{"id":57323,"date":"2024-04-10T15:00:33","date_gmt":"2024-04-10T13:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=57323"},"modified":"2024-04-10T13:11:44","modified_gmt":"2024-04-10T11:11:44","slug":"sonderbeitrag-leutnant-karl-gonnermann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=57323","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Leutnant Karl Gonnermann"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Karl Gonnermann stammte aus der hessischen Stadt Kassel. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Leutnant in der 8. Kompanie des 173. Infanterie-Regiment. Am 23.08.1916 fiel er in Frankreich w\u00e4hrend der Schlacht um Verdun. Er wurde am Dorf Douaumont durch einen Bauchschuss get\u00f6tet.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Karl Gonnermann berichtet die Regimentsgeschichte des 173. Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Etwa um Mitternacht stiegen die ersten Kompanien des I. und II. Bataillons in derselben Marschordnung wie bisher aus dem Lager Steilhang zu der H\u00f6he des ehemaligen Dorfes Douaumont empor. Sie zogen teils \u00fcber die Tr\u00fcmmer dieses Dorfes, von dem kein Stein mehr auf dem anderen war, teils rechts daran vorbei. Sie wussten nichts von der Gegend, \u00fcber die sie tastend dahinstolperten; denn es war stockfinstere Nacht und der Boden unter den F\u00fc\u00dfen war immer der gleiche: kein Weg, kein Fleckchen Grasnarbe, kein Feldrain oder Graben, sondern nur Trichter neben Trichter, zum Teil mit Regenwasser gef\u00fcllt. Auf den Trichterr\u00e4ndern stapfen die schmalen Kolonnen in Schlangenlinie vorsichtig vorw\u00e4rts, edermann st\u00e4ndig darauf bedacht, den Vordermann nicht aus dem Auge zu verlieren. Langsam geht&#8217;s; denn die Trichterr\u00e4nder sind schmal und glitschig, und das schwere Gep\u00e4ck macht ungelenkig. Langsam; denn immer wieder rutscht irgendwo der Hintermann aus und f\u00e4llt in einen Trichter, aus dem er unter der Last auf seinem R\u00fccken nur schwer wieder hochkommen kann. Dann gibt es Aufenthalt, denn die Kolonne darf nicht abrei\u00dfen, weil sonst der Rest f\u00fchrerlos wird. Die dunklen Haufen rechts und links des Pfades mehren sich: ungl\u00fcckliche Kameraden, die in dieser W\u00fcste eine Granate \u00fcberrascht hat. Ein vorsichtiges Herumgehen ist Alles, was man ihnen an Beachtung schenken kann. Irgendwo in Deutschland forscht eine Mutter, wo ihr Sohn geblieben ist. <\/em><\/p>\n<p><em>Gr\u00f6\u00dfere Tr\u00fcmmerh\u00fcgel erl\u00e4utern die F\u00fchrer als M-Raum, als I-Raum, als ehemalige Thiaumont-Ferme. Dort (s\u00fcd\u00f6stlich der zerst\u00f6rten Ferme) liegt der I-Raum, der den Stab I\/173 beherbergt. &#8211; Zuweilen wird es durch eine Leuchtrakete hell wie in einer Vollmondnacht. Dann muss sich alles rasch zusammenducken und regungslos verharren, bis es wieder dunkel wird. Denn der Feind ist vielleicht schon nahe, und wenn er irgendeine Bewegung sieht oder gar die Abl\u00f6sung bemerkt, dann wird er sie sofort mit Trommelfeuer aufreiben. Aber es geht gut; das St\u00f6rungsfeuer verstreut sich irgendwohin. &#8211; Langsam geht&#8217;s weiter, endlos weiter. Nur 1\u00bd bis 2 Kilometer vom Steilhang entfernt liegen die Stellungen, aber Stunden erfordert dieser m\u00fchselige Marsch.<\/em><\/p>\n<p><em>Endlich zwischen 2 und 3 Uhr morgens (23. August) erreichen die Kompanien des I. Bataillons ihr Ziel; sie springen hinunter in die Trichter zu den &#8222;Hacket\u00e4uern&#8220; (Infanterie-Regiment 16), die schon sehns\u00fcchtig auf die Abl\u00f6sung warten, und verteilen sich nach deren Weisung in die Reihe der anschlie\u00dfenden Trichter. &#8222;Da vorn irgendwo liegen die Franzosen, wahrscheinlich in ebensolchen Trichtern. Hier im R\u00fccken, wo die schweren feindlichen Kaliber einschlagen, sind die Tr\u00fcmmer des Thiaumontwerkes. Dahinter liegt die Reserve-Kompanie.