{"id":28918,"date":"2026-07-01T00:00:01","date_gmt":"2026-06-30T22:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=28918"},"modified":"2021-04-13T19:10:30","modified_gmt":"2021-04-13T17:10:30","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-2-964-georg-zwiefelsberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=28918","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 2.964: Florian B\u00f6ck"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Florian B\u00f6ck wurde am 15.05.1896 in der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taufkirchen_(Landkreis_M%C3%BChldorf_am_Inn)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Taufkirchen<\/a> (OT Mosed) geboren, lebte in der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittergars\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mittergars<\/a> und war der Sohn eines G\u00fctlers (Mooseder). Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Infanterist in der 3. Kompanie des\u00a0 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 21.08.1917 fiel er im Alter von 21 Jahren w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe um die Gebirgsausg\u00e4nge in die westliche Moldau in Rum\u00e4nien.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todeszeitruam und die Todesumst\u00e4nde von Florian B\u00f6ck berichtet die Regimentsgeschichte des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;In drei Tagen, am 20., 21. und 22. August, fanden so 13 gro\u00dfeangelegte Angriffe statt. Alle Anstrenung war und blieb vergebens. I.\/18. hatte sich des h\u00e4rtesten Ansturms zu erwehren. Doch brachen die feindlichen Anst\u00fcrme im Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer immer zusammen, w\u00e4hrend die Artillerie sich darauf beschr\u00e4nken musste, durch weiter vorw\u00e4rts liegendes Sperrfeuer die Ann\u00e4herung von Reserven zu verhindern. Bei H\u00f6he 491 hatte am 20. August eine rum\u00e4nische Kompanie infolge sehr d\u00fcnner Besetzung und der steilen Schlucht, vor\u00fcbergehend Gl\u00fcck. In 12 Wellen versuchte es nachmittags der Feind bei 692; soweit es den Rum\u00e4nen gelang, an unsere, durch kein Hindernis gesch\u00fctzte Linie heranzukommen, wurden sie mit Handgranaten erledigt und auch dieser Angriff brach verlustreich zusammen. Die Nacht verlief unruhig, der Feind war unternehmend und hatte sich bei I.\/18 auf Handgranatenwurfweite herangearbeitet. Aus Tirgul wurde regster Zugsverkehr vernommen. Kolonnen waren im Anmarsch. F\u00fcr den 21. August standen schwere K\u00e4mpfe bevor. Tats\u00e4chlich gewann der Feind bei 692 in schmaler Front etwas Boden. Kurze Zeit hat es den Anschein, als ob es den Rum\u00e4nen gel\u00e4nge, das I.\/18. vom linken Fl\u00fcgel her aufzurollen. Da wurde Vizefeldwebel Guggenheimer, der inzwischen zur 2.\/18 versetzt worden war, mit dem Reservezug dieser Kompanie den Rum\u00e4nen entgegengeworfen. In schneidigem Gegensto\u00df wirft er die Rum\u00e4nen zur\u00fcck, erbeutet zwei leichte Maschinengewehre und tr\u00e4gt die eigene Stellung ein St\u00fcck weiter vor. Guggenheimer wurde zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse eingegeben. Leider hat er die Verleihung, wie das so oft ging, nicht mehr erlebt.<\/em><\/p>\n<p><em>Mitten in diesen schwersten K\u00e4mpfen wurden unvermittelt Truppen im Brigandenabschnitt freigemacht und zur\u00fcckgezogen; hatte doch die Armee Mackensen bis auf weiteres die Offensive eingestellt und waren in der ehemaligen Sovejastellung weiter im S\u00fcden unserer Front starke rum\u00e4nische Angriffe erneut erfolgt. Die Reservedivisionen und herausgezogenen Verb\u00e4nde mussten nach dem italienischen Kriegsschauplatz geworfen werden. Am Isonzo waren neue Operationen im Gange und Truppen ben\u00f6tigt.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein ernster Kampf des\u00a0 Rum\u00e4nen erfolgte jedoch bei uns nicht mehr, wenn auch gegenseitige Feuer\u00fcberf\u00e4lle an der Tagesordnung waren.