Sonderbeitrag: Heinrich Dern

Der Soldat Heinrich Dern stammte aus Langsdorf, einem Stadtteil der hessischen Stadt Lich. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 1. Kompanie des 87. Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit der Hessische Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Am 21.08.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun. Er wurde während der Kämpfe im Chapitre-Wald – der Souville-Schlucht – und Bergwald getötet.

Die Lage des Grabes von Heinrich Dern ist unbekannt.

In seinem Heimatort Langsdorf gedenkt man Heinrich Dern noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2017/langsdorf_stadt-lich_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige des Turnverein Lich-Langsdorf für Heinrich Dern im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Wilhelm Speier

Der Soldat Wilhelm Speier stammte aus Wißmar, einem Stadtteil der hessischen Stadt Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 12. Kompanie des 88. Infanterie-Regiments. Am 03.09.1916 wurde er während der Schlacht an der Somme bei Guillemont und Ginchy schwer verwundet. Fünf Tage später, am 08.09.1916 starb er in Longueval an seinen Wunden.

Man begrub Wilhelm Speier auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 4, Grab 480.

Die Todesanzeige für Wilhelm Speier im Gießener Anzeiger

 

Sonderbeitrag: August Volkmann

Der Soldat August Volkmann stammte aus der hessischen Gemeinde Heuchelheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann (Krankenträger) in der 3. Kompanie des 80. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 24.08.1914 fiel er an der Westfront in Frankreich nahe der Ortschaft Tremblois-lès-Carignan in den Ardennen.

Über den Todestag und die Todesumstände von August Volkmann berichtet die Regimentsgeschichte des 8. Reserve-Infanterie-Regiments:

Das Gefecht bei Tremblois
24. August 1914

Am 24. August trat die 21. R.D. um 6 Uhr vormittags den weiteren Vormarsch über Chaillepierre auf Matton an. R.I.R. 80, das die Vorhut bildete, schickte III. R.I.R. 80 als Vortrupp voraus. Um 10.30 Uhr vormittags hatte der Vortrupp mit dem Anfang den Wegestern südlich Chaillepierre erreicht, da machte die Division halt: die aktive 21. I.D. trugte ihren Weg. Die Rast dauerte bis etwa 12.45 Uhr. Sie wurde von sehr vielen Böern dazu benutzt, in dem feuchten Flüsschen Semois ein erfrischendes Bad zu nehmen, ein fast friedensmäßiges Bild kurz vor dem Ernst des Kampfes. Gegen 1 Uhr wurde der Marsch fortgesetzt, er führte um 1.15 von der Weggabel dicht südwestlich Florenville in Richtung Tremblois. Mit kräftigem Hurra und nach dreiviertelstündigem Marsch die am Nordrande des Bois du Banel sich hinziehende französische Grenze überschritten.

Aus der Vortrupp vom Südrand des Waldes zum größten Teil verlassen und die Spitzenkompanie sich Tremblois bis auf etwa 600 Meter genähert hatte, schlug ihr plötzlich starkes Artillerie- und Infanteriefeuer entgegen. Die feindliche Artillerie stand auf den Höhen südlich und südwestlich von Tremblois. Sie sandte ihr sehr geschickt geleitetes, überaus wirksames Feuer vor allem vor und in den Bois du Banel, der voller Truppen steckte. Hier war nämlich das Gros der 41. R.D. versammelt. Da das Artilleriefeuer sehr kräftig eingesetzt hatte und im Walde sofort Verluste eintraten, kam es an einigen Stellen vorübergehend zu recht ungeordneten Auflockerungen der Verbände. In dem meist unübersichtlichen Waldgelände wurden, während Schrapnells und Granaten einschlugen, die Kompanien der I. und III. R.I.R. 80 und R.I.R. 87 zum Gefecht entfaltet. R.I.R. 87 rechts und links neben R.I.R. 80, z.T. auch in R.I.R. 80 eingeschoben. Inzwischen hatte sich der Vortrupp sprungweise gegen Tremblois vorgearbeitet; dabei wurde festgestellt, daß Tremblois und die Höhen und Hänge südlich und nördlich von Les Quatre Villes von feindlicher Infanterie stark besetzt waren. Als auf 200 Meter waren die ersten Kompanien an das Dorf herangekommen, dann blieben sie liegen; sie konnten infolge des Sperrfeuers, den die Artillerie und Maschinengewehre des Gegners um Tremblois herumlegten, nicht weiter vordringen. Man tat gut daran, sich einzugraben und zu halten. Und die Mehrzahl der Infanteristen hatte sich gerade dazu entschlossen. I.R. 21 war vor dem Walde zum Stellung gegangen, da brach auch schon ein verheerendes Artilleriefeuer auf sie herein. Heldenhaft hat damals diese Abteilung ausgehalten.

