Der Soldat Karl Höher wurde am 04.09.1888 in Hirschzell geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Kaufbeuren, und lebte als Sohn eines Landwirts in Stöttwang. Er selbst war Bäcker. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 02.02.1915 fiel er im Alter von 26 Jahren bei Foucaucourt-en-Santerre in Nordfrankreich, rund vier Kilometer entfernt von Estrées-Deniécourt, das irrtümlich auf dem Sterbebild angegeben wurde.
Offiziell ist für Karl Höher keine Grablage bekannt, vermutlich wurde sein Grab auf einem Feldfriedhof in der Nähe seines Sterbeortes wäöhrend der Kämpfe verwüstet und seine Identität nicht mehr zuordbar. Ich vermute daher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem rund 3 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Alfons Loser, gefallen am 23.05.1915 bei Fay, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Infanterist Franz Albrecht, gefallen am 24.04.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Reservist Josef Kleiner, gefallen am 25.12.1914 bei Fay, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Infanterist Georg Köberle, gefallen am 18.01.1915 bei Fay, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
Infanterist Klemens Bauernfeind, gefallen am 03.12.1914 bei Fay, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.
Der Soldat Rudolf Körding wurde am 14.03.1893 in Hamburg geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve und Kompanieführer in der 2. Kompanie des 122. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.06.1918 (laut Regimentsgeschichte am 04.06.1918) fiel er während der Schlacht bei Soissons nahe der OrtschaftSaconin-et-Breuil an der Aisne durch Artillerie-Volltreffer, so wie wenige Tage später auch sein Freund, Feldhilfsarzt Dr. Fritz Guldenpfennig, fällt. Rudolf Körding wurde 25 Jahre alt.
Über den Todestag und die Todesumstände von Rudolf Körding berichtet die Regimentsgeschichte des 122. Reserve-Infanterie-Regiments:
„Für die Nacht vom 3./4. Juni gehen die Kompanien da, wo die Dunkelheit sie überrascht hat, zur Ruhe über und sichern sich, den Anschluß rechts und links aufnehmend, durch Posten und Patrouillen. Für den verwundeten neuen Führer der 11./236, Ltn. Freund, übernimmt Ltn. Erich Rebling die Führung der Kompanie. Für den 4. Juni befiehlt die Division die Weiterführung des Angriffs in westlicher Richtung auf 12.30 Uhr. Die nächste Aufgabe ist, über den Laversine=Grund vorzustoßen. Von 11 bis 12.30 Uhr bereitet die Artillerie den Angriff gegen die feindliche Stellung auf Höhe 148 östlich Laversine vor. Pünktlich um 12.30 Uhr tritt die Infanterie an. Anfangs geht es ganz gut vorwärts. Der 9. und 11./236 gelingt es, die Höhe 148 umfassend zu nehmen. 70 Gefangene sind die Beute. Die Kompanien stoßen weiter durch in Richtung Fosse en haut im Laversine=Grunde und nehmen die zurückflutenden Franzosen unter wirksames M.G.=Feuer. Die feindliche Artillerie ihrerseits, die in der Nacht offenbar verstärkt worden war, nimmt unsere vorgehenden Kompanien unter Sperrfeuer, das empfindliche Verluste verursacht. Die Kompanien kommen nicht weiter vor und besetzen den Ostrand der Laversine=Schlucht. Hier sei wieder ein Erlebnis eingeschaltet, das der Regiments=Kommandeur selbst erzählen soll. Er schreibt: „Am Vortage war die Verfolgung des Feindes so schnell gegangen, daß ich anfangs viel zu weit vom Regiment entfernt war. Erst nach längerer Zeit kam ich an den richtigen Platz. Da ich diesen Fehler nicht wieder machen wollte, hörte ich nicht auf die Vorstellungen des Regiments-Adjutanten Ltn. Schaaf, zunächst im Regiments-Gefechtsstand zu bleiben, sondern zog gleich los mit den Lts. Renter, Lauffer und Haubold. Da plötzlich bekommen wir von Höhe 148 M.G.-Feuer und sind in der Schützenlinie festgenagelt. Ich sehe, wie das III./236 rechts umfassend vorgeht und bin erst wieder bewegungsfähig, als die Höhe genommen ist. Wir gehen nun auf die Höhe und sehen, wie jenseits der Laversine-Schlucht schwere französische Batterien im Abfahren sind. Dafür fährt eine französische Feldbatterie deutlich sichtbar geschützweise auf. Ich will das Feuer auf die Ziele lenken – und habe keine Fernsprechleitungen. Schließlich fährt eine unserer Begleit-Batterien hinter uns auf. Es beginnt der Artilleriekampf. Ich muß in einem alten französischen M.G.