Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.091: Joseph Eschbaumer

Der Soldat Joseph Eschbaumer wurde am 06.03.1887 in Oberstrogn geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bockhorn, und lebte in Kleinhündlbach (Ortsteil von Fraunberg) als Kleinbauer (Gütler). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 10. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Militärverdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 16.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme im Alter von 29 Jahren bei Maurepas

Über den Todestag und die Todesumstände von Joseph Eschbaumer berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 16.08. kag starkes Feuer auch zwischen der I. und II. Stellung: der Le Forest-Grund war nicht mehr zu sehen, alles Grau in Grau.

Um 5 Uhr nachmittags beschossen schwere und schwerste Kaliber den ganzen Abschnitt. Eine Steigerung dieses höllischen Lärms hielt man nicht mehr möglich und doch war es so, als von 6 Uhr ab Trommelfeuer auf die I. und Le Forest-Stellung losgelassen wurde; dazu brausten Flugzeuggeschwader in 300 – 400 Meter Höhe heran. Man fühlte sich erlöst, als ½ Stunde nach der langen ungewöhnlich schweren Beschießung der Feind in mehreren Wellen auf das I. Bataillon losging, unterstützt durch tief herunter stoßende Flieger, die mit Maschinengewehr und Handgranaten die Verteidiger bearbeiteten; der Führer der 2. Kompanie, Oberleutnant der Reserve Richter wurde hierdurch verwundet. Während vor dem rechten Flügel und der Mitte des I. Bataillons der Franzose – 27. Infanterie-Division – vor Erreichen der Stellung abgewiesen wurde, hatte die 2. Kompanie den Hauptstoß auszuhalten und sich der feindlichen Übermacht in erbittertem Nahkampf, Mann gegen Mann, zu erwehren. Nach zweistündigem harten Ringen war der Franzose mit blutigem Kopf nach Hause geschickt. Der Erfolg gegen die Überzahl – trotz Unterstützung aus der Luft – war neben der kaltblütigen Haltung der Leute dem mustergültigen Zusammenarbeiten der Handgranatentrupps zu verdanken, wiewohl der Feind mit seinen weiter tragenden Eierhandgranaten anfänglich im Vorteil war. Zu den einzelnen Kampfabschnitten hatte unser Sperrfeuer immer verlässig und wirkungsvoll eingesetzt, ebenso die flankierende Tätigkeit der Maschinengewehre.

Man hatte kaum Zeit gehabt, das Ergebnis des Tages zu werten, als 9.15 Uhr abends nochmals Trommelfeuer einsetzte, diesmal besonders Maurepas. In die Befehlsstelle des III. Bataillons, in der sich auch Unterstützungen aufhielten, schlugen Volltreffer ein; ihnen fielen zum Opfer: Der Bataillons Kommandeur Major Schulze, Leutnant der Reserve und Adjutant Brendel, die Kompanieführer Oberleutnant der Reserve Gerdeisen 10., Leutnant der Reserve Schreyer 11., und Leutnant Goßmann 12., Offiziersstellvertreter Alt 11., Vizefeldwebel Forster der Maschinengewehr-Kompanie, der Artilleriebeobachter, 5 Unteroffiziere und 25 Mann.

10.30 Uhr abends brach der Franzose nochmals gegen das I. Bataillon vor. Durch das gut siteznde Sperr- und Maschinengewehrfeuer, sodann im Handgranatenkampf, an dem sich auch der zur Verstärkung der 2. Kompanie schneidig und geschickt im Sperrfeuer vorgeeilte Zug des Leutnant der Reserve Fritz der 5. Kompanie wacker beteiligt, war auch diesmal am Abschluss des schweren Großkampftages der Erfolg auf unserer Seite. Es hatte auch nichts geholfen, dass die französische Artillerie hinter ihre eigene Infanterie Sperrfeuer legte, um sie dadurch vorzutreiben.

In dieser Nacht noch sollte durch eine Kompanie des 2. Garde-Regiments zu Fuß die stark gelichtete 2. Kompanie abgelöst werden; sie traf aber nicht ein, sodass unsere 8. Kompanie einspringen musste. Die 2. Kompanie, die die Hauptlast des Tages getragen hatte, rückte gegen 2 Uhr vormittags nach Villers-Faucon in Unterkunft.“

Man begrub Joseph Eschbaumer auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 2, Grab 62 – 74.