Obwohl die Batteriestellungen vom Feinde eingesehen waren, obwohl eine Gruppe Granaten nach der anderen auf und zwischen die Geschütze sauste, sodaß buchstäblich Geschützteile und Menschen durch die Luft gewirbelt wurden, hat sie bis zum äußersten versucht, die feindliche Artillerie zum Schweigen zu bringen und durch Bekämpfung der feindlichen Infanterie unserer Infanterie den Weg zum Sturm auf Tremblois freizumachen. Gegen die überlegene Artillerie der Franzosen kam sie zwar nicht auf, gegen die Infanterie aber wirkte sie mit sichtlichem Erfolge. Einige Geschütze wurden in oder unmittelbar hinter den in 2. Linie folgenden Angriffstruppen in Stellung gebracht. Ein packender Anblick war es, als unsere Infanteristen an den Waldrand zurückliefen und aus einem Artilleriemunitionswagen die schweren Geschosskörbe herbeiholten, damit die Artillerie, der die Munition ausgegangen war, weiterfeuern konnte. So half die eine Waffe der andern, ein erhebendes Beispiel treuester Kameradschaft.

Während die vordersten Kompanien vor Tremblois festlagen, hatten sich auch die andern Bataillone des Regiments entwickelt. Teile des I. Bataillons schoben sich in die erste Kampflinie ein oder verlängerten sie nach rechts, andere aber verblieben im Walde oder kurz vor dem Walde, da das entsetzliche Artilleriefeuer ihnen das Vorgehen unmöglich machte. Ähnlich lagen die Verhältnisse beim II. Bataillon, das anfangs als Reserve am Südrand des Bois du Banel zurückgehalten, dann aber mit allen Kompanien eingesetzt wurde: von der 6. kam nur ein Zug gut vorwärts, Teile der 8. zogen sich später wieder in den Wald zurück. Sie waren in mörderisches Maschinengewehrfeuer geraten. Der 5. Kompanie und einem Zug der 7. Kompanie gelang es, sich bis zur vordersten Linie vorzuarbeiten. Unsere M.G.K. fand leider nicht Gelegenheit zum Eingreifen. Als sehr verhängnisvoll erwies es sich, daß die Kanoniere, deren Geschütze zerschossen waren, sich aus dem Artilleriefeuer in den Wald zurückzogen, was an sich durchaus berechtigt war, da sie ja nach der Vernichtung ihrer Waffe der Infanterie doch nicht mehr nützen konnten. Einige der in ihrer Nähe befindlichen Infanteristen aber folgten leider ihrem Beispiel, ohne sich darüber klar zu werden, daß ihr Verhalten strafbar war. Die 4. Kompanie, die bereits hundert Meter vor dem Waldrand lag, wurde durch einen Befehl – angeblich von der Brigade – bedauerlicherweise sogar zum Zurückgehen gezwungen. So trugen verschiedene unglückliche Umstände dazu bei, daß der Angriff auf Tremblois zunächst einen wenig günstigen Verlauf nahm. Erst als nachmittags zwei schwere Feldhaubitzbatterien der 25. R.D., die in einer Senke zwischen Floremville und dem Bois du Banel aufgestellt waren, Tremblois und die französischen Batteriestellungen unter Feuer nahmen und Schützenlinien der hessischen Division die rechte Flanke der Franzosen bedrohten, konnte unsere Infanterie zum letzten Sturm vorbrechen. Um 7.15 Uhr abends war Tremblois in den Händen des Regiments. Nur wenige Gefangene wurden gemacht; die Besatzung des Dorfes und der an den Hängen südlich des Dorfes angelegten Schützengräben hatte sich, soweit sie noch lebte und marschfähig war, rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Durch die Beschießung mit schwerer Artillerie war ein großer Teil des Dorfes in Brand geraten. Das Feuer griff immer weiter um sich. Schaurig war das Bild, das sich den siegreichen Stürmern bot: Turmhohe Flammen, einstürzende Wände und Dächer, in den Gassen umherirrende Bewohner, halb wahnsinnig vor Schrecken, fliehende Pferde, Kühe und Schweine, die in den Stallungen langsam verbrennen mußten. Nur in wenigen Fällen war Rettung oder schnelle Tötung möglich. Die Furchtbarkeit des Krieges für Menschen und Tiere wurde uns damals mit erschütternder Eindringlichkeit bewußt.