-Stand Deckung nehmen und habe keine Ahnung, wie das Gefecht steht. Da sehe ich, wie jemand sich sprungweise zu meinem Unterstand vorarbeitet. Ich glaube schon, ich würde jetzt vom Regiments-Adjutanten über die Lage unterrichtet werden, da sehe ich, daß es der alte Pape ist, der sonst die Regimentskuh betreut. Er weiß nichts von der Gefechtslage, aber er hat eine Flasche Wein zu unserer Stärkung. Niemand hat es ihm befohlen. Er setzt freiwillig sein Leben ein, um uns zu stärken. Schließlich kommt dann noch der Regiments-Adjutant Ltn. Schaaf und fragt sarkastisch, ob wir hier bleiben wollten. Da gehe ich denn noch einmal aus dem Stand und treffe die 2./236 mit ihrem Führer, Ltn. Körding im Vorgehen, kurz bevor er fiel. Ich gehe nach dem rechten Flügel, wo ich das Bataillon v. Wedel sah, stelle fest, daß wir rechts Anschluß haben und kehre reumütig in meinen alten Gefechtsstand zurück, um wieder die Arbeit des Regiments-Kommandeurs aufzunehmen, dessen Pflichten ich leichtsinnigerweise einige Stunden nicht ausgeübt hatte.“ Auch beim I./236 wird zunächst Raum gewonnen. Die 2./236 stößt von Höhe 148 aus genau nach Westen vor und nimmt die in gleicher Richtung verlaufende feindliche Stellung. Dabei erhält auch sie starkes Artillerie- und flankierendes M.G.-Feuer, so daß sie Deckung nehmen muß, und der Angriff ins Stocken kommt. Hier fällt an der Spitze der Kompanie ihr tapferer Führer, Ltn. Körding, ein in vielen Kämpfen und Patrouillenunternehmungen ausgezeichnet bewährter Offizier. Ein Artillerie-Volltreffer tötet ihn auf der Stelle.Die Führung der Kompanie muß Ltn. Poenisch übernehmen, der inzwischen die Führung der 3./236 wieder abgegeben und die Stelle des Ordonnanzoffiziers des Bataillons bekleidet hatte. Auch ihn ereilt, kaum daß er bei der Kompanie eingetroffen ist, das Schicksal. Eine Granate reißt ihm den linken Arm ab, und schwer verwundet wird er zurückgebracht. Die 4./236 verliert ihren Kompanie-Offizier Ltn. Häußner. Das Bataillon hat nur noch 3 Offiziere. Die 2./236 wird deshalb mit der 1./236 vereinigt. Am rechten Flügel des Regiments, beim II./236, liegen die Dinge ähnlich. Auch hier leistet der Gegner heftigen Widerstand. Von Ressons aus schiebt er Verstärkungen auf Ambleny vor. Nur mit harter Mühe und unter erheblichen Opfern gelingt es hier, etwa 2 km in der Tiefe zu gewinnen und den Gegner über Hignères zurückzudrängen. Der Ort bleibt in unserer Hand. Die Lage ist nun auf der ganzen Frontbreite des Regiments so, daß ohne wirksame Artilleriehilfe nicht weiter vorgegangen werden kann. Die Kompanien richten sich da, wo sie sind, zur Verteidigung ein. Eine neue Gliederung der Verbände wird vorgenommen. Das II./236, das nur noch sehr geringe Gefechtsstärke hat, wird als Regimentsreserve herausgezogen und zurückgenommen. Major von Wedel, der nachmittags den Gefechtsstand auf Höhe 148 besetzt hatte, bezieht Unterkunft in der Höhle bei der Ferme südlich Poussemy. Daselbst müssen zeitweise auch seine Kompanien Zuflucht suchen, da die eigene Artillerie, die offenbar über unsere vordere Linie wieder einmal nicht recht im Bilde ist, sie unter Feuer nimmt. Das I. und III./236 erhalten Befehl, je 2 Kompanien als Reserve auszuscheiden. Jedes der Bataillone erhält 1 Zug der 5./51 als Begleitartillerie zugeteilt. Hptm. Mayer bezieht am Abend mit seinem Stab den Gefechtsstand auf Höhe 148. Ihm hat die eigene Artillerie noch eine besondere Überraschung als Abendsegen zugedacht. Während Offiziere und Mannschaften des Stabes, der eingetretenen Gefechtsruhe und des schönen Abends sich erfreuend, auf dem Stollen im Freien sitzen, bricht plötzlich aus heiterem Himmel ein Gasgranatenüberfall über sie herein, sodaß alles schleunigst in den Stollen flüchten und die Gasmaske aufsetzen muß. Zunächst glaubt