{"id":29829,"date":"2026-10-06T00:00:45","date_gmt":"2026-10-05T22:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=29829"},"modified":"2021-05-18T18:13:20","modified_gmt":"2021-05-18T16:13:20","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-3-061-josef-englbrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=29829","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 3.061: Josef Englbrecht"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Englbrecht stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paindlkofen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paindlkofen<\/a>, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ergoldsbach\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ergoldsbach<\/a>, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist im 26. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 11.08.1917 wurde er in Rum\u00e4nien w\u00e4hrend der Durchbruchsschlacht an der Putna und am Sereth, w\u00e4hrend der Erst\u00fcrmung von Tisita schwer verwundet.\u00a0 Er wurde nach Deutschland in das Lazarett &#8222;Zollhalle&#8220; in M\u00fcnchen gebracht und operiert. Trotzdem verstab er im Alter von 23 Jahren 02.07.1918 nach schwerem Leiden.<\/p>\n<p>\u00dcber den Tag und die Umst\u00e4nde seiner schweren verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Erst\u00fcrmung von Tisita 11.08.1917<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen 12 Uhr mittags erhielt das Regiment den Befehl, sich nach Osten zu verschieben und so bereitzustellen, dass es 3 Uhr nachmittags zum Angriff auf das S\u00e4gewerk Tisita, n\u00f6rdlich der Susita, unmittelbar westlich der Stra\u00dfe und Eisenbahn Focsani &#8211; Marasesti und die feindlichen Stellungen 400 Meter westlich davon antreten konnte. Die Verschiebung war in dem fast durchwegs offenen Gel\u00e4nde recht schwierig, sie erfolgte schlie\u00dflich in dem n\u00f6rdlich von Patrascani in ostw\u00e4rtiger Richtung ziehenden M\u00fchlbachgraben, der leidlich Deckung gegen Erdbeobachtung bot. 2.30 Uhr nachmittags stand das Regiment, wie befohlen, bereit mit I. und II. Bataillon in 1. Linie, dem III. Bataillon als Regiments-Reserve. Angriffsziele f\u00fcr I. Bataillon waren S\u00e4gewerk Tisita, f\u00fcr II. Bataillon die feindlichen Stellungen westlich davon gelegen in 400 Meter Ausdehnung. Das Angriffsfeld f\u00fchrte auf etwa 1.900 Meter \u00fcber vollkommen deckungsloses Gel\u00e4nde.<\/em><\/p>\n<p><em>Kurz vor Beginn des Angriffs wurde der Regiments-Adjutant, der mit dem Regiments-Kommandeur vor der Front des Regiments mit dem Glas erkundete, durch Oberschenkelschuss verwundet, an seine Stelle sprang der Ordonanz-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Bloch, ein, der Trotz des Verlusts eines Auges in der Maioffensive in Galizien 1915 wieder an die Front geeilt war. Punkt 3 Uhr nachmittags trat das Regiment in tief gegliederten Wellen \u00fcber die freie Ebene zum Angriff an. Das Feuer unserer braven Batterien lag gut auf der feindlichen Stellung und h\u00fcllte diese weithin sichtbar in dichte Rauchwolken ein. Unaufhaltsam drangen die sturmerprobten 26er vorw\u00e4rts, nahmen die feindlichen Stellungen s\u00fcdlich der Susita und drangen in teilweise erbitterten Nahk\u00e4mpfen in ihre Angriffsziele ein, 3.45 Uhr nachmittags war das Ziel erreicht. Der stark befestigte St\u00fctzpunkt Tisita und die Stellungen westlich davon waren in unserem Besitz. Die Regiments-Reserve III.\/26, die hinter dem I. Bataillon gefolgt war, stamd mit einer Kompanie hinter dem I.