{"id":56219,"date":"2024-03-03T12:00:07","date_gmt":"2024-03-03T11:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=56219"},"modified":"2024-03-03T11:31:55","modified_gmt":"2024-03-03T10:31:55","slug":"sonderbeitrag-rittmeister-denninger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=56219","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Rittmeister Karl Deninger"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Karl Deninger stammte aus der Stadt <span data-sheets-root=\"1\" data-sheets-value=\"{&quot;1&quot;:3,&quot;3&quot;:6559}\" data-sheets-userformat=\"{&quot;2&quot;:4673,&quot;3&quot;:{&quot;1&quot;:5,&quot;2&quot;:&quot;dd.MM.yyyy&quot;,&quot;3&quot;:1},&quot;9&quot;:1,&quot;12&quot;:0,&quot;15&quot;:&quot;Arial&quot;}\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mainz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mainz<\/a> im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Rittmeister der Reserve und Bataillonsf\u00fchrer der IV. Bataillons im 3. bayerischen J\u00e4ger-Regiment. Eigentlich geh\u00f6rte er zum 22. Dragoner-Regiment. Am 15.12.1917 fiel er in Italien am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monte_Grappa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Monte Grappa<\/a>.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_56226\" aria-describedby=\"caption-attachment-56226\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-56226\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Uebersichtsskizze-zu-den-Kaempfen-im-Monte-Grappa-Gebiet-im-Dezember-1917.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"855\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Uebersichtsskizze-zu-den-Kaempfen-im-Monte-Grappa-Gebiet-im-Dezember-1917.jpg 750w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Uebersichtsskizze-zu-den-Kaempfen-im-Monte-Grappa-Gebiet-im-Dezember-1917-263x300.jpg 263w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Uebersichtsskizze-zu-den-Kaempfen-im-Monte-Grappa-Gebiet-im-Dezember-1917-702x800.jpg 702w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-56226\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcbersichtsskizze zu den K\u00e4mpfen im Monte Grappa-Gebiet im Dezember 1917<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Karl Deninger berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen J\u00e4ger-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Abwehr der Gegenangriffe<\/em><\/p>\n<p><em>15. Dezember 1917 bis 13. Januar 1918<\/em><\/p>\n<p><em>15. Dezember. Dieser schwarze Tag begann gleich mit einem harten Verlust: Gegen 5 Uhr vormittags wurde der Leutnant der Reserve und F\u00fchrer der 11. Kompanie Klein bei Abwehr eines feindlichen Gegenangriffes schwer verwundet. Sein Ausfall bedeutete den Verlust eines hervorragenden bew\u00e4hrten Offiziers und eine schwer f\u00fchlbare Einbu\u00dfe an Gefechtskraft, er war die Seele seiner Kompanie, die gewohnt war, mit ihm grunds\u00e4tzlich zu siegen. Der Angriff der Italiener wurde im \u00fcbrigen verlustreich abgeschlagen.<\/em><\/p>\n<p><em>7.45 Uhr vormittags forderte das auf dem R\u00fccken Sternkuppe-Felsenkuppe-1.222 liegende schwere Artilleriefeuer einen harten Tribut vom J\u00e4ger-Regiment 3: Im Verlaufe des Angriffs hatten sich die St\u00e4be des II., III. und IV. Bataillons mit ihren Reserven in die Einbuchtung zwischen der bewaldeten und der kahlen Felsenkuppe eingerichtet. Der Stab des IV. Bataillons lag in einem alten italienischen Unterstand auf der dem Feinde zugekehrten Seite des obersten Kammes. In diesen schlug ein Volltreffer hinein und setzte den ganzen Stab au\u00dfer Gefecht. Leutnant der Reserve und Bataillons-Adjutant Wohlmacher war sofort tot. <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Rittmeister der Reserve Deninger war an Beinen und am rechten Arm schwer verwundet, Leutnant der Reserve und Ordonnanzoffizier M\u00fcller und der Assistenzarzt Dr. Freudenthal waren ebenfalls schwer verletzt, sie sind s\u00e4mtlich ihren Verletzungen erlegen. Mit klarem Bewusstsein und fester Stimme gab der todwunde Kommandeur seine letzten Anweisungen. Seine Habe verschenkte er als Andenken unter seine trauernden Getreuen.<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Dem \u00e4ltesten Kompanief\u00fchrer \u00fcbergab er das Kommando und empfahl ihm die Sorge f\u00fcr sein Pferd: &#8222;Wenn Sie aufsitzen, dann denken Sie auch manchmal an Ihren alten Kommandeur.&#8220; Die Sorgfalt, mit der ihm die Angeh\u00f6rigen seines Stabes zu Tal trugen, hat bei der Schwere seiner Verwundung nichts gefruchtet. Er starb gegen 10 Uhr vormittags auf dem Regiments-Verbandsplatz bei 1.222 und ist auf dem Campo Santo in Feltre bestattet. Deningers Tod war ein unersetzlicher Verlust f\u00fcr das Regiment; seine Bescheidenheit und Zur\u00fcckhaltung war ebenso gro\u00df wie sein K\u00f6nnen als F\u00fchrer und sein Draufg\u00e4ngertum, wo er dem Feinde an die Klinge kam. Sein freundliches, immer gleichbleibendes Wesen sicherten ihm die Liebe der Kameraden, besonders auch des einfachen J\u00e4gers. Er bleibt allen 3er J\u00e4gern als eine freundliche Gestalt und als eherner Krieger unvergesslich!