jeder, daß der Irrtum gleich bemerkt und das Gasschießen unterbrochen werde. Da das nicht der Fall ist, und die Luft im Stollen immer schlechter und stickiger wird, steigt Hptm. Mayer hinaus, und es glückt ihm, die nächste Strippe zu erreichen und sich mit der Artillerie in Verbindung zu setzen. Doch keine Batterie wollte die schuldige sein. Der ganze Stab war für einige Tage heiser und „zu Tränen gerührt“. Bis Mitternacht vom 4./5. Juni ist die Umgliederung der Truppe und Neueinteilung der Abschnitte beendet. Das III./236 liegt nun am rechten Flügel, anschließend nach links das I./236 mit weiterem Anschluß links an Regt. 235, das II./236 als Reserve rückwärts gestaffelt. Die Front des III./236 hat die Richtung nach Osten, die des I./236 nach Süden. Überall sind Sicherungspatrouillen vorgeschickt, die die Tätigkeit des Feindes zu überwachen haben. Im Laufe der Nacht teilt die Division mit, daß die allgemeine Gefechtslage einstweilen Stillstand der Angriffsorperationen an dieser Front bedinge und gewartet werden müsse, bis das Korps François weiter vorgekommen sei. „
Man begrub Rudolf Körding auf dem Soldatenfriedhof Vauxbuin in Block 4, Grab 231.
Leutnant Rudolf Körding war eng befreundet mit Feldhilfsarzt Dr. Fritz Guldenpfennig, dessen Schicksal ich morgen vorstellen werde.
Hilfsfeldarzt Dr. Fritz Güldenpfennig und Leutnant der Reserve Rudolf Körding
Der Soldat Jakob Schwarz wurde am 01.05.1887 in Hofstadt, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Legau als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in der 12. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 15.03.1916 fiewl er im Alter von 28 Jahren in der Nähe von Arras in Nordfrankreich.
Offiziell ist für Jakob Schwarz keine Grablage bekannt. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass seine sterblichen Überreste, wenn sie bis heute geborgen wurde, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy begraben wurdem, wo auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Anton Moser, gefallen am 19.02.1916 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Infanterist Alois Berger, gefallen am 11.02.1916 bei Bouckavennes, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
Landwehrmann Georg Rößner, gefallen am 21.03.1916 bei Arras, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.
Der Soldat Peter Ecker wurde am 31.01.1896 in Lochheim geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Mettenheim, und lebte in Töging. Er war Arbeiter in der Landwirtschaft. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 6. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments (1. Ersatz-Bataillon). Am 09.07.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun im Alter von 20 Jahren bei Douaumont durch einen Granatsplitter. Am gleichen Tag fiel der Infanterist Friedrich Baumgartner, der ebenfalls der 6. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Sein Schicksal habe ich bereits am 18.09.2024 vorgestellt.
Für Peter Ecker ist offiziell keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass seine Gebeine zunächst auf einem Feldfriedhof beigesetzt wurden. Bei einer späteren Umbettung auf den zentralen Friedhof waren sie jedoch nicht mehr zuordenbar, weshalb sie anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Leutnant Rudolf Vestner, gefallen am 24.06.1916 bei Thiaumont, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
Vizefeldwebel Anton Miller, gefallen am 24.06.1916 bei Verdun, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in einem Massengrab;
Infanterist Isidor Höss, gefallen am 24.06.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville in Block 11, Grab 156;
Der Soldat Johann Baptist Kronseder stammte aus Oed, lebte in Hohending, beides Ortsteile der bayerischen Gemeinde Buchbach, und war ein Dienstknecht bei einem Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 6. Kompanie des 25. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 05.10.1915 fiel er im Alter von 28 Jahren in der Champagne, vermutlich bei Sommepy-Tahure.
