{"id":69220,"date":"2026-06-10T16:00:14","date_gmt":"2026-06-10T14:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=69220"},"modified":"2026-06-10T13:51:58","modified_gmt":"2026-06-10T11:51:58","slug":"sonderbeitrag-philipp-amend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=69220","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Philipp Amend"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Philipp Amend wurde am 18.12.1880 in der hessischen Ortschaft <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Treis_an_der_Lumda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Treis an der Lumda<\/a> geboren, einem Stadtteil von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staufenberg_(Hessen)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Staufenberg<\/a>. Im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpfte er in der 7. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 15.09.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren an der Marne in Frankreich bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cernay-en-Dormois\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cerney-en-Dormois<\/a>.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Philipp Amend berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Am 15.9. 1\u00b0 vorm. wird das Regiment alarmiert. Abmarsch 2\u00b0 vorm. in Reihenfolge III., II., I. \u00fcber Fontaine\u2013Rouvroy nach der Stra\u00dfengabel 1,5 km s\u00fcdwestl. Cernay-en-Dormois, wo selbst Aufstellung genommen wird. Das Regiment steht der 15. R.D. zur Verf\u00fcgung. Von 7\u00b0 vorm. ab liegt die Stra\u00dfe und das Gel\u00e4nde westlich davon unter heftigem Artilleriefeuer. II. und I. nehmen 11\u00b3\u2070 vorm. Aufstellung n\u00f6rdlich der bewaldeten H\u00f6he, westlich H\u00f6he 155 (la Justice), etwa 1,8 km s\u00fcdwestl. Cernay. III. bleibt an der Stra\u00dfengabel. 3\u00b0 nachm. wird bei einem Erkundungsgang der Regiments-F\u00fchrer, Oberstlt. Krause, schwer verwundet, der stellvertr. Regts.Adj. Lt. Vogt, f\u00e4llt. Major M\u00fcller \u00fcbernimmt die F\u00fchrung des Regiments. Um 4\u00b0 nachm. wird er von einer Abteilung Res.-Feld.Art. 15 dringend um Hilfe gebeten, weil deren rechte Flanke von vorgehender franz\u00f6sischer Infanterie bedroht wird. Sofort wird die gerade eben von Bertrix eingetroffene 6. Komp. zum Schutze der Artillerie eingesetzt, der Rest des Bataillons nachgezogen. Die 5. Komp. verl\u00e4ngert die bald im Gefecht stehende 6. Komp. nach rechts, 7. und 8. Komp. bleiben mit zweiter Linie hinter den Fl\u00fcgeln. Die St\u00e4rke des Gegners von ein bis zwei Bataillonen veranla\u00dft auch den Einsatz von 7. und 8. Komp. I. wird herangezogen und verl\u00e4ngert mit 2. und 3. Komp. die Sch\u00fctzenlinie mit dem Befehl, die 191 (sp\u00e4ter Cherneux) nordwestlich vorgelagerte H\u00f6he, die sp\u00e4ter Kellerh\u00f6he genannt wurde, zu nehmen. I. wird hierbei von II. unterst\u00fctzt. Bald darauf treten 1. und 3. Komp. in 191 ein, die anderen nehmen am Angriff teil. Von der genommenen Stellung wird starkes feindliches Artilleriefeuer er\u00f6ffnet. Im weiteren Verlauf des Nachmittags erfolgt starker Angriff des franz\u00f6sischen Gegners, der 191 nimmt. Nach R\u00fcckzug der deutschen Artilleriefeuer, aus der Etangschlucht f\u00f6rderndes und verlustbringendes Infanterieflankenfeuer. Trotzdem geht es ruhig vorw\u00e4rts, auf 191 zu. Gegen Abend suchen von Ma\u00dfiges aus starke franz\u00f6sische Kr\u00e4fte den rechten Fl\u00fcgel zu umfassen, das flankierende Feuer der Artillerie wird st\u00e4rker, Unterst\u00fctzungen f\u00fcr die geschw\u00e4chten Bataillone treffen nicht ein. Das zur Verf\u00fcgung der Brigade stehende III. kann nicht rechtzeitig erreicht werden, weil es offenbar dem Regiment zu melden \u2013 seinen Standort verlassen hat. I. und II. sehen sich daher unter dem starken Druck des Gegners gezwungen, in die Gr\u00e4ben am Abhang von Punkt 199 zur\u00fcckzugehen. II. wird nordl. der H\u00f6he in der Nacht gesammelt und bezieht den Westhang der Etangschlucht, I. h\u00e4lt und bleibt in den Gr\u00e4ben auf 199. W\u00e4hrend des Tages fallen von Offizieren: Lt. Vogt, Lt. Winkler, Lt. B\u00e4r, Off.