Der Soldat Franz Hofbauer stammte aus Wolfakirchen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Haarbach, und war Wagnermeister. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 25.06.1915 fiel er im Alter von 36 Jahren bei Leintrey.
Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Franz Hofbauer berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:
„Ab Juni 1915 wurde ein Verfügungsbataillon des Armeeoberkommandos (abwechselnd Landwehr-Regiment 15 und 122) nach Duß (Dieuze) gelegt, das in ruhigeren Zeiten die Tage zur Gefechts- und Schießausbildung benützte und im Anschluss an die Ausbildungszeit besichtigt wurde. Am 20. Juni traf diese Bestimmung das III. Bataillon, diesmal freilich nicht zur Ruhe. Denn schon am 22. Juni auf dem Marsch zum Schießplatz alarmiert, rückte es noch am Vormittag mit der Bahn nach Deutsch-Elfringen (Avricourt) und wurde hier der Gruppe Unger unterstellt, von dieser dem Landwehr-Regiment 4 zugeteilt. Am 23. abends unerwartet abgerufen, hatte es nach Leintrey zu marschieren. Die Gefechtslage war folgende: Von den sogenannten Stützpunkten 1 – 7 südwestlich Lintrey (in Wirklichkeit nicht Stützpunkte im üblichen Sinn, sondern zusammenhängende Linien einer Infanteriestellung ohne ausreichendes Hindernis) waren 3 – 5 an den Gegner verloren gegangen, Gegenangriffe waren ohne Erfolg geblieben. Das abgekämpfte III./Landwehr-Regiment 4 sollte durch III./15. abgelöst werden. Der Auftrag lautete: „Bataillon besetzt mit einer Kompanie Stützpunkte (1, 2, 6, 7), der Rest des Bataillons gräbt sich 600 Meter nördlich der Stützpunkte in Linie der Feldwache 1 und 2 ein. Einweisung durch III./Landwehr 4″. War bei dem Drängen des abzulösenden Bataillons – übrigens eine im Krieg sehr häufige Erfahrung – diese Einwesung recht flüchtig, so dass kaum die Front gegen den Feind klar erkannt war, so ergaben sich ferner außerordentliche Schwierigkeiten aus dem noch unvollkommenen Ausbau der mit Hindernissen schwach oder in Linie der Feldwache überhaupt nicht geschützten, nur unzureichend mit Unterständen versehenen Stellungen; mangelndes Schussfeld, unzureichende Brustwehren, das Fehlen von gedeckten Annäherungswegen, Schwierigkeiten der Befehlsgebung bei der Art der Stellung wirkten außerdem hemmend und erschwerten die Lösung der gestellten Aufgabe, zumal der einzige Fernsprecher nach rückwärts durch das Vernichtungsfeuer der feindlichen Artillerie rasch abgeschossen wurde. Schon in der ersten Nacht war ein feindlicher Angriff aus den vom Feind genommenen Stützpunkten abzuwehren. Erst das Tageslicht aber machte eine Übersicht und klare Beurteilung der beiderseitigen Stellung möglich. Beantragte Hilfskräfte zum Heranschaffen von Baustoffen waren nicht zu erhalten. Tote und Verwundete des abgelösten Bataillons lagen noch in der Stellung und mussten zurückgebracht werden. Das Arbeiten wurde durch feindliches Störungsfeuer sehr erschwert. Auch in der Nacht zum 25. folgten sich heftige Feuerüberfälle und Angriffe, besonders schwer gegen Stützpunkt 6. Der opfermutigen Haltung der Besatzung gelang es aber wiederum, den feindlichen Angriff abzuwehren und den Gegner empfindlich zu schädigen. Am Morgen war nämlich zu beobachten, wie er mit Tragbahren Gefallene und Verwundete zurückschaffte. Besonders ausgezeichnet hatte sich Sanitätsunteroffizier Kellermann, der von rückwärts in die Gefechtslinie vorgekrochen war und nun zwei Tage lang bis zur eigenen Verwundung seinen Kameraden vorzügliche Dienste leistete. In der Nacht zum 26. wurde wiederum mit Hilfe der trefflich wirkenden eigenen Artillerie ein Vorstoß des Gegners abgeschlagen, die Verluste aber wuchsen natürlich.“
Man begrub Franz Hofbauer auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

