{"id":58238,"date":"2024-05-13T12:00:01","date_gmt":"2024-05-13T10:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=58238"},"modified":"2024-05-09T21:48:58","modified_gmt":"2024-05-09T19:48:58","slug":"sonderbeitrag-heinrich-klein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=58238","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Heinrich Klein"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Klein wurde am 13.01.1890 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Treis_an_der_Lumda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treis an der Lumda<\/a> geboren, einem Ortsteil der hessischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staufenberg_(Hessen)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Staufenberg<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Unteroffizier in der 2. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 25.09.1914 fiel er im Alter von 24 Jahren bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruny\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gruny<\/a> an der Somme in Frankreich.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Heinrich Klein berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 25. September ging es in aller Fr\u00fche weiter. Das Regiment wurde, trotz der in der vorigen Nacht bei Flavy-le-Martel von ihm gestellten starken Vorposten, wieder in die Vorhut genommen. Der Weg f\u00fchrte \u00fcber Flavy-le-Meldeux-Esmery-Hallon-Hombleux-Buverchy-Moyencourt gegen Cressy. Hier trat gegen 10 Uhr vormittags pl\u00f6tzlich eine Stockung ein: Infanteriefeuer aus dem W\u00e4ldchen bei Omencourt hinderte den Weitermarsch. Schnell entwickelte sich die 2. und 4. Kompanie gegen das Waldst\u00fcck und verjagte nach kurzem Feuergefecht den Gegner. Seine weitere Bek\u00e4mpfung \u00fcbernahm die 21. Infanterie-Division. Die 25. Infanterie-Division r\u00fcckte weiter, und gegen Mittag durchschritt unser Regiment Billancourt und stellte sich am Nordrand von R\u00e9thonvillers bereit, gedeckt gegen Sicht von Westen. Man hatte wieder F\u00fchlung mit dem Feinde und war dicht an ihm: In Gruny und Cr\u00e9mery hatte er sich eingenistet und wartete auf uns. Die Zeit sollte ihm nicht lang werden. Bald war die Artillerie auf beiden Seiten in voller T\u00e4tigkeit. Auch die Befehle f\u00fcr die Infanterie blieben nicht lange aus: Infanterie-Regiment 116 und II\/117 st\u00fcrmen Cr\u00e9mery, linker Fl\u00fcgel des Regiments am Feldweg Thilloy-Gruny. S\u00fcdlich davon geht Infanterie-Regiment 115 gegen Gruny vor. An Sept Fours und Thilloy vorbei entwickelten sich das I und II. Bataillon, das II. sollte als Reserve folgen. In gro\u00dfen Spr\u00fcngen arbeiteten sich die Kompanien \u00fcber das freie und \u00fcbersichtliche Gel\u00e4nde vorw\u00e4rts. Trotz starken Artilleriefeuers blieben die Verb\u00e4nde in guter Ordnung. Bald wurde auch das II. Bataillon durch das immer hart hinter ihm liegende feindliche Artilleriefeuer so weit nach vorn getrieben, dass es die vorderen Wellen erreichte und sich in diese einschob oder sie verl\u00e4ngerte. Um 5 Uhr nachmittags waren die vordersten Linien bereits auf 300 Meter an den Feind herangekommen, der am Ostrand von Cr\u00e9mery und Gruny in Gr\u00e4ben und hinter Hecken lag. Hier brachte starkes Flankenfeuer aus Cr\u00e9mery unseren Kompanien erhebliche Verluste. Aber das gut geleitete Feuer der 61. Feldartillerie, deren Verbindungsoffizier den Sturm der Infanterie in vorderer Linie begleitete, brachte bald Erleichterung. Um 6.30 Uhr nachmittags ert\u00f6nten die Signale: &#8222;Seitengewehr pflanzt auf!&#8220; Gleich darauf stand alles auf zum Sturm. In gl\u00e4nzendem Anlauf wurde der Feind \u00fcberrannt und zun\u00e4chst das Dorf Gruny genommen und ges\u00e4ubert. Gegen den weiter links kolonnenweise aus den Gr\u00e4ben eilenden und der Stra\u00dfe Carr\u00e9puis-Roye zustrebenden Gegner wurde heftiges Verfolgungsfeuer abgegeben. Teile des I. und II. Bataillons hatten sich weiter rechts gehalten und zusammen mit dem II.\/117 unter Major Koettschau das Dorf Cr\u00e9mery gest\u00fcrmt, in das gleichzeitig von Nordosten her das Infanterie-Regiment 70 eindrang. Es herrschte in jenen Stunden unter den Angreifern eine merkw\u00fcrdige und in der Geschichte des Regiments einzig dastehende Verwechslung der beiden Dorfnamen, die noch lange nachher in der sprichw\u00f6rtlichen Redensart vom f\u00e4lschlich gest\u00fcrmten Dorfe und in der lustigen Episode vom Esel von Cr\u00e9mery weiterlebte.<\/em><\/p>\n<p><em>Bald setzte heftiges Artilleriefeuer auf die beiden D\u00f6rfer ein. Die Bataillone r\u00fcckten daher m\u00f6glichst schnell an den Westrand, ordneten dort ihre Verb\u00e4nde und richteten sich bei Einbruch der Dunkelheit 300 Meter westlich des Dorfrandes zur Verteidigung ein. Der Abschnitt vor Gruny wurde dem I. Bataillon zugewiesen, das links Anschluss an Infanterie-Regiment 115 hatte. Rechts vom I. hob das II. Bataillon Gr\u00e4ben aus; es reichte im Norden bis Cr\u00e9mery, wo II.\/117 anschloss. Unser III. Bataillon wurde um Mitternacht nach Sept Fours zur\u00fcckgenommen und bildete dort mit der Maschinengewehr-Kompanie die Reserve.<\/em><\/p>\n<p><em>So war der erste Sturm nach dem gro\u00dfen R\u00fcckmarsch wider Erwarten schnell und gut gelungen. Das Ziel war erreicht. Aber der Tag hatte wiederum einen Verlust von \u00fcber 100 Mann gebracht. Noch in der Nacht stie\u00df eine k\u00fchne Patrouille des II. Bataillons vor bis zur Ferme de l&#8217;Abbaye und besetzte sie. Aber heftiges Artilleriefeuer zwang die tapfere Schar, am andern Morgen das Geh\u00f6ft wieder zu r\u00e4umen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man \u00fcberf\u00fchrte den Leichnam von Heinrich Klein in seinen Heimatort Treis an der Lumda und begrub ihn\u00a0 dort auf dem \u00f6rtlichen Friedhof. Das Grab wurde inzwischen aufgel\u00f6st, die Grabplatte vor dem Gefallenendenkmal auf dem Friedhof aufgestellt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_58239\" aria-describedby=\"caption-attachment-58239\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-58239\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Heinrich-Klein.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Heinrich-Klein.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Heinrich-Klein-300x212.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Heinrich-Klein-768x542.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-58239\" class=\"wp-caption-text\">Grabplatte f\u00fcr Heinrich Klein<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_58241\" aria-describedby=\"caption-attachment-58241\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-58241\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Treis-an-der-Lumbda.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Treis-an-der-Lumbda.jpg 1000w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Treis-an-der-Lumbda-300x135.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Treis-an-der-Lumbda-800x360.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Treis-an-der-Lumbda-768x346.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-58241\" class=\"wp-caption-text\">Gefallenendenkmal in Treis an der Lumda<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Heinrich Klein wurde am 13.01.1890 in Treis an der Lumda geboren, einem Ortsteil der hessischen Stadt Staufenberg. 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