{"id":28591,"date":"2026-05-25T00:00:11","date_gmt":"2026-05-24T22:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=28591"},"modified":"2021-04-07T15:53:58","modified_gmt":"2021-04-07T13:53:58","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-927-martin-spiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=28591","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.927: Martin Spiegel"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Martin Spiegel stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9F_Schacksdorf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00df Schacksdorf<\/a> im heutigen Bundesland Brandenburg und wurde am 28.03.1877 geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Hauptmann und Kompanief\u00fchrer in der 1. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 24.08.1914 (Regimentsgeschichte 23.08.1914) fiel er im Alter von 37 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht bei Mons bei <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/p3VsAH9Bju6ypAFz9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tertre<\/a> in Belgien.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Martin Spiegel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. Grenadier-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 23. traten wir fr\u00fch an und erreichten gegen Mittag Baudour. Marschordnung F. (Vortrupp), II, Maschinengewehr-Kompanie, I.\/F. U. 54, I. Hier meldeten Kavallerie-Patrouillen, dass sie bei Tetre Feuer erhalten h\u00e4tten und nicht weiter k\u00e4men. Das Regiment schloss auf und holte die Feldk\u00fcchen heran. Zum Schutz von zwei Gesch\u00fctzen, die s\u00fcdlich Boudur auffuhren, wurde Leutnant von M\u00fcnch (Egon) mit seinem Zug 10.\/12. nach Bahnhof Tertre vorgeschickt. Um 12 Uhr mittags erhielt das F. Bataillon den Befehl, das Dorf Tertre zu s\u00e4ubern, bekam aber beim \u00dcberschreiten des Bahndammes so starkes Feuer, dass der Major Prager erst ein Gesch\u00fctz vom I.\/Fels-Artillerie 54 vorholen lie\u00df. Nach wenigen Sch\u00fcssen verstummte das feindliche Feuer, und so konnte Zug M\u00fcnch den Vormarsch fortsetzen; das Bataillon folgte. Die vordersten H\u00e4user waren frei vom Feind, von den Geh\u00f6ften ser s\u00fcdlichen Dorfstra\u00dfe schlug aber lebhaftes Feuer entgegen. Unterst\u00fctzt vom Maschinengewehr-Zug Brapow ging das Bataillon zum Angriff vor. Das feindliche Feuer lie\u00df erkennen, dass es sich um einen energischen Widerstand handelte. Major Prager und Leutnant Brapow fielen als die ersten Offiziere des Regiments.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun waren wir wirklich &#8222;im Kriege&#8220;. Die Gefechte um L\u00f6wen hatten zwar auch Verluste gebracht und uns gezeigt, dass es galt, das Leben einzusetzen, um einen Erfolg zu erringen. Andererseits hatten uns die Erfolge, die das uns anerzogene frische Draufgehen brachten, ein falsches Bild geben. Zuletzt hatten wir vollw\u00e4rtige Truppen vor uns, und beim ersten Zischen der Schrappnells und dem Rollen der Maschinengewehre kam uns der Ernst der Lage erst voll vor die Augen. Die schweren Verluste, die der Tag uns bringen sollte, zeigten aber, dass die Angriffsfreudigkeit dadurch in keiner Weise gelitten hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>Das I. Bataillon hatte inzwischen den Befehl bekommen, den Wald nordwestlich Tertre, aus dem geschossen worden war, zu s\u00e4ubern. Es entwickelte sich rechts von F.\/12, fand den Weg frei, und ging nun in s\u00fcpdlicher Richtung weiter vor, um sich in Besitz des Kanal\u00fcberganges, zwei Kilometer westlich St. Ghislain zu setzen, wie das Regiment befohlen hatte. Zwar hatte F.\/12 den Feind aus den H\u00e4usern von Tertre vertrieben, kam aber nur schwer vorw\u00e4rts, da ihm ein w\u00fctendes Feuer aus der H\u00e4usergruppe am \u00dcbergang von St. Ghislain und vom ganzen Kanalufer entgegen schlug. Der Regimentskommandeur, Oberst von Reuter, forderte nun Artillerie-Unterst\u00fctzung an, die aber nicht so schnell einsetzen konnte, wie es w\u00fcnschenswert erschien. Um den Angriff vorzutragen, wurde II.