Offiziell ist für Johann Baptist Kronseder keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes beigesetzt worden, wo man auch seine Regimentskameraden aus der 6. Kompanie begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Ersatz-Reservist Lorenz Kern, gefallen am 02.10.1915 bei Sommepy-Tahure, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in einem Massengrab;
Infanterist Leonhard Kalb, gefallen am 02.10.1915 bei Sommepy-Tahure, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in einem Massengrab;
Infanterist Engelbert Blasi, gefallen am 06.10.1915 bei Sommepy-Tahure, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in einem Massengrab;
Infanterist Karl Albrecht, gefallen am 05.10.1915 bei Sommepy-Tahure, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in einem Massengrab.
Sterbebild von Johann Baptist KronsederRückseite des Sterbebildes von Johann Baptist Kronseder
Der Soldat Georg Anton Barthel wurde am 07.03.1897 in Obertheres geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Theres. Er war Student der Theologie. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter und Infanterist im 27. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 03.12.1916 verstarb er im Alter von 19 Jahren in Rumänien an Typhus.
Die Lage des Grabes von Georg Anton Barthel ist unbekannt, wie meist bei Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Romänien.
Der Soldat Joseph Schwarzmeier stammte aus Bockenbach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Johanniskirchen, und war Landwirt (Ökonom). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 18.02.1916 fiel er im Alter von 33 Jahren bei Blangy (heute: Saint-Laurent-Blangy).
Über den Todeszeitrum und die Todesumstände von Joseph Schwarzmüller berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„1.2. – 1.3. Die Feurtätigkeit nahm bedeutend zu, außerdem traten schwere Geschütze und Minenwerfer neu hinzu. Das Feuer richtete sich in der Hauptsache auf Blangy. Auch die eigene Artillerietätigkeit war lebhaft. Die Hochbauten von Blangy, von denen aus der Gegner Einsicht in unsere Stellung hatte, wurde durch Mörserfeuer niedergelegt. In der Häuserreihe führte das nahe Zusammenstehen zu ständigen Reibungen. Um einen freien Raum zu schaffen, wurden zwei Häuser gesprengt und der Trichter von uns ausgebaut. Durch eine Patrouille wurde am 16. ein Toter eingebracht, wodurch das 11. französische Regiment festgestellt wurde. Ein Handgranatenangriff des Gegners auf unsere Sandsackbarrikade in Blangy wurde abgewiesen. Am 8. waren die Sappen vor die Stellung vorgetrieben, der Weiterbau wurde vorläufig eingestellt. In der Blangy-Stellung wurde eine einheitliche 1. Linie geschaffen und hier sowohl wie in der 1. Häuserreihe die Stellung aufgemauert. Am 2. wurde durch einen Frühkrepierer und Explosion des Munitionslagers der 3. Minenwerfer 2 Mann verschüttet und 12 Mann verwundet.“
Eine offizielle Grablagenmeldung ist für Joseph Schwarzmeier nicht vorhanden. Laut Sterbebild wurde er auf dem Friedhof in Saint-Laurent begraben. Ich vermute stark, dass er später auf den Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy umgebettet wurde. Aufgrund der heftigen Kampfhandlungen (Saint-Laurent wurde im Krieg vollständig zerstört) wird sein Grab / seine Grabinschrift nicht mehr vorhanden gewesen zu sein, weshalb man seine Gebeine wahrscheinlich anonym in einem Massengrab dort beigesetzt hat.
Der Soldat Ludwig Konrad stammte aus der bayerischen Gemeinde Roßbach und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 4. Kompanie des 2. bayerischen Landsturm-Infanterie-Bataillons Passau. Am 24.06.1918 wurde er im Alter von 44 Jahren bei einem Granatvolltreffer in ein Feld-Magazin.
