{"id":5073,"date":"2019-02-18T00:00:29","date_gmt":"2019-02-17T23:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=5073"},"modified":"2018-10-09T15:31:22","modified_gmt":"2018-10-09T13:31:22","slug":"die-maenner-des-ersten-weltkriegs-teil-418-sebastian-scheugenpflug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=5073","title":{"rendered":"Die M\u00e4nner des Ersten Weltkriegs \u2013 Teil 418: Sebastian Scheugenpflug"},"content":{"rendered":"<p>Der Kr\u00e4mer Sebastian Scheugenpflug wurde am 16.01.1894 geboren und stammte aus <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/b2pWuhdWtb12\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lengthal<\/a>, einem Ortsteil der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moosthenning\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gemeinde Moosthenning<\/a>. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist zun\u00e4chst in der 4. Kompanie des 20. Infanterie-Regiments und wurde dort im Juli 1916 leicht verwundet, kam dann in die 6. Kompanie des 17. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 31.07.1917 wurde er w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dritte_Flandernschlacht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dritten Flandernschlacht<\/a>\u00a0 im Alter von 23 Jahren bei <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/oWqjdNecKfT2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Becelaere<\/a>, einem Ortsteil von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zonnebeke\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zonnebeke<\/a>, (nahe Ypern) durch einen Kopfschuss get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Die Regimentsgeschichte des 17. Reserve-Infanterie-Regiments berichtet \u00fcber diesen Tag:<\/p>\n<blockquote><p>Am 31. morgens ist der ganze Regimentsabschnitt dunstig und stark vergast. 4.50 vormittags setzt heftiges, langsam in die Tiefe f\u00fchrendes Trommelfeuer in breiter Front ein. Auf das Hochgehen der Leuchtkugeln gibt unsere Artillerie Vernichtungsfeuer ab. Gegen 6.00 vormittags greift auf der ganzen Front, dem Trommelfeuer dicht folgend, feindliche Infanterie in dichten Massen an. Die au\u00dferordentlich schwachen Kompanien der ersten Linie (2. und 4.) verm\u00f6gen den Ansturm des Feindes nicht zu brechen, ziehen sich langsam k\u00e4mpfend zur\u00fcck, werden von den Kompanien der nahen Bereitschaft (3. und 1.) und einer inzwischen vorgekommenen Kompanie des Bereitschaftsbataillons (6.\/238) aufgenommen und m\u00fcssen, da sie vom Feind, der auch bei den Nachbarregimentern eingedrungen war, \u00fcberfl\u00fcgelt sind, bis zum Westrand des Herenthage-Parks ausweichen, wo sie unterst\u00fctzt von den schweren M.G. des Regiments den Feind anhalten und zwingen, Stellung zu nehmen. Gegen 7.00 vormittags ist so der feindliche Angriff ins Stocken geraten; der Feind schickt nun zwei Tanks vor, unmittelbar dahinter dichte Infanterie-Sturmkolonnen; in etwas gr\u00f6\u00dferer Entfernung folgen zwei weitere Tanks. Der erste Tank wird von Artillerie und M. G. in Brand geschossen. Die herausspringende Besatzung und die Angriffskolonnen werden von Infanterie und M. G.-Feuer niedergem\u00e4ht; der zweite Tank bleibt liegen; die beiden letzten kommen nur langsam vorw\u00e4rts und ziehen sich nach zwei Stunden wieder zur\u00fcck. Da die Fernsprechverbindung vom RIR zum Regiment merkw\u00fcrdig lang im Betrieb blieb, auch die zugeteilten Meldehunde sich sehr bew\u00e4hrten, wurde der Regimentskommandeur vom RIR (Hauptmann von Ruepach) \u00fcber den Verlauf des Angriffs rasch unterrichtet und sandte zun\u00e4chst das Bereitschaftsbataillon (II.\/239.) zur Unterst\u00fctzung des Kampfbataillons vor. Die schwachen Reste des 1. Bataillons wurden dadurch aufgef\u00fcllt. Auch 6.\/17., die sofort zum Gegensto\u00df angetreten waren, gelangte nur mit einer St\u00e4rke von 20 Mann zum Herenthage-Park; ihr F\u00fchrer, Leutnant der Reserve Meininger, fiel. Das Bataillon der Divisionsreserve III.\/239. war vom Regimentskommandeur schon um 6.45 vormittags nach <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/bwmjKx3fSDA2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cheluvelt<\/a> vorgezogen worden und erhielt auf die ersten Nachrichten vom feindlichen Einbruch um 7.15 vormittags den Befehl, zum Gegensto\u00df in Richtung Schlosspark Benkenhorst vorzugehen. Ein Gegensto\u00df wurde aber durch feindliche Artillerie und M. G. Feuer verhindert, so dass das Bataillon mit seinen drei Kompanien (9.