Sterbebild von Joseph Eschbaumer
Rückseite des Sterbebildes von Joseph Eschbaumer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.076: Karl Huber

Der Soldat Karl Huber stammte aus Rembach, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Roßbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 4. Kompanie des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 13.08.1916 fiel er im Alter von 33 Jahren während der Schlacht an der Somme durch einen Bauchschuss bei Cléry-sur-Somme.

Über den Todestag und die Todesumstände von Karl Huber berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Während der Nacht wurde bekannt, dass die Postenlinie überrannt und die braune Linie in die Hände der Franzosen gefallen war. Von der 1. und 3. Kompanie kamen nur mehr einige Leute zurück. Um 11 Uhr nachts wurden 9. und 12. Kompanie in die Mulde östlich Cléry und 10. und 11. Kompanie an den Ostrand von Cléry vorgezogen. Ein Versuch, die braune Linie in der Nacht durch Gegenstoß wiederzugewinnen, zu dem 6. und 4. Kompanie, verstärkt durch 9. Kompanie, fertiggestellt waren, misslang infolge der Dunkelheit und der schwierigen Orientierung, da der größte Teil der Führer und Mannschaften die Lage der braunen Linie nicht kannten. Bis 4 Uhr vormittags dauerte der Infanteriekampf, dann flaute das Feuer langsam ab. Um 5 Uhr vormittags lag starkes Artilleriefeuer auf der ganzen Stellung. Von Mitternacht ab wurde ununterbrochen die Verbindung mit dem nördlich stehenden Reserve-Infanterie-Regiment 2 gesucht. Bei Dämmerung wurde die 12. Kompanie in die Lücke eingeschoben. Aber auch dadurch war der Anschluss noch nicht völlig hergestellt. Am Vormittag des 13. zunächst Sperrfeuer, dann ab 11 Uhr vormittags schweres Feuer auf dem Westrand von Cléry. Am Nachmittag verstärkt sich das Feuer gegen die ganze Stellung, geleitet durch tieffliegende feindliche Infanterieflieger. Trotzdem kein Angriff erfolgte, war der Tag für die Infanterie infolge der andauernden Beschießung mit schweren Kalibern sehr aufreibend und forderte große Verluste. In der Nacht wurde 5. und 8. Kompanie durch 10. und 11. abgelöst, 4. Kompanie wurde aus dem Riegel nach Cléry zurückgezogen. Durch Missverständnis aber blieb die 9. Kompanie noch bis zum 14. im Riegel stehen.“

Offiziell ist für Karl Huber keine Grablage bekannt, ebenso wie für viele seiner Regimentskameraden. Ich bin mir jedoch sicher, dass seine Gebeine, wenn sie geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt begraben wurden, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Infanterist Johann Samereier, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Landwehrmann Franz Cinyburg, gefallen am 12.08.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Adolf Bort, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Gefreiter Josef Sandner, gefallen am 12.08.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Leutnant Ludwig Mistler, geboren 1889, gefallen am 02.09.1916 bei Cléry-sur-Somme, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Karl Huber
Rückseite des Sterbebildes von Karl Huber

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.072: Andreas Wölfl

Der Soldat Andreas Wölfl wurde am 10.11.1888 in Lohnsitz geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Tirschenreuth, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist und Infanterist in der 1. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 27.09.1914 wurde er im Alter von 26 Jahren bei Cappy während einer Schlacht an der Somme getötet. Zunächst galt er noch als vermisst. Später (1919) stellte sich heraus, dass er gefallen war.

Die Grablage von Andreas Wölfl ist unbekannt. Vermutlich wurde er auf dem rund 10 Kilomter entfernten Soldatenfriedhof Vermandovillers anonym in einem Massengrab beigesetzt.

Sterbebild von Andreas und Ludwig Wölfl
Rückseite des Sterbebildes von Andreas und Ludwig Wölfl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.036: Ludwig Trager

Der Soldat Ludwig Trager stammte aus Untermaisbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Eggenfelden, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier in der 10. Kompanie des 13. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 21.09.1916 verstarb er im Alter von 29 Jahren im Feldlazarett Nr. 8 nach schwerer Verwundung während der Schlacht an der Somme bei Ligny-Tilloy.

