Sonderbeitrag: Gerichtsreferendar August Metz

Der Soldat August Metz stammte aus der hessischen Stadt Nidda und lebte in Metz. Er war Gerichtsreferendar. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 11. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 10.09.1914 wurde er schwer verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Dort starb er im Alter von 23 Jahren. Er wurde ein Opfer der Schlacht an der Marne.

Die Lage des Grabes von August Metz ist unbekannt.

In seiner Heimatstadt Nidda gedenkt man August Metz noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2018/nidda_lk-wetterau_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige der C. C. Starkenburgia für August Metz

Sonderbeitrag: Der Lehrer Adolf Becker

Der Soldat Adolf Becker wurde am 21.07.1884 in der hessischen Universitätsstadt Gießen geboren und war Oberlehrer an der Cecilienschule in Bielefeld (heute: Ceciliengymnasium Bielefeld) (Nordrhein-Westfalen). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 8. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 09.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne bei Vítry-le-Francois. Adolf Becker wurde 30 Jahre alt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Adolf Becker berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Kandwehr-Infanterie-Regiments:

Strahlend geht die Sonne am 9.9. auf. Schon am frühen Morgen greift der Gegner mit Energie aus Château Raould, Château Beaucamp und den Waldstücken westlich davon an; er wird vom Regiment, das durch vier sächsische M.G. verstärkt ist, abgewiesen und geht fluchtartig zurück. Nunmehr setzt das Artilleriefeuer unter Leitung durch Flieger mit verstärkter Heftigkeit ein; wieder, wie auch am Vortage, müssen Teile von der Höhe in Deckung genommen werden. Am Nachmittag nimmt das feindliche Artilleriefeuer noch an Stärke zu; das Regiment hält in guter Disziplin aus, obwohl stärkere Verluste eintreten. Weitere Vorstöße des Gegners bleiben ohne Erfolg.

Um 3° nachm. erreicht die Schlacht ihren Höhepunkt, das Vorgehen der Deutschen beginnt. Als die Sonne sinkt, ist der linke Flügel der französischen Armee bei Sumbauville umfasst; VIII. A.K. und VIII. R.K. rücken von Vitry auf St. Rémy vor; das große Tor zum deutschen Durchbruch ist geöffnet, der Sieg winkt. Aber die deutsche 4. Armee darf nicht mehr darangreifen, auch sie hat der Rückzugsbefehl erreicht.

Am Abend des 9.9. trifft für das Regiment wie auch für die Sachsen der Rückzugsbefehl ein; nach Einbruch der Dunkelheit beginnt die Bewegung. Das Regiment deckt die zurückgehende Artillerie; III. nimmt 10° abends eine Aufnahmestellung an Höhe 186, am Morgen gegen 5° erfolgt diese bei Zahl 129 ein. Ein Nachdrängen des Gegners erfolgt nicht. Nordöstlich Höhe 165, das am 10. abgebrochen wird, um die Vereinigung mit der eigenen Brigade zu vollziehen.

Die Lage des Grabes von Adolf Becker ist unbekannt. Vermutlich wurde er anonym in einem Massengrab auf dem rund 50 Kilometer entfernten Soldatenfriedhof Connantre beigesetzt, wo man in der Regel die Gefallenen der Sterberegion von Adolf Becker begrub.

In Bielefeld gedenkt man Adolf Becker noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2010/bielefeld_wk1u2_nrw.htm

Die Todesanzeige für Adolf Becker im Gießener Anzeiger

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Curt Kaufmann

Der Soldat Curt Kaufmann stammte aus der hessischen Stadt Gießen und war von Beruf Rechtsanwalt in einer eigenen Kanzlei (Rechtsanwaltskanzlei Justizrat Hermann Katz und Carl Kaufmann), zusammen mit Justitzrat Hermann Katz. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Feldwebelleutnant in der 8. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 09.09.1914 fiel er im Alter von 39 Jahren während der Schlacht an der Marne.