\/239. war damals als Regimentsreserve zur\u00fcckgehalten worden) nur die Kampflinie des I.\/17. und II.\/239. verst\u00e4rken konnte, mit denen es in H\u00f6he des Westrands des Herenthage-Parks eine ann\u00e4hernd geschlossene Abwehrfront bildete. Inzwischen hatte das Vorziehen\u00a0 von Sturmtruppen und in Stellung bringen von M. G. durch den Feind erkennen lassen, dass ein neuer feindlicher Angriff drohte. W\u00e4hrend bisher die Unterst\u00fctzung durch unsere Artillerie nur wenig wirksam gewesen war, gab diese nun gegen 10.00 vormittags ein gut liegendes Vernichtungsfeuer ab. Der feindliche Angriff kommt gegen den Herenthage-Park nicht zur Entwicklung, dagegen arbeitet sich der Feind n\u00f6rdlich davon gegen Reserve-Infanterie-Regiment 16 weiter vor. Es wird daher um 10.30 vormittags die bisher als Regimentsreserve zur\u00fcckgehaltene 9.\/239. mit Ausnahme eines Zuges, der noch in der Artillerieschutzstellung als Regimentsreserve bleibt, am rechten Fl\u00fcgel des Regiments eingesetzt. gegen 11.00 vormittags erreicht das I. Bataillon Infanterie-Regiment 240, vom Kommandeur des Abschnitts Cheluvelt (20. Reserve-Infanterie-Regiment) zu einem von Norden her flankierenden Gegensto\u00df angesetzt, auf dem gleichen Wege wie III.\/239. den Westrand des Herenthage-Parks im s\u00fcdlichen Teil und verdichtet die hier aufgebaute Linie. Gegen Mittag verst\u00e4rkt sich das feindliche Feuer wieder und h\u00e4lt die St\u00e4rke bis zum Abend an. Der Feind greift jedoch nicht mehr an. 6.00 nachmittags wird das II. Bataillon Infanterie-Regiment 46, das bisher Divisionsreserve war, dem Kommandeur Reserve-Infanterie-Regiment 17 zu dem Zweck unterstellt, die anscheinend zwischen den Abschnitten Becelaere und Hooge bestehende L\u00fccke zu schlie\u00dfen. Bis das Bateillon vorn eintraf, war vom Nachbarregiment (Reserve-Infanterie-Regiment 16) die verloren gegangene Zwischenstellung wieder erobert und die L\u00fccke zwischen beiden Regimentern soweit verschm\u00e4lert worden, das nur mehr eine Kompanie 6.\/46. zur v\u00f6lligen Schlie\u00dfung einzusetzen war. Der Rest des II.\/46. wird im Nordteil des Herenthage-Parks so bereitgestellt, dass er sowohl\u00a0 im eigenen wie im Nachbarabschnitt rechts zum Gegensto\u00df eingesetzt werden kann. Am 1.8. wiederholt der Feind seinen Angriff nicht. I.\/17. einschlie\u00dflich der 6. Kompanie bleibt an diesem Tags noch in Stellung; am Nachmittag \u00fcbergibt der Kommandeur\u00a0 Regiment 17 in der von <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/EQfp5PXqhNt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polderhoeck<\/a> nach <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/yqn7Z479NNs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Molenhoeck<\/a> verlegten Befehlsstelle den Befehl \u00fcber den Abschnitt <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/f3i1PHDMZ4F2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Becelaere<\/a> an den Kommandeur Infanterie-Regiment 239; am Sp\u00e4tnachmittag \u00fcbergibt der Kommandeur I. Bataillon Hauptmann von Ruepach den Befehl in vorderer Linie an II.\/239. und r\u00fcckt mit den schwachen Resten des I. Bataillons, der 6. Kompanie\u00a0 und der 1. M. G. Kompanie um 9.00 abends nach <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/bsgRhPWEGVR2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dadizele<\/a> ab. Regimentsstab, I. und II. Bataillon werden nach <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/k7GhyVNusjk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marquette<\/a> n\u00f6rdlich Lille bef\u00f6rdert und von hier, wie schon das vorausgesandte III. Bataillon in den Tagen bis zum 5.8. in 39 st\u00fcndiger Eisenbahnfahrt \u00fcber Namur, Diedenhofen nach M\u00fchlhausen im Oberelsass transportiert.<\/p>\n<p>Kaum einen Kilometer war der Feind mit seinem nach 15\u00a0 t\u00e4giger Artillerievorbereitung durchgef\u00fchrten Massenangriff in unsere Abwehrzone eingedrungen. Seine Angriffskraft war dabei so ersch\u00f6pft worden, dass er den Angriff am 1.8. nicht fortsetzen konnte.