Während der größte Teil des Regiments sich im oder bei dem brennenden Tremblois befand, hatte sich das III. Bataillon, das sich im Bois du Banel etwas zurückgezogen, allmählich wieder gesammelt. Unter den im Walde zurückbleibenden 80ern und 87ern tauchte plötzlich das Gerücht auf, daß französische Infanterie durch die vorderste Linie durchgebrochen sei und im Wald eingebrochen sei. Das führte zu einer gewissen Unruhe. Division, Divisionsstab, Generalleutnant Oidtmann, der Führer der 42. Brigade, war inzwischen von der Straße Floremville–Tremblois her im Walde, erhielt darauf den Befehl, die Franzosen aufzufangen. In der Regimentsgeschichte des R.I.R. 81 lesen wir über die weiteren Geschehnisse folgendes:
„Durch den erst lichten, dann immer dichter werdenden Laubwald trat das mit seinen drei Bataillonen nebeneinander formierte Regiment (R.J.R. 81) etwa um 7 Uhr abends in geschlossenen Kolonnen an. Vor ihm das R.J.R. 88 in Schützenlinien. Hin und wieder plaste ein Schrapnell über den Bäumen, ohne Schaden anzurichten. Infanteriefeuer war nur aus der Ferne zu hören. Die Gewehre waren leider nicht entladen worden, wie man es beim Angriff im dichtsten Wald stets tun sollte.

Die Tamboure schlugen, Hornisten bliesen! — Plötzlich rasendes Infanteriefeuer der vorderen Linie, die auf den Feind gestoßen zu sein schien. Das war für die zweite Linie der Brigade das Signal, in ein nicht enden wollendes Hurra auszubrechen. Mit diesem donnernden Zeichen seiner Begeisterung wurde der Angriff des Regiments fortgesetzt, bis der Waldrand nordöstlich Tremblois erreicht war.

Nicht unerhebliche Verluste waren nur durch plötzliches Infanteriefeuer eingetreten; denn die Meldung über das Eindringen von Franzosen in den Wald hatte sich als falsch herausgestellt.“ An diesem „Angriff“ waren auch die im Bois du Banel verbliebenen 80er und 87er beteiligt. Sie stießen an diesem Abend nicht mehr zu ihrer Truppe, die etwa 500 Meter nördlich von Tremblois am Fuße des Hügels biwakierte, sondern verbrachten die Nacht in der Nähe des Jollhaus (Quenne) am Waldrande.