\/26, mit zwei Kompanien hinter dem II. Bataillon, mit dem Rest in Stellungen s\u00fcdlich der Susita. Nunmehr erfolgte aus n\u00f6rdlicher Richtung gegen die ganze Front des Regiments ein kraftvoller feindlicher Gegensto\u00df, unterst\u00fctzt durch m\u00e4chtiges Artilleriefeuer. Unter dem Maschinengewehr- und Infanterie-Feuer des Regiments brachen aber alsbald die feindlichen Sch\u00fctzen zusammen. Hier zeichnete sich besonders der schneidige, unerschrockene Vizefeldwebel der Reserve und Offiziersaspirant Freiherr von Haller dadurch aus, dass er frei auf einer dichten Weinberghecke stehend, das Feuer eines von ihm pers\u00f6nlich vorgebrachten Maschinengewehrs in die anst\u00fcrmenden feindlichen Massen lenkte. Hierf\u00fcr wurde dem tapferen 26er die silberne Tapferkeitsmedaille verliehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch eine Reihe sp\u00e4terer feindlicher Gegenangriffe gegen die Front des Regiments brachen restlos in unserem Feuer zusammen. Der Feind erlitt \u00fcberall schwere blutige Verluste.<\/em><\/p>\n<p><em>F\u00fcr 5 Uhr nachmittags befahl der Brigade-Kommandeur die Fortsetzung des Angriffes bis zur Linie Schnittpunkt von Stra\u00dfe und Bahnlinie Focsani &#8211; Marasesti n\u00f6rdlich Tisita &#8211; Punkt 85 nordwestlich davon. Die Regiments-Reserve wurde hinter dem I. Bataillon in Tisita zusammengezogen. Die Bataillone vorderer Linie I. und II.\/26 arbeiteten sich unter heftiger Gegenwehr des Feindes bis 7.30 Uhr abends in die befohlene Linie vor und setzten sich dort fest. Der Feind war, soweit er entkommen konnte &#8211; zuletzt fluchtartig &#8211; nach Marasesti zur\u00fcckgegangen. Er wurde dort anscheinend durch frische Kr\u00e4fte &#8211; Rum\u00e4nen &#8211; aufgenommen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcber das hei\u00df erstrittene Gefechtsfeld senkte sich nach einem sonnendurchgl\u00fchten, ernsten Kampftag die Nacht hernieder. Das Gewehr im Arm, die Augen und Ohren auf den Feind gerichtet, ruhte das Regiment. Jetzt erst konnte man feststellen, dass auch das Regiment seinen Erfolg mit hohem Einsatz bezahlen musste, 207 Tote und Verwundete meldete die Verlustziffer des Tages. An Beute wurden eingebracht: 400 Gefangene, darunter ein Regiments-Kommandeur mit seinem ganzen Stabe, den der wegen seiner \u00fcberragenden Tapferkeit und Kaltbl\u00fctigkeit bekannt, schon bei Verdun mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnete Leutnant der Reserve Leopold Schwarz im Gefechtsstand \u00fcberraschte und kurzerhand abf\u00fchrte, sowie 8 Maschinengewehre, 40 Schnelladegewehre, mehrere Waggons Stacheldraht und gro\u00dfe Mengen Infanterie- und Maschinengewehr-Munition.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Josef Englbrechts ist unbekannt. Es d\u00fcrfte nicht mehr existieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_29677\" aria-describedby=\"caption-attachment-29677\" style=\"width: 505px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-29677\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Josef-Englbrecht-vorne.jpg\" alt=\"\" width=\"505\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Josef-Englbrecht-vorne.jpg 505w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Josef-Englbrecht-vorne-189x300.jpg 189w\" sizes=\"auto, (max-width: 505px) 100vw, 505px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29677\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Josef Englbrecht<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_29676\" aria-describedby=\"caption-attachment-29676\" style=\"width: 505px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-29676\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Josef-Englbrecht-hinten.jpg\" alt=\"\" width=\"505\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Josef-Englbrecht-hinten.jpg 505w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Josef-Englbrecht-hinten-189x300.jpg 189w\" sizes=\"auto, (max-width: 505px) 100vw, 505px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-29676\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Josef Englbrecht<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Josef Englbrecht stammte aus Paindlkofen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ergoldsbach, und war der Sohn eines Landwirts. 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