Sonderbeitrag: Willi Fink

Der Soldat Willi Fink stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Granadier in der 9. Kompanie des 2. Garde-Reserve-Regiments. Am 17.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme.

Man begrub Willi Fink auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 2, Grab 1.319.

Todesanzeige für Willi Fink im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Karl Kirchmann

Der Soldat Karl Kirchmann wurde am 17.10.1896 im Pohlheimer Stadtteil Hausen in Hessen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 4. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments (Kaiser Wilhelm). Am 15.09.1916 fiel er im Alter von 19 Jahren in Frankreich bei Moislains.

Die Lage des Grabes von Karl Kirchmann ist unbekannt. Er wurde jedoch vermutlich im rund 6 Kilometer von seinem Sterbeort entfernten Soldatenfriedhof Rancourt anonym in einem Massengrab beigesetzt.

Hintergrund: Da Moislains über weite Strecken des Krieges hinter der deutschen Frontlinie lag, befand sich am nordöstlichen Dorfrand ein deutsches Feldlazarett mit angeschlossenem Friedhof (Moislains German Hospital Cemetery), auf dem 281 deutsche Soldaten lagen.

Frankreich gestattete nach dem Krieg keine verstreuten deutschen Gräber auf Gemeindegrundstücken. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge überführte die Toten aus dem Raum Moislains deshalb fast vollständig auf den nahegelegenen Deutschen Soldatenfriedhof Rancourt (etwa 6 Kilometer entfernt). Dort ruhen heute mehr als 11.400 deutsche Gefallene der Somme-Schlachten. Einzelne Soldaten wurden zudem auf den Soldatenfriedhof in Cambrai verlegt.

Die Todesanzeige von Karl Kirchmann im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Karl Rühl

Der Soldat Karl Rühl stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen und war Finanzaspirant. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel der Reserve und Offiziersaspirant in der Maschinengewehr-Kompanie des 88. Infanterie-Regiments. Früher kämpfte er als Kriegsfreiwilliger im 222. Infanterie-Regiment. Am 31.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme bei Longueval Alter von 23 Jahren.

Die Lage des Grabes von Karl Rühl ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Karl Rühl im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Ernst von Pentz

Der Soldat Ernst von Pentz wurde am 07.12.1877 in der hessischen Stadt Fulda geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Hauptmann und Bataillonsführer in der Leib-Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Am 16.09.1916 (Volksbund: 17.09.1916) fiel er während der Abwehr feindlicher Angriffe nahe der Ortschaft Moislains.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ernst von Pentz berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

Der zweite Tag an der Somme war ein ziemlich getreues Abbild seines Vorgängers. Über 20 englische und französische Divisionen griffen an diesem Tage auf 45 km breiter Front die deutschen Linien an. Während der Vormittag verhältnismäßig ruhig verlief, steigerte sich das feindliche Feuer, wiederum geleitet von zahlreichen Fliegern, am Nachmittag bald zum Trommelfeuer. Auch Gasgranaten fielen auf das rückwärtige Gelände. Um 4 Uhr nachm. entwickelte sich der erste feindliche Angriff aus Bouvancées heraus nach Norden gegen die Stellungen südlich von Rancourt. Er brach wie am Vortage unter dem flankierenden Feuer unserer Bataillone bald zusammen. Zwei weitere Angriffe um 5 Uhr und 6 Uhr nachm. erstickten zum Teil schon in dem Sperrfeuer unserer Artillerie. Ununterbrochenes Trommelfeuer auf die Stellung des Regiments dauerte aber dann bis 8 Uhr nachm. Der Gegner mit aller Kraft noch einmal in mehreren Wellen gegen unsere Kompagnien vor. Doch auch diesmal blieb ihm der Erfolg versagt: Unter dem rasenden Sperrfeuer der Artillerie, dem unermüdlichen Knattern der Gewehre und dem durchschlagenden Schießen der Maschinengewehre konnte keine anlaufende Welle bleiben liegen, die Trümmer fluteten in wildem Durcheinander in die Ausgangstellung und ins Dorf zurück. Auch die Angriffe gegen unsere Schwesterregimenter weiter links, wo man farbige Franzosen anlaufen sah, hatten dasselbe Schicksal. Ein Tagesbefehl der Gruppe Schenk, die durch eine Brieftaubenmeldung des III. Batls. unverzüglich über den Verlauf des Tages unterrichtet worden war, sprach den westfälischen, württembergischen, hessischen und nassauischen Truppen der vier unterstellten Divisionen, insbesondere aber dem Regiment 116 das höchste Lob für die bei der Abwehr bewiesene Heldenhaftigkeit aus. Leider war auch diesmal der Erfolg mit einem Verlust von 135 Mann erkauft.