&#8220; Das war jetzt die 2\/173 unter Hauptmann B\u00fcttner. In vorderster Front haben (von rechts nach links) die 3. Kompanie unter Hauptmann Kalbe, die 4. unter Oberleutnant Riepe und die 1. unter Hauptmann Geest die 10., 11. und 12. Kompanie der 16er abgel\u00f6st. Die \u00dcbernahme der Stellung ist rasch vollzogen; Unterst\u00e4nde sind nicht vorhanden, ebensowenig Materialbest\u00e4nde; hier oder da l\u00e4sst ein mitleidiger 16er eine nasse Schlafdecke oder ein paar Flaschen Selterwasser zur\u00fcck, ehe er im Dunkel der Nacht nach hinten verschwindet. Der Feind verh\u00e4lt sich ruhig; er hat nichts von der Abl\u00f6sung bemerkt.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht so ungest\u00f6rt und unbemerkt vollzog sich der Vormarsch des II. Bataillons. Einzelne, mit 10 Minuten Abstand, in der Kolonne zu Einem r\u00fcckten die 6., 7. und 8. Kompanie nach vorn, um die Stellung des I.\/Infanterie-Regiment 16 im Abschnitt D zu besetzen. Die 8. Kompanie sollte den Platz der 1.\/Infanterie-Regiment 16 am \u00e4u\u00dfersten linken Fl\u00fcgel der 34. Infanterie-Division einnehmen und versuchen, mit dem Infanterie-Regiment 98 am rechten Fl\u00fcgel der 33. Infanterie-Division eine Verbindung herzustellen. Denn hier klaffte seit kurzem eine 300 Meter breite L\u00fccke, die abgesehen von der M\u00f6glichkeit eines feindlichen Durchbruchs auch die Gefahr in sich barg, dass eine abl\u00f6sende Truppe durch sie hindurch dem Gegner in die Arme lief. St\u00f6rungsfeuer begleitete den Vormarsch der Kompanien, ohne ihnen Verluste beizubringen, vielleicht von Leuchtsignalen irregef\u00fchrt oder aus Besorgnis vor der L\u00fccke verloren die F\u00fchrermannschaften ihre Spur. Die Kompanien wurden ratlos. Die 7. Kompanie musste eine Rast einlegen, um sich zu orientieren. Dabei wurde sie von der 8. Kompanie, die erst sp\u00e4ter abmarschiert war, \u00fcberholt.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei der 7. Kompanie befand sich auch der Bataillonsstab und bem\u00fchte sich beim weiteren Vorr\u00fccken ebenfalls, die vorderste Trichterlinie festzustellen. Nach langem erfolgsen Suchen traf Major W\u00fclsing endlich auf einen Bataillonsstab des Infanterie-Regiment 57 und stellte in dem Kommandeur zu seiner gr\u00f6\u00dften \u00dcberraschung seinen eigenen Bruder fest, dessen Bataillon vor zwei Tagen zur Verst\u00e4rkung der fast aufgeriebenen 16er in diese eingeschoben war. Major W\u00fclsing schrieb dar\u00fcber:<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Nachdem wir uns von unserm Erstaunen erholt hatten, gab mein Bruder mir den Rat, mich auf meinen Gefechtsstand im M-Raum zu begeben, da es f\u00fcr einen allein unm\u00f6glich w\u00e4re, die vorderste Trichterlinie festzustellen. Er f\u00fchrte mich auch dorthin und verabschiedete sich mit den Worten: &#8222;Hoffentlich hast Du mit Deinem Bataillon mehr Gl\u00fcck als ich; denn von meinen braven Kerls sind nur h\u00f6llisch wenige \u00fcbrig geblieben.&#8220; Leider sollte dieser Wunsch f\u00fcr mein II\/Infanterie-Regiment 173 nicht in Erf\u00fcllung gehen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Die 8. Kompanie hatte inzwischen die Trichterlinie der 16er gefunden, aber viel zu weit rechts, wie sie mit Schrecken bemerkte. Es blieb nichts anderes \u00fcbrig, als links zu schwenken und an den Trichtern entlang sich nach dem linken Fl\u00fcgel zu ziehen. Diese Bewegung blieb in den nahen franz\u00f6sischen Gr\u00e4ben nicht unbemerkt. Heftiges Artillerie-, Infanterie- und Maschinengewehrfeuer setzte ein und brachte neue Verwirrung. Alles sprang in den n\u00e4chsten Trichter, aber Gewehrgranatfeuer langte auch dorthin. Verluste blieben nicht aus.