Sonderbeitrag: John Condon – der jüngste alliierte Soldat im Ersten Weltkrieg

Pte. John Condon (* 5. Oktober 1897 in Waterford; † 24. Mai 1915 bei Ypern) war ein irischer Soldat. Fälschlicherweise glaubte man, er sei mit 14 Jahren der jüngste alliierte Soldat gewesen, der im Ersten Weltkrieg gefallen war. Er log über sein Alter und behauptete, 18 Jahre alt gewesen zu sein, als er sich 1913 zur Armee verpflichtete. Er fiel 1915 im 2. Bataillon des Royal Irish Regiment bei einem Giftgasangriff während der Zweiten Schlacht von Ypern und seine Leiche wurde erst zehn Jahre später geborgen und auf den britischen Soldatenfriedhof von Poelkappelle überführt. Seine Familie wusste nicht, dass Condon in Belgien war, bis sie von der britischen Armee kontaktiert wurden und ihnen mitgeteilt wurde, dass er im Einsatz vermisst wurde. 1922 wurde Condon posthum mit der British War Medal, der Victory Medal und dem 1914-15 Star ausgezeichnet.

Aufgrund einer Geburtsurkunde, einer Volkszählung, Kriegstagebüchern und anderen Aufzeichnungen wird heute angenommen, dass John Condon zum Zeitpunkt seines Todes 18 Jahre alt gewesen sein muss und falsche Angaben auf dem Grab genannt werden. Gegenwärtig bestätigen der Grabstein auf dem Poelkapelle Friedhof und die CWGC-Aufzeichnungen weiterhin die umstrittenen Daten.

John Condon, fotografiert zwischen 1913 und 1915

Abri-caverne quatre Cheminèes / Vier Schornsteine

Bei dem Abri Caverne des Quatre Chemineès handelt es sich um einen unterirdischen Schutzbunker, der sich auf der Anhöhe Froideterre befindet. Etwa 10 Monate rückte er während der Schlacht um Verdun in den Mittelpunkt des Geschehens. Der Schutzbunker war für die französischen Ablösetruppen ein wichtiges Bauwerk auf dem Weg vom Weinberghang (Ravin de Vigines) zum Hochplateau Thiaumont oder nach Fleury.

Der Schutzbunker war 1890 zur Unterbringung von 200 Reservisten angelegt worden. Er besteht aus einem unter den Fels geschlagenen Stollen, der als Befehlsstabsquartier und Sanitätsstelle genutzt wurde und etwa 8 Meter lang war.

Ein junger Leutnant berichtet aus dem Jahr 1916, als die Kämpfe um den Schutzbunker einen Höhepunkt erreicht hatten: „Wir haben dort sieben Tage zugebracht, ohne zu schlafen, Tag und Nacht ununterbrochenes Kanonenfeuer. Die Erdabdeckungen wurden ständig aufgerissen, aufgewühlt und aufgeworfen, änderten stündlich seine Form.“

In dem Befestigungsbunker hielten sich ständig Sterbende und Verletzte auf, die man nicht abtransportieren konnte, erschöpfte Meldegänger, abgekämpfte Soldaten und übermüdete Befehlshaber auf. Die Sicherheit der Menschen hing davon ab, ob die kämpfenden Kameraden die wenige hundert Meter entfernte Frontlinie hielten.

Die schlimmsten Tage des Bunkers waren der 22. und 23.06.1916. Die deutschen Truppen wollten noch vor dem Einsetzen der Offensive an der Somme den Verteidigungsgürtel Froideterre sprengen. Hierzu setzen sie eine bis dahin nie erlebte Masse an Soldaten und Kriegsmaterial ein. Ab dem 20.06.1916 wurde die Befestigung Froideterre unablässig bombardiert und die Festungsanlage Thiaumont zerstört. Am Abend des 22.06.1916 gingen alleine 100.000 Giftgasgranaten auf das Schlachtfeld nieder und legten die französische Verteidigung lahm. Für die Menschen im Schutzbunker Abri Caverne des Quatre Chemineès brachten die Gasgranaten den sicheren Tod. Die im Bunker liegenden Schwerverletzten wurden alle vergiftet, die meisten unter ihnen, die keine geeigneten Gasmasken hatten, erlitten schreckliche Todesqualen. Schneeweiße, von unerträglichen Krämpfen refurchte Gesichter, in die Brust gekrallte Finger.

Am 23.06.1916 erfolgte der deutsche Angriff mit 50.000 Mann auf breiter Front mit Rauchbomben und Flammenwerfern. Die französischen Verteidigungsanlagen wurden überrannt. Um 9:30 Uhr erreichten sie die Befestigung Froideterre, besetzten das Dach und beschossen die Eingänge. In die Luftschächte warfen sie Granaten, sodass im Inneren Panik ausbrach. Zwar drohte die französische Front zu brechen, jedoch wichen die deutschen Truppen erschöpft während eines Gegenangriffs der Franzosen zurück.

Die Anlage ist gut ausgeschildert und kann, soweit nicht eingestürzt, besichtigt werden. Sie ist gut erhalten.

(Stand: Frühjahr 2010)

Hinweisschild auf den Schutzbunker an der Straße
Nach fast 100 Jahren sind die Granateinschläge und Granattrichter noch deutschlich sichtbar
Im Hintergrund sind die Belüftungsschächte zu sehen

Ein Eingang in die Stollen des Befestigungsbunker
Ein zerstörter Vorbau des Befestigungsbunkers
Denkmal für Pierre Cazalis de Fondouce, gefallen am 8. August 1916

Zwar ist der Zutritt zur Befestigungsanlage verboten, jedoch sind alle Türen offen und der Zugang frei

Der Befestigungsstollen von innen
Der Eingangsbereich von innen betrachtet
Ein Kamin des Schutzbunkers
Der Bunker ist innen mit einer Klinkerwand ausgegleidet. Dahinter befindet sich ein Hohlraum zum Felsen.
Nach fast 100 Jahren zerfällt die gemauerte Wand langsam.
Blick von oben in einen Belüftungsschacht
Der Kopf eines Belüftungsschachts

Blick über den Wald