Der Soldat Georg Schäffler stammte aus Weng, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Amerang. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann bzw. Landsturmmann in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Ende August 1915 wurde er leicht verwundet. Am 28.12.1915 verstarb er er im Alter von 40 Jahren bei einer Sanitätskompanie bei Drei Ähren (französisch: Trois-Épis), nachdem er bei den Stellungskämpfen im Abschnitt Urbeis – Eichenrain in den Vogesen schwer verwundet worden war.
Über den Zeitraum des Todes und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:
„Die vierzehntägige Ruhezeit wurde zur Wiederinstandsetzung der Bekleidung und Ausrüstung und zur Ausbildung verwendet. Letztere erfolgte zunächst in kleinen Verbänden, später auch im Bataillon auf der Sigolsheimer Höhe, dem Letzenberg und in den Fecht-Auen bei Ingersheim. Fleißig benützt wurde die schöne Badeanstalt in Colmar. Auch für die Hebung der Stimmung und für Zerstreuung war Sorge getragen durch die vorzüglichen Aufführungen des Wandertheaters der Kraftfahrertruppe der A. A. Gaede und durch Besuch eines Kinos in Ingersheim. Vor der Ablösung fanden noch stimmungsvolle Weihnachtsfeiern statt.
Nach Beendigung der Ruhezeit löste das Regiment die 187er ab und übernahm damit den früheren Abschnitt vom Landwehr-Infanterie-Regiment 2: Schratzmännele – Barrenkopf – Kleinkopf – Eichwald – Katzenstein – Stoßweier ausschließlich. Zunächst war die 3. Kompanie Regiments-Reserve, am 31. Dezember rückte auch sie in Stellung, sodass nunmehr das ganze Regiment vorne eingesetzt war.
Die Stellung lag am Barrenkopf dicht an den französischen Gräben, während in der südlichen Fortsetzung der Unterschied ein bis zwei Kilometer betrug. Die neu übernommenen Stellungen ließen sehr viel zu wünschen übrig, namentlich bezüglich der Unterstände, während die in der alten Stellung zum großen Teil wohnlich, mit kleinen Öfen versehen waren. Man musste also auch hier wieder von vorne anfangen, und es gelang auch, in verhältnismäßig kurzer Zeit auch hier menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen. Der Gesundheitszustand, der natürlich während der Zeit des Bewegungskrieges günstiger war als in den nervenfressenden Zeiten der Champagne und der Juni-, Juli und August-Kämpfe, besserte sich mit dem Ausbau der Unterkünfte und insbesondere durch die geregeltere Verpflegung ganz wesentlich. Jeder Mann hatte seinen Strohsack mit Kopfkissen in der Stellung und zwei wollene Decken bei sich. Kochkessel waren an geschützten Stellen eingebaut, Tragtiere brachten in Kochkisten die warme Verpflegung nach vorne, ja sogar Seilbahnen waren wie z. B. am hohen Eichenrain, zu diesem Zwecke eingerichtet.
Mit den geschilderten Kämpfen in der zweiten Schlacht bei Münster war die Großkampftätigkeit des Landwehr-Infanterie-Regiment 1 beendigt. Die folgenden Jahre füllen aufreibender Arbeitsdienst im Ausbau der Stellung, durch den eine Musteranlage geschaffen wurde, ständiges Feilen an der kriegsmäßigen Ausbildung in den sogenannten Ruhetagen und eine äußerst rege Patrouillentätigkeit aus, die an die Leistungsfähigkeit der Truppe die höchsten Anforderungen stellte, viele Opfer kostete, aber auch Beispiele von Tapferkeit und Umsicht lieferte, die in der Erinnerung festgehalten werden müssen.“
Man begrub Georg Schäffler auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr in Grab 12.

