Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.877: Johann Fröhlich

Der Soldat Johann Fröhlich wurde am 25.12.1877 in Mühlhausen geboren, heute ein Ortsteil der Gemeinde Mühlhausen-Ehingen im Bundesland Baden-Württemberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 12. Kompanie des 185. Infanterie-Regiment. Am 28.04.1917 fiel er im Alter von 39 Jahren bei Gavrelle / Roeux während der Schlacht bei Arras.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Fröhlich berichtet die Regimentsgeschichte des 185. Infanterie-Regiment:

„28.04.1917 Großkampftag. Nach kurzem Trommelfeuer erfolgt 5.30 Uhr vormittags ein englischer Massenangriff auf der ganzen Front. Eigenes Sperrfeuer setzt prompt ein. Durch Infanterie- und Maschinengewehr-Feuer erleidet der Gegner schwerste Verluste, der Angriff bricht zusammen. Besonders schwer sind die Verluste von der 8./185., die die Verteidigung unter der bewährten Führung von Leutnant Kraft ofensiv führt und Gefangene macht. Jedoch gelingt es dem Gegner, sich mitz schwachen Kräften in einem Grabestück zwischen 2. und 8./185 festzusetzen, mit stärkeren Kräften auf dem linken Flügel von Infanterie-Regiment 25 einzudringen und bis zum Ballonwäldchen vorzustoßen. Sofortiger Gegenstoß der 4./185 mit zwei Zügen glückt nur unvollkommen, wobei Teile des Gegners hinter 2. und 8./185 gedrängt werden, die sich nun nach drei Seiten zu wehren haben. Zur Verstärkung rücken zwei Züge 1./185 mit Munition nach vorn, dafür 11./185 in den Gavrelle-, 10. in den Fresnes-Riegel. Auf die Nachricht vom Verlust von Roeux-Süd (vormittags wiedergenommen) besetzen 10./185 9 Uhr vormittags den Gavrelle-Riegel südlich der Bahn, 9. und 12. den Fresnes-Riegel; ½ 11. Kompanie wird zur Verstärkung nach vorn geschickt (zur 2. und 8./185). 11.30 Uhr vormittags werden zwei Kompanien R. 65 für den Fresnes-Riegel zur Verfügung gestellt, wodurch 9. und 12./185 frei werden. 12.40 Uhr nachmittags treten 9., 12., ½ 11. und ½ 3. Maschinengewehr-Kompanie zum Gegenstoß an, die, am hellen Tage über die Höhe vorgehend, stark unter feindliches Artillerie-Feuer leiden, nur zum Teil bis zum vordersten Graben vordringen, zum Teil 500 Meter dahinter stecken bleiben. 12./R. 65 wird zur Sicherung der rechten Flanke in den nördlichen Gavrelle-Riegel vorgezogen. 6.15 Uhr nachmittags nimmt 2. Maschinengewehr-Kompanie vom Bahndamm aus die Engländer hinter 2. und 8. Kompanie unter Feuer und zersprent sie, wodurch die beiden Kompanien im Rücken frei werden. Nach 8 Uhr abends wird gegen den Regimentsabschnitt stark gegast. 10.30 Uhr abends treffen 5. und 8./bayerische 20 im Fresnes-Riegel ein, dessen Kommando II./b 20 übernimmt; 9./R. 65 wird in den Gavrelle-Riegel vorgezogen, 10./185 schanzt bei 6./R. 65. Vor Mitterncht erfolgt ein starker feindlicher Artillerie-Feuerüberfall aller Kaliber.“

Offiziell ist für Johann Fröhlich keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er, wenn seine Gebeine geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Leutnant der Reserve Otto Weitsch, gefallen am 28.04.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 19, Grab 307;
  • Leutnant der Reserve Wilhelm Vogt, gefallen am 28.04.1917, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 18, Grab 333;
  • Leutnant Walter Stud, gefallen am 28.04.1917 bei Douai, begraben auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 19, Grab 314.

 

Sterbebild von Johann Fröhlich
Rückseite des Sterbebilde von Johann Fröhlich

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.815: Johann Brambs

Der Soldat Johann Brambs stammte aus Giersdorf, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Vilsbiburg, und war Tagelöhner (Söldner). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Jäger und Landsturmmann in der 2. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Jägerbataillons. Am 4./5.09.1914 wurde er schwer verwundet und verstarb am 24.09.1914 im Alter von 31 jahren in Lunéville in französischer Kriegsgefangenschaft.

