Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.970: Wolfgang Klingseisen

Der Soldat Wolfgang Klingseisen stammte aus Hinterhaibühl, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Arrach, und war der Sohn eines Schneiders. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 8. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Mitte Februar1915 fiel er im Alter von 21 Jahren am Reichsackerkopf bei Münster in den Vogesen. Er wurde während der Schlacht bei Münster getötet.

Reichsackerkopf

 

Reichsackerkopf

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Wolfgang Klingseisen berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 14.03.1915 vormittags wurden durch unsere Minenwerfer mehrere Barrikaden und Unterstände im Sättle zerstört und 5.45 Uhr abends konnte I./R 18 melden „Die zerstörten Teile der Barrikade sind durch eigene Patrouillen besetzt“. Eben freut man sich über diesen schönen Erfolg, als die Schreckensnachricht eintraf, dass drei Volltreffer unseres den Reichackerkopf beschießenden 21 Zentimeter-Mörsers in die nördlich der Kuppe eingesetzte 1./R. 19 (Leutnant Lindner) gegangen seien und 11 Mann getötet und 9 Mann verwundet hätten. Die trotz dieses furchtbaren Unglücks von der Kompanie Lindner bewiesenen Haltung wurde von der Division durch besonders anerkennenden Tagesbefehl gewürdigt.

In der Nacht vom 15./16. wurde die inzwischen von den Patrouillen I./R 18 wieder geräumte Barrikade im Sättle von zwei Offizieren 10/75 mit einem Halbzug neuerdings besetzt und alles hoffte, dass nun auch bald die ganze Höhenlinie rechts und links des Sättle wieder in unserem Besitz und es möglich sein werde, dem noch um die Kuppe des Reichackerkopf sitzenden Gegner die Zufuhr abzuschneiden, als 1.15 Uhr nachmittags Hauptmann Eggers meldete: „Die in die zerstörte Barrigkade vorgenommene Abteilung wurde 12.45 Uhr mittags von drei Seiten überfallen und erlitt sehr starke Verluste und musste zurück. Der Führer 10./75, Leutnant Warnken und Leutnant Buhr, sind gefallen und etwa 100 Mann tot und verwundet. Das war ein neuer schwerer Schlag in der seit 6. ds. an sich so schwierigen Lage und es gehörten gute Nerven dazu, den Mut nicht ganz zu verlieren. Da nun an einen neuen Erfolg an der Südseite in den nächsten Tagen nicht zu denken war, wurde von der Division der Schwerpunkt des Angriffs mehr auf die Nordseite des Reichackerkopfs verlegt, allwo jetzt I. und II./Reserve-Jäger 23 und I./R. 22 den Feind fest im Atem hielten und ihm, wenn auch langsam, doch immer näher zu Leibe rückten. Die Erfolge waren so, dass die Division schon für 19.03. den allgemeinen Angriff auf Reichackerkopf beabsichtigte. In Folge der bei der Befehlsbekanntgabe am 18.03. 1 Uhr nachmittags in Willa Hartmann von Oberstleutnant Jaud geäußerten Bedenken wurde aber der Angriff endgültig auf 20.03. nachmittags verschoben und in der Hauptsache von der Division befohlen, dass die 16. Reserve-Jäger-Brigade von Generalmajor Jehlin von Norden mit den Hauptkräften gegen den Klänglessattel, mit Nebenkräften gegen die Kuppe des Reichackerkopfes, die 15. Reserve-Jäger-Brigade Generalmajor Freiherr von pechmann gleichzeitig von Ost und Süd mit den Hauptkräften gegen diese Kuppe, Nebenkräften gegen Klänglessattel und Sattelköpfle vorgehe. Der Angriff war durch leichte und schwere Batterien durch Minen und insbesondere durch je ein Geschütz der Batterien von Grauvolegl und Diem aus dem Westrand des Mönchbergwaldes und vom Alpenjägerweg durch direktes Feuer auf den Klangsattel zu unterstützen. Die Durchführung des Befehls auf der Ost- und Südfront wurde von der Brigade dem Kommandeur Reserve-Infanterie-Regiment 19 übertragen, welcher unter Zuteilung zahlreicher Pioniere der Reserve-Pionier-Kompanie 8 als Sturmtruppen 2. und 3./R. 19 und Maschinengewehrzug Reim gegen den Reichackerkopf, III./75, gegen den Klangsattel und II./R. 19 gegen das Sattelköpfle ansetzte. Der Plan war, 1 Uhr mittags sich am rechten Flügel mit je einem Zug als Sturmkolonne ohne Schutz auf die durchschnittlich nur 20 Meter entfernten feindlichen Gräben am Reichackerkopf zu stürzen und nach erreichtem Erfolg Hand in Hand mit den von Norden kommenden 22ern und 23ern die ganze Linie aufzurollen.

