{"id":70827,"date":"2026-10-29T12:00:18","date_gmt":"2026-10-29T11:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=70827"},"modified":"2026-10-28T19:08:14","modified_gmt":"2026-10-28T18:08:14","slug":"sonderbeitrag-dr-fritz-gueldenpfennig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=70827","title":{"rendered":"Sonderbeitrag: Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig"},"content":{"rendered":"<p>Der Soldat Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig wurde am 23.10.1891 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haldensleben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Haldensleben<\/a> geboren und lebte in Bielefeld im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Feldhilfsarzt im Regimentsstab des 122. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 27.09.1918 fiel er in Frankreich w\u00e4hrend der Abwehrschlacht bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sommepy-Tahure\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sommepy<\/a> durch einen Artillerie-Volltreffer. Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig wurde 26 Jahre alt.<\/p>\n<p>\u00dcber den Todestag und die Todesumst\u00e4nde von Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig berichtet die Regimentsgeschichte des 122. Reserve-Infanterie-Regiments:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Abwehrschlacht bei Somme-Py.<\/em><br \/>\n<em>25. September bis 4. Oktober 1918. <\/em><\/p>\n<p><em>Das Herausziehen des Regiments aus der Stellung am Brimont begann schon am 24. September mit der Abl\u00f6sung des III.\/236 durch ein Bataillon des I.R. 43. Das abgel\u00f6ste Bataillon marschierte in der Nacht vom 24. auf 25. September nach dem Pommernlager 2 km \u00f6stlich Warmeriville. Das II.\/236 und der Regimentsstab wurden 24 Stunden sp\u00e4ter abgel\u00f6st und erreichten im Nachtmarsch das Hindenburglager bei Aussonce. Vom Pommernlager aus marschierte das III.\/236 am 26. September um 8.30 Uhr nachm. unter F\u00fchrung des Ltn. Sellke weiter nach Warmeriville, um hier am 27. September um 4 Uhr fr\u00fch verladen und mit der Bahn nach Betheniville bef\u00f6rdert zu werden, wo es um 6 Uhr vorm. ankam. Von hier wurde es zun\u00e4chst in s\u00fcdlicher Richtung zum Russenkreuz in Marsch gesetzt, unterwegs aber auf Grund einer Befehls\u00e4nderung auf Kraftwagen verladen und zum Gefechtsstand des Regimentsstabs, etwa 3 km s\u00fcdlich St. Etienne \u00e0 Arnes an der Stra\u00dfe St. Etienne-Somme-Py, verbracht. Dort waren n\u00e4mlich inzwischen Regimentsstab und II.\/236 aus dem Hindenburglager schon eingetroffen. Das letztere hatte unter F\u00fchrung des Ltn. Zangerle die 2. H.W.L., 1 km n\u00f6rdlich Somme-Py, beiderseits der Stra\u00dfe M\u00e9d\u00e9ah Ferme-Somme-Py besetzt. Das III.\/236 schlo\u00df sich nun dieser Besetzung rechts, also westlich, bis zur Stra\u00dfe St. Etienne-Somme-Py verl\u00e4ngernd, an. Die 12.\/236 als Regimentsreserve ging zun\u00e4chst beim Regiments-Gefechtsstand in Stellung; sp\u00e4ter wurde auch sie vorgeschoben und am rechten Fl\u00fcgel des III.\/236 in der 2. H.W.L. eingesetzt, wo der Anschlu\u00df nicht gen\u00fcgt hatte, weil sich nur einzelne Leute der Regimenter 26 und 184 vorfanden. Nach links bestand Anschlu\u00df an R.I.R. 234. Das I.\/236 wurde am 26. September um 8 Uhr abds. in der Bereitschaftsstellung am Cran de Brimont durch ein Bataillon des Gren.Regt. 1 abgel\u00f6st, und mit Lastautos nach St. Etienne sur Suippes bef\u00f6rdert, von wo am 27. September um 1 Uhr fr\u00fch der Weitertransport mit der Bahn nach Betheniville erfolgte. Ankunft daselbst um 9 Uhr vorm. Von hier aus marschierte es in den Bereitschaftsraum des Regiments und bezog um 4 Uhr nachm. zun\u00e4chst Reservestellung in der Altonamulde, 1 km n\u00f6rdlich der 2. H.W.L. \u00f6stlich der Stra\u00dfe St. Etienne-Somme-Py hinter dem rechten Fl\u00fcgel des Regiments. Als es in diesem Gel\u00e4nde eintraf, herrschte bereits sehr dicke Luft. Die feindliche Artillerie funkte hinein, was das Zeug hielt, und es war ersichtlich, da\u00df sich wieder einmal ein starkes Gewitter \u00fcber unserem Haupte zusammenzog. Es dauerte auch nur wenige Minuten, als schon die ersten Verluste eintraten. <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Unter ihnen befand sich ein alter lieber Kamerad des Bataillonsstabs, der Feldunterarzt G\u00fcldenpfennig, der treue Begleiter in mancher Schlacht, der sich stets mutig und unerschrocken eingesetzt hatte, wenn es galt, Verwundeten Hilfe und Linderung zu bringen. Ein Artillerie-Volltreffer zerri\u00df ihn vollst\u00e4ndig. Nun war er wieder vereinigt mit seinem Freunde <a href=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/?p=70837\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00f6rding<\/a>, dem F\u00fchrer der 2.