Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.957: Josef Wittmann

Der Soldat Josef Wittmann wurde am 28.08.1890 in Donaualtheim geboren, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Dillingen an der Donau, und war von Beruf Schmied. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 11. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 17.08.1916 (Regimentsgeschichte: 16.08.1916) fiel er im Alter von 25 Jahren während der Schlacht an der Somme in Frankreich. Er wurde bei der Ortschaft Maurepas getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Wittmann berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 16.08. lag starkes Feuer auch zwischen der I. und II. Stellung: der Le Forest-Grund war nicht mehr zu sehen, alles Grau in Grau.

Um 5 Uhr nachmittags schossen schwere und schwerste Kaliber den ganzen Abschnitt. Eine Steigerung dieses höllischen Lärms hielt man nicht mehr möglich und doch war es so, als von 6 Uhr ab Trommelfeuer auf die I. und Le Forest-Stellung losgelassen wurde; dazu brausten Flugzeuggeschwader in 300 – 400 Metern Höhe heran. Man fühlte sich erlöst, als ½ Stunde nach der langen ungewöhnlich schweren Beschießung der Feind in mehreren Wellen auf das I. Bataillon losging, unterstützt durch tief herunter stoßende Flieger, die mit Maschinengewehr und Handgranaten die Verteidiger bearbeiteten; der Führer der 2. Kompanie, Oberleutnant der Reserve Richter, wurde hierdurch verwundet. Während vor dem rechten Flügel und der Mitte des I. Bataillons der Franzose – 27. Infanterie-Division – vor Erreichen der Stellung abgewiesen wurde, hatte die 2. Kompanie den Hauptstoß auszuhalten und sich der feindlichen Übermacht in erbittertem Nahkampf, Mann gegen Mann, zu erwehren. Nach zweistündigem harten Ringen war der Franzose mit blutigem Kopf nach Hause geschickt. Der Erfolg gegen die Überzahl – trotz Unterstützung aus der Luft – war neben der kaltblütigen Haltung der Leute dem mustergültigen Zusammenarbeit der Handgranatentrupps zu verdanken, wiewohl der Feind mit seinen weiter tragenden Eierhandgranaten anfänglich im Vorteil war. Zu den einzelnen Kampfabschnitten hatte unser Sperrfeuer immer verlässig und wirkungsvoll eingesetzt, ebenso die flankierende Tätigkeit der Maschinengewehre.

Man hatte kaum Zeit gehabt, das Ergebnis des Tages zu werten, als 9.15 Uhr abends nochmals Trommelfeuer einsetzte, diesmal besonders auf Maurepas. In die Befehlsstelle des III. Bataillons, in der sich auch Unterstützungen aufhielten, schlugen Volltreffer ein; ihnen fielen zum Opfer: der Bataillons-Kommandeur Major Schulze, Leutnant der Reserve und Adjutant Brendel, die Kompanieführer Oberleutnant der Reserve Gerdeisen 10., Leutnant der Reserve Schreyer 11 und Leutnant Goßmann 12., O. St. Alt 11., Vizefeldwebel Forster der Maschinengewehr-Kompanie, der Artilleriebeobachter, fünf Unteroffiziere und 25 Mann.

10.30 Uhr abends brach der Franzose nochmals gegen das I. Bataillon vor. Durch das gutsitzende Sperr- und Maschinengewehrfeuer, sodann im Handgranatenkampf, an dem sich auch der zur Verstärkung der 2. Kompanie schneidig und geschickt im Sperrfeuer vorgeeilte Zug des Leutnants der Reserve Fritz der 5. Kompanie wacker beteiligte, war auch diesmal am Abschluss des schweren Kampftages der Erfolg auf unserer Seite. Es hatte auch nichts geholfen, dass die französische Artillerie hinter ihre eigene Infanterie Sperrfeuer legte, um sie dadurch vorzutreiben.

In dieser Nacht noch sollte durch eine Kompanie des 2. Garde-Regiments zu Fuß die stark gelichtete 2. Kompanie abgelöst werden; sie traf aber nicht ein, sodass hierfür unsere 8. Kompanie einspringen musste. Die 2. Kompanie, die die Hauptlast des Tages getragen hatte, rückte gegen 2 Uhr vormittags nach Viller-Faucon in Unterkunft.