Die vorn liegenden Kompagnien bedurften dringend der Ablösung. Deshalb wurde das I. Batl., das wenige Stunden zuvor seine Kompagnien gewechselt hatte, das I./80 erlebte und rückte in den Kanal, die Straße Moislains–Bouvancées bildete also von jetzt ab die Grenze zwischen der 21. und 25. I.D. Das III. Batl. wurde durch das II. abgelöst und bezog mit zwei Kompagnien die Alainestellung; die beiden anderen wurden in der Kanalstellung eingesetzt. Die nächsten vier Tage brachten keine Wiederholung der Infanterieangriffe, so dass man an die allenötigeste Ausarbeitung der Stellung denken konnte. Zwar gingen in den Abendstunden mehrmals rote Leuchtkugeln hoch, und die Kompagnien wurden bereitgestellt, aber es handelte sich dabei nur um schwächere Vorstöße gegen die Nachbarabschnitte, während im Regimentsabschnitt selbst nur wenige Leuchtkugeln hochgeschossen wurden. Auch die Fliegertätigkeit ließ bei dem trüben Wetter beträchtlich nach. Nur die feindliche Artillerie zeigte die alte Lebhaftigkeit und überschüttete in äußerst heftigen Feuerüberfällen die vordere Linie und die Allainzstellung, aber auch den Kanal und die südlich von ihm gelegene Artilleriemulde mit einem Hagel von Geschossen aller Kaliber. Hier fand der tapfere Führer der I. Batls., Hptm. v. Pentz, den Heldentod. Der letzte Hauptmann des Regiments, der seit Beginn des Krieges trotz mehrfacher Verwundung an allen Gefechten teilgenommen, wie ein Vater geliebt von seinem Bataillon, das er seit zwei Jahren führte, fiel er zusammen mit seinem tüchtigen Ordonnanzoffizier, Lt. d. R. Bazlen, bei der Sorge um die Unterbringung seiner Kompagnien im Kanal. Eine größere Schreckenskunde ist selten durch das Regiment gegangen. Hptm. Müller übernahm die Führung des verwaisten Bataillons. Auch Oberlt. d. R. Keicher, der Führer der 5. Komp., zählte zu den Opfern dieser Tage. Lt. d. R. Rabenau wurde verwundet. Für den durch Granatsplitter verwundeten Regimentskommandeur, Oberstlt. Hasße, übernahm Major v. Westernhagen vom I.R. 115 die Führung des Regiments.

Man begrub Ernst von Pentz auf dem Soldatenfriedhof Cambrai in Block 5, Grab 336.

Die Todesanzeige für Ernst von Pentz im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Wilhelm Speier

Der Soldat Wilhelm Speier stammte aus Wißmar, einem Stadtteil der hessischen Stadt Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 12. Kompanie des 88. Infanterie-Regiments. Am 03.09.1916 wurde er während der Schlacht an der Somme bei Guillemont und Ginchy schwer verwundet. Fünf Tage später, am 08.09.1916 starb er in Longueval an seinen Wunden.

Man begrub Wilhelm Speier auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 4, Grab 480.