Man begrub Ludwig Konrad auf dem Soldatenfriedhof Senones in Block 2, Grab 43.
Der Soldat Alois Lobmaier wurde am 06.05.1894 in Mariakirchen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Arnstorf, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 8. Kompanie des 3. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 05.05.1916, einen Tag vor seinem 22. Geburtstag, fiel er während der Schlacht um Verdun bei den Kämpfen um Höhe 304 bei bei Malancourt durch Granatschuss.
Über den Todestag und die Todesumstände von Alois Lobmaier berichtet die Regimentsgeschichte des 3. bayerischen Infanterie-Regiments:
„In der Nacht zum 5.5. löste III./3. dann II./3. bayerisches Infanterie-Regiment wieder in der Unterabschnittsreserve ab. An diesem Tage sollte II./22. bayerisches Infanterie-Regiment – wie längst geplant – das feindliche Befestigungssystem auf Höhe 280 wegnehmen. 12./3. bayerisches Infanterie-Regiment wurde bei der Sturmtruppe eingeteilt. Die feindlichen Werke erwiesen sich aber als stark besetzt und nicht sturmreif. Der Sturm konnte deshalb nicht bis zum Ende durchgeführt werden. Am gleichen Tage war II./3. bayerisches Infanterie-Regiment in Cièrges einer heftigen Beschießung ausgesetzt.„
Man begrub Alois Lobmaier auf dem Soldatenfriedhof Consenvoye in einem Massengrab.
Der Soldat Karl Huber stammte aus Rembach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Roßbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.08.1916 fiel er im Alter von 33 Jahren während der Schlacht an der Somme durch einen Bauchschuss bei Cléry-sur-Somme.
Über den Todestag und die Todesumstände von Karl Huber berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Während der Nacht wurde bekannt, dass die Postenlinie überrannt und die braune Linie in die Hände der Franzosen gefallen war. Von der 1. und 3. Kompanie kamen nur mehr einige Leute zurück. Um 11 Uhr nachts wurden 9. und 12. Kompanie in die Mulde östlich Cléry und 10. und 11. Kompanie an den Ostrand von Cléry vorgezogen. Ein Versuch, die braune Linie in der Nacht durch Gegenstoß wiederzugewinnen, zu dem 6. und 4. Kompanie, verstärkt durch 9. Kompanie, fertiggestellt waren, misslang infolge der Dunkelheit und der schwierigen Orientierung, da der größte Teil der Führer und Mannschaften die Lage der braunen Linie nicht kannten. Bis 4 Uhr vormittags dauerte der Infanteriekampf, dann flaute das Feuer langsam ab. Um 5 Uhr vormittags lag starkes Artilleriefeuer auf der ganzen Stellung. Von Mitternacht ab wurde ununterbrochen die Verbindung mit dem nördlich stehenden Reserve-Infanterie-Regiment 2 gesucht. Bei Dämmerung wurde die 12. Kompanie in die Lücke eingeschoben. Aber auch dadurch war der Anschluss noch nicht völlig hergestellt. Am Vormittag des 13. zunächst Sperrfeuer, dann ab 11 Uhr vormittags schweres Feuer auf dem Westrand von Cléry. Am Nachmittag verstärkt sich das Feuer gegen die ganze Stellung, geleitet durch tieffliegende feindliche Infanterieflieger. Trotzdem kein Angriff erfolgte, war der Tag für die Infanterie infolge der andauernden Beschießung mit schweren Kalibern sehr aufreibend und forderte große Verluste. In der Nacht wurde 5. und 8. Kompanie durch 10. und 11. abgelöst, 4. Kompanie wurde aus dem Riegel nach Cléry zurückgezogen. Durch Missverständnis aber blieb die 9. Kompanie noch bis zum 14. im Riegel stehen.“
Offiziell ist für Karl Huber keine Grablage bekannt, ebenso wie für viele seiner Regimentskameraden. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.
Infanterist Johann Samereier, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Landwehrmann Franz Cinyburg, gefallen am 12.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Infanterist Adolf Bort, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Gefreiter Josef Sandner, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
Leutnant Ludwig Mistler, geboren 1889, gefallen am 02.09.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.
Sterbebild von Karl HuberRückseite des Sterbebildes von Karl Huber