Punkt 1 Uhr nachmittags wurde befehlsgemäß das Artilleriefeuer zurückverlegt, die in der Mulde südöstlich Quelle eingebauten schweren Minenwerfer schwiegen. Die Mannschaften, jeder einzelne außer mit Handgranaten und Gewehr auch mit einem Schutzschild versehen, sprangen aus ihren Gräben und angespannt warteten der Kommandant Reserve-Infanterie-Regiment 19 mit Major Veith (I./R. 19) bei ihrer von der Kuppe nur etwa 200 Meter südöstlich entfernten Gefechtsstelle auf das das Gelingen des Angriffs verkündende Signal „Achtung!“ Statt dessen hörte man andauerndes Feuer aus feindlichen Maschinengewehren und 1.30 Uhr nachmittags traf von allen drei Sturmkompanien die niederschmetternde Nachricht ein: „Heftiges Flankenfeuer aus Maschinengewehr; wir kommen nicht weiter vorwärts“. Das war eine verzweifelungsvolle Lage, zumal auch der Einsatz der am Alpenjägerweg stehenden Reserven 1. und 4./R. 19 und 4./R. 23 unter den gegebenen Verhältnissen nur zu neuen Opfern, aber zu keinem Erfolg führen konnte. Da, noch unentschieden was zu tun, etwa 2 Uhr nachmittags erblickte Gefreiter Heinrich Lutz (3.) plötzlich einige aus dem nahen feindlichen Graben herausragende Hände. Diese als Zeichen der Bitte um Pardon auffassend schrie Lutz laut „Hurra, die ergeben sich“ und gleichzeitig aufspringend nahm alles rechts und links von Lutz begeistert sein Hurra auf und wenige Minuten später war der Reichackerkopf genommen und daran anschließend Klangsattel und die ganze Gruppe westlich davon. Dieser Augenblick gehörte für alle Teilnehmer mit zu den Höhepunkten des Feldzugerlebens und als von allen Seiten truppenweise die verwegenen, dunkelgebräunten Alüenjägergestalten – mehrere Offiziere und 250 Mann – gesondert von unseren braven Leuten den Hang heruntergebracht wurden, da konnte sich kein Anwesender einer spontanen Regung von Glück und Dankbarkeit erwehren. Leider erlitt diese frohe Stimmung aber schon gegen 4 Uhr nachmittags einen gewaltigen Dämpfer; denn in die sich beim eifrigen Sammeln und Einbringen feindlicher Waffen und Ausrüstungsstücke allzu frei und unvorsichtig auf der Kuppe Bewegenden schlug plötzlich feindliches Artilleriefeuer und brachte etwa 20 eben noch so Lebensfrohen Tod oder schwere Verwundung, unter ihnen auch den tapferen Zugführern Leutnant Fürst (2./R. 19) und Offiziersstellvertreter Lukaseder (Reserve-Infanterie-Regiment 23). Ein Volltreffer ging auch in die Minenwerferstellung des Offiziersstellvertreters Schlederer und riss dessen drei Minenwerfer und 50 kleine Minen in die Luft, wunderbarerweise ohne Schaden für die Bedienung.

Noch am gleichen Tag wurde folgender Divisions-Tagesbefehl ausgegeben:

„Nach vierzehntägigem schweren Ringen ist uns heute der Erfolg beschieden gewesen, der Reichackerkopf ist unser, wir geben ihn nicht mehr her. Dies zu sichern ist jetzt unsere Aufgabe, an deren Erfüllung alles zusammenarbeiten muss.

