Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.743: Johann Hartmann

Der Soldat Johann Hartmann wurde am 16.04.1894 im Düsburg  Stadtteil Meiderich geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreite in der 6. Kompanie des 57. Infanterie-Regiments. Ab dem ab 12.12.1914 wurde er ausgebildet. Ab dem 30.03.1915 wurde er im Krieg eingesetzt. Am 30.11.1916 5 Uhr nachmittags fiel er im Alter von 22 Jahren bei Douaumont in der Hardaumontstellung durch eine Artillerie-Geschoss.

Über den Zeitraum des Todes von Johann Hartmann berichtet die Regimentsgeschichte des 57. Infanterie-Regiments:

„Fast kein Tag, namentlich seit Dezember in vorserster oder Bereitschaftsstellung vergeht, ohne mehr oder weniger starke Verluste. Die höchste Bereitschaft war vom ersten Tag ab unser Normalzustand. In der Bereitschaftsstellung durfte man sich überhaupt nicht sehen lassen und auch kein Feuer in den Unterständen anmachen, da Rauchwölkchen sofort von den unzähligen französischen Fliegern gemeldet wurden. Ebensooft wie die vordere Stellung wechselten wir von nun ab die Bereitschafts- und Ruhequartiere. Überall war die Luft dick, und immer wieder gab es Tote. Vorn war die Hölle zeitweilig los. Während fünf Tagen verlor ich ein Viertel meines Zuges. Eine ganze Gruppe wurde in einem Stollen, der abgequetscht wurde, verschüttet und konnte nur tot geborgen werden. Schlimm waren die Qualen des Durstes, die wir oft genug auszustehen hatten, ohne sie lindern zu können. Der Winter setzte früh ein, die Granatlöcher froren zu und so mussten wir oft die Eisdecken aufschlagen, um aus verseuchten Tümpeln das eiskalte und doch so viel begehrte Wasser zu schöpfen. Vergeblich waren die Arbeiten vor den Gräben. Immer wieder musste der Drahtverhau erneuert werden. Aber alles Schuften half nichts, denn was in der Nacht getan worden war, wurde am Morgen wieder zusammengeschossen. Der zähe Schlamm, der sich kaum von den Stiefeln lösen ließ, behinderte dazu die Arbeit in jeder Weise. Tagsüber lagen wir in unseren Löchern, die oft genug nur eine hauchdünne Decke hatten, manchmal aber auch eine anständige Zahl von Stufen in die Erde hinabführten. Wenn Trommelfeuer einsetzte, und das war nicht gerade selten, bebte und zitterte die ganze Erde ringsumher, so dass die Kerze, die den Raum erhellte, dauernd auslöschte und die nötigen Meldungen häufig im Dunkeln geschrieben werden mussten. So gingen Oktober und November hin.“

Die Lage des Grabes von Johann Hartmann ist unbekannt. Vermutlich war nach dem Treffer durch ein Artillerigeschoss von ihm nichts mehr übrig, was man beerdigen konnte. Solltem noch Gebeine vorhanden gewesen sein, wurde sie sehr wahrscheinlich auf dem Soldatenfriedhof Hautecourt-lès-Broville anonym in einem Massengrab beigesetzt.

 

Sterbebild von Johann Hartmann
Rückseite des Sterbebildes von Johann Hartmann