<strong><span style=\"color: #ff0000;\"> Leutnant Gonnermann wurde, noch ehe er die Trichterlinie erreicht hatte, von einem Gewehrschuss in den Bauch niedergestreckt. Sterbend befahl er seinen Leuten, die ihn zur\u00fcckbringen wollten, ihn liegen zu lassen und nach vorn zu eilen. Seine Leiche konnte nicht geborgen werden. Wieder hatte die 8. Kompanie und das Regiment den Verlust eines ihrer besten Offiziere zu beklagen. Ein Alterskamerad schrieb in seinen Kriegserinnerungen \u00fcber den verlorenen Freund:<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\"><em>&#8222;Gonnermann war der Typ des harten deutschen Soldaten, spartanisch einfach, streng gegen sich in und au\u00dfer Dienst, leutselig und kameradschaftlich, willensstark, tapfer und treu bis zu seinem heldenhaften Tode.&#8220;<\/em><\/span><\/strong><\/p>\n<p><em>Leutnant der Reserve Rohler gelang es mit etwa 10 Mann seiner Kompanie, die Stellung der 1\/Infanterie-Regiment 16 zu erreichen; auch diese bestand nur noch aus dem Kompanief\u00fchrer, Leutnant der Reserve Boch und wenigen Leuten, die dringend der Abl\u00f6sung bedurften. Alles Suchen nach Versprengten blieb in dieser Nacht vergeblich. In der Erwartung, dass in der n\u00e4chsten Nacht sich noch weitere Leute der 8. Kompanie heranfinden w\u00fcrden, beschloss Leutnant Boch erst dann mit dem Rest seiner Kompanie zur\u00fcckzugehen. 2 Maschinengewehre waren auch noch vorhanden. Nach links hin, wo das Infanterie-Regiment 98 liegen sollte, bestand keine Verbindung. &#8211; Bei der 6. und 7. Kompanie war die Abl\u00f6sung vollzogen. Die 5. Kompanie hatte als Reserve-Kompanie im M-Raum etwa 400 Meter hinter der Stellung Unterkunft gefunden, ebenso der Bataillonsstab.<\/em><\/p>\n<p><em>Der 23. August brach verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ruhig an. Es war ein klarer sonniger Sommertag. Im Abschnitt B konnten die Kompanie- und Zugf\u00fchrer des I. Bataillons vorsichtig in ihrer Stellung Umschau halten. Soweit man sehen konnte, gab es nur Trichter; vereinzelt waren die seitlichen R\u00e4nder etwas abgetragen, sodass man auf dem Bauche kriechend gedeckt in den n\u00e4chsten Trichter gelangen konnte; ganz selten war ein wirklicher Durchstich vorhanden. Richtige Gr\u00e4ben h\u00e4tten den feindlichen Fliegerphotographen die Besetzung verraten. So war jede Trichtermannschaft auf sich selbst gestellt; die nachbarliche Verst\u00e4ndigung geschah durch Zurufe. Die F\u00fchrer sondierten auf den Trichterr\u00e4ndern zwischen den Erdklumpen hindurch mit dem Fernglase das Vorgel\u00e4nde. Selten gewahrten sie vor sich mehr als das gleiche Bild der Verw\u00fcstung. Nur am rechten Fl\u00fcgel der 3. Kompanie sah man \u00fcber eine Schlucht hinweg bis hin\u00fcber zum Pfefferr\u00fccken. Dort liefen Gr\u00e4ben an den H\u00e4ngen entlang und nach r\u00fcckw\u00e4rts; man konnte darin mit dem Fernglase die Franzosen erkennen. &#8211; Beim II. Bataillon im Abschnitt D war nichts zu sehen. Hier durfte die einzelne Trichterbesatzung \u00fcberhaupt nicht wagen, den Kopf herauszustecken. Eigenlich h\u00e4tte hier auf dem sanft zum Feinde abfallenden Hange die Beobachtung gut sein m\u00fcssen; aber das monatelange Feuer schwerer Kaliber hatte in dieser am meisten umk\u00e4mpften Gegend die Gel\u00e4ndeform v\u00f6llig verwandelt und zerrissen. Nur der Nachteil war geblieben, f\u00fcr die feindliche Fernbeobachtung des Forts Belleville, St. Michel und Souville und die Fesselballons am Horizont v\u00f6llig deckungslos auf dem Pr\u00e4sentierteller zu liegen.