Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.589: Charlotte Koch

Charlotte Koch stammte aus Braunschweig und wurde am 07.12.1891 geboren. Nachdem zwei ihrer Brüder 1914 gefallen waren, über deren Schicksal ich morgen und übermorgen berichte, diente sie als freiwillige Munitions-Arbeiter in der Munitionsfabrik Pulvermühle Cramer und Buchholz in Höhlenort Rübeland im Harz (Sachsen-Anhalt). Sie hatte sich im Rahmen des Hindenburg-Programms freiwillig gemeldet.

Bei einer schweren Explosion am 10.01.1918, bei der neun Personen schwer verletzt, 30 bis 40 leicht verletzt und 14 getötet wurden, war sie einer der Getöteten. Auch die Malerin Käthe Evers wurde getötet.

Die Explosion war so heftig, dass der amtliche Bericht feststellt:

„Von den tödlich verunglückten Personen haben bislang nur einzelne Teile gefunden werden können. Ob sich mit Sicherheit feststellen läßt, wem diese Teile gehören, muß bezweifelt werden, da sie stark verstümmelt und außerdem stark angeschwärzt sind. Die sämtlichen tödlich verunglückten Personen werden im Trockenraume selbst oder unmittelbar davor beschäftigt gewesen sein.“

– Bericht des Kreisdirektors aus Blankenburg an das Herzogliche Staatsministerium in Braunschweig vom 12. Januar 1918

„Von den Leichen konnten nur vier beerdigt werden, die übrigen – so drückt sich der Arbeiter aus – waren in Atome aufgelöst und nicht aufzufinden.“

– Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstages. Band 312, Verlag der Buchdruckerei der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung, 1918, S. 5019.

Sterbebild von Charlotte, Justus und Werner Koch