Der Soldat Johann Rehm wurde am 06.01.1883 in Grafenaschau geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Schwaigen. Er war Holzarbeiter. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Infanterist in der 10. Kompanie des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem bayerischen Militär-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 13.04.1918 fiel er nach 45 Monaten Kriegsdienst im Alter von 35 Jahren während der Kämpfe in Flandern und bei Armentières in der Nähe von Neuve Chapelle.
Über den Todestag und die Todesumstände von Johann Rehm berichtet die Regimentsgeschichte des 19. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:
„Das feindliche Artilleriefeuer dauerte auch während der Nacht an. Am 13.04. sollte nach entsprechender Artillerievorbereitung der Angriff gegen den Nieppe-Wald zur Durchführung kommen und zunächst die davorliegenden Gehöfte in die Hand genommen werden. Zu diesem Zwecke wurde rechts von III./R. 19 ein Bataillon Reserve-Infanterie-Regiment 23 und links davon ein Bataillon Reserve-Infanterie-Regiment 22 bereitgestellt. Für das III. Bataillon war als Angriffsziel die Gebäudegruppe Vert Bois bestimmt.
Die feindlichen Flieger waren wieder erschienen, sobald das Wetter sichtig geworden war und leiteten das Artilleriefeuer des Gegners.
Trotzdem kam das Bataillon, das nach kräftiger Artillerievorbereitung 4.30 Uhr nachmittags antrat, zunächst gut vorwärts. Die 10. und 12. Kompanie in vorderer Linie unterstützt durch die Maschinengewehr-Kompanie nahmen in zähem, verlustreichem Ringen ein Gehöft nach dem anderen in Besitz, wobei sich die drei Kompanieführer, Leutnant der Reserve Bengel, Grob und Christmann durch persönlichen Schneid besonders hervortraten.
Die am weitesten nach Norden vorgedrungene 10. Kompanie befand sich fortgesetzt in bedrängtester Lage. Der Gegner versuchte wiederholt sich wieder in den Besitz der ihm abgenommenen Gehöfte zu setzen. Bei einem derartigen Vorstoß bewies der Infanterist Josef gehring große Kaltblütigkeit und Umsicht. Er richtete trotz feindlicher Belästigung das wohlgezielte Feuer seines linken Maschinengewehres von gut gewähltem Platze aus auf die Engländer, wodurch er erreichte, dass der Feind sich eingrub. Als jedoch die eigenen schwachen Kräfte am äußersten linken Flügel vor der drohenden feindlichen Übermacht abbröckeln wollten und dadurch die Gefahr einer Umklammerung der rechts anschließenden Teile verursachten, ermunterte er durch Zuspruch mit erfolg die Wankenden zum Aushalten.
Der Gefreite Georg Högerle, der die Gefahr erkannte, die der Kompanie drohte, sprang aus eigenem Entschluss im heftigsten Infanterie- und Maschinengewehrfeuer zu dem 259 Meter weiter rückwärts in Deckung liegenden Unterstützungszug zurück, schilderte dessen Führer die Lage und erbot sich, den Zug nach vorne zu führen. Beim Vorführen ermunterte er durch Worte und sein eigenes tapferes Beispiel zögernde Kameraden zum Mitgehen und brachte dadurch die dringend notwendige Unterstützung rechtzeitig an Ort und Stelle.
Beide wurden mit der silbernen Tapferkeits-Medaille ausgezeichnet.
Da die linke Anschlusstruppe zurückblieb, gelang es nicht, den stützpunktartig ausgebauten und durch flankierendes Feuer geschützten Westteil von Vert Bois zu nehmen.
Die wackere Truppe musste sich mit dem Erreichbaren begnügen und richtete sich in den genommenen Stellungen zur Verteidigung ein. Um 4 Uhr vormittags wurde das Bataillon durch I./R. 19 abgelöst und rückte als Regiments-Reserve nach Regniers le Clerc südlich des Kanales.“.
Man begrub Johann Rehm auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab.