<\/em><\/p>\n<p><em>Etwa 10 Uhr vormittags setzte auf der ganzen Front der 34. Infanterie-Division Artillerie-Feuer ein, das zun\u00e4chst nichts Auff\u00e4lliges an sich hatte. Es steigerte sich aber gegen Mittag, wurde um 1 Uhr \u00e4u\u00dferst heftig und ging dann rasch in das sogenannte Trommelfeuer \u00fcber, wie es die Argonnenk\u00e4mpfer bislang in solcher St\u00e4rke noch nicht kennengelernt hatten. Ein ununterbrochenes Heulen und Pfeifen in den L\u00fcften kreuz und quer verband sich mit dem Toben und Krachen von Granateinschl\u00e4gen aller Kaliber in n\u00e4chster N\u00e4he zu einem w\u00fcsten H\u00f6llenkonzert. Der einzelne Einschlag wurde gar nicht mehr bemerkt. Mit dem Gef\u00fchl vollkommener Machtlosigkeit hockte Alles in den Trichtern, vom Splitterregen jeder Granate bedroht, und erwartete st\u00e4ndig den Volltreffer in den eigenen Trichter.Die taktischen \u00dcberlegungen waren denkbar einfach: Aufpassen nach vorn, wenn das Feuer aufh\u00f6rt oder verlegt wird, und bis dahin Patronen und Handgranaten sparen! Aber vor Dreck und Qualm ist nichts zu sehen. Beruhigend wirkt nur, dass das eigene Artillerie-Feuer gut im Vorfelde liegt. &#8211; Von 2 Uhr nachmittags absteigert sich das Trommelfeuer aufs h\u00f6chste. Gegen 3 Uhr wird es vor Abschnitt C nach r\u00fcckw\u00e4rts verlegt und h\u00f6rt im Abschnitt D beim II. Bataillon ganz auf. Im Abschnitt B tobt es weiter, sodass das I. Bataillon von den Vorg\u00e4ngen weiter links nichts beobachtet. S\u00fcdlich des Thiaumontwerkes, wo den Franzosen die Weinbergschlucht ein Vorr\u00fccken in die Sturmstellung erleichtert, geedenken sie die d\u00fcnne und l\u00fcckenhafte deutsche Trichterlinie durchbrechen zu k\u00f6nnen. In dichten Massen stehen sie pl\u00f6tzlich auf der B\u00f6schung ihrer Gr\u00e4ben (denn sie haben hier Gr\u00e4ben), um zum Sturm anzutreten. Aber die Trichterbesatzung des II. Bataillons sind auf dem Posten und treiben sie mit Gewehren und Maschinengewehren in ihre Gr\u00e4ben zur\u00fcck. Nach Norden reicht die Front dieses ersten Angriffes bis vor den linken Fl\u00fcgel der 1. Kompanie, der noch mit Handgranaten sich an der Abwehr beteiligte.<\/em><\/p>\n<p><em>Franzosen, die die Wirkung ihres Feuers zun\u00e4chst offenbar \u00fcbersch\u00e4tzt hatten, setzten sofort wieder rasendes Trommelfeuer gegen die 3 Abschnitte ein, um die deutsche Widerstandskraft vollends zu zerm\u00fcrben. Vor Abschnitt B hatte es \u00fcberhaupt noch nicht aufgeh\u00f6rt. Bis 5 Uhr nachmittags tobt die H\u00f6lle weiter; schwere Verluste vermehrten und vergr\u00f6\u00dferten die L\u00fccken in den deutschen Reihen. Dann erhoben sich die Franzosen vor den Abschnitten C und D erneut aus ihren Gr\u00e4ben zum Sturme. Aber im Abschnitt C hielt das II\/Infanterie-Regiment 16 dem Angriff stand und auch das II\/Infanterie-Regiment 173 im Abschnitt D konnte den Gegner mit Gewehren, Maschinengewehren und Handgranaten vor seiner Front zum Stehen bringen. Selbst auf dem \u00e4u\u00dfersten Fl\u00fcgel, wo ohne Anschluss nach links Leutnant Rohler und Leutnant Wirth mit wenigen Leuten der 8. Kompanie und Leutnant Boch mit den Resten der 1\/Infanterie-Regiment 16 die Stellung hielten, gelang es zun\u00e4chst mit Hilfe der beiden Maschinengewehre, die Franzosen zur\u00fcckzuhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber dieser zweite feindliche Angriff holt \u00fcber den linken Fl\u00fcgel der 34. Division, den die 8\/Infanterie-Regiment 173 bildete, weiter nach Osten aus und stie\u00df in die ber\u00fcchtigte L\u00fccke n\u00f6rdlich von Fleury. Hier hatte, nachdem am 18. August durch vernichtendes Trommelfeuer die 130er und 135er in den Tr\u00fcmmern von Fleury aufgerieben waren und die abl\u00f6senden Kompanien vom Infanterie-Regiment 98 und Infanterie-Regiment 144 eine neue Trichterlinie hinter dem ehemaligen Dorf besetzt hatten, die 5\/Infanterie-Regiment 98 nach langen Irrungen in der Nacht zum 20 August die Reste der 1\/Infanterie-Regiment 130 ebgel\u00f6st, war dabei aber links gestaffelt vom Abschnitt D in der L\u00fccke zwischen den Fl\u00fcgeln der 34. und 33. Infanterie-Division liegengeblieben, zu schwach und au\u00dfer Stande, diese L\u00fccke auszuf\u00fcllen.