{"id":42910,"date":"2022-12-16T11:31:11","date_gmt":"2022-12-16T10:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=42910"},"modified":"2022-12-19T07:41:51","modified_gmt":"2022-12-19T06:41:51","slug":"sonderbeitrag-willi-graetsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=42910","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Willi Graetsch"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Willi Graetsch k\u00e4mpfte als Leutnant der Reserve im 1. Grenadier-Regiment. Am 30.08.1914 fiel er w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_bei_Tannenberg_(1914)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlacht bei Tannenberg<\/a> bei Malgoosen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Willi Graetsch berichtet die Regimentsgeschichte des 1. Grenadier-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 30. August standen die Bataillone I und II sowie II\/Feld-Artillerie 52 in den schon vorgefundenen ausgehobenen Stellungen n\u00f6rdlich J\u00e4gersdorf bereit. Es fielen wiederholt Sch\u00fcsse aus dem Walde. Oberleutnant von Wasielewski, der F\u00fchrer der 2. Kompanie, st\u00fcrzte verwundet vom Pferde. Seine Kompanie nahm eine zusammengeschossene Batterie in Besitz und brachte sie nach Neidenburg. W\u00e4hrend der Feind nach Osten in die Waldungen abzog, blieben die Bataillone zun\u00e4chst in den Stellungen bei J\u00e4gersdorf. Gegen Mittag sammelte sich das Regiment (ohne F\u00fcsilier-Bataillon) und II\/Feld-Artillerie 52 an der Chaussee zum Abmarsch nach Ortelsburg. Die Spitze war schon angetreten, als ein Generalstabsoffizier im Auto den Befehl \u00fcberbrachte: &#8222;Feindliche Kr\u00e4fte im Anmarsch von Mlawa auf Neudenburg. Detechement von Massow geht \u00fcber Klein und Gro\u00df Grabenow auf Piotrowitz vor, setzt sich in Besitz von Sagsau und geht energisch gegen die Russen vor.&#8220; Mit dem I. Bataillon in der Vorhut begann der Marsch in s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung durch dichten Wald an die feindliche Grenze, die zum erstenmal \u00fcberschritten wurde. Auf russischem Gebiet ging es bei gro\u00dfer Hitze auf sandigen, schattenlosen Wegen vorw\u00e4rts, so dass viele liegen blieben. Aber das Ziel wurde 3.30 Uhr nachmittags erreicht und entfaltet, mit vorgenommenen Sch\u00fctzen ging die Truppe dem Feinde entgegen, w\u00e4hrend schwere russische Granaten in bedrohlicher N\u00e4he einschlugen. Ein von der 2.. Division entsandter Ordonnanz-Offizier brachte die Bewegung zum Stehen und rief das Regiment wieder zur\u00fcck. Es trat unter den Befehl der 2. Infanterie-Division, welche sich auf den H\u00f6hen s\u00fcdwestlich Gregersdorf und bei Magdalenz entwickelt hatte. \u00d6stlich dieses Dorfes musste sich das Detachement am Waldrande bereitstellen. Zum Eingreifen kam es nicht mehr, denn die Russen (I. Korps, verst\u00e4rkt durch Truppen aus Warschau), die zum Ersatz ihrer eingeschlossenen Armee anger\u00fcckt waren, glaubten sich von \u00fcberlegenen Kr\u00e4ften in der Flanke bedroht und traten am sp\u00e4ten Nachmittag wieder den R\u00fcckzug an.<\/em><\/p>\n<p><em>Bis zur Dunkelheit blieb das Regiment in seiner Stellung und marschierte dann 7.30 Uhr abends nach Modtken ab. W\u00e4hrend hier II. Bataillon Ortsbiwak bezog und die Stra\u00dfen nach S\u00fcden sicherte, erhielt das I. Bataillon Befehl, sofort nach Gregersdorf weiter zu marschieren und sich der 2. Infanterie-Division zu unterstellen. Hier bezog das Bataillon als Divisionsreserve 500 Meter \u00f6stlich des Dorfes n\u00f6rdlich der Chaussee Biwak. Leutnant Lenz schreibt: &#8222;An diesem Abend h\u00f6rte man die Russen im Walde Chor\u00e4le singen. Am n\u00e4chsten Morgen wurden wei\u00dfe Hemden und T\u00fccher am Waldrande vom Feinde geschwenkt, um die \u00dcbergabe anzuzeigen. Ein Generalstabsauto f\u00e4hrt mit Unterh\u00e4ndlern hinter uns auf der Chaussee in Richtung Willenberg, biegt dann links ab und f\u00e4hrt zu den Russen hin\u00fcber in den Wald. Gegen Abend kommen die ersten russischen Gefangenen an uns auf der Chaussee vorbei, zuerst ein paar Autos und Wagen mit russischen Offizieren, dann Kolonnen zu 1.000 Mann, nur von wenigen Ulanen oder Infanteristen eskortiert. Gro\u00dfer Jubel bei den deutschen Truppen<\/em><em>.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Willi Graetsch ist unbekannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_42911\" aria-describedby=\"caption-attachment-42911\" style=\"width: 895px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-42911\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Willi-Graetsch-Koenigsberger-Hartungsche-Zeitung-07.09.1914.jpg\" alt=\"\" width=\"895\" height=\"511\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Willi-Graetsch-Koenigsberger-Hartungsche-Zeitung-07.09.1914.jpg 895w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Willi-Graetsch-Koenigsberger-Hartungsche-Zeitung-07.09.1914-300x171.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Willi-Graetsch-Koenigsberger-Hartungsche-Zeitung-07.09.1914-800x457.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Willi-Graetsch-Koenigsberger-Hartungsche-Zeitung-07.09.1914-768x438.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 895px) 100vw, 895px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-42911\" class=\"wp-caption-text\">Todesanzeige f\u00fcr Willi Graetsch in der K\u00f6nigsberger Hartungschen Zeitung vom 07.09.1914<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Willi Graetsch k\u00e4mpfte als Leutnant der Reserve im 1. 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