{"id":68974,"date":"2026-06-04T21:00:56","date_gmt":"2026-06-04T19:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=68974"},"modified":"2026-06-04T16:51:22","modified_gmt":"2026-06-04T14:51:22","slug":"sonderbeitrag-albert-krombach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=68974","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Albert Krombach"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Albert Krombach stammte aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Launsbach\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Launsbach<\/a>, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er als F\u00fcsilier in der 10. Kompanie des Garde-F\u00fcsilier-Regiments. Am 16.10.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren in der heutigen Ukraine am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Narajiwka\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Narajowka<\/a> durch ein Artillerie-Geschoss.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Albert Krombach berichtet die Regimentsgeschichte des Garde-F\u00fcsilier-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>Punkt 6 Uhr vorm. des 16. Okt. setzte das feindliche Artilleriefeuer in noch st\u00e4rkerem Ma\u00dfe wie tags zuvor ein und steigerte sich bald zu bisher noch nicht gekannter Heftigkeit. Verschiedenfach bis zu unserem Drahtverhau vorf\u00fchlende russische Patrouillen wurden vertrieben oder abgeschossen. Hindernisse und Gr\u00e4ben waren vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Um 1 Uhr h\u00f6rte das Artilleriefeuer auf, eine unheimliche Stille herrschte; 1.45 Uhr setzte es pl\u00f6tzlich von neuem wie rasend wieder ein. Um 2 Uhr brach es wie mit einem Schlage ab und es erfolgte ein Massenangriff der russischen Infanterie, der restlos durch das wieder vorz\u00fcglich einsetzende Sperrfeuer der Artillerie und Minenwerfer, sowie durch die Graben= besatzung und M.G. abgewiesen wurde. <strong>Bei der 10. Komp. eingedrungenen Feind warf ein schneidig ausgef\u00fchrter Gegensto\u00df des Hand= granatentrupps und der Komp. wieder hinaus.<\/strong> Um 3 Uhr begann pl\u00f6tzlich wieder st\u00e4rkstes Artilleriefeuer, das sich um 3.30 Uhr zu au\u00dfer= ordentlichem Trommelfeuer steigerte. Als die Artillerie ihr Feuer nach hinten verlegte, st\u00fcrmte die russische Infanterie abermals in Massen vor, besonders gegen die 5. Komp., wo sie den Durchbruch erzwingen wollte. Sechsmal rannten die Russen mit gr\u00f6\u00dfter Heftigkeit gegen die Stellung des Regiments an, dreimal drangen sie bei der 12. Komp. ein, um nach kurzer Zeit von der Besatzung unter F\u00fchrung des Lt. d. Res. Bergmann jedesmal wieder hinausgeworfen zu werden. Alle w\u00fctenden Angriffe scheiterten teils vorm, teils im Graben. Als der Feind nach dem letzten vergeblichen Ansturm durch das Feuer aller Waffen abgewiesen in seine Ausgangsstellung zur\u00fcckflutete, sprang Vizefeldwebel Dietrich 5. Komp. mit seinem Zuge, dem sich die <strong>10. Komp.<\/strong> sofort anschloss, vor, folgte den fliehenden Russen und st\u00fcrmte mit Handgranaten den feindlichen Graben; bald darauf starb er, von einem russischen M.G.=Gescho\u00df getroffen, den Heldentod; Ehre dem Andenken dieses Helden der Narajowka! Sofort schloss sich das ganze II. Batl. an und drang in die russischen Gr\u00e4ben ein. Die 5. Komp. unter ihrem tapferen F\u00fchrer Lt. d. Res. Warnick und zwei Z\u00fcge der 6. Komp. stie\u00dfen \u00fcber die Gr\u00e4ben hinaus bis zur H\u00f6he 310, der 3. Zug der 6. Komp. rollte den vor der 7. liegenden russischen Graben, ihn aus der rechten Flanke fassend, nach dem Folw. Piakowa zu auf. In diesem Augenblick griff feindliche Infanterie die 7. Komp. an, wurde aber niedergemacht oder gefangen genommen. Die Kompagnie ging dann mit dem 3. Zuge der 6. Komp. \u00fcber Piakowa bis zum S\u00fcdwestrande des Swistelniki=Waldes vor, alle russischen Gr\u00e4ben auf dem Wege dorthin mit Handgranaten s\u00e4ubernd. Hierdurch in den R\u00fccken der westlich Piakowa liegenden feindlichen Linie gelangt, wurden die hier befindlichen Russen in gro\u00dfer Zahl dem noch in seiner Stellung befindlichen Gren.= Regt. 9 in die Arme getrieben. Auch dieses Regiment drang nun bis Piakowa vor, besetzte aber sp\u00e4ter, um nicht dem Flankenfeuer von der noch in Feindeshand befindlichen H\u00f6he 345 ausgesetzt zu sein, seine alte Stellung wieder, weshalb G.F.R. den linken Fl\u00fcgel seiner neu ge= wonnenen Linie zur\u00fcckbiegen musste. Folw. Piakowa und H\u00f6he 310 gerieten wieder in die Hand der Russen. Von 3.50 nachm. ab flaute das feindliche Artilleriefeuer allm\u00e4hlich ab und verstummte schlie\u00dflich ganz. Mit Eintritt der Dunkelheit trat Ruhe ein. W\u00e4hrend der Nacht wurde eine neue Linie unter Benutzung alter russischer Gr\u00e4ben ausgehoben, die alte wiederhergestellt. Das Reserve=Batl. (I.) besetzte, als die neue Stellung eingenommen war, die alte Linie mit zwei Kompagnien und gab zwei dem L.I.R. im J\u00e4gerwalde f\u00fcr 24 Stunden ab.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Beute des Regiments betrug an diesem Tage 21 Offiziere, 927 Mann gefangen, 10 M.G., 3 Minenwerfer; allein vor der Stellung der 9. Komp. lagen am Abend \u00fcber 300 tote Russen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lage des Grabes von Albert Krombach ist unbekannt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_68975\" aria-describedby=\"caption-attachment-68975\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-68975\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Albert-Krombach.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"549\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Albert-Krombach.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Albert-Krombach-300x206.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Albert-Krombach-768x527.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-68975\" class=\"wp-caption-text\">Die Todesanzeige f\u00fcr Albert Krombach im Gie\u00dfener Anzeiger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Albert Krombach stammte aus Launsbach, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg. 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