Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.819: Hermann Hauer

Der Soldat Hermann Hauer wurde am 02.04.1889 im Ortsteil Kinzigtal der Stadt Wolfach im heutigen Baden-Württemberg geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist in der 8. Kompanie des 114 Infanterie-Regiments. Am 23.10.1914 (Volksbund: 24.10.1914) fiel er im Alter von 25 Jahren bei Schlacht bei Lille in der Nähe von Givenchy-en-Gohelle in Nordfrankreich.

Die Regimentsgeschichte des 114. Infanterie-Regiments berichtet über den Todestag von Hermann Hauer:

„23.10.1914 Der aufsteigende Morgen sah in nächster Nähe eine ausgerichtete stumme Abteilung Franzosen, deren rote Hosen grell in die Landschaft stachen. Der Gegner hatte sich gegen Givenchy zurückgezogen. Ununterbrochen rollte das gegnerische Artilleriefeuer. 12 Uhr mittags wurde die 10. Kompanie wieder zum Regiment nach La Bassée zurückgezogen; die neugebildete 5. Kompanie unter Leutnant der Reserve von Hofer wurde vorn eingesetzt. 11./114 und Maschinengewehr-Kompanie blieben als Reserve von II/114 am Kanal.

2.15 Uhr nachmittags wurde erneut zum Angriff gegen Givenchy angetreten. Nach 3 Uhr kam das I. Bataillon mit 2., 1. und 4. Kompanie in vorderer Linie mit dem rechten Flügel bos Chapelle St. Roche. II./114 stieß mit allen vier Kompanien in vorderer Linie mehrere hundert Meter feindwärts vor, unter Wegnahme von feindlichen Schützengräben. Unter starkem feindlichen Feuer mehrten sich die Führerverluste: Major von Ihlenfeld, Leutnant von Holzschuher, Leutnant Ribstein (Helmut) wurden verwundet. Der Regimentsführer, Major von Kummer, musste wegen erneutem Bruch seines alten Beinschusses ausscheiden. Mehrere Kompanien wurden von Offiziersstellvertretern geführt. Hauptmann der Reserve Schmidt übernahm die Führung des II. Bataillons, Major von Bockelmann (Infanterie-Regiment 1113) die Führung des Regiments. Trotz allem Drang nach vorwärts kam das Vorgehen mit Einbruch der Dunkelheitz zum Stillstand.

24.10.1914 Nach ruhigem Morgen arbeiteten sich die vorderen Linien im Lauf des Nachmittags gegen Ost- und Nordfront von Givenchy vor, unter stetigem Artilleriefeuer. Auf dem rechten Flügel erreichte das I. Bataillon das Estaminet an der Straße Chapelle St. Roche – Givenchy, während das II. Bataillon nach Gewinnung von ca. 500 Metern feindwärts durch Flankenfeuer von der Südseite des Kanals gefasst, sich eingrub. Verbindung zwischen Regiment und Feuerlinie war fast unmöglich. Als einzigem Melder gelang es dem umsichtigen und kühnen Unteroffizier Weigel der 5. Kompanie, mehrmals Meldungen vom Regiment in die vordere Linie zu bringen. Sein vielfach bewährtes Verhalten wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.“

Man begrub Hermann Hauer auf dem Soldatenfriedhof Bauvin in Block 6, Grab 515.

Seine Heimatgemeinde Wolfach gedenkt Hermann Hauer noch heute auf einem Kirchenfenster in der Kirche von St. Roman: http://www.denkmalprojekt.org/2012/st-roman_kirchenfenster_wolfach-kinzigtal_ortenaukreis_wk1_bawue.html

Sterbebild von Hermann Hauer
Rückseite des Sterbebildes von Hermann Hauer