-Stellv. Hofmann, Off.-Stellv. Thorn. Verwundet werden Spth. Laubis, Lt. Meyer, s\u00e4mtlich II. Von Unteroffizieren und Mannschaften des I. und II. fielen, vermittelt 56, (nachab alle gefallen, die sp\u00e4ter nach Erst\u00fcrmung von H\u00f6he 191 festgestellt wurde), verwundet 180. II. meldet 2 Tote und 12 Verwundete. Am Abend des 15.9. greift das II. au\u00dfer dem F\u00fchrer, Major M\u00fcller, und dem 3. Komp. um Abiturienten an. Nachdem Lt. R\u00fchl \u00fcber Offiziere mehr. Die Kompagnien werden von Rie\u00dffeldwebeln gef\u00fchrt. Am 16.9. 10 vorm. wird I. auf H\u00f6he 199 abgel\u00f6st, II. verbleibt in seiner Stellung. I. wird rechts des II. r\u00fcckw\u00e4rts gestaffelt, im Grunde n\u00f6rdlich der Chau\u00dfion-Ferme aufgestellt. 7\u00b3\u2070 nachm. r\u00fcckt das Regiment auf Befehl der 15. R.D. nach H\u00f6he 155 (la Justice), um die 22. Inf.-Brig. des VI. A.K. abzul\u00f6sen. III. bezieht die Stellung westlich Punkt 150 an der Stra\u00dfe Cernay\u2013Bille-sur\u2013Tourbe (Brietterie), I. die Stellung an der Ostsee der bewaldeten Kuppe, westlich der H\u00f6he 155, II. verbleibt in Reserve am Nordhang der bewaldeten Kuppe (Sargdebel) westlich 155 (Kreuzh\u00fcgel). Am 18. 9. \u00fcbernimmt Lt. Sch\u00e4fer die F\u00fchrung des II., w\u00e4hrend R. 17 unterstellt und l\u00f6st ein Batl. dieses Regiments westlich H\u00f6he 199 ab. Am 20. 9. 7\u00b3\u2070 nachm. trifft die Meldung ein, da\u00df feindliche Sch\u00fctzen gegen den rechten Fl\u00fcgel des II. vorgehen. Die in Reserve liegende 5. Komp. wird in die Stellung geschickt; vorgetriebene Kundschafter stellen jedoch fest, da\u00df das Vorgel\u00e4nde vom Feinde frei ist. Trotzdem entwickelt sich gegen 12\u00b0 nachts ein lebhaftes Feuergefecht, ein Angriff erfolgt jedoch nicht. Die dauernden Schwierigkeiten in der Verpflegung und die andauernd na\u00dfe Witterung rufen zahlreiche Darmerleiden bei den Mannschaften hervor; die Stimmung leidet dadurch, das Aussehen der Leute wird schlechter, sich zusehends.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man begrub Philipp Amend auf dem Soldatenfriiedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/oXcihMTh7PVHSVUb6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Servon-Melzicourt<\/a><\/span> in einem Massengrab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_69221\" aria-describedby=\"caption-attachment-69221\" style=\"width: 1068px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-69221\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Philipp-Amend.jpg\" alt=\"\" width=\"1068\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Philipp-Amend.jpg 1068w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Philipp-Amend-300x201.jpg 300w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Philipp-Amend-800x536.jpg 800w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Philipp-Amend-768x514.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1068px) 100vw, 1068px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-69221\" class=\"wp-caption-text\">Die Todesanzeige f\u00fcr Philipp Amend im Gie\u00dfener Anzeiger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Philipp Amend wurde am 18.12.1880 in der hessischen Ortschaft Treis an der Lumda geboren, einem Stadtteil von Staufenberg. 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