<\/em><\/p>\n<p><em>Damit war unser Gegenangriff im Oioztal gegen die westliche Moldau beendigt. Herausgefordert durch die russische Offensive, die Mitte Juli losbrach, haben wir im kurzen Siegeszug entscheidende Fortschritte erzielt. Wir waren an einer Stelle eingesetzt, wo die Entscheidung auch Gewinn versprechen musste und deshalb ist die Bedeutung des Vorsto\u00dfes eine um so gr\u00f6\u00dfere. Was die Truppen w\u00e4hrend dieser K\u00e4mpfe geleistet, beweisen die Erfolge. Die Entbehrungen, au\u00dfer den Anstrengungen und Gefahren des Gefechts, waren keine geringen. Weder ein haus, noch ein Dach, boten Schutz weder bei Tag noch bei Nacht. Immer befand sich die Truppe im Freien. Der Sternenhimmel, der den in st\u00e4ndiger Kampfbereitschaft liegenden Kompanien in den zwei, an Entbehrungen und Strapazen so reichen Wochen, leuchtete, war derselbe, der uns mit der Heimat verband und der auch \u00fcber der Heimat sich w\u00f6lbte. Sie galt es zu sch\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Als die Vorbereitungen zum Sturm auf den Ungureana einsetzten, hoffte man schon im Stillen, bald wieder in der Ebene, in der westlichen Moldau zu sein. Man h\u00e4tte gar zu gerne die Anstrenungungen des Gebirgskrieges mit der Abwechslung des Bewegungskrieges getauscht. So konnte das Regiment den Sieg nicht weiter vortragen. Erneut hatte es sich aber gl\u00e4nzend bew\u00e4hrt und kann mit Stolz auf diesen seinen Ehrentitel und die Augustwochen 1917 zur\u00fcckblicken, denn die Erfolge waren einem zahlenm\u00e4\u00dfig weit \u00fcberlegenen Gegner abgerungen. Nur durch aufopferungsfreudiges Zusammenarbeiten aller Teile des Regiments war der Gewinn seit der Wegnahme des Ungureana bis zum D. Cosna gew\u00e4hrleistet gewesen. An den Erfolgen haben Mannschaften wie Offiziere gleichen Anteil. Die Schneid und Ausdauer der eigenen Truppen war hervorragend. Die \u00fcberraschend schnelle Durchf\u00fchrung des ersten Angriffs, das vorbereitete Budapest-Unternehmen, hatte erwiesen, wie wertvoll die planm\u00e4\u00dfige Vorbereitung eines Angriffs gegen stark befestigte Stellungen mit Vor\u00fcbungen der Sturmtrupps am Modellwerk ist. Den Angeh\u00f6rigen der Sturmtrupps musste deshalb wiederholt Dank und Anerkennung gezollt werden. Die beim ersten Angriff mit dem Sturmreifschie\u00dfen der Einbruchsstelle und zum neueren Sperrfeuer beauftragten leichten Minenwerfer des Regiments hatten ihre Aufgaben gl\u00e4nzend gel\u00f6st, bei der Abwehr der Angriffe vor H\u00f6he 652 hat sich der leichte Minenwerfer-Zug des Leutnants der Reserve Dreisch hervorragend ausgezeichnet. R\u00fccksichtsloser Einsatz seiner Person bei schwieriger Gefechtslage brachte ausschlaggebende Wirkung f\u00fcr das Gelingen der Abwehr. Die gl\u00e4nzende Haltung der Werfermannschaften war der vollsten Anerkennung wert.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht minder bew\u00e4hrt haben sich die allzeit hilfsbereiten Krankentr\u00e4ger der Kompanien und die \u00c4rzte der Bataillone. Besonders hervorgehoben zu werden verdient hier neben bereits genannten Krankentr\u00e4gern nochmals der Bataillonsarzt II.\/18, landsturmpflichtiger Oberarzt Dr. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dankwart_Ackermann\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dankwart-Ackermann<\/a> (Universit\u00e4tsprofessor in W\u00fcrzburg). Unter Hinansetzung seiner Person hat dieser Lebensretter seinen Ehrgeiz daraingesetzt, mit dem Verbandplatz m\u00f6glichst nahe der k\u00e4mpfenden Truppe zu sein und seiner pers\u00f6nlichen Hilfeleistung in vorgeschobener, ja vorderster Linie ist es zu danken, wenn rasche Hilfe gebracht werden konnte. F\u00fcr den R\u00fccktransport s\u00e4mtlicher Verwundeter bei der seinerzeitigen Zur\u00fccknahme der Linie hat er sich pers\u00f6nlich verb\u00fcrgt und f\u00fcr die Durchf\u00fchrung Gew\u00e4hr gegeben. Er hat mit seinem Verhalten ein leuchtendes Vorbild von Verantwortung gezeigt und sich selbst, von Haus aus \u00e4u\u00dferst beliebt, ein dankbares Gedenken gesichert. Auch der t\u00fcchtige Assistenzarzt Dr. Dregkwitz (I.