5.30 Uhr vormittags des 17.08.1916 traf die 4. Kompanie 2. Garde-Regiment z. F. zur Ablösung ein. Die 8. Kompanie wurde herausgezogen und zur Verstärkung mit einem Zug der 4. mit ½ der 3. Kompanie zugeteilt, während der Rest Bataillons-Reserve wurde. Nebel begünstigte diese Verschiebung.

Der Vormittag war ruhig; der Franzose erholte sich offenbar von seinem Misserfolg tags zuvor. Von Mittag ab Streufeuer auf dem ganzen Abschnitt und die gewohnte Fliegertätigkeit. Erst gegen Abend Einzelfeuer schwerer Kaliber auf Maurepas und die Hohlweg-Stellung.“

Offiziell ist für Josef Wittmann keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er unter falschen Vornamen auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab begraben wurde, wo man auch seine Kollegen der 11. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Landwehrmann Johann Schwarzkugler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Hans Deffner, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 2, Grab 62-74;
  • Gefreiter Johann (vermutlich richtig „Josef“) Wittmann, geboren am 29.08.1890 in Donaualtheim, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Johann Spengler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60.

 

Sterbebild von Josef Wittmann
Rückseite des Sterbebildes von Josef Wittmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.955: Leonhard Holzhammer

Der Soldat Leonhard Holzhammer wurde am 02.05.1895 geboren und stammte aus Mörmoosen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tüßling, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Schütze in der 2. Maschinengewehr-Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 01.06.1918 wurde er während der Verfolgungskämpfe zwischen Oise, Aisne und über die Vesle bis zur Marne im Alter von 23 Jahren nach 31 Monaten Kriegsdienst getötet. Er erhielt bei der Erstürmung des Courmontwaldes westlich von Reims einen Unterleibschuss, durch den er fiel.

Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Holzhammer berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Die Erstürmung des Courmontwaldes 01.06.1918

In den Morgenstunden des 01.06. tritt das Regiment befehlsgemäß zum Angriff an. Die vorderen Wellen werden aber alsbald vom völlig unerschütterten Feind durch heftiges Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu Boden gezwungen. Der Regimentskommandeur stellt daher zunächst das weitere Vorgehen ein und befiehlt Eingraben in den erreichten Linien. Aus dieser Stellung wird mit Tagesanbruch die eingehende Erkundung des Vorgeländes weiter fortgesetzt. Es ergibt sich, dass das rechte Anschluss-Regiment, 27. Infanterie-Regiment, erst den Höhenrücken ostwärts Romigny erreicht hat, dass ferner die linke Anschlussdivision, 232. Reserve-Division, noch nicht vorgekommen ist. Das Regiment erhält aus ostwärtiger Richtung, insbesondere vom Höhenrücken nördlich Cambrecy her, heftiges Flankenfeuer.

Das feindliche Artilleriefeuer, unterstützt durch feindliche Erkundungsflugzeuge, liegt im Laufe des Vormittags des 01.06. mit sich steigernder Heftigkeit auf dem vom Regiment erreichten, fast deckungslosen Gelände. Die Verluste sind erheblich, insbesondere beim linken Flügelbataillon. Die Lage für das Regiment ist wenig beneidenswert und erfordert seitens der Führung besondere Aufmerksamkeit.

Gegen 12 Uhr mittag trifft Divisions-Befehl ein, wonach der Angriff nach ½ stündiger Artillerie-Vorbereitung fortzusetzen ist. Die hierzu erforderlichen Befehle sind eben ausgegeben. Da setzt gegen 2 Uhr nachmittags ein das bisherige weit übersteigendes, heftiges Trommelfeuer der feindlichen Artillerie auf unsere Stellung, auf Ville en Tardenois, wo sich der Divisions- und Brigade-Stab inzwischen eingefunden hat, sowie auf das Rückengelände ein. Die hiedurch verursachten schweren Verluste scheinen eine Fortsetzung des Angriffs vorerst nicht mehr zu ermöglichen.

Eine Lage schlägt in der Regiments-Befehlsstelle ein, verwundet den Regiments-Kommandeur und den Führer des Reserve-Bataillons, Hauptmann von Kuepach, tötet mehrere Leute des Stabes. Die Lage steht auf des Messers Schneide.