Ich spreche allen meinen Truppen und ihren Führern, die heute unserer jungen Division ein neues Lorbeerreis errungen, meinen Dank und meine volle Anerkennung aus.

In mustergültigem Zusammenarbeiten haben die tapferen Pioniere meiner braven todesmutigen Infanterie den Weg gebahnt, während die Artillerie ihr ein nieversagender Aufmerksamkeit die Artillerie des Feindes vom Leibe gehalten und dem Feind den letzten Rest gegeben hat.

Ich bin stolz auf meine Division.

Freiherr v. Stein.“

Die Lage des Reichsackerkopfes:

Die Lage des Grabes von Wolfgang Klingseisen ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Ernst Rappel, gefallen am 15.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 7, Grab 51;
  • Infanterist Josef Stemmer, gefallen am 19.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 4, Grab 154;
  • Infanterist Michael Eichele, gefallen am 07.03.1915 am Reichsackerkopf, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Fridolin Volk, gefallen am 19.03.1915, begraben auf dem Soldatenfriedhof Breitenbach in Block 2, Grab 133.

 

Sterbebild von Wolfgang Klingseisen
Rückseite des Sterbebildes von Wolfgang Klingseisen

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.967: Josef Spieleder

Der Soldat Josef Spieleder stammte aus Gergweis, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Osterhofen, und wohnte als Hausbesitzer in Sandbach. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 2. Kompanie des 11. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 22.06.1915 fiel er im Alter von 35 Jahren nach 11 Monaten Kriegsdienst im bei Ban-de-Sapt im Elsass.

Offiziell ist für Josef Spieleder keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Senones begraben hat, wo man auch seine Regimentskameraden beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Johann Schlenk, gefallen am 23.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Landwehrmann August Lutz, gefallen am 23.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Unteroffizier Richard Rabl, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab;
  • Reservist Tobias Flammensbeck, gefallen am 22.06.1915 bei Ban-de-Sapt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Senones in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Josef Spieleder
Rückseite des Sterbebildes von Josef Spieleder

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.962: Franz Irgmeier

Der Soldat Franz Irgmeier stammte aus Maisenberg, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Engelsberg, und war der Sohn eines Landwirts (Kieferbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 2. Maschinengewehr-Abteilung und 1. Kompanie des Wasserburger Landsturms. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, mit dem Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern und mit der Dienstauszeichnung ausgezeichnet. Am 26.10.1918 verstarb er im Alter von 43 Jahren nach 50 Monaten Kriegsdienst im Feldlazarett Colmar.

Man begrub Franz Irgmeier auf dem Soldatenfriedhof Colmar in Grab 721.

Sterbebild von Franz Irgmeier
Rückseite des Sterbebildes von Franz Irgmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.951: Franz Hofbauer

Der Soldat Franz Hofbauer stammte aus Wolfakirchen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Haarbach, und war Wagnermeister. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier in der 12. Kompanie des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 25.06.1915 fiel er im Alter von 36 Jahren bei Leintrey.

