{"id":57929,"date":"2024-04-28T15:00:11","date_gmt":"2024-04-28T13:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=57929"},"modified":"2024-04-28T12:01:52","modified_gmt":"2024-04-28T10:01:52","slug":"sonderbeitrag-heinrich-grammersdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=57929","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Heinrich Grammersdorf"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Grammersdorf stammte aus der Hansestadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hamburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hamburg<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Landsturmmann in der 2. Kompanie des 221. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 01.11.1915 fiel er im Alter von 33 Jahren auf einem Patrouillengang in Galizien. Er wurde bei <a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/4igxnEk7W7L3BfHb8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Siemikowce<\/a> get\u00f6tet.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: 0;\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/embed?pb=!1m28!1m12!1m3!1d83132.93496977631!2d25.29488183707148!3d49.37288529999098!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!4m13!3e2!4m5!1s0x47304e49f4172a0f%3A0x6d66cde963627578!2sBieniawa%2C%20Ternopil%2C%20Ukraine!3m2!1d49.366174!2d25.3818915!4m5!1s0x47304fb23a61906f%3A0x55d1ab3d3e739c50!2sSemykivtsi%2C%20Ternopil%2C%20Ukraine%2C%2048111!3m2!1d49.373937399999996!2d25.3718976!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1714293047863!5m2!1sde!2sde\" width=\"600\" height=\"450\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Heinrich Grammersdorf berichtet die Regimentsgeschichte des 221. Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;In der Nacht um 2 Uhr wurde die 9. Kompanie, die schon am vergangenen Abend den S\u00fcdostausgang von Rosochowaciec gesichert hatte, alarmiert, um auf der Stra\u00dfe Iszczkow-Siemikowce aufzukl\u00e4ren. Eine Patrouille stie\u00df auf den Feind; die Kompanie nahm daher in H\u00f6he 357 beiderseits der Stra\u00dfe Stellung mit der Front nach S\u00fcden. Die Armeereserve erhielt gegen 4 Uhr morgens den Divisionsbefehl, mit dem I. und III. Bataillon \u00fcber 364 auf der Stra\u00dfe nach Siemikowce durchzusto\u00dfen, nachdem das J\u00e4gerbataillon, das um 2 Uhr den gleichen Auftrag bekommen hatte, sich als zu schwach erwiesen hatte. Oberstleutnant Zeller setzte das III. Bataillon in vorderer Linie ein mit der Aufgabe, das Gel\u00e4nde zwischen Seeufer und Stra\u00dfe, von Norden nach S\u00fcden vorgehend, noch vor Hellwerden zu s\u00e4ubern. Er selbst folgte mit dem I. Bataillon \u00fcber 364. Das III. Bataillon entfaltete sich bei 356: 11. Kompanie sollte links der Stra\u00dfe vorgehen, 9. Kompanie, die schon bei 357 lag, sollte sich anschlie\u00dfen; 10. Kompanie sollte der 9. Kompanie, 12. Kompanie der 11. Kompanie folgen. Die Sch\u00fctzenlinien setzten sich in Bewegung. Pl\u00f6tzlich schwand der Nebel, der bisher die Entwicklung des Bataillons der feindlichen Sicht entzogen hatte:<\/em><\/p>\n<p><em>die Russen, die sich wahrscheinlich zum Vorgehen bereitgestellt hatten, st\u00fcrzten in dichten Massen nach vorne, besetzten schon ausgehobene Sch\u00fctzenl\u00f6cher und er\u00f6ffneten ein m\u00f6rderisches Feuer, unterst\u00fctzt durch zahlreiche Maschinengewehre, die auf dem jenseitigen Seeufer in Bohatkowce eingebaut waren und die Kompanien des III. Bataillons in der Flanke fassten. Die vorgehenden Sch\u00fctzen kamen nicht weiter voran; sie mussten auf dem freien deckungslosen Gel\u00e4nde, das vom Ufer ab allm\u00e4hlich ansteigt und deshalb vom gegen\u00fcberliegenden