Da eilt der Regiments-Kommandeur, noch blutüberströmt und nur mit Notverband versehen, in die vordere Linie, ihm schließt sich der 1. Generalstabsoffizier der Division, Hauptmann Pflaumer, an. Das persönliche, unerschreckene Beispiel des hochverehrten Führers wirkt beruhigend und belebend. Zudem beobachtet der Regiments-Kommandeur nunmehr, dass das durch Feuer wenig belästigte 27, Infanterie-Regiment eben zum Angriff ansetzt. Mit raschem Entschluss gibt er jetzt den Angriffsbefehl. I/26. hat sich im Anschluss an das 27. Infanterie-Regiment vorzuarbeiten, links davon geht III./26 anstelle des durch besonders schwere Verluste stark geschwächten II./26. vor. II./26. folgte als Regiments-Reserve hinter dem linken Flügel des Regiments. Die Begleitbatterie ist infolge starker Verluste an Mann und Pferd nicht mehr verwendungsfähig.

Und schon geht das Regiment, vorgerissen durch das hervorragende persönliche Beispiel seines Kommandeurs, in unaufhaltsamem Angriff gegen die sich zäh verteidigenden Senegalneger vor und gewinnt zunächst mit den westlichen Teilen des Regiments den Courmontwald. Bald ist der Feind geworfen und in unerbittlichem Nachstoß im Kampf gegen zahlreiche versteckte Maschinengewehr-Nester und Baumschützen der Südrand des Waldes erreicht.

Hier ordnet der Regiments-Kommandeur persönlich die im Waldkampf stark durcheinander gekommenen Verbände. I./26 steht mit Front nach Süden und Südosten, anschließend daran übernimmt II. Bataillon ostwärts der Straße Ville-en-Tardenois – Boujacourt die Sicherung gegen die vom Feind noch stark besetzte Höhe nördlich Boujacourt. III. Bataillon wird als Regimentsreserve zunächst hinter dem I./26 bereitgestellt. Der Courmontwald wird von feindlicher Artillerie dauernd unter heftigem Artillerie-Feuer gehalten.

Ein blutiger Kampftag geht zur Neige. Das Regiment hat die schwierigen Kampfverhältnisse des westlichen Kriegsschauplatzes gleich beim ersten Einsatz in vollstem Umfange zu kosten bekommen. Die Verluste sind erheblich, namentlich auch die Ausfälle an Führern. Aber es zeigt sich, dass die Ausbildungszeit im Osten nicht vergeblich war. Führer und Mann haben sich den schweren Anforderungen voll gewachsen gezeigt.“

 

Sterbebild von Leonhard Holzhammer
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Holzhammer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.953: Franz Dieplinger

Der Soldat Franz Dieplinger stammte aus Jegling, Pfarrei Palling und war der Sohn eines Landwirts (Neubauer). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Jäger-Bataillons. Am 18.08.1917 fiel er im Alter von 20 Jahren während der Durchbruchsschlacht an der Putna und Susita in Rumänien.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Franz Dieplinger berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Jäger-Bataillons:

„Die Ablösung geht am 17. morgens zwischen 3.30 Uhr und 5 Uhr ohne besondere Ereignisse vorüber und ist die Gruppe Spiegel um 6.30 Uhr vormittags am befohlenen Platze vereinigt. Sonst bringt der Tag nichts Neues. Seitens der 13. Schützen-Division wurde am 18.08. die Ablösung des 2. Jäger-Bataillons und des Restes 1. Jäger-Bataillon so zeitig durchgeführt, dass diese Teile des Regimentes schon zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr vormittags bei Straoanii de Jos eintrafen. Der Regimentsstab wurde dadurch ebenfalls frei und begab sich nach Baleni. Dort geht im Laufe des Nachmittages der Brigadebefehl ein, dass sich das Regiment in der Nacht vom 18./19. mit zwei Bataillonen in den Raum zwischen Valeni und Repeda verschieben soll.“

Die Lage des Grabes von Franz Dieplinger ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Palling gedenkt Franz Dieplinger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2021/palling_lk-traunstein_wk1_wk2_by.html

Sterbebild von Franz Dieplinger
Rückseite des Sterbebildes von Franz Dieplinger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.952: Bartholomäus Kierner

Der Soldat Bartholomäus Kierner (Verlustlisten: Kierner) stammte aus Unterhadermark, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Burghausen, und war Kleinbauer. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 6. Kompanie des 13. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 12.10.1915 fiel er im Alter von 33 Jahren bei Petka während des Krieges gegen Serbien.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Bartholomäus Kierner berichtet die Regimentsgeschichte des 13. bayerischen reserve-Infanterie-Regiments:

„08.10. Donauübergang und heftige Kämpfe auf dem Südufer (II. Bataillon) Teile des I. Bataillons werden übergesetzt.