Trotz des überwältigenden feindlichen Artilleriefeuers waren die Verluste des Regiments nicht so groß, wie man zuerst fürchtete. Es fielen Leutnant Brosius (Adjutant des I. Bataillons) und Major Freiherr von Hanx (5. Kompanie), ferner 11 Unteroffiziere und Mannschaften, außerdem wurde vermißt gemeldet, der Adjutant und Führer der 3. Bataillons, Major Freiherr von Lerner, und die Offizierstellvertreter Schäfer und Herrchen, ferner 29 Unteroffiziere und Mannschaften.“

24. und 25.08.1914 Tremblois

Die Lage des Grabes von August Volkmann ist unbekannt.

Die Todesanzeige für August Volkmann im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Vizefeldwebel Carl Steller

Der Soldat Carl Steller stammte aus dem hessischen Dorf Annerod, einem Ortsteil der Gemeinde Fernwald. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 3. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 20.09.1916 fiel er während der Schlacht in der Somme in Frankreich. Er wurde bei Bouchavesnes getötet.

Die Lage des Grabes von Carl Steller ist unbekannt.

In seinem Heimatdorf Annerod gedenkt man Carl Steller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/annerod_gem-fernwald_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige für Carl Steller im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Gerichtsreferendar August Metz

Der Soldat August Metz stammte aus der hessischen Stadt Nidda und lebte in Metz. Er war Gerichtsreferendar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 11. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 wurde er schwer verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Dort starb er im Alter von 23 Jahren. Er wurde ein Opfer der Schlacht an der Marne.

Die Lage des Grabes von August Metz ist unbekannt.

In seiner Heimatstadt Nidda gedenkt man August Metz noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2018/nidda_lk-wetterau_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige der C. C. Starkenburgia für August Metz

Sonderbeitrag: Oberleutnant Adolf Leib

Der Soldat Adolf Leib stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen und war kaiserlicher Bankbuchhalter in der Reichsbanknebenstelle in Konstanz . Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant des Reserve und Kompanieführer der 7. Kompanie des  418. Infanterie-Regiments. Eigentlich gehörte er zum 87. Infanterie-Regiment, war aber abgeordnet. Man zeichnete ihn mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille  aus. Am 25.10.1916 fiel er während der Schlacht um Verdun in Frankreich.

Man begrub Adolf Leib auf dem Soldatenfriedhof Amel-sur-l’Etang in Block 2, Grab 397.

Die Todesanzeige für Adolf Leib im Gießener Anzeiger

Das Grabmal von Konrad Kurzbold

Im Limburger Dom befindet sich das Grab von Konrad Kurzbold. Konrad Kurzbold wurde zwischen 885 und 890 geboren und starb vermutlich am 30.06.948 geboren. Er stammte aus dem Geschlecht der Konradiner und Graf des unteren Niederlahngaus (Limburger Becken und Umgebung). Er war der Vetter von König Konrad I. und gründete das Stift Sankt Georg in Limburg, um das sich die Stadt Limburg an der Lahn entwickelte.

Konrad Kurzbold, der seinen Beinamen wahrscheinlich wegen seiner für einen Adligen eher geringen (aber verglichen mit dem Volk nur leicht unterdurchschnittlichen bis normalen) Körpergröße sowie wegen seiner großen Tapferkeit (althochdeutsch bald = kühn) erhielt, wurde erstmals im Februar 910 erwähnt. In diesem Jahr übereignete ihm Ludwig das Kind einen Hof mit der Erlaubnis, diesen für eine Kirche zu verwenden, die Konrad auf einem Berg namens Lintburk (oder lintpurc), Limburg, erbauen wollte. Konrads Eltern waren Eberhard, Graf des Niederlahngaus, und dessen Gattin Wiltrud. Vermutlich wuchs er im Herzogtum Franken auf, denn seine Mutter Wiltrud floh nach dem Tod ihres Mannes 902 mit ihren Söhnen in das Herrschaftsgebiet von Eberhards Brüdern am Unterlauf der Lahn.

