Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 54: Josef Schnabl

Josef Schnabl wurde am 24.11.1874 geboren. Er war Kleinbauer und lebte in Mintraching und diente im Ersten Weltkrieg als Fahrer im 8. königlich-bayerischen Feld-Feldartillerie-Regiment. Er fiel am 09.09.1916 – laut Angaben beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am 10.09.1916.

Laut Sterbebild (s. u.) fiel er bei den Kämpfen an der Somme. Laut Volksbund liegt er jedoch auf dem Soldatenfriedhof Azannes II im Block 4, Grab 132 begraben. Dort wurden aber ausschließlich Gefallene begraben, die bei den Kämpfen rund um Verdun fielen. Ich gehe davon aus, dass die Angehörigen nach dem Eintreffen der Todesnachricht nicht genau wussten, wo Josef Schnabl gefallen war. Dies ist nicht selten der Fall gewesen.

Ergebnis von Nachrecherchen am 01.06.2019: Die Angaben auf dem Sterbebild, Josef Schnabl sei an der Sommer gefallen, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch. Auch die Angabe des Regimentes ist falsch. Josef Schnabl diente als Fahrer bei dem 11. bayerischen Infanterie-Regiment, 8. Kompanie, und fiel am 10.09.1916 während der Schlacht um Verdun, genauer gesagt bei Kämpfen im Argonnenwald. Ich habe dieses Rechercheergebnis mehrach überprüft. Letzte Sicherheit geben mir die Angaben der bayerischen Verlustlisten.

 

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Sterbebild von Josef Schnabel
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Rückseite des Sterbebildes von Josef Schnabel

Der theoretische Weg von Josef Schnabl von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab:

Das Grab von Paul von Hindenburg

Vor einiger Zeit war ich wieder einmal in Marburg in der Elisabethenkirche. Dort befindet sich auch das Grab des deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und seiner Ehefrau Gertrud von Sperling.

Die nachfolgenden Aufnahmen habe ich so getätigt, dass man einen schönen Anblick hat. In Wirklichkeit versteckt die evangelische Kirchengemeinde dieses Grab. Die Elisabethengemeinde schämt sich, die sterblichen Überreste dieses deutschen Staatsoberhauptes zu beherbergen. Nichts weist auf sein Grab hin. Es liegt im Dunkeln und wird nur beim Nähertreten per Bewegungsmelder beleuchtet. Zur „Absicherung“ wurde gleich neben seiner Grabstätte eine distanzierende Inschrift der Kirchengemeinde angebracht.

Wie dumm, respektlos und ehrlos muss man sein, so mit einem Menschen und seinen Gebeinen umzugehen? Bei allem, was man negatives über diesen Menschen sagen kann, muss gewürdigt und berücksichtigt werden, was er gutes getan hat und dass er Zeit seines Lebens ein hoch geschätzter und beliebter Soldat („der Held von Tannenberg“) und Staatsmann war. Große Trauer beherrschte Deutschland, als er starb.

Diesen Gutmenschen, die Paul von Hindenburg zur Persona non grata erklärt haben, sei Berthold Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ ans Herz gelegt.

 

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Generalfeldmarschall und Reichspräsident Paul von Hindenburg