Über den Todestag und die Todesumstände von Ludwig Trager berichtet die Regimentsgeschichte des 13. bayerischen Infanterie-Regiments:

„21.09.1916 Regimentsstab: Luisenhof.

Beim III. (Belowstellung) brachte Andauer und Übermacht der Handgranatenkämpfe den Verlust von Sappenköpfen und schufen ein Feindnest. Teile der 9. wurden abgeschnitten. Bataillonsstab ging nach Eaucourt-l’Abbaye. Versuch der 1. (Leutnant der Reserve Schwaiger), das Feindnest auszuheben, gelang zunächst vollkommen, erlag aber schließlich überstarkem feindlichen Gegenstoß. Große Verluste, Leutnant Schwaiger vermisst (tot). Abends wurden dem III. noch die 3. und 4. Kompanie (Leutnant der Reserve Michel und Böll) zur Verfügung gestellt; ebenso die spärlichen Reste des 1.

Beim I. blieb nurmehr 2., zur Auffüllung der Regimentsreserve kam dann noch ½ I./10. Regiments (Oberleutnant Schmaußer).

II. Kronprinzenstellung.

Maschinengewehr-Kompanie in Stellung; im Stützpunkt auch 1/3 2. Kompanie.

Bei dem Kampfe der 1. im Sachsengraben zeichnete sich bei der anfänglichen Säuberung des Grabens und dann bei der Abwehr der erneut nachdrängenden Engländers besonders aus der Turnkünstler aus Fürth, Infanterist Eduard Höllenreiner aus Miel, Bezirklsamt Köln. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille.“

Man begrub Ludwig Trager auf dem Soldatenfriedhof Neuville-St.Vaast in Block 27, Grab 724.

Seine Heimatgemeinde Unterdietfurt gedenkt Ludwig Trager noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/unterdietfurt_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Ludwig Trager
Rückseite des Sterbebildes von Ludwig Trager

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.033: Johann Hofmann

Der Soldat Johann Hofmann stammte aus Kaitersbach, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Bad Kötzting, und war der Sohn eines Landwirts. Imk Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter im 3. bayerischen Fußartillerie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Militärverdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 12.11.1916 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Schlacht an der Somme.

Man begrub Johann Hofmann auf dem Soldatenfriedhof Manicourt in Block 9, Grab 50.

Sterbebild von Johann Hofmann
Rückseite des Sterbebildes von Johann Hofmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.985: Pius Kern

Der Soldat Pius Kern wurde am 15.08.1888 in der bayerischen Gemeinde Kettershausen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 12. Kompanie des 18. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 23.07.1916 (Regimentsgeschichte: 14.07.1916) fiel er im Alter von 27 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Combles in der Nähe von Maurepas in Frankreich.

Die Lage des Grabes von Pius Kern ist unbekannt, jedoch vermute ich, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt begraben wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Unteroffizier Johann Helmbrecht, gefallen am 23.07.1916 bei Combles, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Andreas Erhardinger, gefallen am 24.07.1916 bei Combles, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Gefreiter Albert Winterer, gefallen am 24.07.1916 bei Combles, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Klemens Neukam, gefallen am 23.07.1916 bei Combles, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab;
  • Infanterist Joseph Altenweger, gefallen am 23.07.1916 bei Combles, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Kettershausen gedenkt Pius Kern noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/kettershausen_1809-12_1866_1870-71_wk1u2_bay.htm

 

Sterbebild von Pius Kern
Rückseite des Sterbebildes von Pius Kern

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.957: Josef Wittmann

Der Soldat Josef Wittmann wurde am 28.08.1890 in Donaualtheim geboren, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Dillingen an der Donau, und war von Beruf Schmied. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 11. Kompanie des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet. Am 17.08.1916 (Regimentsgeschichte: 16.08.1916) fiel er im Alter von 25 Jahren während der Schlacht an der Somme in Frankreich. Er wurde bei der Ortschaft Maurepas getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Josef Wittmann berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 16.08. lag starkes Feuer auch zwischen der I. und II. Stellung: der Le Forest-Grund war nicht mehr zu sehen, alles Grau in Grau.