Im Niederlahngau trat Konrad das Erbe seines Vaters an, konnte wohl aber nur einen Teil von dessen Herrschaftsrechten in den umliegenden Regionen übernehmen. Nach dem Ende von Konrads I. Herrschaft scheint Konrad Kurzbold ein gutes Verhältnis zum ab 919 herrschenden Heinrich I. gehabt zu haben, wenn er auch anders als bei seinem Vetter nicht mehr mit Hofdiensten verbürgt war.

Konrads geschichtlich bedeutendste Leistung war sein Sieg in der Schlacht bei Andernach am 2. Oktober 939, den er zusammen mit seinem Vetter Udo, Graf der Wetterau, gegen die Herzöge Eberhard von Franken, einen Vetter Konrads und Udos, und Giselbert von Lothringen errang, die sich im Aufstand gegen Otto I. befanden. Die beiden Herzöge waren plündernd in die Grafschaften der beiden königstreuen Konradiner eingefallen, die sie mit einer eigenen Streitmacht verfolgten und angriffen, als der Großteil von deren Heer bereits bei Andernach über den Rhein gesetzt war, die Anführer aber noch nicht. Eberhard fiel in der Schlacht, Giselbert ertrank im Rhein bei dem Versuch zu fliehen. Für diesen Sieg, der den Aufstand gegen ihn beendete, schenkte Otto I. Konrad Kurzbold ein Gut für das von diesem gegründete Stift St. Georg zu Limburg.

Zudem sind mehrere Hofdienste Konrads für Otto überliefert, einige davon auch schon vor 939. Aufgrund seiner militärischen Leistungen und seiner geringen Größe wurde Konrad Kurzbold zur Sagenfigur, von der Ekkehard IV. von St. Gallen berichtet, Kurzbold habe als neuer David einen riesigen, prahlerischen Slawen erschlagen und habe bei einer anderen Gelegenheit, als Kurzbold mit Otto I. unterwegs gewesen sei, einen angreifenden Löwen getötet, ehe der König überhaupt sein Schwert gezogen habe.

Die von Ekkehard fast 100 Jahre nach Konrads Tod behauptete und in der Heimatforschung immer wieder kolportierte „Abscheu vor Frauen und Äpfeln“ wird von Wolf-Heino Struck als Ausdruck eines eine Zeitlang unverheiratet gebliebenen Mannes, der zudem in der damaligen Diskussion um das Zölibat die Kirchenleute vor dem Sündenfall (Apfel) warnte, interpretiert, und sei also nicht wörtlich zu nehmen.

Konrad Kurzbold starb 948 und wurde von seinem Bruder beerbt. Er wurde mittig im Chor des von ihm gestifteten Georgsdom in Limburg bestattet. Infolge der durch das Zweite Vatikanische Konzil vorgenommenen Änderungen im Ablauf der Liturgie wurde das 1235 angefertigte Hochgrab (Tischgrab) zunächst auf die Empore des Limburger Doms verlegt, bevor es im nördlichen Querhaus seinen endgültigen Standort fand. Die Grabplatte als Tischplatte des Tischgrabes ist wie ein offener Sarg skulptiert. Die darin liegende Figur zeigt Konrad umrankt von Akantuslaub im jungen Mannesalter von etwa 30 Jahren – eine christologische Anspielung auf Leben und Unsterblichkeit des Stifters. Die Füße des Tischgrabs stehen auf einer Bodenplatte, darunter ruhen die Gebeine des Toten.

Als Todestag Konrad Kurzbolds bezeugen die Fuldaer Totenannalen die 2. Kalenden des Juli (30.6.). Am 30. Juni jeden Jahres wird daher im Limburger Dom mit einer Heiligen Messe an den Stifter erinnert, für den ein Seligsprechungsverfahren niemals eingeleitet wurde.