\/236, der ihm im Tode erst vor wenigen Monaten vorangegangen war. Die Erinnerung an den tapferen Soldaten, den ausgezeichneten Menschen und sonnig heiteren Weggenossen wird stets unter uns lebendig bleiben.<\/strong><\/span> Die kritische Stunde aber lie\u00df es nicht zu, den Kopf h\u00e4ngen zu lassen und zu trauern. F\u00fcr jeden hie\u00df es, die Sinne bis zum \u00c4u\u00dfersten anzuspannen, damit er der Lage Herr bleibe. In der Nacht zum 28. September wurde dem Regiment bekannt gegeben, da\u00df am n\u00e4chsten Tage mit einem feindlichen Gro\u00dfangriff zu rechnen sei. Es wurde aus der bisherigen Stellung herausgezogen und links vom R.I.R. 234 in der Mulde zwischen Storchh\u00f6he und Fuchsberg, III.\/236 rechts, II.\/236 links, eingesetzt. Das I.\/236 bezog Reservestellung dicht n\u00f6rdlich des Kammes des Fuchsbergs. Die Begleitbatterie 5\/51 nahm Stellung am n\u00f6rdlichen Hang des Fuchsbergs mit Beobachtung auf Storchh\u00f6he. Die Minenwerferkompagnie folgte mit Werfern und Tankgewehren ebenfalls dorthin nach. Die M.G.K.&#8217;n nahmen Stellung im Bereich ihrer Bataillone. Das Regiment erhielt ferner den Auftrag, einen feindlichen Einbruch in die 2. H.W.L. \u00f6stlich Somme-Py unter allen Umst\u00e4nden zu verhindern. Es befahl deshalb dem II. und III.\/236, Sicherungspatrouillen auf die Storchh\u00f6he und in die 2. H.W.L. vorzutreiben.<\/em><\/p>\n<p id=\"p-rc_4eb639c97f9a3700-56\" data-path-to-node=\"1,0,0\"><em>Die Umgruppierung des Regiments vollzog sich nicht ohne gro\u00dfe Hemmungen, da starkes feindliches Vorbereitungsfeuer im Gel\u00e4nde lag. So gelang es dem III.\/236 nicht, alle Teile in den befohlenen Bereitschaftsraum zu bringen. 9. und 11.\/236 zogen sich in der H.W.L. weiter, als vorgesehen, nach Osten hin, fanden die Gr\u00e4ben am S\u00fcdwesthang der Storchh\u00f6he unbesetzt und richteten sich hier ein. Die 3. M.G.K. unter Ltn. Leisterer erlitt durch das heftige feindliche Feuer starke Ausf\u00e4lle und konnte den Bereitstellungsplatz erst am 28. September vormittags erreichen. Nur Stab und 12.\/236 fanden sich rechtzeitig durch.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Man begrub Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig auf dem Soldatenfriedhof <span data-sheets-root=\"1\"><a class=\"in-cell-link\" href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/Lx8fE7LcDS32\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mont St. Remy<\/a><\/span> in <span data-sheets-root=\"1\">Block 1, Grab 39.<\/span><\/p>\n<p>In Hillersleben in Sachsen-Anhalt gedenkt man Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig noch heute auf einem Denkmal: <a href=\"http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2020\/hillersleben_gem-westheide_lk-boerde_1813-1815_1866-1871_wk1_wk2_sa.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.denkmalprojekt.org\/2020\/hillersleben_gem-westheide_lk-boerde_1813-1815_1866-1871_wk1_wk2_sa.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_70828\" aria-describedby=\"caption-attachment-70828\" style=\"width: 502px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-70828\" src=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Gueldenpfennig-Kording-223-RIR.jpg\" alt=\"\" width=\"502\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Gueldenpfennig-Kording-223-RIR.jpg 502w, https:\/\/geschichte-hautnah.de\/www\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Gueldenpfennig-Kording-223-RIR-300x261.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 502px) 100vw, 502px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-70828\" class=\"wp-caption-text\">Hilfsfeldarzt Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig und Leutnant der Reserve Rudolf K\u00f6rding<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Soldat Dr. Fritz G\u00fcldenpfennig wurde am 23.10.1891 in Haldensleben geboren und lebte in Bielefeld im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen. 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