09.10. Sturm auf serbische Stellungen westlich Petka (II. und ½ III. Bataillon) ½ III. Bataillon zum 3. Infanterie-Regiment. Rest des I. Bataillons übergesetzt.

10.10. In den genommenen Stellungen. Patrouillenkämpfe. Infanterie-Pionier-Abteilung Brückenbau auf Temessziget.

11.10. Gefecht nördlich der Kaserne von Požarevac.

12.10. Sturm auf die Kasernen von Požarevac. Serbische Gegenangriffe abgeschlagen.“

Die Lage des Grabes von Bartholomäus Kierner ist unbekannt.

Sterbebild von Bartholomäus Kierner
Rückseite des Sterbebildes von Bartholomäus Kierner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.951: Franz Hofbauer

Der Soldat Franz Hofbauer stammte aus Wolfakirchen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Haarbach, und war Wagnermeister. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 25.06.1915 fiel er im Alter von 36 Jahren bei Leintrey.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Franz Hofbauer berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Ab Juni 1915 wurde ein Verfügungsbataillon des Armeeoberkommandos (abwechselnd Landwehr-Regiment 15 und 122) nach Duß (Dieuze) gelegt, das in ruhigeren Zeiten die Tage zur Gefechts- und Schießausbildung benützte und im Anschluss an die Ausbildungszeit besichtigt wurde. Am 20. Juni traf diese Bestimmung das III. Bataillon, diesmal freilich nicht zur Ruhe. Denn schon am 22. Juni auf dem Marsch zum Schießplatz alarmiert, rückte es noch am Vormittag mit der Bahn nach Deutsch-Elfringen (Avricourt) und wurde hier der Gruppe Unger unterstellt, von dieser dem Landwehr-Regiment 4 zugeteilt. Am 23. abends unerwartet abgerufen, hatte es nach Leintrey zu marschieren. Die Gefechtslage war folgende: Von den sogenannten Stützpunkten 1 – 7 südwestlich Lintrey (in Wirklichkeit nicht Stützpunkte im üblichen Sinn, sondern zusammenhängende Linien einer Infanteriestellung ohne ausreichendes Hindernis) waren 3 – 5 an den Gegner verloren gegangen, Gegenangriffe waren ohne Erfolg geblieben. Das abgekämpfte III./Landwehr-Regiment 4 sollte durch III./15. abgelöst werden. Der Auftrag lautete: „Bataillon besetzt mit einer Kompanie Stützpunkte (1, 2, 6, 7), der Rest des Bataillons gräbt sich 600 Meter nördlich der Stützpunkte in Linie der Feldwache 1 und 2 ein. Einweisung durch III./Landwehr 4″. War bei dem Drängen des abzulösenden Bataillons – übrigens eine im Krieg sehr häufige Erfahrung – diese Einwesung recht flüchtig, so dass kaum die Front gegen den Feind klar erkannt war, so ergaben sich ferner außerordentliche Schwierigkeiten aus dem noch unvollkommenen Ausbau der mit Hindernissen schwach oder in Linie der Feldwache überhaupt nicht geschützten, nur unzureichend mit Unterständen versehenen Stellungen; mangelndes Schussfeld, unzureichende Brustwehren, das Fehlen von gedeckten Annäherungswegen, Schwierigkeiten der Befehlsgebung bei der Art der Stellung wirkten außerdem hemmend und erschwerten die Lösung der gestellten Aufgabe, zumal der einzige Fernsprecher nach rückwärts durch das Vernichtungsfeuer der feindlichen Artillerie rasch abgeschossen wurde. Schon in der ersten Nacht war ein feindlicher Angriff aus den vom Feind genommenen Stützpunkten abzuwehren. Erst das Tageslicht aber machte eine Übersicht und klare Beurteilung der beiderseitigen Stellung möglich. Beantragte Hilfskräfte zum Heranschaffen von Baustoffen waren nicht zu erhalten. Tote und Verwundete des abgelösten Bataillons lagen noch in der Stellung und mussten zurückgebracht werden. Das Arbeiten wurde durch feindliches Störungsfeuer sehr erschwert. Auch in der Nacht zum 25. folgten sich heftige Feuerüberfälle und Angriffe, besonders schwer gegen Stützpunkt 6. Der opfermutigen Haltung der Besatzung gelang es aber wiederum, den feindlichen Angriff abzuwehren und den Gegner empfindlich zu schädigen. Am Morgen war nämlich zu beobachten, wie er mit Tragbahren Gefallene und Verwundete zurückschaffte. Besonders  ausgezeichnet hatte sich Sanitätsunteroffizier Kellermann, der von rückwärts in die Gefechtslinie vorgekrochen war und nun zwei Tage lang bis zur eigenen Verwundung seinen Kameraden vorzügliche Dienste leistete. In der Nacht zum 26. wurde wiederum mit Hilfe der trefflich wirkenden eigenen Artillerie ein Vorstoß des Gegners abgeschlagen, die Verluste aber wuchsen natürlich.“