<\/em><\/span><\/strong><\/p>\n<p><em>Der gleiche Schuss hatte vom III. Bataillon zugleich den stellvertretenden Kommandeur, Hauptmann der Reserve Denzel und Adjutant Leutnant der Reserve Simpfend\u00f6rfer durch Oberarmschuss und Kopfstreifschuss au\u00dfer Gefecht gesetzt, w\u00e4hrend der dabeistehende Kommandeur des II. Bataillons, Hauptmann der Landwehr Scherer, f\u00fcr diesmal noch verschont wurde. Diese Gruppe hatte unweit des Unterstandes des IV. Bataillons auf dem Kamme stehend beobachtet. So war auch das III. Bataillon in empfindlicherweise in der obersten Kommandostelle getroffen. Die F\u00fchrung des IV. Bataillons \u00fcbernahm Leutnant der Reserve Schneider, Adjutant Leutnant der Reserve Angerer, die des III. Bataillons \u00fcbernahm Oberleutnant Schreder, Adjutant Leutnant der Reserve Tietze. F\u00fchrung der 3. Maschinengewehr-Kompanie erhielt Leutnant der Reserve Barner Wiegand, die der 14. Kompanie Leutnant der Reserve Schott. Der Tag verlief im \u00fcbrigen an der Sternkuppe in lebhafter Artillerie- und Fliegert\u00e4tigkeit. Am Abend wurden die Reste des IV. Bataillons soweit sie noch unmittelbar hinter der vordersten Linie lagen, an den Nordoststeilhang der Sternkuppe gegen Felsenkuppe zu den anderen Teilen der Gruppe zur\u00fcckgenommen. Diese klebten &#8211; soweit sie nicht als Tr\u00e4gertrupps, &#8211; 5. Kompanie, 13. Kompanie und 1 Zug 14. Kompanie zu Heranschaffung des Nachschubes von der Tragtierkolonne verwendet wurden, an den steilen H\u00e4ngen, die kaum Platz zum Stehen und Hocken boten. Ein Liegen und Strecken der Glieder war ganz unm\u00f6glich. Die N\u00e4he des Feindes und der absolute Mangel von brennbarem Holz machte es unm\u00f6glich, auch nur ein kleines Feuerchen zu entz\u00fcnden, und so liegen die \u00c4rmsten Tag und Nacht in scharfem Froste bei eifrigem Winde auf den nackten Fels gekauert. Schon seit vielen Tagen fehlte ein warmer Trunk, der wenige Tee kommt fast gefroren herauf, im Gel\u00e4nde ist weit und breit kein Tropfen Wasser zu finden, und so bleibt nichts \u00fcbrig, als eine gar schmale Portion B\u00fcchsenfleisch und ein Bissen gefrorenen Brotes. Dazu pfaucht die feindliche Artillerie unabl\u00e4ssig auf alle Zugangswege und erf\u00fcllt Kamm und Talschlucht mit dem unaufh\u00f6rlichen Get\u00f6se der schweren Granaten und der gef\u00fcrchteten Zweizentnerminen.<\/em><\/p>\n<p><em>Dabei h\u00f6rt die Arbeit nicht auf, ununterbrochen geht die Umgruppierung im gro\u00dfen wie im kleinen, fortw\u00e4hrend ist irgendetwas heraufzuholen. Ununterbrochen erflehen wimmernde Verwundete den Abtransport zum Verbandplatz, und immer wieder fordert der starre Blick des gefallenen Freundes von dem \u00dcberlebenden, dass er der gefrorenen Felserde eine letzte Ruhest\u00e4tte in harter Arbeit abringt.<\/em><\/p>\n<p><em>Die 9. Kompanie bezog gegen Abend zur Sicherung der linken Flanke eine Feldwachstellung zwischen der Sternkuppe und Felsenkuppe, vier Maschinengewehre der Maschinengewehr-Abteilung 209 werden ihr zugeteilt. Die Kompanie nimmt dadurch Anschluss links an Infanterie-Regiment 52, rechts an das II. Bataillon J\u00e4ger-Regiment 3 auf der Sternkuppe, f\u00fcr welches sie zugleich ein Verbindungsglied zum IV. Bataillon und den St\u00e4ben darstellt. Die 10. und 11. Kompanie waren noch am alten Platze &#8211; alarmbereit &#8211; dicht hinter der ersten Linie verblieben. Beim I. Bataillon war die Lage unver\u00e4ndert. Der gesamte Nachschub des Regiments wird von nun ab nicht mehr \u00fcber 433, sondern \u00fcber Schievenin geleitet.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Karl Deninger in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Quero_(Venetien)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quero<\/a>, einem Ortsteil der italienischen Gemeinde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Setteville\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Setteville<\/a> in einer Gruft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-56218\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Rittmeister-Deninger-15.12.1917-Sternkuppe.jpg\" alt=\"\" width=\"657\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Rittmeister-Deninger-15.12.1917-Sternkuppe.jpg 657w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Rittmeister-Deninger-15.12.1917-Sternkuppe-246x300.jpg 246w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Karl Deninger stammte aus der Stadt Mainz im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz. 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