{"id":68881,"date":"2026-05-31T09:00:47","date_gmt":"2026-05-31T07:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=68881"},"modified":"2026-05-30T17:26:43","modified_gmt":"2026-05-30T15:26:43","slug":"sonderbeitrag-ernst-von-pentz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=68881","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Ernst von Pentz"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Ernst von Pentz wurde am 07.12.1877 in der hessischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fulda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fulda<\/a> geboren. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als Hauptmann und Bataillonsf\u00fchrer in der Leib-Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Am 16.09.1916 (Volksbund: 17.09.1916) fiel er w\u00e4hrend der Abwehr feindlicher Angriffe nahe der Ortschaft <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moislains\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Moislains<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Ernst von Pentz berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:<\/p>\n<p>&#8220;<\/p>\n<p>Der zweite Tag an der Somme war ein ziemlich getreues Abbild seines Vorg\u00e4ngers. \u00dcber 20 englische und franz\u00f6sische Divisionen griffen an diesem Tage auf 45 km breiter Front die deutschen Linien an. W\u00e4hrend der Vormittag verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ruhig verlief, steigerte sich das feindliche Feuer, wiederum geleitet von zahlreichen Fliegern, am Nachmittag bald zum Trommelfeuer. Auch Gasgranaten fielen auf das r\u00fcckw\u00e4rtige Gel\u00e4nde. Um 4 Uhr nachm. entwickelte sich der erste feindliche Angriff aus Bouvanc\u00e9es heraus nach Norden gegen die Stellungen s\u00fcdlich von Rancourt. Er brach wie am Vortage unter dem flankierenden Feuer unserer Bataillone bald zusammen. Zwei weitere Angriffe um 5 Uhr und 6 Uhr nachm. erstickten zum Teil schon in dem Sperrfeuer unserer Artillerie. Ununterbrochenes Trommelfeuer auf die Stellung des Regiments dauerte aber dann bis 8 Uhr nachm. Der Gegner mit aller Kraft noch einmal in mehreren Wellen gegen unsere Kompagnien vor. Doch auch diesmal blieb ihm der Erfolg versagt: Unter dem rasenden Sperrfeuer der Artillerie, dem unerm\u00fcdlichen Knattern der Gewehre und dem durchschlagenden Schie\u00dfen der Maschinengewehre konnte keine anlaufende Welle bleiben liegen, die Tr\u00fcmmer fluteten in wildem Durcheinander in die Ausgangstellung und ins Dorf zur\u00fcck. Auch die Angriffe gegen unsere Schwesterregimenter weiter links, wo man farbige Franzosen anlaufen sah, hatten dasselbe Schicksal. Ein Tagesbefehl der Gruppe Schenk, die durch eine Brieftaubenmeldung des III. Batls. unverz\u00fcglich \u00fcber den Verlauf des Tages unterrichtet worden war, sprach den westf\u00e4lischen, w\u00fcrttembergischen, hessischen und nassauischen Truppen der vier unterstellten Divisionen, insbesondere aber dem Regiment 116 das h\u00f6chste Lob f\u00fcr die bei der Abwehr bewiesene Heldenhaftigkeit aus. Leider war auch diesmal der Erfolg mit einem Verlust von 135 Mann erkauft.<\/p>\n<p>Die vorn liegenden Kompagnien bedurften dringend der Abl\u00f6sung. Deshalb wurde das I. Batl., das wenige Stunden zuvor seine Kompagnien gewechselt hatte, das I.\/80 erlebte und r\u00fcckte in den Kanal, die Stra\u00dfe Moislains\u2013Bouvanc\u00e9es bildete also von jetzt ab die Grenze zwischen der 21. und 25. I.D. Das III. Batl. wurde durch das II. abgel\u00f6st und bezog mit zwei Kompagnien die Alainestellung; die beiden anderen wurden in der Kanalstellung eingesetzt. Die n\u00e4chsten vier Tage brachten keine Wiederholung der Infanterieangriffe, so dass man an die allen\u00f6tigeste Ausarbeitung der Stellung denken konnte. Zwar gingen in den Abendstunden mehrmals rote Leuchtkugeln hoch, und die Kompagnien wurden bereitgestellt, aber es handelte sich dabei nur um schw\u00e4chere Vorst\u00f6\u00dfe gegen die Nachbarabschnitte, w\u00e4hrend im Regimentsabschnitt selbst nur wenige Leuchtkugeln hochgeschossen wurden. Auch die Fliegert\u00e4tigkeit lie\u00df bei dem tr\u00fcben Wetter betr\u00e4chtlich nach. Nur die feindliche Artillerie zeigte die alte Lebhaftigkeit und \u00fcbersch\u00fcttete in \u00e4u\u00dferst heftigen Feuer\u00fcberf\u00e4llen die vordere Linie und die Allainzstellung, aber auch den Kanal und die s\u00fcdlich von ihm gelegene Artilleriemulde mit einem Hagel von Geschossen aller Kaliber. <strong>Hier fand der tapfere F\u00fchrer der I. Batls., Hptm. v. Pentz, den Heldentod. Der letzte Hauptmann des Regiments, der seit Beginn des Krieges trotz mehrfacher Verwundung an allen Gefechten teilgenommen, wie ein Vater geliebt von seinem Bataillon, das er seit zwei Jahren f\u00fchrte<\/strong>, fiel er zusammen mit seinem t\u00fcchtigen Ordonnanzoffizier, Lt. d. R. Bazlen, bei der Sorge um die Unterbringung seiner Kompagnien im Kanal. Eine gr\u00f6\u00dfere Schreckenskunde ist selten durch das Regiment gegangen. Hptm. M\u00fcller \u00fcbernahm die F\u00fchrung des verwaisten Bataillons. Auch Oberlt. d. R. Keicher, der F\u00fchrer der 5. Komp., z\u00e4hlte zu den Opfern dieser Tage. Lt. d. R. Rabenau wurde verwundet. F\u00fcr den durch Granatsplitter verwundeten Regimentskommandeur, Oberstlt. Has\u00dfe, \u00fcbernahm Major v. Westernhagen vom I.R. 115 die F\u00fchrung des Regiments.<\/p>\n<p>Man begrub Ernst von Pentz auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cambrai\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cambrai<\/a><\/span> in Block 5, Grab 336.<\/p>\n<figure id=\"attachment_68882\" aria-describedby=\"caption-attachment-68882\" style=\"width: 597px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-68882\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ernst-von-Pentz.jpg\" alt=\"\" width=\"597\" height=\"974\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ernst-von-Pentz.jpg 597w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ernst-von-Pentz-184x300.jpg 184w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ernst-von-Pentz-490x800.jpg 490w\" sizes=\"auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-68882\" class=\"wp-caption-text\">Die Todesanzeige f\u00fcr Ernst von Pentz im Gie\u00dfener Anzeiger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Ernst von Pentz wurde am 07.12.1877 in der hessischen Stadt Fulda geboren. 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