtet der gewaltigen k\u00f6rperlichen Anstrengungen und st\u00e4ndigen Todesgefahr unsere z\u00e4hen Schwaben und Altbayern schossen, bewiesen die 25 toten Alpenj\u00e4ger des 51. franz\u00f6sischen Alpenj\u00e4gerbataillons, die fast durchweg durch den Kopf getroffen hinter ihren kleinen Schie\u00dfscharten in den aus m\u00e4chtigen Fichtenst\u00e4mmen errichteten Barrikaden lagen. II.\/R. 19 war inzwischen mit 5., 6., 7. Kompanie von Sendenbach mit rechtem Fl\u00fcgel \u00fcber Roth &#8211; Obereck bis auf 300 Meter an den Sattel vorgedrungen und da mit diesem g\u00fcnstigen Ergebnis gleichzeitig von I.\/L. 121 gemeldet wurde, dass es den M\u00f6nchberg genommen habe und vom R. I. R. 18, dass der Altmattkopf erreicht sei, so hielt sich der Regimentsstab berechtigt, auf baldigen, restlosen Sieg zu hoffen. Umso bitterer war die Entt\u00e4uschung, als sich ein paar Stunden sp\u00e4ter herausstellte, dass diese beiden Meldungen v\u00f6llig auf Irrtum beruhten und da wiederum gleichzeitig auch II.\/R. 19 meldete: &#8222;Wegnahme des Sattels und der Kuppe unm\u00f6glich, da Hindernisse zu stark, Wirkung unserer Artillerie gleich Null und in der linken Flanke drei feindliche Kompanien; gehe mit Bataillon einige 100 Meter zur\u00fcck und biege linke H\u00e4lfte der Front nach Westen&#8220;, da sah sich die F\u00fchrung mangels jeder unmittelbar verf\u00fcgbaren Reserve pl\u00f6tzlich in sehr misslicher Lage. Eben &#8211; es mochte etwa 7 Uhr abends sein &#8211; wurde die Anforderung von Reserven aus M\u00fcnster und verst\u00e4rkte Artilleriewirkung auf Reichackerkopf, Kl\u00e4ngle-Sattel und Sattelk\u00f6pfchen erwogen, als die befreiende Meldung vom I.\/R. 19 eintraf: &#8222;Abteilung Kollmann &#8211; 3.\/19, zug Schuster 2.\/19, Zug Amode und F\u00fcrst 4.\/19, Maschinengewehr-Zug Reim und 6 Mann R.P.K. 8 &#8211; hat 6.15 Uhr abends den Reichackerkopf genommen; Feind in n\u00f6rdlicher und nordwestlicher Richtung zur\u00fcckgegangen; erreichte Stellung wird gehalten und verschanzt&#8220;. Damit war der beherrschende Punkt zwischen der gro\u00dfen und kleinen Fecht westlich M\u00fcnster gewonnen und der selbstt\u00e4tige Oberleutnant Kollmann im Verein mit Oberleutnant Kein und den anwesenden Zugf\u00fchrern gegen 4 Uhr nachmittags gefasste Entschluss, trotz der vorausgegangenen gewaltigen Anstrengungen und K\u00e4mpfe, noch am gleichen Tag die Kuppe wegzunehmen, wird f\u00fcr F\u00fchrer und Truppe allzeit ein Ruhmesblatt in der Geschichte\u00a0 R. I. R. 19 bleiben. Dass die Durchf\u00fchrung gelingen konnte, war allerdings nur durch den Maschinengewehr-Zug Keim m\u00f6glich, dessen Leistungen an diesem Tage allein schon was die k\u00f6rperlichen Anstrengungen anlangt, vorz\u00fcglich waren. Unteroffizier Mac-Carty als Erkunder, Sch\u00fctze Geyer als Meldeg\u00e4nger und Gefreiter Albrecht als Richtsch\u00fctze haben sich \u00fcberdies dabei durch Schneid und Gewandheit besonders bew\u00e4hrt. &#8211; Inzwischen war l\u00e4ngst nass und kalt die Nacht hereingebrochen und deckte Freund und Feind mit ihrem schwarzen Schleier, unter dem nicht weniger als drei Offiziers-Dienstgrade (Leutnant der Reserve Bernheimer (4.), Offiziers-Stellvertreter Micheler (3.) und Feldwebel-Leutnant Gabler (7.), 8 Unteroffiziere und 30 Mann, darunter Infanterist Josef M\u00fcller (5.), der seinen im feindlichen Drahtverhau vor dem Sattelk\u00f6pfle liegenden angeschossenen Kameraden herausholen wollte), f\u00fcr immer ruhten und drei Offiziere (Leutnant Lindner (3.), Leutnant der Reserve Angerer (5.), Leutnant Ro\u00dfkopf (7.), ein Offiziers-Stellvertreter (Merwald) und 179 Unteroffiziere und Mannschaften teilweise schwer verwundet geborgen werden mussten.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Offiziell ist f\u00fcr Hugo M\u00fcller keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Breitenbach&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1057281,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;16&quot;:10,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/68380+Breitenbach-Haut-Rhin,+Frankreich\/@48.0219161,7.0813125,14z\/data=!4m5!3m4!1s0x4793d764830f1509:0x40a5fb99a393e10!8m2!3d48.023162!4d7.102267&quot;;&quot;Breitenbach&quot;)\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/place\/68380+Breitenbach-Haut-Rhin,+Frankreich\/@48.0219161,7.0813125,14z\/data=!4m5!3m4!1s0x4793d764830f1509:0x40a5fb99a393e10!8m2!3d48.023162!4d7.102267\"><a class=\"in-cell-link\" 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heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/kempten_kath_frdh_wk1_bay.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/kempten_kath_frdh_wk1_bay.htm<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_27747\" aria-describedby=\"caption-attachment-27747\" style=\"width: 442px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27747\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hugo-Mueller-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"442\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hugo-Mueller-hinten.jpg 442w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hugo-Mueller-hinten-166x300.jpg 166w\" sizes=\"auto, (max-width: 442px) 100vw, 442px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27747\" class=\"wp-caption-text\">Foto von Hugo M\u00fcller<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_27748\" aria-describedby=\"caption-attachment-27748\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27748\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hugo-Mueller-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hugo-Mueller-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hugo-Mueller-vorne-300x139.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hugo-Mueller-vorne-768x356.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-27748\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Fotos von Hugo M\u00fcller<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Hugo M\u00fcller wurde am 27.10.1894 in 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