Man begrub Franz Hofbauer auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

Sterbebild von Franz Hofbauer
Rückseite des Sterbebildes von Franz Hofbauer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.950: Marinus Kirchberger

Der Soldat Marinus Kirchberger stammte aus Lehen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Fischbachau, und war Holzarbeiter von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 5. Reserve-Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Pionier-Bataillons. Am 16.07.1916 fiel er im Alter von 38 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Biaches.

Offiziell ist für Marinus Kirchberger keine Grablage bekannt, ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt begraben wurde, wo man auch seine Kameraden aus der 5. Reserve-Kompanie beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Josef Braumandl, gefallen am 15.07.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Gefreiter Ferdinand Grösch, gefallen am 14.07.1916 bei Barleux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Gefreiter Peter Fieß, gefallen am 15.07.1916 bei Biaches, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Pionier Lorenz Angermeier, gefallen am 14.07.1916 bei La Maisonette, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Gefreiter Johann Bauwerker, gefallen am 15.07.1916 bei Biaches, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Marinus Kirchberger
Rückseite des Sterbebildes von Marinus Kirchberger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.949: Josef Heringer

Der Soldat Josef Heringer stammte aus der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 09.04.1917 fiel er im Alter von 22 Jahren bei Écurie während der Schlacht bei Arras.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Heringer schreibt die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen reserve-Infanterie-Regiments:

„Von Mitternacht ab setzte bis in die Morgenstunden dauerndes Gasschießen ein. Der Gegner drang um diese Zeit bereits in die erste Linie des Nachbarregiments bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment 3 ein. Die zwei Ruhekompanien in Oppy wurden marschbereit gehalten. Wiederholt wurde Sperrfeuer angefordert, da Patrouillen gegen die Stellung vorfühlten. Um 5.20 Uhr setzte heftigstes Trommelfeuer ein, das sichere Zeichen, dass nunmehr der Angriff begann.

20 Minuten später traten die Engländer an und folgten hinter einer Feuerwand, die abschnittweise vorverlegt wurde. Die schwachen Grabenbesatzungen der vorderen Linie wurden trotz heftiger Gegenwehr durch die vielfache Überlegenheit überwältigt. Die 3. Linie konnte stellenweise noch bis 6.15 Uhr vormittags gehalten werden. Das eigene Artilleriefeuer wurde immer schwächer, da die Batterien im Abschnitt Nachts keine Munition erhalten hatten. So blieb nichts anderes übrig, als das rückwärtige feindliche Gelände mit Gasgranaten zu beschießen. Bei den weiteren Kämpfen des Tages war die größte Schwierigkeit die Deckung der rechten Flanke, da der Gegner beim Reserve-Infanterie-Regiment 3 durchgebrochen war und nun andauernd von Norden her drängte. Im Allgemeinen war um 6.15 Uhr vormittags das III. Bataillon und der Gefechtsstand des Bataillons im Augsburgerhaus bereits außer Gefecht gesetzt. Die vorderen Teile des II. Bataillons hielten sich noch einige Zeit in der 3. Linie und an der Befehlssstelle Wittelsbach. Um 7.15 vormittags erreichten die Reste des II. Bataillons – beim Zurückgehen stark beschossen – die Zwischenstellung. Hier richtete sich das Bataillon beiderseits des Landwehrweges erneut zur Verteidigung ein. Der nördliche Teil der Zwischenstellung war bereits von rechts umfasst und verloren gegangen. Die Verbindung nach links zum Reserve-Infanterie-Regiment 2 wurde aufgenommen. Vom Regiment wurden nun auch die übrigen zwei Ruhekompanien herangezogen und das I. Bataillon geschlossen in der 2. Stellung eingesetzt.