„Nächtlicher Vorstoß über Frascati – Aux-quatre-vents – Vitrimont
4. bis 5. Septemberg 1914

Das Bataillon marschierte 7 Uhr nachmittags von Rappe zum befohlenen Angriff ab. Es hatte den Auftrag, links gestaffelt der linken Sturmkolonne der Brigade – Reserve-Infanterie-Regiment 13 mit 1 Reserve und 4. Feldpionier-Kompanie – zum Schutze der linken Flanke derselben zu folgen. Um 8.30 Uhr abends war das Bataillon auf das Reserve-Infanterie-Regiment 13 beim Schlösschen Friscati aufgeschlossen. Vorerst sollte das Bataillon bis Aux-quatre-vents diesem Regiment folgen und dann westlich Vitrimont vorbei von Norden nach Süden vorstoßen, den Feind nördlich und bei Vitrimont werfen und dann südlich Vitrimont mit Front nach Südwesten Schützengräben für zwei Kompanien ausheben gegen allenfalligen Angriff aus Foret de Vitrimont. Die 1. Jäger-Kompanie verbleibt mit der Maschinengewehr-Kompanie des Bataillons als Sicherheitsbesatzung in dem westlichen Teil der südlichen Friscatistellung.

9.30 Uhr nachmittags tritt die linke Sturmkolonne der Brigade in Anwesenheit des Brigadestabes an. Das Reserve-Jäger-Bataillon 1 folgt links gestaffelt am Südhang der Höhe 347. Etwa 10 Uhr nachmittags traf das Bataillon bei dem Straßenkreuz 1 Kilometer südlich Deuxville auf feindliche Schützengräben und erhielt aus diesen Feuer. zugleich kam das Bataillon auch in heftiges Feuer scgwerer Artillerie. Glücklicherweise schlugen die Geschosse jedoch meist unmittelbar hinter dem Bataillon ein. 2. und 4. Kompanie werden in vorderer Linie entwickelt, 3. Kompanie links gestaffelt, die Gewehre entladen und Seitengewehre aufgepflanzt. Der Feind räumt die Stellung, bevor das Bataillon zum Sturm überging. Das Bataillon ging nun bis Aux-quatre-vents vor. Bei Aux-quatre-wents erhält das Bataillon vom Brigadekommanderur persönlich den Befehl zum Vorgehen zunächst in westlicher, dann in südlicher Richtung und Wegnahme der westlich Vitrimont gelegenen feindlichen Schützengräben. Daraufhin geht das Bataillon zum Sturm gegen die feindlichen Schützengräben im Wegedreieck zwischen Vitrimont und Ferme de Léomont vor. Unter schweren Verlusten erstürmte die 3. Kompanie, rechts und links von der 4. und 2. Kompanie eingerahmt, die von etwa zwei französischen Kompanien besetzten Gräben. Auch das nördliche, an Vitrimont anstoßende Stück der Straße nach Dombasle wird im Laufschritt gewonnen und trotz des von allen Seiten losbrechenden Feuers die dort eingenisteten Franzosen geworfen. Aus dem Gehöft am Fuße des Léomontberges erhielt das Bataillon nun starkes flankierendes Infanterie- und Maschinengewehrfeuer. Ein Jägerzug wurde dorthin zum Sturm angesetzt. Er erobert das Gehöft und steckt es in Brand. Die Besatzung wurde größtenteils niedergemacht. Außerdem wurden drei Maschinengewehre erbeutet und 30 gefangene Franzosen eingebracht. Da Vitrimont vom Feinde frei gemeldet war, wurden die Gefangenen unter Bedeckung über Vitrimont nach Lunéville in Marsch gesetzt.

