Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.046: Leonhard Gebhart

Der Soldat Leonhard Gebhard wurde am 03.09.1891 in Birkland geboren, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Peiting. Er war landwirtschaftlicher Arbeiter in Hofen, einem anderen Ortsteil von Peiting. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 7. Kompanie des 20. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 02.10.1914 fiel er im Alter von 23 Jahren bei Fontaine-lès-Cappy an der Somme, und nicht, wie auf dem Sterbebild angegeben, vor Verdun.

Über den Todestag und die Todesumstände von Leonhard Gebhardt berichtet die Regimentsgeschichte des 20. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Erkundungsvorstöße gegen Foucaucourt

Am 2. Oktober gelang dem zu einem Erkundungsvorstoß gegen Foucaucourt rittlings der Straße Estrées – Foucaucourt angesetzten I. Bataillon ein Handstreich. Die im Morgengrauen dicht nördlich der großen Straße vorgehende 2. Kompanie drang unter der schneidigen Führung des Leutnants Mebert II überraschend in Foucaucourt ein, machte 130 Gefangene und nahm zwei Maschinengewehre weg. Leider ist der ausgezeichnete Kompanieführer beim weiteren allzu kühnen Vordringen in der Ortschaft gefallen (Leutnant Wilhelm Mebert, gefallen am 02.10.1914 bei Foucaucourt, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab). Mit Mühe gelang es dem Feldwebel-Leutnant Scheibe Otto der Maschinengewehrkompanie, die vereinzelt weit vorgekommene 2. Kompanie wieder aus dem stark besetzten Ort loszulösen. Das ganze Unternehmen hatte an Verlusten 3 Offiziere und Offiziersstellvertreter, 104 Unteroffiziere und Mannschaften gekostet.

Am gleichen Tag nahm die 7. Kompanie mit Schwung im Verbande des 1. Infanterie-Regiments an einem Vorstoß in der Nähe der Ferme von Fay teil. Hierbei ist ihr überragender Hauptmann Hermann Karl gefallen. (Hauptmann Karl Hermann, gefallen am 02.10.1914 bei Fontaine-lés Cappy, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers in einem Massengrab).

Offiziell ist für Leonhard Gebhard keine Grablage bekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers beigesetzt wurde, wo man auch seine Regimentskameraden begrub, die im gleichen  Zeitraum fielen, u. a. die o. a. Offiziere, sowie

  • Infanterist Franz Fichtel, gestorben am 02.10.1914 bei Belloy, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers  in einem Massengrab;
  • Infanterist Adolf Kopp, gestorben am 05.10.1914, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers  in Block 3, Grab 476;
  • Infanterist Edmund Sörgl, gefallen am 03.10.1914 bei Fontaine-lés Cappy, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers  in Block 3, Grab 476;
  • Unteroffizier, gefallen am 03.10.1914 bei Fontaine-lés Cappy, begraben auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers  in Block 3, Grab 476.

 

Sterbebild von Leonhard Gebhart
Rückseite des Sterbebildes von Leonhard Gebhart