Um 5 Uhr nachmittags schossen schwere und schwerste Kaliber den ganzen Abschnitt. Eine Steigerung dieses höllischen Lärms hielt man nicht mehr möglich und doch war es so, als von 6 Uhr ab Trommelfeuer auf die I. und Le Forest-Stellung losgelassen wurde; dazu brausten Flugzeuggeschwader in 300 – 400 Metern Höhe heran. Man fühlte sich erlöst, als ½ Stunde nach der langen ungewöhnlich schweren Beschießung der Feind in mehreren Wellen auf das I. Bataillon losging, unterstützt durch tief herunter stoßende Flieger, die mit Maschinengewehr und Handgranaten die Verteidiger bearbeiteten; der Führer der 2. Kompanie, Oberleutnant der Reserve Richter, wurde hierdurch verwundet. Während vor dem rechten Flügel und der Mitte des I. Bataillons der Franzose – 27. Infanterie-Division – vor Erreichen der Stellung abgewiesen wurde, hatte die 2. Kompanie den Hauptstoß auszuhalten und sich der feindlichen Übermacht in erbittertem Nahkampf, Mann gegen Mann, zu erwehren. Nach zweistündigem harten Ringen war der Franzose mit blutigem Kopf nach Hause geschickt. Der Erfolg gegen die Überzahl – trotz Unterstützung aus der Luft – war neben der kaltblütigen Haltung der Leute dem mustergültigen Zusammenarbeit der Handgranatentrupps zu verdanken, wiewohl der Feind mit seinen weiter tragenden Eierhandgranaten anfänglich im Vorteil war. Zu den einzelnen Kampfabschnitten hatte unser Sperrfeuer immer verlässig und wirkungsvoll eingesetzt, ebenso die flankierende Tätigkeit der Maschinengewehre.

Man hatte kaum Zeit gehabt, das Ergebnis des Tages zu werten, als 9.15 Uhr abends nochmals Trommelfeuer einsetzte, diesmal besonders auf Maurepas. In die Befehlsstelle des III. Bataillons, in der sich auch Unterstützungen aufhielten, schlugen Volltreffer ein; ihnen fielen zum Opfer: der Bataillons-Kommandeur Major Schulze, Leutnant der Reserve und Adjutant Brendel, die Kompanieführer Oberleutnant der Reserve Gerdeisen 10., Leutnant der Reserve Schreyer 11 und Leutnant Goßmann 12., O. St. Alt 11., Vizefeldwebel Forster der Maschinengewehr-Kompanie, der Artilleriebeobachter, fünf Unteroffiziere und 25 Mann.

10.30 Uhr abends brach der Franzose nochmals gegen das I. Bataillon vor. Durch das gutsitzende Sperr- und Maschinengewehrfeuer, sodann im Handgranatenkampf, an dem sich auch der zur Verstärkung der 2. Kompanie schneidig und geschickt im Sperrfeuer vorgeeilte Zug des Leutnants der Reserve Fritz der 5. Kompanie wacker beteiligte, war auch diesmal am Abschluss des schweren Kampftages der Erfolg auf unserer Seite. Es hatte auch nichts geholfen, dass die französische Artillerie hinter ihre eigene Infanterie Sperrfeuer legte, um sie dadurch vorzutreiben.

In dieser Nacht noch sollte durch eine Kompanie des 2. Garde-Regiments zu Fuß die stark gelichtete 2. Kompanie abgelöst werden; sie traf aber nicht ein, sodass hierfür unsere 8. Kompanie einspringen musste. Die 2. Kompanie, die die Hauptlast des Tages getragen hatte, rückte gegen 2 Uhr vormittags nach Viller-Faucon in Unterkunft.

5.30 Uhr vormittags des 17.08.1916 traf die 4. Kompanie 2. Garde-Regiment z. F. zur Ablösung ein. Die 8. Kompanie wurde herausgezogen und zur Verstärkung mit einem Zug der 4. mit ½ der 3. Kompanie zugeteilt, während der Rest Bataillons-Reserve wurde. Nebel begünstigte diese Verschiebung.