Über den Todeszeitraum und die Todesumstände von Franz Hofbauer berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Ab Juni 1915 wurde ein Verfügungsbataillon des Armeeoberkommandos (abwechselnd Landwehr-Regiment 15 und 122) nach Duß (Dieuze) gelegt, das in ruhigeren Zeiten die Tage zur Gefechts- und Schießausbildung benützte und im Anschluss an die Ausbildungszeit besichtigt wurde. Am 20. Juni traf diese Bestimmung das III. Bataillon, diesmal freilich nicht zur Ruhe. Denn schon am 22. Juni auf dem Marsch zum Schießplatz alarmiert, rückte es noch am Vormittag mit der Bahn nach Deutsch-Elfringen (Avricourt) und wurde hier der Gruppe Unger unterstellt, von dieser dem Landwehr-Regiment 4 zugeteilt. Am 23. abends unerwartet abgerufen, hatte es nach Leintrey zu marschieren. Die Gefechtslage war folgende: Von den sogenannten Stützpunkten 1 – 7 südwestlich Lintrey (in Wirklichkeit nicht Stützpunkte im üblichen Sinn, sondern zusammenhängende Linien einer Infanteriestellung ohne ausreichendes Hindernis) waren 3 – 5 an den Gegner verloren gegangen, Gegenangriffe waren ohne Erfolg geblieben. Das abgekämpfte III./Landwehr-Regiment 4 sollte durch III./15. abgelöst werden. Der Auftrag lautete: „Bataillon besetzt mit einer Kompanie Stützpunkte (1, 2, 6, 7), der Rest des Bataillons gräbt sich 600 Meter nördlich der Stützpunkte in Linie der Feldwache 1 und 2 ein. Einweisung durch III./Landwehr 4″. War bei dem Drängen des abzulösenden Bataillons – übrigens eine im Krieg sehr häufige Erfahrung – diese Einwesung recht flüchtig, so dass kaum die Front gegen den Feind klar erkannt war, so ergaben sich ferner außerordentliche Schwierigkeiten aus dem noch unvollkommenen Ausbau der mit Hindernissen schwach oder in Linie der Feldwache überhaupt nicht geschützten, nur unzureichend mit Unterständen versehenen Stellungen; mangelndes Schussfeld, unzureichende Brustwehren, das Fehlen von gedeckten Annäherungswegen, Schwierigkeiten der Befehlsgebung bei der Art der Stellung wirkten außerdem hemmend und erschwerten die Lösung der gestellten Aufgabe, zumal der einzige Fernsprecher nach rückwärts durch das Vernichtungsfeuer der feindlichen Artillerie rasch abgeschossen wurde. Schon in der ersten Nacht war ein feindlicher Angriff aus den vom Feind genommenen Stützpunkten abzuwehren. Erst das Tageslicht aber machte eine Übersicht und klare Beurteilung der beiderseitigen Stellung möglich. Beantragte Hilfskräfte zum Heranschaffen von Baustoffen waren nicht zu erhalten. Tote und Verwundete des abgelösten Bataillons lagen noch in der Stellung und mussten zurückgebracht werden. Das Arbeiten wurde durch feindliches Störungsfeuer sehr erschwert. Auch in der Nacht zum 25. folgten sich heftige Feuerüberfälle und Angriffe, besonders schwer gegen Stützpunkt 6. Der opfermutigen Haltung der Besatzung gelang es aber wiederum, den feindlichen Angriff abzuwehren und den Gegner empfindlich zu schädigen. Am Morgen war nämlich zu beobachten, wie er mit Tragbahren Gefallene und Verwundete zurückschaffte. Besonders  ausgezeichnet hatte sich Sanitätsunteroffizier Kellermann, der von rückwärts in die Gefechtslinie vorgekrochen war und nun zwei Tage lang bis zur eigenen Verwundung seinen Kameraden vorzügliche Dienste leistete. In der Nacht zum 26. wurde wiederum mit Hilfe der trefflich wirkenden eigenen Artillerie ein Vorstoß des Gegners abgeschlagen, die Verluste aber wuchsen natürlich.“

Man begrub Franz Hofbauer auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

Sterbebild von Franz Hofbauer
Rückseite des Sterbebildes von Franz Hofbauer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.947: Ignaz Geiger

Der Soldat Ignaz Geiger stammte aus der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub und war der Sohn eines Schneidermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 3. Kompanie des 1. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiments. Am 28.04.1916 verstarb er im Alter von 37 Jahren im Festungslazarett Straßburg-Neudorf an einer Krankheit.

Wo Ignaz Geiger letztlich begraben wurde, lässt sich nicht mehr ermitteln. Vermutlich begrub man auf einem Straßbuger Friedhof in der Nähe des Lazarettes.

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Ignaz Geiger noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Ignaz Geiger
Rückseite des Sterbebildes von Ignaz Geiger

Sonderbeitrag: Wilhelm Feller

Der Soldat Wilhelm Feller stammte aus der hessischen Stadt Lollar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Kompanieführer in der 6. Kompanie des 112. Infanterie-Regiments. Am 21.08.1914 (Regimentsgeschichte und Volksbund: 20.08.1914) fiel er während der Kämpfe in Lothringen nahe der Ortschaft Saarburg (französisch: Sarrebourg).