Das Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom
Das Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom
Das Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom
Das Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom
Darstellung von Konrad Kurzbold auf seinem Grab im Limburger Dom
Figur am Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom
Figur am Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom
Figur am Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom
Figur am Grab von Konrad Kurzbold im Limburger Dom

Sonderbeitrag: Der Lehrer Adam Kaiser

Der Lehrer Adam Kaiser stammte aus Langenhain, heute ein Teil der Ortschaft Langenhain-Ziegenberg, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Ober-Mörlen. Er war vermutlich Lehrer in Auerbach, einem Teil der Stadt hessischen Bensheim Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 2. Kompanie des 118. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 02.09.1916 fiel er im Alter von 24 Jahren, vermutlich bei der Erstürmung der französischen Stellungen beiderseits der Souville-Schlucht.

Der Sterbeort von Adam Kaiser:

Die Lage des Grabes von Adam Kaiser ist unbekannt.

In seiner Heimatstadt Auerbach gedenkt man Adam Kaier noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/auerbach_stadt-bensheim_kreis-bergstrasse_wk1_hs.html

Die Todesanzeige für den Lehrer Adam Kaiser im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Tobis Will

Der Soldat Tobis (Verlustliste: Tobias) Will stammte aus Treis an der Lumda, einem Stadtteil der hessischen Stadt Staufenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 2. Kompanie des 129. Infanterie-Regiments. Am 03.07.1916 wurde er von einem Artilleriegschoss in Hals und Brust getroffen und starb dadurch im Alter von 20 Jahren. Er wurde ein Opfer des Gefechts am Porostyn und bei Sadzawka in Galizien.

Über den Todestag und die Todesumstände von Tobis Will berichtet die Regimentsgeschichte des 129. Infanterie-Regiments:

Am 3.7., an dem die 44. I.T.D. weiter angreifen, die 215. Brig. sich dem fortschreitenden Angriff anschließen sollte, blieb es den Vormittag über ziemlich ruhig, nur berichteten die Bataillone übereinstimmend über das Eintreffen zahlreicher Befehle und Gegenbefehle. Aus Süden und Südwesten war starker Geschützlärm hörbar. Um 10,45 vorm. wurden 1. und 2. Komp. (dabei Stab I.) nach Chausseebrück Sadzawka geschickt als Reserve für Honvedrgt. 20, das eine Stellung von H.St. Sadzawka nach Süden bis zum Pruth besetzt hatte. Zugleich sollte dieses körperlich und moralisch nicht mehr voll leistungsfähige Regiment im Falle eines Angriffs aufgenommen werden. Die 3. komp. wurde zur Sperrung der Kobylnica-Schlucht abgezweigt und hatte Verbindung zu halten zwischen der 44. I.T.D. westlich und der 48. Brig. östlich der Schlucht, eine schwierige Aufgabe, die die Kompagnie unter Lt. Sakowski gut löste.

Etwa 12⁰⁰ mittags wurde die Fortsetzung des Angriffs erneut befohlen.
Dabei sollte vom Regiment aus seiner genau südlich gerichteten Front nach Osten angetreten werden, im Anschluß an den rechten Nachbarn, nach dem sich das Vorgehen zu richten hatte. Das Regiment erfüllte diesen ungemein schweren taktischen Auftrag derart, daß es das bisher in 2. Linie befindliche II. Bataillon als vorderstes Bataillon bestimmte und sich mit Front nach Osten, linker Flügel bei Höhe Posovrin, Frontbreite 500 m, aufstellen ließ. Das I. Btl., das nach dem früheren Angriffs­befehl wieder zum Regiment in Marsch gesetzt sein sollte, hatte sich nördlich der Höhe zusammenzuziehen und dem II. als Brigade-Reserve zu folgen, dann erst das III. sich bei der Höhe als Gruppenreserve zu sammeln.