\/18) ist hier zu erw\u00e4hnen, der am 12. August an seinem Verbandplatz beim Trassenknie verwundet worden ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Die n\u00e4chste Aufgabe war, die erreichte Linie zur Dauerstellung auszubauen. Hindernisse wurden gezogen, Maschinengewehr-St\u00e4nde errichtet, Postenst\u00e4nde gebaut. Die leichten Minenwerfer des Regiments wurden am 21. August eingesetzt. Seit dem 10. August verf\u00fcgte die Brigade, da mangels Tragtiere ein Nachschub von Munition unm\u00f6glich war, deren Verwendung am Hang des Matiusca beim Vorr\u00fccken der Talsperre gegen Grozesti. Der Minenwerfer-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Trumpp, war zu den verschiedensten Sonder- und Erkundungsauftr\u00e4gen des Regiments und der Brigade verwendet worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch der Feind schanzte eifrig und legte Drahthindernisse. Zwar erneuerte er noch mehrmals seine Angriffsversuche, wartete mit starkem St\u00f6rungs- und Flankenfeuer auf, zu einem gro\u00dfen Angiff kam es indessen in den letzten Augusttagen nicht mehr. Er schien erm\u00fcdet zu sein. Schwere Verluste hatten die aufreibenden K\u00e4mpfe &#8211; mehr die Abwehr der Angriffe als das St\u00fcrmen selbst &#8211; gekostet. Treffliche Unteroffiziere und Mannschaften waren au\u00dfer Hauptmann Ehrlicher gefallen. Die 8. Kompanie verlor noch am gleichen Tag Vizefeldwebel Joseph Kraus. Die Kompanien waren samt und sonders stark geschw\u00e4cht und zu kleinen H\u00e4uflein zusammengeschmolzen. Die Bataillone z\u00e4hlten etwas mehr als 200 Gewehre.&#8220;.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Florian B\u00f6ck ist unbekannt.<\/p>\n<p>Seine Heimatgemeinde Taufkirchen gedenkt Florian B\u00f6ck noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/taufkirchen2_1870-71_wk1u2_bay.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/dkm_deutschland\/taufkirchen2_1870-71_wk1u2_bay.htm<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_28922\" aria-describedby=\"caption-attachment-28922\" style=\"width: 509px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-28922\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Florian-Boeck-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"509\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Florian-Boeck-vorne.jpg 509w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Florian-Boeck-vorne-191x300.jpg 191w\" sizes=\"auto, (max-width: 509px) 100vw, 509px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28922\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Florian B\u00f6ck<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_28921\" aria-describedby=\"caption-attachment-28921\" style=\"width: 509px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-28921\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Florian-Boeck-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"509\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Florian-Boeck-hinten.jpg 509w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Florian-Boeck-hinten-191x300.jpg 191w\" sizes=\"auto, (max-width: 509px) 100vw, 509px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-28921\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Florian B\u00f6ck<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Florian B\u00f6ck wurde am 15.05.1896 in der bayerischen Gemeinde Taufkirchen (OT Mosed) geboren, lebte in der bayerischen Gemeinde Mittergars und war der Sohn eines G\u00fctlers (Mooseder). 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