Über den Todestag und die Todesumstände von Wilhelm Feller berichtet die Regimentsgeschichte des 112. Infanterie-Regiments:

„20. August: Allgemeine Lage: Der Feind war der ausweichenden 6. Armee nur langsam und zögernd gefolgt. Um Klarheit zuschaffen, ob ein feindlicher Hauptangriff durch Lothringen bevorsteht, entschließt sich der Führer der 6. Armee mit 6. und links anschließender 7. Armee zum Angriff überzugehen. 9:15 vorm. entwickelt sich das Regiment zum Angriff. RechterFlügel geht auf Kapelle südlich Saarburg, linker Flügel auf Kirchturm Bühl. Es sind eingesetzt: rechts III., links II., I. folgt hinterder Mitte. Beim Ueberschreiten des Bahndammes ostwärts Saarburg erhalten die Kompagnien Infanteriefeuer aus Richtung Riedinger Bahnhof. Der Angriff geht zunächst durch den Wustholz Wald durch und dann gegen Bühl. 1:45 ist der Ort Bühl, den der Feind heftig verteidigte, genommen und 100 Gefangene gemacht. Mit neugeordneten Verbänden steht das Regiment 3:00 nachm. am Westrand Bühl, die Reserve am Nordausgang des Ortes. Gegen 5:30 nachm. geht der Angriff auf die Höhen südlich Saarburg weiter. Der rechte Flügel des Regiments an der Straße Bühl, Saarburg erhält heftiges Infanteriefeuer aus den Kasernen und Friedhof Saarburg. 2 Kompagnien des Reserve-Bataillons werden am rechten Flügel eingesetzt, der Angriff geht langsam weiter. UmSaarburg wird vom I. Bahr. A.K. noch hart gekämpft. Endlich ist Saarburg genommen, die feindliche Infanterie geht hinter die Höhen südlich Saarburg zurück. Das Regiment erhält 6:40 nachm. den Befehl sich hinter der Höhe dicht südlich Saarburg zu sammeln. Während des Sammelns erfolgt ein feindlicher Gegenangriff vom Mückenhof und dem Rhein-Marne-Kanal her, der unter schwerenVerlusten für den Feind abgewiesen wird. Die Nacht verbringt das Regiment auf dem Sammelplatz. Auf der ganzen Linie zwischen Metz und den Vogesen waren die Franzosen geworfen. Die 6. und 7. Armee setzen am folgenden Tagdie Verfolgung fort.“

Man begrub Wilhelm Feller auf dem Soldatenfriedhof Plaine-de-Walsch in Grab 39.

Die Todesanzeige für Wilhelm Feller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Eugen Wirth

Der Soldat Eugen Wirth stammte aus der Stadt Eppingen im heutigen Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als kriegsfreiwilliger Oberjäger in der 3. Kompanie des Garde-Schützen-Bataillons. Man zeichnete ihn mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der badischen Tapferkeitsmedaille aus. Am 13.08.1916 fiel er während der Kämpfe in den Vogesen im Alter von 20 Jahren durch schwere Verwundung nahe Schweighausen bei Thann (französisch: Schweighouse-Thann).

Man begrub Eugen Wirth auf dem Soldatenfriedhof Cernay in Block 6, Grab 257.

In seiner Heimatstadt Eppingen gedenkt man Eugen Wirth noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/eppingen_lk-heilbronn_wk1_wk2_bw.html

Die Todesanzeige für Eugen Wirth im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag Walter von Petersdorff

Der Soldat Walter von Petersdorff wurde am 23.03.1863 in Pommern geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberst und Regimentskomandeur im 143. Infanterie-Regiment. Am 20.08.1914 fiel er bei Hommarting, Vallerysthal, Saarburg.

Über den Todestag und die Todesumstände von Walter von Petersdorff berichtet die Regimentsgeschichte des 143. Infanterie-Regiments:

Nach dem Vormarsch von Romansweiler über Dagsburg am 19. August 1914 war es zum Gefecht nicht mehr gekommen. Das Regiment bezog gegen Abend, nachdem es der schweren Artillerie beim Instellunggehen auf dem Mühlkopf behilflich gewesen war, befehlsgemäß die Höhe von Hommert. Den Franzosen war dies nicht entgangen; sie warfen eine Anzahl Granaten nach Hommert hinein, die jedoch keine Verluste verursachten. Das Regiment biwakierte zum größten Teil auf hartem Boden; die Nacht war kalt und unbehaglich; zu essen gab es auch nichts. Mit einbrechender Dunkelheit hatte das Granatfeuer der Franzosen fast ganz aufgehört und wurde auch in den Morgenstunden des 20. August zunächst nicht wieder aufgenommen. Über den 20. August 1914 entnehmen wir dem Brigadegefechtsbericht vorweg:

„Die 30. I.D. hatte den Befehl Ballersthal–Walscheid anzugreifen und ging vor: rechts mit der 60. Inf.Brig., links mit der 85. Inf.Brig. Die 60. Inf.Brig. rechts vom J.R. 143 durch den Föhrenwald, links davon mit dem J.R. 99 über den Bach bei der Mühle. Es entwickelte sich ein schweres Gefechtstreffen! Das Vorgehen war schwierig, da sich der Feind im Föhrenwald festgesetzt hatte. Die 60. Inf.Brig. hatte nur die leichte Feldhaubitzen‑Batterie Frhr. v. d. Decken, die in überaus schwieriger Stellung war, zur Verfügung. Das Regiment war mit seinen Kräften zum Aufmarsch gekommen, so daß die 60. Inf.Brig. bei diesem Angriff wenig von ihr bemerkte. Rechts der 60. Inf.Brig. kämpfte die 56. Inf.Brig., General Freyer vom XIV. A.K., mit der wir getreue Gefechtsverbindung hielten. Im Föhrenwald in der Nähe des Brig.Stabs. General von Altfrod fiel der tapfere Kommandeur des J.R. 143, Oberst von Petersdorff. Der Feind wurde geworfen. Die 60. Inf.Brig. erreichte gegen Abend etwa den Abschnitt Ballersthal–Walscheid. Die 85. Inf.Brig. war noch weiter zurück. Am späten Nachmittag befahl der Kommandeur der 60. Inf.Brig., General von Altfrod, durch Meldegänger: „Die 60. Inf.Brig. sammelt sich in Richtung Forsthaus Streithaus und bezieht für abends Lager. Die 60. Inf.Brig. mit Teilen der 56. Inf.Brig. stand alsbald im Grunde zwischen Ballersthal und Walscheid an dem westwärts aufsteigenden Rande des Walscheider Waldes. Dort hatte der Obstlt. d. Res. von Leyden im schneidigen Angriff den Feind verlassen. Bei Gefechte nebst einigen Pferden festgestellt. Eine Mühle brannte. Hier sammelte sich die Division. Die 60. Inf.Brig. belegte Ballersthal, Dreibrunnen und Birkirch. Die Verfolgung unterbrechend, biwakierte sie in der Nacht des 20./21. 8. 14 bei den befohlenen Ortsabschnitten rechts ab, wo sie bei Dunkelheit eintraf, gegen 8 Uhr abends. 21. 8. 14 wurde vom J.R. 143 (Birkirch) gemeldet, daß es in Gefechtsfühlung mit dem Feinde stehe.“ (General von Altfrod.)

Aus dem nebligen Morgen entwickelte sich bald ein herrlicher, warmer Sommertag. Der Feind hatte sich während der Nacht in seiner Stellung am Hochwald–Ballersthal–Bierthals–Albertweiler eingegraben. Um 8 Uhr früh hörten wir lebhaftes Gewehrfeuer im Föhrenwald, wo sich vorgeschobene Teile des J.R. 99 befanden. Für den 20. August war der Angriff der 6. und 7. Armee im Raume Gondrexange—Vogesen befohlen, linker Flügel XIV. A.K. von St. Louis—Gunzweiler auf Hochwalsch, XV. A.K. gegen die Linie Vallerysthal — St. Léon. Das Regiment 143, auf dem rechten Flügel des XV. A.K., hatte den Gefechtsstreifen Nordausgang Hommert — Südrand Föschenwald — Nordrand Glashütte (rechter Flügel), Südrand Hommert — Großmatt — Südrand Vallerysthal (linker Flügel). Links anschließend daran J.R. 99. Dem Brigadebefehl gemäß stellte sich das Regiment um 10 Uhr vorm. zum Angriff bereit: II./143 am Südostrand des Föschenwaldes, links davon am Wege Hommert—Sitifort III./143. Das I./143, das am Tage vorher Artilleriebedeckung gewesen war, war zunächst noch zur Verfügung des Div.Kdrs. südöstl. Hommert geblieben. Es konnte erst später bei III./143 ins Gefecht eingreifen und machte den Angriff bis Sitifort mit. Die M.G.K. verblieb bis zum Antreten des Regiments zum Angriff, der um 11 Uhr vorm. erfolgen sollte, in Hommert.