<\/em><\/p>\n<p><em>Auf diesen Punkt stie\u00df jetzt (etwa 6 Uhr abends) der zweite feindliche Angriff, und es war kein Heldenst\u00fcck der Franzosen, die schwache und vereinsamte 5\/Infanterie-Regiment 98 zu \u00fcberwinden.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Links von uns beim Infanterie-Regiment 98 war der Einbruch gelungen&#8220; schrieb Leutnant Rohler sp\u00e4ter \u00fcber diesen Ungl\u00fcckstag seiner 8\/Infanterie-Regiment 173. &#8222;Wir beobachteten, dass viele 98er als Gefangene abgef\u00fchrt wurden. Die Franzosen r\u00fcckten an unserer Stellung vor\u00fcber und konnten uns in kurzer Zeit von der Flanke und dem R\u00fccken her bedrohen. Um diese Gefahr abzuwenden, sollte das linke Maschinengewehr flankierend eingreifen. Aber nachdem es herumgeworfen war, versagte es, und bald darauf traten auch bei dem anderen Maschinengewehr Hemmungen ein. Damit war das Schicksal der beiden Restkompanien besiegelt: die Franzosen st\u00fcrmten vor, waren bald an unseren Trichterr\u00e4ndern und warfen Handgranaten in unsere sich verzeifelt wehrenden Gruppen. Unser Handgranatenvorrat war bald ersch\u00f6pft. In dichten Massen stand der Gegner vor uns, und wir waren nur noch eine Handvoll Leute. Einige, die versuchen nach r\u00fcckw\u00e4rts zu entkommen, wurden sofort niedergeschossen. Leutnant Boch, einige Leute und ich warfen uns hin, und die Franzosen marschierten \u00fcber uns hinweg, wohl annehmend, dass wir Tote w\u00e4ren. Der Angriff reichte nach rechts einige Meter \u00fcber unseren Kompanie-Abschnitt hinaus. &#8211; Nach einigen Minuten kam ein zweiter Trupp Franzosen, die in unserer Stellung aufr\u00e4umten und uns als Gefangene abf\u00fchrten. Nach wenigen Schritten waren wir in der franz\u00f6sischen Stellung. Dort fanden wir ein v\u00f6llig ausgebautes Grabensystem vor, das fast nirgendwo durch Artillerie-Feuer besch\u00e4digt war&#8230;Am anderen Morgen trafen wir in irgendeinem Unterkunftsraum noch etwa 35 Mann unserer Kompanie. Sie waren beim Anmarsch durch L\u00fccken in unseren Linien hindurchgegangen und so dem Feinde in die Finger gefallen&#8230;&#8220; &#8211;<\/em><\/p>\n<p><em>Die Franzosen wagten sich nicht weiter vor, da die \u00fcbrigen Kompanien noch hinreichend widerstandsf\u00e4hig waren. Aber die L\u00fccke klaffte nun nat\u00fcrlich noch weiter als ehedem, und auch sonst hatten arge Verluste die Trichterreihe des II. Bataillons allenthalben zerrissen. Noch am sp\u00e4ten Abend wurde deshalb die 5. Kompanie links von der 6. eingesetzt. 4 Gruppen mit einem Maschinengewehr wurden zur Sicherung gegen Fleury vorgeschoben. Erst nach Mitternacht flaute das feindliche Artilleriefeuer ab.&#8220;\u00a0<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Karl Gonnermann ist unbekannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57316\" aria-describedby=\"caption-attachment-57316\" style=\"width: 555px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-57316\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Gefallene-173.-IR-3.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"832\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Gefallene-173.-IR-3.jpg 555w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Gefallene-173.-IR-3-200x300.jpg 200w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Gefallene-173.-IR-3-534x800.jpg 534w\" sizes=\"auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57316\" class=\"wp-caption-text\">Leutnant Paul Schweigert (gefallen 11.08.1915) oben, Karl Gonnermann (gefallen am 23.08.1916), Leutnant Hoffmann, Leutnant Schodere<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Karl Gonnermann stammte aus der hessischen Stadt Kassel. 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