\/12 hinter dem Bahndamm s\u00fcdlich der Stra\u00dfe Baudour . Tertre entfaltet und trat von dort zum Angriff an. Kaum war der Bahndamm \u00fcberschritten, als ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Schrappnellfeuer von den Kohlenhalden bei St. Ghislain auf das Bataillon niederhagelte. Trotz schwerer Verluste ging es vor. Der Feind hatte seine Stellung am Kanal \u00e4u\u00dferst geschickt gew\u00e4hlt, so dass f\u00fcr uns von einem Punktschie\u00dfen keine Rede sein konnte, da man absolut nichts sah. I. und F. hatten im Laufe des Nachmittags den Weg, der zwischen dem Dorfe Tertre und dem Kanal von Nordosten nach S\u00fcdwesten l\u00e4uft, erreicht, II.\/12 links daneben dieselbe H\u00f6he. Die eigene Artillerie konnte wegen der Un\u00fcbersichtlichkeit des Gel\u00e4ndes nur schwer in Wirksamkeit treten. Mit den Erfahrungen der sp\u00e4teren Kriegszeit w\u00e4re es damals wohl ein leichtes gewesen, den in einer einzigen schnurgeraden Stellung am Kanal liegenden Feind in k\u00fcrzester Zeit v\u00f6llig zuzudecken. Die Brigade hatte befohlen, die Br\u00fccken von St. Ghislain noch am Abend zu nehmen. Die Bataillone kamen auch bis auf etwa 200 Meter an die s\u00fcdliche Stellung heran, blieben dann aber liegen und gruben sich ein, da der Oberst von Reuter erkannt hatte, dass ein Angriff ohne Artillerievorbereitung aussichtslos sei.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Regiment hatte seine Feuertaufe erhalten, und zwar gleich gr\u00fcndlich. Von den Offizieren waren gefallen:<br \/>\n1 Bataillons-Kommandeur: Major Prager (F.),<br \/>\n1 Bataillons-Adjutant: Oberleutnant von Haugwitz (II.),<br \/>\n3 Kompanie-F\u00fchrer: Hauptmann Spiegel (1.), Oberleutnant Drees genannt Goerdt (4.), Hauptmann von St\u00f6cki (9.),<br \/>\n6 Zugf\u00fchrer: Leutnante Grapow, Thiele, Leo, Gr\u00e4fer, F\u00e4hnrich Tettenborn, Offiziers-Stellvertreter Riese.&#8220;.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Hautrage&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1313281,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:0},&quot;12&quot;:0,&quot;14&quot;:[null,2,1136076],&quot;21&quot;:1,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-hyperlink=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/zCDUTJsmGLXHRQiH9\">Man begrub Martin Spiegel auf dem Soldatenfriedhof <a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/zCDUTJsmGLXHRQiH9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hautrage<\/a><\/span> in Block IV, Reihe A, Grab 287.<\/p>\n<p>Seine Heimatgemeinde Neuruppin gedenkt Martin Spiegel noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2012\/neuruppin_lk-ostprignitz-ruppin_wk1_m-z_brb.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2012\/neuruppin_lk-ostprignitz-ruppin_wk1_m-z_brb.html<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_28561\" aria-describedby=\"caption-attachment-28561\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-28561\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne-300x177.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Martin-Erich-Kurz-Spiegel-vorne-768x453.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28561\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Martin Spiegel stammte aus Gro\u00df Schacksdorf im heutigen Bundesland Brandenburg und wurde am 28.03.1877 geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Hauptmann und Kompanief\u00fchrer in der 1. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 24.08.1914 (Regimentsgeschichte 23.08.1914) fiel er im Alter von 37 Jahren w\u00e4hrend der Schlacht bei Mons bei Tertre in Belgien. \u00dcber den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[2,5096,8],"tags":[7505,168,5947,217,7510,4212,7226,566,1087,7512,7513,7511],"class_list":["post-28591","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-weltkrieg","category-belgien-2-weltkrieg","category-sterbebilder","tag-12-grenadier-regiment","tag-belgien","tag-brandenburg","tag-denkmal","tag-gross-schacksdorf","tag-hauptmann","tag-hautrage","tag-kompaniefuehrer","tag-regimentsgeschichte","tag-saint-ghislain","tag-schlacht-bei-mons","tag-tetre"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28591","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28591"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28591\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28598,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28591\/revisions\/28598"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}