Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.020: Georg Henle

Der Soldat Georg Henle stammte aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Degenfähnrich und Offiziersstellvertreter in der 1. Kompanie des 2. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 25.09.1914 fiel er beim ersten Angriff auf  Lihons während eines Nachtgefechts.

Über den Todestag von Georg Henle berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Infanterie-Regiments:

„24.09.1914 5.30 Uhr vormittags bei Brie über die Somme. Villers Carbonnel wird vom III. Bataillon genommen; weiter über Ertrées nach Soyecourt. Das Regiment geht um 4 Uhr nachmittags beiderseits der Straße Vermandovillers – Lihons zum Angriff vor. Bis 7 Uhr abends ist der Angriff noch nicht ganz bis Lihons herangetragen. Die Nacht wird in den erkämpften Stellungen verbracht.

25.09.1914 Auch in den ersten Nachmittagsstunden gelingt es nicht, Lihons zu nehmen. Um 5.40 Uhr erhält das Regiment Befehl, zum Sturm. Nach Artilleriebeschießung gehen I. und III. Bataillon und II./16. Infanterie-Regiment zum Sturm vor; sie erreichen nur mit Teilen den Ortsrand und müssen etwa Meter von Lihons entfernt in Stellung gehen. II. Bataillon dringt bis zum Feldweg Lihons – Herbévillers vor. Die Verluste sind sehr beträchtlich.“

Die Lage des Grabes von Georg Henle ist offiziell unbekannt. Ich bin mir jedoch sicher, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers begraben wurde, der nur rund 3 Kilometer von seinem Sterbeort entfernt ist und auf dem auch seine Regimentskameraden beigesetzt wurden, die am gleichen Tag fielen, u. a.

  • Unteroffizier August Leinauer, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Infanterist Alois Popp, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Infanterist Markus Bergmeier, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab;
  • Infanterist Johann Stadler, gefallen am 25.09.1913 bei Lihons, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab.

Sein Bruder, Walter Henle, Oberleutnant der Reserve und Kompanieführer in der 6. Kompanie des 16. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments, der auf der nachfolgenden Todesanzeige noch als Trauernder aufgeführt wurde, fiel am rund fünf Wochen später am 03.11.1914 in Belgien und wurde auf dem Soldatenfriedhof Menen in Block D, Grab 47 begraben.

In der Schwabinger Erlöserkirche gedenkt man Georg Henle noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/m-schwabing_erloeserkirche_wk1u2_bay.htm und in der Regimentsgeschichte wird ihm auch gedacht: http://www.denkmalprojekt.org/2020/vl_k-b-2-ir-kronprinz_wk1.html

Todesanzeige für Georg Henle