Um 9.30 Uhr vormittags drang der Gegner unter dem Schutz eines plötzlich einsetzenden Schneegestöbers frontal gegen die Zwischenstellungen vor, ging dicht davor in Stellung und umging dabei den rechten Flügel des II. Bataillons. Zur Abwehr dagegen wurden die Teile des II. Bataillons mehr nach links an die Reste des Reserve-Infanterie-Regiments 2 herangezogen. Allmählig wurde das feindliche Feuer schwächer und das Gefecht kam zum Stehen. Zur Deckung der rechten Flanke wurden vom Regiment noch zwei Maschinengewehre vorgeschickt. Versuche, verloren gegangene Teile der Stellung wieder zu gewinnen, scheiterten. Die 2. Kompanie, welche zur Verbindung mit Reserve-Infanterie-Regiment 3 gegen Thélus vorgeschickt wurde, kam nur wenig vorwärts, da der Gegner schon zu weit vorgedrungen war. Die 3. Kompanie, welche den Befehl erhielt, die nördliche Hälfte der Zwischenstellung zu gewinnen, kam in schweres Artilleriefeuer und wurde zersprengt. Um 11.15 Uhr vormittags wurde die 1. Kompanie von der Befehlsstelle des Regiments zur rechten Hälfte der Zwischenstellung vorgeschickt. Die Kompanie kam aber nur 200 Meter heran, da der Gegner bereits den nördlichen Teil der Zwischenstellung besetzt hatte, und ging dort im freien Feld in Stellung. 2. Kompanie schob ihren linken Flügel vor, bis der Anschluss hergestellt war.

Inzwischen waren noch Meldungen eingetroffen, dass der Gegner bereits den Bahndamm bei Farbus erreicht habe. Nun bot sich ein merkwürdiges Bild dar. Nach dem Schneegestöber war der Himmel plötzlich aufgeklärt. Auf den Höhen von Thélus sah man die Engländer in Massen herumstehen. Man konnte bei wunderbarem Frühlingswetter jede einzelne Bewegung beim Gegner deutlich beobachten, besonders die der Offiziere, die mit Stöckchen in der Hand untätig vor der Front auf und ab gingen. Da noch dazu auf beiden Seiten die Artillerie völlig schwieg, herrschte eine Ruhe, die im schreiendsten Gegensatz zu dem ungeheuren Lärm der Angriffsvorbereitungen stand. Mit Beginn des Nachmittags schob sich dann der Gegner zögernd weiter vor. Eine feindliche Eskadron, die in merkwürdiger Verkennung der Verhältnisse mit anerkennenswerter Tapferkeit sich im Galopp durch das Trichtergelände hindurchmühte, wurde von unseren Maschinengewehren aufgerieben. Einzelnen Reitern gelang es aber, sogar bis Willerval vorzudringen, wo sie gefangen genommen wurden.

Das II. Bataillon, das noch tapfer aushielt, wurde immer mehr umklammert und trat dann um 1 Uhr nachmittags den Rückmarsch an, hielt sich aber noch längere Zeit in Gegend der Regiments-Befehlsstelle. Der Regimentsstab ging um 1.45 Uhr nachmittags zunächst in die 2. Stellung, traf um 2.20 Uhr am Bahndamm ein und bezog die verlassene Artilleriebefehlsstelle, um von dort aus den Widerstand neu zu organisieren. Um 4 Uhr nachmittags trafen die Reste des II. Bataillons in der 2. Stellung ein. Nun setzten bis zum Abend andauernde Bemühungen des Regiments ein, die Verbindung mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 3 rechts aufnehmen. Die 2. Stellung war aber bereits verlassen. Eine Sicherung der rechten Flanke trat aber erst abends ein, als das bayerische Reserve-Infanterie-Regiment 21 gegen den Bahndamm östlich Farbus vorging und rechts des Regiments in Stellung ging. Am Abend war das Regiment folgendermaßen gegliedert: In der 2. Stellung lagen vom rechten Flügel an der Straße Bailleul – Thelus: 4. Kompanie, 1. Reserve-Pionier-Kompanie, 1. Kompanie, 2. Kompanie und Teile des Reserve-Infanterie-Regiment 2. Die ganze Besatzung betrug nur 150 Mann, dagegen waren viele Maschinengewehre eingeschoben. Der Spätnachmittag und Abend verlief im allgemeinen ruhig. Das Feuer richtete sich hauptsächlich gegen das Rückengelände. Während der Nacht, in der nur Bailleul mäßig beschossen wurde, kamen noch einige Versprengte zurück. Damit war das ganze III. Bataillon und Teile des II. Bataillons verloren gegangen, mit ihnen der Rest all der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Ausmarschstandes, die noch die Somme und Ancre übrig gelassen hatte. Der Erfolg des Tages aber war dem tapferen Verhalten des II. Bataillons zu verdanken, das dem gegner den zähesten Widerstand leistete und das im Raum der ganzen Durchbruchsschlacht am weitesten vorne stand. Im Vergleich zu dem ungeheuren Aufwand war der Erfolg des Gegners hier jämmerlich gering.