Auftragsgemäß ging nun das Bataillon etwa 3 Uhr vormittags nach Süden, westlich an Vitrimont vorbei und birschte sich, um Deckung gegen das immer noch über das Feld fegende Infanteriefeuer zu finden, in den Straßengraben vor. Eben ist das Bataillon im Begriffe, in einem Obstgarten am Nordwestrand von Vitrimont zu sammeln, wohin auch die Verwundeten gebracht wurden, da wird es aus dem Ort, in den der Feind von Süden her eingedrungen sein musste, plötzlich mit rasendem Feuer überfallen. Von allen Seiten beschossen, angesichts des Vorgehens feindlicher Abteilungen aus Richtung Anthelupt und mangels jeder Verbindung mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 13 war das Bataillon zum eiligen Rückzug auf Aux-quatre-vents gezwungen, sodass die Verwundeten leider nur zum Teil geborgen werden konnten und die drei Beute-Maschinengewehre zerschlagen werden mussten. Schon hatte das Bataillon die Gegend von Aux-quatre-vents erreicht, da wurde es von den zwei dem Reserve-Infanterie-Regiment 13 zugeteilten Pionierkompanien, die es für Feind ansah, mit der blanken Waffe im Sturm angegriffen. Major Düwell ließ sofort seine Jäger hinlegen, trat allein den anstürmenden Pionieren entgegen und brachte sie durch Zuruf zum Stehen. Das Bataillon, das nunmehr aus knapp zwei Kompanien bestand, konnte daraufhin ungestört auf die Höhe bei Schlösschen Friscati abrücken, wo in den Morgenstunden noch zahlreiche Versprengt eintrafen.

Jäger und Landwehrmann Stießberger Martin, der 4. Kompanie zeichnete sich im nächtlichen Vorgehen auf Vitrimont (4. zum 5.9.) aus. Als beim Überschreiten eines Grabens die Kompanie Rückenfeuer erhielt, kehrte Stießberger aus eigenem Antrieb mit einigen Jägern sofort um, suchte nach den Schützen und entdeckte in dem durchschrittenen Graben 15 – 20 Turkos, die niedergemacht wurden. Die Kompanie wurde dann von rückwärts nicht mehr belästigt. Hierfür und da er außerdem am 15.05.1915 freiwillig einen schwer verwundeten Pionier mit noch anderen Kameraden von der Straße nach Carency zurückbrachte und ihn dadurch vor dem sicheren Tode errettete, wurde Stießberger mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

Verluste am 04. und 05.09.:

Oberleutnant und Bataillonsadjutant Brendel am 04.09. leicht verwundet, kehrt am 05.09. wieder zum Bataillon zurück. Leutnant der Reserve Gschwendtner verwundet, ferner Oberjäger und Jäger tit 10, verwundet 73, vermisst 5.“

Man begrub Johann Brambs auf dem Soldatenfriedhof Gerbéviller in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Vilsbiburg gedenkt Johann Brambs noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/vilsbiburg-seyboldsdorf_wk1u2_bay.htm 

Sterbebild von Johann Brambs
Rückseite des Sterbebildes von Johann Brambs

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.814: Josef Vogl

Der Soldat Josef Vogl wurde am 09.01.1878 geboren, lebte in Röhrmoss, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Kirchanschöring, und war Tagelöhner in der Kuranstalt Bad Adelholzen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Anfang April 1917 wurde er schwer verwundet und verstarb am 12.04.1917 im Alter von 39 Jahren in der Nähe von Bailleul bei Arras.

Man begrub Josef Vogl auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in Block 2, Grab 655.

Sterbebild von Josef Vogl
Rückseite des Sterbebildes von Josef Vogl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.806: Karl Dempfle

Der Soldat Karl Dempfle wurde am 18.11.1874 in der bayerischen Gemeinde Rott am Inn geboren und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann und Unteroffizier in der 2. Batterie des 11. bayerischen Fußartillerie-Bataillons. Am 05.05.1917 fiel er im Alter von 42 Jahren bei Chaumont bei den Kämpfen an der Aisne in Frankreich.

Man begrub Karl Dempfle auf dem Soldatenfriedhof Laon-„Bousson“ in Block 8, Grab 128.

Sterbebild von Karl Dempfle
Rückseite des Sterbebildes von Karl Dempfle

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.777: Joseph Danzer

Der Soldat Joseph Danzer stammte aus Neppersdorf, eine Ortsteil der bayerischen Gemeinde Neukirchen vorm Wald, und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg diente er als landsturmmann in der 2. Kompanie des 5. bayerischen Armierungsbataillons. Am 03.09.1916 wurde er im Alter von 32 Jahren in Nordfrankreich durch eine Fliegerbombe getötet.

Man begrub Joseph Danzer auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 28, Grab 1.013.

