Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.057: Johann Schmidlkofer

Der Soldat Johann Schmidlkofer stammte aus dem bayerischen Ort Weng und war wohnhaft in Gottfriedsberg, einem Ortsteil der thüringischen Stadt Schleusingen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 9. Kompanie des 171. Infanterie-Regiments. Am 12.11.1914 (Regimentsgeschichte: 31.10.1914, wahrscheinlich das richtige Datum) fiel er im Alter von 22 Jahren bei den Stellungskämpfen bei Ypres / Ypern (Regimentsgeschichte: Zandvoorde). Ich halte Zandvoorde für den genauen Sterbeort und auch die Angaben zum Sterbedatum in der Regimentsgeschichte für wahrscheinlicher, da sie mit den Angaben in den Verlustlisten und sonstigen Quellen übereinstimmen. Zandvoorde ist ein Ortsteil der belgischen Gemeinde Zonnebeke. Er hat heute 521 Einwohner und liegt in der Umgebung von aus den Analen des Ersten Weltkrieges so bekannten Orten des Grauens wie Geluveld, Passendale und Hollebeke.

Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Schmidlkofer berichtet die Regimentsgeschichte des 171. Infanterie-Regiments:

31.10.1914 Kaum ist der Nebel gefallen, als aus allen Kalibern das Feuer auf die in der Nacht erkundeten Stellungen eröffnet wird. Nach dreiviertelstündiger Vorbereitung tritt Infanterie-Regiment 172 wieder zum Angriff an und arbeitet sich mühsam vorwärts. Gegen 2.30 Uhr nachmittags hat Infanterie-Regiment 172 so viel Gelände gewonnen, dass das ihm wieder unterstellte III./171 hinter den rechten Flügel 172 aus Zandvoorde herausgezogen werden kann. Das II./171 und die Maschinengewehr-Kompanie bleiben nach wie vor im Orte selbst, der auch heute wieder unter schwerstem feindlichem Artilleriefeuer liegt. 6.30 Uhr nachmittags werden 7. und 8. Kompanie mit zwei Maschinengewehren unter Hauptmann Baumann gegen einen feindlichen Gegenstoß auf den rechten Flügel 172 angesetzt. Die Kompanien gehen im feindlichen Schrapnellfeuer vor, werden aber bald wieder nach Zandvoorde zurückgezogen, da Infanterie-Regiment 172 den Gegenstoß mit eigenen Kräften abwehren kann. Mit Einbruch der Dunkelheit flaut die Gefechtstätigkeit bis auf das heftige Artillerie-Störungsfeuer allmählich ab.“

Offiziell ist keine Grablage für Johann Schmidlkofer bekannt. Ich vermute jedoch, dass seine Gebeine auf dem rund 15 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Langemark anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde, weil seine Gebeine nicht mehr zu identifizieren oder zuzuordnen waren. Dort begrub man viele Gefallene von Zandvoorde.

 

Sterbebild von Johann Schmidlkofer
Rückseite des Sterbebildes von Johann Schmidlkofer

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.012: Georg Schäffler

Der Soldat Georg Schäffler stammte aus Weng, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Amerang. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann bzw. Landsturmmann in der 5. Kompanie des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Ende August 1915 wurde er leicht verwundet. Am 28.12.1915 verstarb er er im Alter von 40 Jahren bei einer Sanitätskompanie bei Drei Ähren (französisch: Trois-Épis), nachdem er bei den Stellungskämpfen im Abschnitt Urbeis – Eichenrain in den  Vogesen schwer verwundet worden war.

Über den Zeitraum des Todes und die Todesumstände berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Die vierzehntägige Ruhezeit wurde zur Wiederinstandsetzung der Bekleidung und Ausrüstung und zur Ausbildung verwendet. Letztere erfolgte zunächst in kleinen Verbänden, später auch im Bataillon auf der Sigolsheimer Höhe, dem Letzenberg und in den Fecht-Auen bei Ingersheim. Fleißig benützt wurde die schöne Badeanstalt in Colmar. Auch für die Hebung der Stimmung und für Zerstreuung war Sorge getragen durch die vorzüglichen Aufführungen des Wandertheaters der Kraftfahrertruppe der A. A. Gaede und durch Besuch eines Kinos in Ingersheim. Vor der Ablösung fanden noch stimmungsvolle Weihnachtsfeiern statt.

Nach Beendigung der Ruhezeit löste das Regiment die 187er ab und übernahm damit den früheren Abschnitt vom Landwehr-Infanterie-Regiment 2: Schratzmännele – Barrenkopf – Kleinkopf – Eichwald – Katzenstein – Stoßweier ausschließlich. Zunächst war die 3. Kompanie Regiments-Reserve, am 31. Dezember rückte auch sie in Stellung, sodass nunmehr das ganze Regiment vorne eingesetzt war.

Die Stellung lag am Barrenkopf dicht an den französischen Gräben, während in der südlichen Fortsetzung der Unterschied ein bis zwei Kilometer betrug. Die neu übernommenen Stellungen ließen sehr viel zu wünschen übrig, namentlich bezüglich der Unterstände, während die in der alten Stellung zum großen Teil wohnlich, mit kleinen Öfen versehen waren. Man musste also auch hier wieder von vorne anfangen, und es gelang auch, in verhältnismäßig kurzer Zeit auch hier menschenwürdige Verhältnisse zu schaffen. Der Gesundheitszustand, der natürlich während der Zeit des Bewegungskrieges günstiger war als in den nervenfressenden Zeiten der Champagne und der Juni-, Juli und August-Kämpfe, besserte sich mit dem Ausbau der Unterkünfte und insbesondere durch die geregeltere Verpflegung ganz wesentlich. Jeder Mann hatte seinen Strohsack mit Kopfkissen in der Stellung und zwei wollene Decken bei sich. Kochkessel waren an geschützten Stellen eingebaut, Tragtiere brachten in Kochkisten die warme Verpflegung nach vorne, ja sogar Seilbahnen waren wie z. B. am hohen Eichenrain, zu diesem Zwecke eingerichtet.

Mit den geschilderten Kämpfen in der zweiten Schlacht bei Münster war die Großkampftätigkeit des Landwehr-Infanterie-Regiment 1 beendigt. Die folgenden Jahre füllen aufreibender Arbeitsdienst im Ausbau der Stellung, durch den eine Musteranlage geschaffen wurde, ständiges Feilen an der kriegsmäßigen Ausbildung in den sogenannten Ruhetagen und eine äußerst rege Patrouillentätigkeit aus, die an die Leistungsfähigkeit der Truppe die höchsten Anforderungen stellte, viele Opfer kostete, aber auch Beispiele von Tapferkeit und Umsicht lieferte, die in der Erinnerung festgehalten werden müssen.“

Man begrub Georg Schäffler auf dem Soldatenfriedhof Ammerschwihr in Grab 12.

Sterbebild von Georg Schäffler
Rückseite des Sterbebildes von Georg Schäffler