Lautlose Stille. — Die Uhr von Hommert schlägt elfmal. Auf den letzten Glockenschlag stürzt die 12. Komp. die Abhänge von Hommert herunter und ersteigt in knapp 30 Minuten die gegenüberliegenden, mit schußfertiger Artillerie bespickten Höhen. Sofort nach Beginn des deutschen Angriffs stürzten die Franzosen an ihre Geschütze. Der östliche Teil des Föschenwaldes und Hommert wurden mit Granaten überschüttet*). Im Verhältnis hierzu waren die Verluste zunächst gering, und in herrlicher Ruhe und Kaltblütigkeit begannen die Bataillone ihre Vorwärtsbewegung.

Als die 5./143 die Höhe 396 südl. Föschenwald gewonnen hatte, steigerte sich das fdl. Feuer zu größter Heftigkeit, und die Verluste vermehrten sich. Eine Granate schlug in einen geschlossenen Teil der 8./143 ein und richtete viel Unglück an. Mit Hilfe von Teilen des III. Btls. wurden am Wege hart südlich Forsthaus Föschen leichte Haubitzen in Stellung gebracht. Die der 12. Komp. folgenden Komp. des III./143 hatten ebenfalls schwere Verluste, u. a. fielen gleich beim ersten Vorgehen Hptm. Heydemann (9. Komp.) und der Adjutant des III. Btls., Lt. Jentzsch. Mittlerweile war es gegen 12,30 Uhr mittags. Das Regiment hatte die Höhe 396 und das Gelände nördl. und südl. davon gewonnen. Für ein weiteres Vorgehen sollte zunächst das Herankommen des XIV. A.K. abgewartet werden. Somit trat jetzt eine etwa zweistündige Gefechtspause ein, während der der Feind den Föschenwald unausgesetzt mit Granaten abstreute.

Um 2,30 Uhr meldete der Rgts. Adj., Lt. Richter, das Herankommen des XIV. A.K. über Gunzweiler. Oberst von Petersdorff befahl den Angriff fortzusetzen und verabschiedete sich noch mit einem Scherzwort von dem vorgehen den Kommandeur des II. Btls. In kräftigem Vordringen gelangte II./143 durch den Föschenwald und den tiefen Grund bei Stobberg auf die Höhe 363 bei Hochwalsch. Es versuchte in raschem Sprung Gelände zu gewinnen, in heftigem Gewehrfeuer aus Richtung der Höhe 357 bei Hochwalsch. In diesem Augenblick erhielten die vorspringenden Schützen auch heftiges Gewehrfeuer aus Süden von den Höhen westl. Vallerysthal herab. Der Bataillons-Kommandeur schwenkte nun mit einem Teil des Bataillons nach Süden ein unter teilweiser Besetzung eines eben verlassenen frz. Schützengrabens. Hier lag das Bataillon in schwerem Feuer von Westen und Norden. Glücklicherweise schoß die frz. Artillerie um etwa 200 m zu weit; auch wurde Hochwalsch bald vom Feind geräumt.