Zur Durchführung des Angriffs kam es nicht. Die rechts befindlichen Abschnitte. Verbände kamen nicht vorwärts. Unser II. Btl. ging, alle 4 Kom- pagnien eingesetzt, den Feind dicht vor der Front, nur ein kurzes Stück vor und blieb bis abends auf dem Osthang des Poroflyn. Vor allem aber hatte sich die Lage auf dem Nordufer des Pruth gefährlich gestaltet. Hier war gegen abend der Russe allmählich gegen das Honvedregt. nordl. und weiter nördl. vorgegangen. Gegen 6⁰⁰ setzte starkes Artilleriefeuer ein. Kurz vor 8⁰⁰ abds. wurde ein russ. Angriff gemeldet und auch erkannt, darauf zu- nächst ein Zug der 1. Komp. südl., einer der 2. nördl. der Straße als „Koreffstützunge“ für die noch haltenden Honveds eingesetzt, als diese aber zurückfluteten auch der Rest beider Kompagnien zum Gegenangriff in Richtung Kirche von Sabaznoka vorgeworfen. Ihr Stoß kam gerade rechtzeitig; dichte russ. Linien kommen von Osten heran, werden beschossen, zu- rückgeworfen, ergeben sich zum großen Teil; zweite, dritte Linien folgen, in den durch Honveds nicht mehr befestigten Flanken kommen ebenfalls feind- liche Abteilungen vor. Da die Honveds- und Russenmützen einander ähneln, sprachlich eine Verständigung nicht möglich ist, ist jedes Ordnen und Erkennen in dem inzwischen hereingebrochenen Dunkelbeld ausgeschlossen; ein wildes, ungeregeltes Nachtgefecht entbrennt; das Gelände ist überaus schwierig und unübersichtlich; die beiden deutschen Kompagnien, weit aus- einandergerissen, allerseits angegriffen, stecken in einem Hexenkessel; der Führer der 1. wird verwundet; Mann gegen Mann oder in kleinen Trupps wehrt sich jeder so gut er kann; ein Teil fängt an nachzugeben. Da, ge- rade rechtszeitig, bringen zwei eben herangekommene Züge der 4. Komp. mit ihrem linken Flügel längs der Straße vorgehend, eine gewisse Entlastung; aber doch nur vorübergehend. Im Häuserkampf und in der Dunkelheit vielfach umgangen, stark überlegenen Feind teilweise schon im Rücken, muß die kleine deutsche Truppe zurück. Der Bataillonskommandeur, Major Zachariae, hält auf, was kommt und läßt eine Linie vom Pruthufer zum Kirchhof (am Ostausgang des Orts an der Straße) besetzen.

Der Russe, der auch sein Teil hat, drängt diese kurze Strecke nicht nach und so gelingt es, die genannte Stellung mit einer leidlich zusammenhängenden Linie durcheinandergewürfelter Leute, Deutschen und einzelnen Honveds, zu besetzen. Nördlich der Straße übernimmt Oblt. d. R. Hensel, südlich R. d. R. Müller den Befehl. Um 11°° abds. trifft das k. u. k. Jäg. Btl. 18 ein, von dem alsbald 2 2/3 Kompagnien zur Verstärkung der Linie und Verlängerung der Flügel eingesetzt werden. Um 11.30 abds. wird durch den Zug Almers der 4. komp. die Linie bis zur Bahn ausgedehnt und abgeschlossen.

Die Lage des Grabes von Tobis Will ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Tobis Will im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.878: Johann Regler

Der Soldat Johann Regler wurde am 14.06.1891 in Hirnstetten, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kipfenberg, als Sohn eines Landwirts geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 14. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern  ausgezeichnet. Im Juli 1918 wurde er in Frankreich im Oberelsass schwer verwundet. Am 14.06.1918 (Verlustliste: 15.08.1918) verstarb er an seinen Wunden im Alter von 27 Jahren in Marburg im heutigen Bundesland Hessen.

Offiziell ist für Johann Regler keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er auf eine Friedhof in Marburg im militärischen Bereich begraben wurde und dass sein Grab noch heute existiert.

Seine Heimatgemeinde Hirnstetten gedenkt Johann Regler noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2008/hirnstetten_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Johann Regler
Rückseite des Sterbebildes von Johann Regler