{"id":28575,"date":"2026-05-23T00:00:55","date_gmt":"2026-05-22T22:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=28575"},"modified":"2021-04-07T10:33:01","modified_gmt":"2021-04-07T08:33:01","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-925-erich-spiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=28575","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.925: Erich Spiegel"},"content":{"rendered":"<p>Drei Br\u00fcder verlor die Familie Spiegel im Ersten Weltkrieg. Ein furchtbares Schicksal, das ich an dieser Stelle in drei Beitr\u00e4gen vorstellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Erich Spiegel stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9F_Schacksdorf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tzschacksdorf<\/a>, heute ein Ortsteil der Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9F_Schacksdorf-Simmersdorf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00df Schacksdorf-Simmersdorf<\/a> in Brandenburg, und wurde am 26.06.1879 geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve in der 2. Kompanie des 1. Garde-Reserve-Regiments. Am 27.09.1915 fiel er w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe bei Saltischje und an der Beresina im heutigen Wei\u00dfrussland im Alter von 36 Jahren bei Setischje und Guti. Damals geh\u00f6rte dieses Gebiet noch zu Polen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Ericht Spiegel berichtet die Regigentsgeschichte des 1. Grade-Reserve-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Alles, was an Artillerie verf\u00fcgbar war, wurde in der Nacht teils in, teils an den Wald herangezogen. Der einzige durch den Wald f\u00fchrende Weg war in einem unheimlichen Zustande. Munitionswagen und Feldk\u00fcchen fuhren nach vorn, leere Wagen zur\u00fcck, und es war ein reines Wunder, dass am n\u00e4chsten Morgen tats\u00e4chlich diese zusammengefahrenen Haufen wieder gel\u00f6st und \u00fcberall Ordnung eingetreten war. Die Fortf\u00fchrung des Angriffes am 27.09. wurde sorgf\u00e4ltig vorbereitet. Es war der Artillerie gelungen, Batterien in den Wald vorzuschieben und Beobachtungsstellen im \u00f6stlichen Waldrande einzurichten. Der den Angriff leitende Stab des 1. Garde-Reserve-Regiments hatte ebenfalls seinen Gefechtsstand am \u00f6stlichen Waldrand, von wo aus das Angriffsfeld gut zu \u00fcbersehen war. Schwere Minenwerfer waren in der Nacht in den vorderen Linien eingebaut. In unerm\u00fcdlicher Arbeit war der Angriff bis in alle Einzelheiten vorbereitet, die Uhren waren verglichen, in der Nacht die Infanterie neu gegliedert, Abschnitte eingeteilt und trotz des Misserfolges am Tage vorher war alles in zuversichtlicher Stimmung. Das vorbereitende Artilleriefeuer sollte kurz aber \u00fcberw\u00e4ltigend von 12 bis 12.40 Uhr mittags stattfinden und Punkt 12.40 Uhr der Infanteriesturm. Es war wieder ein Augenblick h\u00f6chster Spannung. Das Artillerie- und Minenwerferfeuer setzte p\u00fcnktlich und gut gezielt ein. 12.40 Uhr konnte man vom Waldrande aus wie auf ein Kommando die ersten Sch\u00fctzenlinien der Bataillone vorgehen sehen und hiermit war schon die Entscheidung des Tages gefallen. Es war f\u00fcr den Beobachter ein erhebender Anblick, wie stark gelichteten und von den Verlusten der vorangegangenen Monaten zusammengeschmolzenen Bataillone unter lautem Hurra mit gef\u00e4lltem Bajonett die russische Stellung st\u00fcrmten. Zwei Kompanien des Reserve-Infanterie-Regiments 64 wurden dem Regiment unterstellt. Nach Erreichen der russischen Stellung schwenkte das I. Bataillon mit der 2. und 4. Kompanie nach links, das III. Bataillon schwenkte nach rechts ein, um die russische Stellung aufzurollen. In die jetzt entstandene L\u00fccke ging das II. Bataillon mit drei Kompanien vor, erreichte ebenfalls den russischen Graben und ging noch \u00fcber ihn hinaus. Ein russischer Gegenangriff scheiterte an dem Feuer einiger Gruppen, die der tapfere Feldwebel Wittrock, der <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>nach dem Tode des Leutnant Spiegel<\/strong><\/span> die F\u00fchrung der 2. Kompanie \u00fcbernommen hatte, schnell zusammengerafft. Wenn der Sturm auch noch einige Verluste kostete, so waren diese doch geringer als am Tage zuvor, daf\u00fcr war der Erfolg aber um so gr\u00f6\u00dfer. 8 Offiziere, \u00fcber 1.400 Mann wurden gefangengenommen und 7 Maschinengewehre erbeutet. Nach Fortnahme der russischen Stellung gingen die vordersten Sch\u00fctzenlinien weiter nach Osten vor und erreichten die Beresina. Dann trat die Dunkelheit ein. Dies war der letzte und mit der sch\u00f6nste Erfolg des Regiments im Osten.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Abend wurden die erm\u00fcdeten Bataillone des Regiments durch das Reserve-Infanterie-Regiment 64 abgel\u00f6st und westlich Bagdanow in Perschaily und den anliegenden D\u00f6rfern untergebracht. Die Verluste am 26. und 27. September betrugen: Gefallen: Leutnant Eichhorn, Heintz und Spiegel und 54 Mann; verwundet Leutnant Teichmann, Schmidt, Lubig, Hunger, Offiziers-Stellvertreter Semmler und 156 Mann.<\/em><\/p>\n<p><em>Damit hatte die kriegerische T\u00e4tigkeit des Regiments im Osten ihren Abschluss gefunden.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Erich Spiegel ist unbekannt. Es existiert wahrscheinlich nicht mehr.<\/p>\n<figure id=\"attachment_28561\" aria-describedby=\"caption-attachment-28561\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-28561\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne-300x177.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne-768x453.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28561\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Br\u00fcder verlor die Familie Spiegel im Ersten Weltkrieg. 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