Inzwischen war es 4 Uhr nachm. geworden. Das Feuer aus der Richtung Biberkirch — Harzweiler war sehr heftig. Frz. Infanterie lag auf etwa 1000 m gegenüber. Da kam die Kunde, daß der tapfere Oberst von Petersdorff soeben bei Glashütte gefallen sei*). Oberstlt. Frhr. von Liliencron (Kdr. II./143) übernahm die Führung des Regiments. Inzwischen waren auch das III./143 und Teile des I./143 herangekommen. Der einzige Punkt im Gelände, der etwas Deckung gegen das sehr heftige Feuer bot, war der Grund bei Stobberg. Hier stauten sich jetzt Teile des II./99, der Regimenter 40, 169, 111 und des gleichfalls herangekommenen III./143. Der Regiments-Führer 143 faßte diese Truppen zusammen und stieß mit ihnen nach Vallerysthal hinein, das alsbald vom Feinde geräumt wurde. Hier wurden zunächst die Verbände geordnet. Die Franzosen wichen auf der ganzen Linie zurück. Es war inzwischen 7 Uhr abds. geworden. Durch den Regiments-Adjutanten wurde Verbindung mit der Brigade in Großmatt aufgenommen, wo sich auch I./143 und noch Teile von III./143, die den Angriff auf Sitifort durchgeführt hatten, befanden. Das Regiment erhielt Befehl, Vallerysthal und Dreibrunnen zu besetzen. Die bei Sitifort stehenden Teile des Regiments rückten nach Vallerysthal ab und erreichten gegen Mitternacht die Ortschaft.

Mittlerweile war Oberstlt. Frhr. von Liliencron nach Ordnung der Verbände mit II./99, II. und 11./143 durch Vallerysthal und Dreibrunnen durch nach Biberkirch vorgestoßen und hatte hierbei eine Anzahl Gefangene gemacht. Die Orte waren voll verwundeter Franzosen, und das Vorgehen durch die Dörfer wurde dadurch erschwert, daß sie unter dem Feuer frz. und eigener Artillerie lagen. II./99 hatte die Vorhut, bei der sich auch der Führer J.R. 143 befand. Als diese soeben nach Biberkirch eingebogen war, erhielt sie starkes Infanteriefeuer von den Höhen, die unmittelbar südl. Biberkirch den Ort beherrschten. Schnell wurden die Häuser besetzt und eine starke Besetzung der genannten Höhen durch frz. Infanterie erkannt. Die hereinbrechende Dunkelheit machte dem Feuerkampf bald ein Ende, wenn auch ein latentes Geschieße die ganze Nacht hindurch andauerte, da sich Freund und Feind nur auf wenige hundert Meter gegenüber lagen. Ein Angriff auf diese steilen Höhen aus Dreibrunnen und Biberkirch heraus war unmöglich. II./99 übernahm die Sicherung für die Nacht, während sich J.R. 143 in Dreibrunnen zur Verteidigung einrichtete.

Ein ehrenvoller, schwerer Kampftag war für J.R. 143 zu Ende gegangen, der dem Regiment seinen geliebten, heldenmütigen Kommandeur gekostet hatte. Schwerster Kampf hatte über der Ortschaft, in der das Regiment sich befand, den ganzen Tag über getobt. Die völlig verstörten und verängstigten Bewohner kamen in der Dunkelheit aus ihren Schlupfwinkeln hervor und sorgten nach besten Kräften für die erschöpften und ausgehungerten Truppen. Die Feldküchen wurden herangezogen*).

Nach eingebrochener Dunkelheit trat Ruhe ein, und Sanitätskompanien mit brennenden Fackeln durchstreiften das Schlachtfeld und suchten die Verwundeten.

Man begrub Walter von Petersdorff auf dem Soldatenfriedhof Plaine-de-Walsch in Grab 32.

Das alter Grab von Walter von Petersdorff
Walter von Petersdorff
Walter von Petersdorff

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.898: Josef Bögelein

Der Soldat Josef Bögelein wurde am 11.05.1884 in Niedergeislbach geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Lengdorf, und war der Sohn eines Bahnwärters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Unteroffizier im 1. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 21.04.1917 fiel er im Alter von 32 Jahren bei den Kämpfen in den Vogesen durch einen Granatvolltreffer.

Man begrub Josef Bögelein auf dem Soldatenfriedhof Bertrimoutier in Block 2, Grab 596.

Sterbebild von Josef Bögelein
Rückseite des Sterbebildes von Josef Bögelein

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.897: Johann Glonegger

Der Soldat Johann Glonegger stammte aus Alzgern, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Neuötting, und war der Sohn eines Kleinbauern (Gütler). Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Brigade-Ersatz-Bataillons. Am 10.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren während der Schlacht vor Nancy-Epinal im Elsass.

Die Lage des Grabes von Johann Glonegger ist offiziell unbekannt.

Sterbebild von Johann Glonegger
Rückseite des Sterbebildes von Johann Glonegger