Sterbebild von Joseph Danzer
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Danzer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.755: Josef Hermitschek

Der Soldatb Josef Hermitschek stammte aus Hütting, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ruhstorf an der Rott. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 6. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 11.03.1919 verstarb er im Alter von 34 Jahren im Reservelazarett Haar am einer schwere Erkrankung, die er sich im Kriegsdienst zugezogen hatte.

Man begrub Josef Hermitschek auf dem Friedhof München – Waldfriedhof in Reihe 82, Grab 28.

Sterbebild von Josef Hermitschek
Rückseite des Sterbebildes von Josef Hermitschek

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.736: Josef Eichenseer

Der Soldat Josef Eichenseer stammte 11.03.1877 Hitzendorf, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Hohenfels, und war Landwirt von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Landsturmmann in der 8. Kompanie des 5. bayerischen Ersatz-Infanterie-Regiments. Am 16.12.1916 geriet er während der Stellungskämpfe während der Schlacht um Verdun verwundet in französische Gefangenschaft und verstarb einen Monat später am 18.01.1917 im Alter von 40 Jahren in Marseille.

Man begrub Josef Eichenseer auf dem Friedhof St. Pierre in Marseille.

Sterbebild von Josef Eichenseer
Rückseite des Sterbebildes von Josef Eichenseer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.704: Melchior Keller

Der Soldat Melchior Keller wurde am 11.11.1880 in der bayerischen Gemeinde Kirchhaslach geboren und war Landwirt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 11. Kompanie des 26. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 24.12.1916 fiel er im Alter von 36 Jahren während der Weihnachtsschlacht von Rimnicul Sarat bei der Erstürmung der Höhe 417 bei Petrisul in Rumänien.

Über den Todestag und die Todesumstände von Melchior Keller berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Die Erstürmung der Höhe 417 am heiligen Abend 1916

Am 24.12., 4 Uhr morgens, meldeten die Regimenter und zugeteilten Verbände den Vollzug der Bereitstellung.

Kurz vor Tagesanbruch versammelte Major Bogendoerfer die Regiment-Kommandeure und Führer der unterstellten Reserven auf dem bisherigen Gefechtsstand des Regiments und erteilte mündlich den Angriffsbefehl.

Hiernach hatte anzugreifen: Infanterie-Regiment 375 ohne ein Bataillon rechts, ostwärts am Plateau der Höhe 417 vorbei, 26. Infanterie-Regiment den „Tafelberg“. Das Infanterie-Regiment 375 hatte sich bei Beginn des Angriffs rasch heranzuarbeiten, die rechte Flügelkompanie 26. Infanterie-Regiment (7/26) hatte den vom Feind besetzten Graben nach rechts aufzurollen.

26. Infanterie-Regiment selbst hatte dann die Höhe 417 zu stürmen, Infanterie-Regiment 375 sich diesem Sturm anzuschließen.

Als Gruppenreserve standen dicht südlich des Gefechtsstandes III/375 und I/27.

Den Befehl zum Antreten behielten sich die Führer vor.

Ein mäßig klarer, kalter Wintertag, der 24. Dezember 1916! Die vorderste Linie steht sprungbereit, unsere Artillerie trommelt seit 7.50 Uhr vormittags. Der Feind erwidert nur schwach, er lauert.

8.55 Uhr vormittags Angriff! Befehlsgemäß rollt die tapfere 7. Kompanie nach rechts auf, schiebt sich das Infanterie-Regiment 375 heran und jetzt bricht das 26. Infanterie-Regiment mit wildem Ungestüm hervor und hinauf geht es , unaufhaltsam.

In Rauch gehüllt der ganze Berg!

Der Feind wehrt sich heftig, nur langsam weicht er über das Plateau zurück. Schon sind die Braven nahe am Ziel, da bricht um den Tafelberg ostwärts und westlich herum eine dichte braune Masse hervor. Ein machtvoller russischer Gegenstoß! Die Unsern, atemlos und ausgepumpt, werden davon in den Flanken getroffen und finden in der Sturmausgangsstellung wieder den nötigen Rückhalt. Ein Offizier des III. Bataillons, Leutnant der Landwehr Heinlein, hält sich mit einigen beherzten Leuten in einem russischen Grabenstück, er weiß, die Seinigen kommen gleich wieder, verschiedene Russen wollen über ihn herfallen, um ihn gefangen zu nehmen, er stellt sich tot, wird von ihnen untersucht. Dank der gespannten Lage, die die Aufmerksamkeit der Russen bald wieder auf andere Dinge lenkt, gelingt die List.