Der Vormittag war ruhig; der Franzose erholte sich offenbar von seinem Misserfolg tags zuvor. Von Mittag ab Streufeuer auf dem ganzen Abschnitt und die gewohnte Fliegertätigkeit. Erst gegen Abend Einzelfeuer schwerer Kaliber auf Maurepas und die Hohlweg-Stellung.“

Offiziell ist für Josef Wittmann keine Grablage bekannt. Ich vermute jedoch, dass er unter falschen Vornamen auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab begraben wurde, wo man auch seine Kollegen der 11. Kompanie begrub, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Landwehrmann Johann Schwarzkugler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Hans Deffner, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 2, Grab 62-74;
  • Gefreiter Johann (vermutlich richtig „Josef“) Wittmann, geboren am 29.08.1890 in Donaualtheim, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60;
  • Unteroffizier Johann Spengler, gefallen am 16.08.1916 bei Maurepas, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in Block 3, Grab 45-60.

 

Sterbebild von Josef Wittmann
Rückseite des Sterbebildes von Josef Wittmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.950: Marinus Kirchberger

Der Soldat Marinus Kirchberger stammte aus Lehen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Fischbachau, und war Holzarbeiter von Beruf. Im Ersten Weltkrieg diente er als Pionier in der 5. Reserve-Kompanie des 2. bayerischen Reserve-Pionier-Bataillons. Am 16.07.1916 fiel er im Alter von 38 Jahren während der Schlacht an der Somme bei Biaches.

Offiziell ist für Marinus Kirchberger keine Grablage bekannt, ich vermute jedoch, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Rancourt begraben wurde, wo man auch seine Kameraden aus der 5. Reserve-Kompanie beisetzte, die im gleichen Zeitraum fielen, u. a.

  • Gefreiter Josef Braumandl, gefallen am 15.07.1916, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Gefreiter Ferdinand Grösch, gefallen am 14.07.1916 bei Barleux, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Gefreiter Peter Fieß, gefallen am 15.07.1916 bei Biaches, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Pionier Lorenz Angermeier, gefallen am 14.07.1916 bei La Maisonette, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab,
  • Gefreiter Johann Bauwerker, gefallen am 15.07.1916 bei Biaches, begraben auf dem Soldatenfriedhof Rancourt in einem Massengrab.

 

Sterbebild von Marinus Kirchberger
Rückseite des Sterbebildes von Marinus Kirchberger

Sonderbeitrag: Willi Fink

Der Soldat Willi Fink stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Granadier in der 9. Kompanie des 2. Garde-Reserve-Regiments. Am 17.08.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme.

Man begrub Willi Fink auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 2, Grab 1.319.

Todesanzeige für Willi Fink im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Karl Kirchmann

Der Soldat Karl Kirchmann wurde am 17.10.1896 im Pohlheimer Stadtteil Hausen in Hessen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 4. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments (Kaiser Wilhelm). Am 15.09.1916 fiel er im Alter von 19 Jahren in Frankreich bei Moislains.

Die Lage des Grabes von Karl Kirchmann ist unbekannt. Er wurde jedoch vermutlich im rund 6 Kilometer von seinem Sterbeort entfernten Soldatenfriedhof Rancourt anonym in einem Massengrab beigesetzt.

Hintergrund: Da Moislains über weite Strecken des Krieges hinter der deutschen Frontlinie lag, befand sich am nordöstlichen Dorfrand ein deutsches Feldlazarett mit angeschlossenem Friedhof (Moislains German Hospital Cemetery), auf dem 281 deutsche Soldaten lagen.

Frankreich gestattete nach dem Krieg keine verstreuten deutschen Gräber auf Gemeindegrundstücken. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge überführte die Toten aus dem Raum Moislains deshalb fast vollständig auf den nahegelegenen Deutschen Soldatenfriedhof Rancourt (etwa 6 Kilometer entfernt). Dort ruhen heute mehr als 11.400 deutsche Gefallene der Somme-Schlachten. Einzelne Soldaten wurden zudem auf den Soldatenfriedhof in Cambrai verlegt.

Die Todesanzeige von Karl Kirchmann im Gießener Anzeiger