Gesichter des Krieges : Teil 20

In dieser Serie möchte ich Teile meiner Sammlung an Fotos von Soldaten aus der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges zeigen. Diese Fotos zeigen Männer, wie sie sich selbst darstellen wollten. Es sind keine spontan gemachten Fotos, die diese Männer in einer zufälligen Position mit zufälliger Mimik zeigen. In der damaligen Zeit wurden Fotos nicht „mal so nebenbei“ gemacht, sondern wohlüberlegt und sparsam. Fotos kosteten verhältnismäßig viel Geld und meist ging man für das Foto zu einem Fotografen. Wer besaß schon eine Kamera?

Sie sind die selbst dargestellte Portraits von Menschen, wie sie von anderen gesehen werden wollten.

Sie sollten häufig auch Objekt der Erinnerung sein, wenn Mann in den Krieg zog. Häufig blieb für Frau, Kinder, Eltern, Geschwister, Geliebte oder Freunde nur dieses Foto, da der Dargestellte fiel.

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Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 28: Franz Xaver Wisböck

Diese Serie über Teilnehmer des Ersten Weltkriegs soll die Menschen zeigen, die mit ihrem Schicksal für den Ersten Weltkrieg stehen, weil sie für ihr Vaterland litten und starben. Geblieben ist von ihnen allenfalls ein Vermerk auf einem Denkmal und / oder ein Sterbebild. Oftmals nicht einmal dies.

Krieg ist nicht nur ein militärisches, geschichtliches und politisches Ereignis sondern auch ein grausames Schicksal für viele Menschen – auf beiden Seiten! Die Männer, die ich an dieser Stelle vorstellen möchte, sind Beispiele für das Grauen und sollen uns alle mahnen, Krieg zu ächten. Sie sollen nicht vergessen sein!

Franz Xaver Wisböck wurde 1890 als Sohn des Bürgermeisters in Neubeuern geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg als Ersatzreservist im bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 17 und fiel am 14.11.1914 bei Wytschaete, einem Ortsteil von Heuvelland, in Belgien mit 24 Jahren während der ersten Flandernschlacht.

Der Verbleib seiner sterblichen Überreste ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Neubeuern gedenkt Franz Xaver Wisböck mit einem Denkmal, dass man online unter http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/neubeuern_wk1u2_bay.htm beim Denkmalprojekt sehen kann.

Interessant ist, dass die Angehörigen Franz Xaver Wisböcks offensichtlich nicht einmal wussten, wo der Todesort ihres Angehörigen lag. Sie verorteten Wytschaete in Nordfrankreich, obwohl es in Belgien liegt.

Sterbebild von Franz Xaver Wisböck
Sterbebild von Franz Xaver Wisböck
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Wisböck
Rückseite des Sterbebildes von Franz Xaver Wisböck