Man begrub Josepf Heringer auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Auf einem privaten Gedenkstein auf dem Friedhof von bad Kohlgrub gedenkt man noch immer Josef Heringer: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_frdhf_wk1_wk2_bay.html

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Josef Heringer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Josef Heringer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Heringer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.948: Georg Seelos

Der Soldat Georg Seelos wurde am 25.11.1885 geboren und stammte aus der bayerischen Gemeinde Unterammergau. Er war Holzarbeiter. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 5. Kompanie des 15. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 22.04.1915 fiel er im Alter von 29 Jahren bei Saint-Mihiel in der Nähe von La Vaux Fery durch einen Bajonettstich.

Offiziell ist für Georg Seelos keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Offiziersstellvertreter Wilhelm Freyberger, gefallen am 22.04.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in Block 5, Grab 140;
  • Gefreiter Anton Eder, gefallen am 16.04.1915 bei La Vaux Fery, begraben auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab;
  • Gefreiter Josef Langwieder, gefallen am 22.04.1915 bei La Vaux Fery, begraben auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab;
  • Gefreiter Georg Wimmer, gefallen am 16.04.1915 bei La Vaux Fery, begraben auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab;
  • Reservist Jakob Stork, gefallen am 16.04.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof St. Mihiel in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Unterammergau gedenkt Georg Seelos noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2020/unterammergau_lk-garmisch-partenkirchen_70-71_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Georg Seelos
Rückseite des Sterbebildes von Georg Seelos

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.947: Ignaz Geiger

Der Soldat Ignaz Geiger stammte aus der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Schneidermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 1. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiments. Am 28.04.1916 verstarb er im Alter von 37 Jahren im Festungslazarett Straßburg-Neudorf an einer Krankheit.

Wo Ignaz Geiger letztlich begraben wurde, lässt sich nicht mehr ermitteln. Vermutlich begrub man auf einem Straßbuger Friedhof in der Nähe des Lazarettes.

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Ignaz Geiger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Ignaz Geiger
Rückseite des Sterbebildes von Ignaz Geiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.946: Josef Erhard

Der Soldat Josef Erhard wurde am 21.10.1896 ini Guggenberg geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 7. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 09.06.1916 wurde er während der Schlacht um Verdun bei Douaumont schwer verwundet. Am 13.06.1916 verstarb er an seinen schweren Wunden im Alter von 19 Jahren in einem Lazarett bei Longuyon.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Erhard berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:

„So dämmerte der 9. Juni herauf. Noch hielten bunt vermischt die Kompanien des Regiments den tagsvorher gewonnenen Boden, während wiederum erfolglose Angriffe des 1. Infanterie-Regiments und der bayerischen Jäger über sie hinweggingen. In der Nacht zum 10. folgte die sehr schwierige Ablösung, dann traten die wackeren Kämpfer den langen und gefährlichen Weg in die Ruhelager an, die man kaum 48 Stunden vorher entschlossen und hoffnungsfroh verlassen hatten. Wie klein war der Haufe geworden! „Ich hatt‘ einen Kameraden…“

Man begrub Josef Erhard auf dem Soldatenfriedhof Longuyon in Block 2, Grab 40.

Auf einem Familiengrab in Bad Kohlengrub gedenkt seine Familie noch immer Josef Erhard: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_frdhf_wk1_wk2_bay.html

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Josef Erhard ebenfalls noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Josef Erhard
Rückseite des Sterbebildes von Josef Erhard