<\/p>\n<p>Das Oberkommando der 4. Armee und der Gruppe Wytschaete sprechen der 6. Reserve-Division f\u00fcr ihre Haltung in der Flandernschlacht ihre Anerkennung aus. In einem Tagesbefehl des Kommandeurs der 12. Reserve-Infanterie-Brigade, Oberst von Ballade, wird die Kampft\u00e4tigkeit der einzelnen Regimenter mit folgenden Worten ger\u00fchmt:<\/p>\n<p>&#8222;Den Bataillonen, die w\u00e4hrend der dem englischen Angriff vorausgehenden, in der Weltgeschichte einzig dastehenden 15 t\u00e4gigen Artillerieschlacht in schwersten Vernichtungs- und Zerst\u00f6rungsfeuer, in vergiftenden dichten Gaswolken, zuletzt fast ohne jeden Schutz nur mehr in Granattrichtern, Wassert\u00fcmpeln, eingeebneten Sch\u00fctzengr\u00e4ben, zerschossenen Verbindungswegen, zerschmetterten Unterst\u00e4nden, auf freiem Felde stets wieder Deckung wechselnd, ausgehalten haben, geb\u00fchrt uneingeschr\u00e4nktes Lob f\u00fcr die beispielslose Ausdauer. Besonders hebe ich die Opferfreudigkeit des Reserve-Infanterie-Regiments 17 hervor, dessen Regimentskommandeur mit seinen drei Bataillonen seit dem ersten Einsatz ohne Zwischenabl\u00f6sung in Stellung geblieben ist.&#8220;<\/p>\n<p>Der Kommandeur der 6. Reserve-Division, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_von_K%C3%B6berle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Generalmajor K\u00f6berle<\/a>, wurde sp\u00e4ter f\u00fcr die Leistung der Division in der Flandernschlacht mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milit%C3%A4r-Max-Joseph-Orden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Milit\u00e4r-Max-Josephorden<\/a> ausgezeichnet. Der 2. M. G. Kompanie wurde vom bayerischen Kriegsministerium ein Geldpreis von 500 Mark zuerkannt, weil es einem Teil der Kompanie am 31.07.1917 bei der Abwehr des feindlichen Angriffs am Westrand des Herenthage-Parks gelungen war, einen feindlichen Kampfkraftwagen au\u00dfer Gefecht zu setzen.<\/p>\n<p>Das Regiment hat in den Tagen vom 13.07. bis 01.08.1917 verloren: an Toten 2 Offiziere, 101 Mann; an Verwundeten und Gaskranken 6 Offiziere, 946 Mann, an Vermissten 1 Offizier (leutnant Gr\u00e4tzl, 2. Kompanie) und 60 Mann. Nach der Flandernschlacht<\/p><\/blockquote>\n<p>Einer der 101 gefallenen Manschaften war Sebastian Scheugenpflug.<\/p>\n<p><span data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:2,&quot;2&quot;:&quot;Menen&quot;}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:1049089,&quot;3&quot;:[null,0],&quot;12&quot;:0,&quot;23&quot;:1}\" data-sheets-formula=\"=HYPERLINK(&quot;https:\/\/goo.gl\/maps\/WtTdEk36zKA2&quot;;&quot;Menen&quot;)\">Begraben wurde Sebastian Scheugenpflug auf dem Soldatenfriedhof <a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/WtTdEk36zKA2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Menen<\/a>,<\/span> Block O, Grab 376.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5072\" aria-describedby=\"caption-attachment-5072\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5072 size-full\" src=\"http:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_v.jpeg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"607\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_v.jpeg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_v-300x228.jpeg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_v-768x583.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5072\" class=\"wp-caption-text\">Sterbebild von Sebastian Scheugenpflug<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_5071\" aria-describedby=\"caption-attachment-5071\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5071 size-full\" src=\"http:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_h.jpeg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"607\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_h.jpeg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_h-300x228.jpeg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Sebastian_Scheugenpflug_h-768x583.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5071\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckseite des Sterbebildes von Sebastian Scheugenpflug<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kr\u00e4mer Sebastian Scheugenpflug wurde am 16.01.1894 geboren und stammte aus Lengthal, einem Ortsteil der Gemeinde Moosthenning. 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