Nun setzt sofort unsere Artilleriefeuer von neuem ein und nach halbstündigem Feuerwirbel tritt das Regiment zum zweiten Male an, in einem Zug geht es hinauf auf die heißumstrittene Höhe 417. Allen voran am linken Flügel des III. Bataillons der furchtlose, von seinen Leuten wegen seinem hervorragenden Schneid bewunderte und vergötterte Führer der 12. Kompanie, Leutnant der Reserve Johannes Müller, ein blonder Student von der Wasserkante. Schon ist er am Ziel und darüber hinaus, da sinkt er getroffen zu Boden. Seine Kompanie packt ungestüme Wut, ihr toter Führer wird blutig gerächt.

Nun ist die Höhe unser, erkauft mit schweren Opfern. Der Schlüsselpunkt der russischen Hauptstellung ist gesprengt, die Entscheidung ist herbeigeführt. Noch versuchen die Russen wiederholt den 26ern die Höhe wieder zu entreißen. Doch vergebens. Unsere treffliche Artillerie tut das Ihrige, um den Besitz der heißumstrittenen Höhe zu gewährleisten.

Der blutige Weihnachtsabend von Rimnicul Sarat neigt sich seinem Ende zu. Während in der fernen Heimat die Weihnachtsglocken zum Feierabend rufen, liegen auf fremder, kalter Erde die tapferen Erstürmer der Höhe 417 und neben ihnen so viele Brave, die ihrer Pflicht bis in den Tod treu waren.

Die der Gruppe Bogendoerfer zugeteilten Verbände, Infanterie-Regiment 375 und I/27, hatten an der Seite des 26. Infanterie-Regiments getreulich ausgehalten und ihren guten Teil zum Erfolg des Tages beigetragen.

Wie hoch der vom Regiment an dieser entscheidenden Stelle so heiß erstrittene Erfolg von der oberen Führung gewertet wurde, zeigt folgender von unserem Kommandierenden General, General von Morgen, erlassene Korps-Tagesbefehl: „Nachdem ich das schwere Angriffsfeld des 26. Infanterie-Regiments gegen die Höhe 417 südwestlich Rimnicul Sarat gesehen habe, ist es mir ein Herzensbedürfnis, den tapferen Erstürmern dieser starken Stellung für ihren vorbildlichen Schneid meinen tiefempfundenen Dank und meine wärmste Anerkennung auszusprechen. Sie legten den Grund zum Siege der ganzen Schlacht. Der Weihnachtstag 1916 wird ein hoher Ehrentag des braven Regiments bleiben.“

Ein Erfolg, der keinen Bestand haben wird, jedoch das Leben vieler Menschen kostete, u. a. das Leben von Melchior Kellers, dessen Grablage unbekannt ist. Das Grab dürfte nicht mehr existieren.

Sterbebild von Melchior Keller
Rückseite des Sterbebildes von Melchior Keller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.690: Matthias Wishuber

Der Soldat Matthias Wishuber stammte aus Taufkirchen in Bayern. Er war der Sohn eines Landwirts (Thalerbauerssohn).  Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landsturmmann in der 2. Kompanie des 17. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 03.04.1918 verstarb er im Alter von 30 Jahren an einer schweren Kopfverwundung in der Nähe von Guerbigny bei Montdidier an der Somme.

Man begrub Matthias Wishuber auf dem Soldatenfriedhof Andechy in Block 1, Grab 597.

Sterbebild von Matthias Wishuber
Rückseite des Sterbebildes von Matthias Wishuber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.685: Josef Graf

Der österreichische Soldat Josef Graf diente im Ersten Weltkrieg als Landsturmmann in der österreichischen Armee. Am 27.08.1915 verstarb er im Alter von 36 Jahren im Reserve-Spital Laibach an einer Schusswunde, die er sich bei Kämpfen zugezogen hatte.

Eine Grablage konnte ich für Josef Graf nicht ermitteln.

Sterbebild von Josef Graf
Rückseite des Sterbebildes von Josef Graf