Die Todesanzeige für Wilhelm Speier im Gießener Anzeiger

 

Sonderbeitrag: Willy Schermuly

Der Soldat Willy Schermuly stammte aus Niederhausen, Oberlahnkreis. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 120. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 30.09.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme.

Man begrub Willy Schermuly auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 3, Grab 877.

Die Todesanzeige für Willy Schermuly im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.916: Alois Neumeier

Der Soldat Alois Neumeier wurde am 28.09.1882 in Lam geboren und stammte aus der bayerischen Stadt Landshut und war Schneidermeister. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 11. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er fiel am 24.07.1916 im Alter von 23 Jahren während der Schlacht an der Somme bei der französischen Gemeinde Moislains bzw. Hardecourt-aux-Bois.

Man begrub Alois Neumeier auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Alois Neumeier
Rückseite des Sterbebildes von Alois Neumeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.894: Peter Reichenspurner

Der Soldat Peter Reichenspurner wurde am 18.09.1892 in Obergarching geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Garching an der Alz, und war der Sohn eines Landwirts (Hintermeierbauer). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 5. Kompanie des 8. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 07.07.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 23 Jahren bei Grandcourt auf Posten.

Über den Todestag und die Todesumstände von Peter Reichenspurner berichtet die Regimentsgeschichte des 8. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Durch einen Regimentsbefehl vom 06.07.1916 wurde für den nächsten Tag ein Unternehmen unter Leitung des Majors Prager gemeinsam mit Hauptmann Wurm von drei Seiten gegen den Feind angeordnet. 4 Uhr morgens begann es. Einleitung: Deutsches Feldhaubitzen-Konzert. Alsdann stürmten die Leute von Prager und Wurm schneidig vor. Handgranatentrupps der 5. und 7. Kompanie (Abschnitt Wurm) unter den Vizefeldwebel Gerber und Grobholz nebst solchen der 2. und 4. Kompanie Infanterie-Regiment 185 stießen im 2. Graben in der Nähe der Meisengasse ohne besonderen Widerstand bald auf den von Norden kommenden Trupp der 8. Kompanie und der ausgezeichnet arbeitenden 11. Kompanie Infanterie-Regiment 185 (Abschnitt Prager). Von da ging es durch Verbindungsweg Nr. 6 und 7 gegen den ersten Graben vor. Nach Gerbers Verwundung zeigten sich hauptsächlich Unteroffizier Reichert und Beckert der 7. Kompanie und Rückert und Stock der 5. Kompanie als tatkräftige Führer. Eine von Stock erbeutete englische Muskete leistete ihm beste Dienste. 4.40 Uhr morgens erwiderte die feindliche Artillerie das Feuer, durch das sich niemand stören ließ. Hauptmann Wurm war, als seine anstrengende Tätigkeit an der Befehlsstelle es einigermaßen zuließ, von 6 Uhr morgens ab mitten unter seinen Leuten vorne, regelte die Besetzung der neugewonnenen Gräben, den Austausch der Handgranatenwerfer, die Verteilung und Verwendung der ungeheuren Mengen englischer Handgranaten und gab den Antrieb zu weiterem Vordringen gegen die Engländer, die sich im ersten Graben mit einem Maschinengewehr noch verzweifelt wehrten. Aber allmählich erlahmte ihr Widerstand. Als sie schließlich über freies Gelände zurückflutete, sprang Unteroffizier Rückert mit 6 Mann der 5. Kompanie auf die Rückenwehr im Graben und nahm sie unter kräftiges Verfolgungsfeuer; Leute der 7. Kompanie brachen den letzten Widerstand durch Handgranaten. Der englische Maschinengewehr-Leutnant Lewis H. Neville Grenher (1./5. York Lancester-Regiment) geriet mit dem unbrauchbar gemachten Maschinengewehr in Hauptmann Wurms Hand; er machte ihn auf den im Graben anwesenden, verwundeten englischen Oberstleutnant F. H. G. Rendell aufmerksam, der von unseren Krankenträgern zurückgebracht wurde. Nun war das letzte, am 1. Juli vom Reserve-Infanterie-Regiment 99 verlorene Grabenstück wieder in deutschem Besitz, damit das am 1. Juli begonnene und unermüdlich und tatkräftig durchgeführte Werk vollendet. Um die nämliche Stunde, zu der beim Kommandeur der 26. Reserve-Division, Generalleutnant Freiherr von Soden, die Meldung von der völligen Vertreibung des Feindes aus dem Divisions-Abschnitt einlief, übergab deine Excelenz den südlichen Teil hievon dem Kommandeur der 10. bayerischen Division, Generalleutnant Burkhardt, hocherfreut, dass ihm dieses Abschiedsgeschenk zuteil wurde.“

