Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Curt Kaufmann

Der Soldat Curt Kaufmann stammte aus der hessischen Stadt Gießen und war von Beruf Rechtsanwalt in einer eigenen Kanzlei (Rechtsanwaltskanzlei Justizrat Hermann Katz und Carl Kaufmann), zusammen mit Justitzrat Hermann Katz. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Feldwebelleutnant in der 8. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 09.09.1914 fiel er im Alter von 39 Jahren während der Schlacht an der Marne.

Über den Todestag und die Todesumstände von Curt Kaufmann berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Strahlend geht die Sonne am 09.09.1914 auf. Schon am frühen Morgen greift der Gegner mit Energie aus Châtel Raould, Château Beaucamp und den Waldstücken westlich davon an; er wird vom Regiment, das durch vier sächsische Maschinengewehre verstärkt ist, abgewiesen und geht fluchtartig zurück. Nunmehr setzt das Artilleriefeuer unter Leitung durch Flieger mit verstärkter Heftigkeit ein; wieder, wie auch am Vortage, müssen Teile von der Höhe in Deckung genommen werden. Am Nachmittag nimmt das feindliche Artilleriefeuer noch an Stärke zu; das Regiment hält in guter Disziplin aus, obwohl stärkere Veruste eintreten. Weitere Vorstöße des Gegners bleiben ohne Erfolg.

Um 3 Uhr nachmittags erreicht die Schlacht ihren Höhepunkt, das Vorgehen der Deutschen beginnt. Als die Sonne sinkt, ist der linke Flügel der französischen Armee bei Humbauville umfasst; VIII. Armee-Korps und VIII. Reserve-Korps rückt von Vitry auf St. Rémy vor; das große Tor zum deutschen Durchbruch ist geöffnet, der Sieg winkt. Aber die deutsche 4. Armee darf nicht mehr darnach greifen, auch sie hat der Rückzugsbefehl erreicht.

Am Abend des 09.09. trifft für das Regiment wie auch für die Sachsen der Rückzugsbefehl ein; nach Einbruch der Dunkelheit beginnt die Bewegung. Das Regiment deckt die zurückgehende Artillerie; III. nimmt 10 Uhr abends eine Aufnahmestellung an Höhe 186, am Morgen gegen 5 Uhr eine solche bei der Zahl 129 ein.“

Man begrub Curt Kaufmann auf dem Soldatenfriedhof Vitry-le-Francois in Block A, Grab 4.

Todesanzeige des Männer-Turnvereins Gießen für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914
Todesanzeige der Rechtsanwaltskanzlei Justizrat Hermann Katz und Carl Kaufmann für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914
Todesanzeige für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.620: August Gaigl

Der Rechtsanwalt August Gaigl stammte aus Engelsberg in Oberbayern und diente im Ersten Weltkrieg als Leutnant der Reserve in der 9. Kompanie des 16. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 25.08.1914 fiel er im Alter von 34 Jahren in Frankreich bei Baccarat.

Die Lage des Grabes von August Geigl ist offiziell unbekannt. Ich vermute jedoch, dass er auf dem Soldatenfriedhof Reillon anonym in einem Massengrab beigesetzt wurde. Dort wurden andere Soldaten begraben, die im gleichen Zeitraum bei Reillon fielen, u. a.

    • Kanonier Joseph Brand, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
    • Kanonier Michael Doll, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab;
    • Unteroffizier Gebhard Vogt, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Reillon in Block 3 Grab 134;
    • Reservist Alois Artmann, gefallen am 25.08.1914 bei Baccarat, beigesetzt auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

 

Sterbebild von August Gaigl
Rückseite des Sterbebildes von August Gaigl

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 685: Dr. Ludwig Frank

Dr. Ludwig Frank wurde am 23. Mai 1874 in Nonnenweier (Baden) geboren und war ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Am 3. September 1914 fiel er im Alter von 40 Jahren als Gefreiter des 2. Badischen Grenadier-Regiments „Kaiser Wilhelm I.“ Nr. 110 bei Nossoncourt nahe Baccarat. Frank war der erste von zwei Reichstagsabgeordneten (der zweite war Hans von Meding), die während des Ersten Weltkriegs an der Front starben.

Man begrub Dr. Ludwig Frank auf dem Soldatenfriedhof Reillon in einem Massengrab.

Sterbebild von Frank Ludwig

Der theoretische Weg von Dr. Ludwig Frank von seinem Geburtsort über seinen Sterbeort zu seinem Grab: