{"id":68233,"date":"2026-04-07T09:00:37","date_gmt":"2026-04-07T07:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=68233"},"modified":"2026-04-06T20:04:49","modified_gmt":"2026-04-06T18:04:49","slug":"sonderbeitrag-tobis-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=68233","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Tobis Will"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Tobis (Verlustliste: Tobias) Will stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Treis_an_der_Lumda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treis an der Lumda<\/a>, einem Stadtteil der hessischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staufenberg_(Hessen)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Staufenberg<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Musketier in der 2. Kompanie des 129. Infanterie-Regiments. Am 03.07.1916 wurde er von einem Artilleriegschoss in Hals und Brust getroffen und starb dadurch im Alter von 20 Jahren. Er wurde ein Opfer des Gefechts am Porostyn und bei Sadzawka in Galizien.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Tobis Will berichtet die Regimentsgeschichte des 129. Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>Am 3.7., an dem die 44. I.T.D. weiter angreifen, die 215. Brig. sich dem fortschreitenden Angriff anschlie\u00dfen sollte, blieb es den Vormittag \u00fcber ziemlich ruhig, nur berichteten die Bataillone \u00fcbereinstimmend \u00fcber das Eintreffen zahlreicher Befehle und Gegenbefehle. Aus S\u00fcden und S\u00fcdwesten war starker Gesch\u00fctzl\u00e4rm h\u00f6rbar. Um 10,45 vorm. wurden 1. und 2. Komp. (dabei Stab I.) nach Chausseebr\u00fcck Sadzawka geschickt als Reserve f\u00fcr Honvedrgt. 20, das eine Stellung von H.St. Sadzawka nach S\u00fcden bis zum Pruth besetzt hatte. Zugleich sollte dieses k\u00f6rperlich und moralisch nicht mehr voll leistungsf\u00e4hige Regiment im Falle eines Angriffs aufgenommen werden. Die 3. komp. wurde zur Sperrung der Kobylnica-Schlucht abgezweigt und hatte Verbindung zu halten zwischen der 44. I.T.D. westlich und der 48. Brig. \u00f6stlich der Schlucht, eine schwierige Aufgabe, die die Kompagnie unter Lt. Sakowski gut l\u00f6ste.<\/em><\/p>\n<p><em>Etwa 12\u2070\u2070 mittags wurde die Fortsetzung des Angriffs erneut befohlen.<\/em><br \/>\n<em>Dabei sollte vom Regiment aus seiner genau s\u00fcdlich gerichteten Front nach Osten angetreten werden, im Anschlu\u00df an den rechten Nachbarn, nach dem sich das Vorgehen zu richten hatte. Das Regiment erf\u00fcllte diesen ungemein schweren taktischen Auftrag derart, da\u00df es das bisher in 2. Linie befindliche II. Bataillon als vorderstes Bataillon bestimmte und sich mit Front nach Osten, linker Fl\u00fcgel bei H\u00f6he Posovrin, Frontbreite 500 m, aufstellen lie\u00df. Das I. Btl., das nach dem fr\u00fcheren Angriffs\u00adbefehl wieder zum Regiment in Marsch gesetzt sein sollte, hatte sich n\u00f6rdlich der H\u00f6he zusammenzuziehen und dem II. als Brigade-Reserve zu folgen, dann erst das III. sich bei der H\u00f6he als Gruppenreserve zu sammeln.<\/em><\/p>\n<p><em>Zur Durchf\u00fchrung des Angriffs kam es nicht. Die rechts befindlichen Abschnitte. Verb\u00e4nde kamen nicht vorw\u00e4rts. Unser II. Btl. ging, alle 4 Kom- pagnien eingesetzt, den Feind dicht vor der Front, nur ein kurzes St\u00fcck vor und blieb bis abends auf dem Osthang des Poroflyn. Vor allem aber hatte sich die Lage auf dem Nordufer des Pruth gef\u00e4hrlich gestaltet. Hier war gegen abend der Russe allm\u00e4hlich gegen das Honvedregt. nordl. und weiter n\u00f6rdl. vorgegangen. Gegen 6\u2070\u2070 setzte starkes Artilleriefeuer ein. Kurz vor 8\u2070\u2070 abds. wurde ein russ. Angriff gemeldet und auch erkannt, darauf zu- n\u00e4chst ein Zug der 1. Komp. s\u00fcdl., einer der 2. n\u00f6rdl. der Stra\u00dfe als \u201eKoreffst\u00fctzunge\u201c f\u00fcr die noch haltenden Honveds eingesetzt, als diese aber zur\u00fcckfluteten auch der Rest beider Kompagnien zum Gegenangriff in Richtung Kirche von Sabaznoka vorgeworfen. Ihr Sto\u00df kam gerade rechtzeitig; dichte russ. Linien kommen von Osten heran, werden beschossen, zu- r\u00fcckgeworfen, ergeben sich zum gro\u00dfen Teil; zweite, dritte Linien folgen, in den durch Honveds nicht mehr befestigten Flanken kommen ebenfalls feind- liche Abteilungen vor. Da die Honveds- und Russenm\u00fctzen einander \u00e4hneln, sprachlich eine Verst\u00e4ndigung nicht m\u00f6glich ist, ist jedes Ordnen und Erkennen in dem inzwischen hereingebrochenen Dunkelbeld ausgeschlossen; ein wildes, ungeregeltes Nachtgefecht entbrennt; das Gel\u00e4nde ist \u00fcberaus schwierig und un\u00fcbersichtlich; die beiden deutschen Kompagnien, weit aus- einandergerissen, allerseits angegriffen, stecken in einem Hexenkessel; der F\u00fchrer der 1. wird verwundet; Mann gegen Mann oder in kleinen Trupps wehrt sich jeder so gut er kann; ein Teil f\u00e4ngt an nachzugeben. Da, ge- rade rechtszeitig, bringen zwei eben herangekommene Z\u00fcge der 4. Komp. mit ihrem linken Fl\u00fcgel l\u00e4ngs der Stra\u00dfe vorgehend, eine gewisse Entlastung; aber doch nur vor\u00fcbergehend. Im H\u00e4userkampf und in der Dunkelheit vielfach umgangen, stark \u00fcberlegenen Feind teilweise schon im R\u00fccken, mu\u00df die kleine deutsche Truppe zur\u00fcck. Der Bataillonskommandeur, Major Zachariae, h\u00e4lt auf, was kommt und l\u00e4\u00dft eine Linie vom Pruthufer zum Kirchhof (am Ostausgang des Orts an der Stra\u00dfe) besetzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Russe, der auch sein Teil hat, dr\u00e4ngt diese kurze Strecke nicht nach und so gelingt es, die genannte Stellung mit einer leidlich zusammenh\u00e4ngenden Linie durcheinandergew\u00fcrfelter Leute, Deutschen und einzelnen Honveds, zu besetzen. N\u00f6rdlich der Stra\u00dfe \u00fcbernimmt Oblt. d. R. Hensel, s\u00fcdlich R. d. R. M\u00fcller den Befehl. Um 11\u00b0\u00b0 abds. trifft das k. u. k. J\u00e4g. Btl. 18 ein, von dem alsbald 2 2\/3 Kompagnien zur Verst\u00e4rkung der Linie und Verl\u00e4ngerung der Fl\u00fcgel eingesetzt werden. Um 11.30 abds. wird durch den Zug Almers der 4. komp. die Linie bis zur Bahn ausgedehnt und abgeschlossen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Tobis Will ist unbekannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_68234\" aria-describedby=\"caption-attachment-68234\" style=\"width: 556px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-68234\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tobis-Will.jpg\" alt=\"\" width=\"556\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tobis-Will.jpg 556w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tobis-Will-295x300.jpg 295w\" sizes=\"auto, (max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-68234\" class=\"wp-caption-text\">Die Todesanzeige f\u00fcr Tobis Will im Gie\u00dfener Anzeiger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Tobis (Verlustliste: Tobias) Will stammte aus Treis an der Lumda, einem Stadtteil der hessischen Stadt Staufenberg. 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