Man begrub Peter Reichenspurner auf dem Soldatenfriedhof Fricourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Peter Reichenspurner
Rückseite des Sterbebildes von Peter Reichenspurner

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.888: Josef Süß

Der Soldat Josef Süß wurde am 13.02.1897 in Hausham geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 4. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. in dem auch der spätere Diktator Adolf Hitler diente. Er wurde mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 05.10.1916 fiel er im Alter von 19 Jahren während der Schlacht an der Somme bei den heftigen Kämpfen bei Vimy in der Nähe der Ortschaft Le Barque.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Süß berichtet die Regimentsgeschichte des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Die Divisions- und Brigadebefehle, welche die Wegnahme des Engländernestes forderten und zu einer Ehrensache des Regiments machten, wurden immer dringender. So sollte der Angriff, unterstützt durch vier Kompanien des Reserve-Infanterie-Regiments 20, am 5. Oktober in aller Frühe wiederholt werden. Der Kommandeur des I. Bataillons beauftragte die Leutnants der Reserve Arnold und Angerer mit den vorbereitenden Erkundungen und der Durchführung. Am 4. Oktober abends meldeten jedoch beide Offiziere, dass die für die Angriffstruppe bestimmten Verstärkungen und Handgranaten nicht eingetroffen seien, sie hielten die Ausführung für verfrüht und bäten um 24 Stunden Verschiebung. Der Angriff wurde denn auch, trotzdem die höheren Stellen auf der Durchführung bestanden, nicht unternommen. Ein Hauptgrund war, dass die eigene Artillerie ständig zu kurz schoss und dadurch die Vorbereitungen lähmte. Drei Mann der Handgranatentrupps der rechten Angriffstruppe wurden durch eigene Artillerie verwundet, was um so schmerzlicher war, als die Zahl der tüchtigen Handgranatenwerfer durch die bisherigen Verluste schon stark vermindert war. Auch gelang es nicht, die handgranaten rechtzeitig nach vorne zu bringen, da die Trägertrupps beim Vormarsch durch feindliches Feuer zersprengt wurden.“

Offiziell ist für Josef Süß keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem nahe gelegenen Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Ludwig Brunnhuber, gefallen am 12.10.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Willi Laue, gefallen am 08.10.1916 bei Le Barque, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab;
  • Gefreiter Georg Guggenbichler, gefallen am 12.10.1916 bei Le Barque, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Josef Süß
Rückseite des Sterbebildes von Josef Süß

Sonderbeitrag: Vizefeldwebel Carl Steller

Der Soldat Carl Steller stammte aus dem hessischen Dorf Annerod, einem Ortsteil der Gemeinde Fernwald. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Vizefeldwebel in der 3. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 20.09.1916 fiel er während der Schlacht in der Somme in Frankreich. Er wurde bei Bouchavesnes getötet.

Die Lage des Grabes von Carl Steller ist unbekannt.

In seinem Heimatdorf Annerod gedenkt man Carl Steller noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/annerod_gem-fernwald_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige für Carl Steller im Gießener Anzeiger