Ufer aus vollkommen beherrscht wird, liegen bleiben. Entsetzliche Verluste entstanden. Ein Zug der 10. Kompanie und zwei Z\u00fcge der 12. Kompanie wurden zur Verst\u00e4rkung der 9. Kompanie eingeschoben; in demselben Augenblick &#8211; es war 8 Uhr geworden &#8211; brachen starke russische Sch\u00fctzenlinien ihrerseits zum Angriff vor. Da die Sch\u00fctzen des III. Bataillons vollkommen ungeordnet durcheinander lagen, mussten sie sich zur\u00fcckziehen und wurden von der 10. Kompanie, welche die w\u00e4hrend der Nacht ausgehobenen Sch\u00fctzenl\u00f6cher der 9. Kompanie besetzt hatte, aufgenommen. Hier brach der feindliche Angriff zusammen; Russen, die an die Linie der Verteidiger herangekommen waren, wurden im Nahkampf \u00fcberw\u00e4ltigt. 150 Gefangene wurden gemacht. Die erfolgreiche Abwehr dieses Angriffs wurde wesentlich\u00a0 durch das Eingreifen des I. Bataillons unterst\u00fctzt. Dieses war, als das III. Bataillon auf den Feind gesto\u00dfen war, von Oberstleutnant Zeller in das Studynka-Tal geleitet worden mit dem Auftrag, das III. Bataillon durch einen Sto\u00df in die russische linke Flanke zu unterst\u00fctzen. 4. und 1. Kompanie entwickelten sich nach der Stra\u00dfe und stie\u00dfen auf den Feind, der gerade gegen das III. Bataillon vorging; auch wurden 200 Gefangene eingebracht. Die 4. Kompanie erreichte links Anschluss an die 9. Kompanie, die 1. Kompanie wurde nach rechts durch die 2. Kompanie verl\u00e4ngert, w\u00e4hrend die 3. Kompanie die rechte Flankensicherung \u00fcbernahm.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Nachmittag traf die 38. Honved-Division zur Unterst\u00fctzung ein. Sie trat um 4 Uhr zum Sturm gegen den russischen Br\u00fcckenkopf von Siemikowce an. Die in Stellung befindlichen Bataillone, sowie das II. Bataillon, das in der letzten Nacht von drei Kompanien Reserve-Infanterie-Regiment 222 abgel\u00f6st worden und \u00fcber Sloboda-Zlota auf das Schlachtfeld geeilt war, sollten sich diesem Angriff anschlie\u00dfen. Das III. Bataillon, dem ein Vorgehen in dem flankierenden Maschinengewehrfeuer unm\u00f6glich war, beschr\u00e4nkte sich darauf, die feindlichen Gr\u00e4ben durch Infanteriefeuer zu beunruhigen. I. Bataillon und rechts daneben II. Bataillon, mit 6. und 7. Kompanie in vorderer Linie, gingen in Richtung Meierhof Siemikowce vor, mussten sich aber kurz vor den russischen Stellungen infolge hoher Verluste eingraben, nachdem auch die 5. Kompanie eingesetzt war; die Honved-Division, die sich mit einem Bataillon in den Regimentsabschnitt eingeschoben hatte, st\u00fcrmte mit einem bewunderungsw\u00fcrdigen Schneid, aber auch sie hatte wenig Erfolg. Es war ein harter Kampf. In der Nacht zum 2. November wurden die Verb\u00e4nde geordnet und ein durchlaufender Sch\u00fctzengraben ausgehoben<\/em><em>.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Heinrich Grammersdorf ist unbekannt. Wahrscheinlich existiert es nicht mehr.<\/p>\n<figure id=\"attachment_57903\" aria-describedby=\"caption-attachment-57903\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-57903\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Heinrich-Grammersdorf.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Heinrich-Grammersdorf.jpg 440w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Heinrich-Grammersdorf-165x300.jpg 165w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-57903\" class=\"wp-caption-text\">Todesanzeige f\u00fcr Heinrich Grammersdorf<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Grammersdorf stammte aus der Hansestadt Hamburg. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Landsturmmann in der 2. 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