Über den Todestag und die Todesumstände von Curt Kaufmann berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments:

„Strahlend geht die Sonne am 09.09.1914 auf. Schon am frühen Morgen greift der Gegner mit Energie aus Châtel Raould, Château Beaucamp und den Waldstücken westlich davon an; er wird vom Regiment, das durch vier sächsische Maschinengewehre verstärkt ist, abgewiesen und geht fluchtartig zurück. Nunmehr setzt das Artilleriefeuer unter Leitung durch Flieger mit verstärkter Heftigkeit ein; wieder, wie auch am Vortage, müssen Teile von der Höhe in Deckung genommen werden. Am Nachmittag nimmt das feindliche Artilleriefeuer noch an Stärke zu; das Regiment hält in guter Disziplin aus, obwohl stärkere Veruste eintreten. Weitere Vorstöße des Gegners bleiben ohne Erfolg.

Um 3 Uhr nachmittags erreicht die Schlacht ihren Höhepunkt, das Vorgehen der Deutschen beginnt. Als die Sonne sinkt, ist der linke Flügel der französischen Armee bei Humbauville umfasst; VIII. Armee-Korps und VIII. Reserve-Korps rückt von Vitry auf St. Rémy vor; das große Tor zum deutschen Durchbruch ist geöffnet, der Sieg winkt. Aber die deutsche 4. Armee darf nicht mehr darnach greifen, auch sie hat der Rückzugsbefehl erreicht.

Am Abend des 09.09. trifft für das Regiment wie auch für die Sachsen der Rückzugsbefehl ein; nach Einbruch der Dunkelheit beginnt die Bewegung. Das Regiment deckt die zurückgehende Artillerie; III. nimmt 10 Uhr abends eine Aufnahmestellung an Höhe 186, am Morgen gegen 5 Uhr eine solche bei der Zahl 129 ein.“

Man begrub Curt Kaufmann auf dem Soldatenfriedhof Vitry-le-Francois in Block A, Grab 4.

Todesanzeige des Männer-Turnvereins Gießen für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914
Todesanzeige der Rechtsanwaltskanzlei Justizrat Hermann Katz und Carl Kaufmann für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914
Todesanzeige für Curt Kaufmann im Gießener Anzeiger vom 23.09.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Ludwig Schmidt

Der Soldat Ludwig Schmidt stammte aus hessischen Stadt Allendorf (Lumda). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Wehrmann in der 5. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 15.09.1914 fiel er im Alter von 31 Jahren bei Cernay-en-Dormois an der Marne.

Die Lage des Grabes von Ludwig Schmidt ist unbekannt, man begrub Ludwig Schmidt jedoch wahrscheinlich, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, wahrscheinlich auf dem Soldatenfriedhof Séchault in einem Massengrab.

In Allendorf an der Lumda gedenkt man Ludwig Schmidt noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/allendorf_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige für Ludwig Schmidt im Gießener Anzeiger vom 29.09.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Otto Hoeth

Der Soldat Otto Hoeth (Verlustliste: Hoet) stammte aus Psarskie bei Posen im heutigen Polen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offizierstellvertreter in der 11. Kompanie des 87. Infanterie-Regiments. Am 06.09.1914 fiel er im Alter von 28 Jahren während der Schlacht an der Marne bei Pargny-sur-Saulx an der Marne.

Die Lage des Grabes von Otto Hoeth ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Otto Hoeth im Gießener Anzeiger vom 29.09.1914

Gefallene Soldaten aus Mittelhessen: Karl Hahn

Der Soldat Karl Hahn stammte aus Nieder-Florstadt und war von Beruf Bankbeamter. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Einjähriger-Unteroffizier in der 5. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 09.09.1914 fiel er während der Schlacht an der Marne bei Alliancelles, Sermaize, Pargny und Maurupt.

Die Grablage von Karl Hahn ist unbekannt.

Die Todesanzeige von Karl Hahn im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Sonderbeitrag Frankfurter Volkszeitung 24: Alfred Dietz

Der Soldat Alfred Dietz wurde am 20.01.1887 in Frankfurt am Main geboren und arbeitete bei der Schriftgießerei D. Stempel AG. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist in der 5. Kompanie des 81. Infanterie-Regiment. Am 16.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Courcy während des Rückzugs nach der Schlacht an der Marne in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Alfred Dietz berichtet die Regimentsgeschichte des 81. Infanterie-Regiment:

„15.09.1914 Am 15.09. führte der Marsch das Regiment von Liry über St. Etienne-Machault-Aussonce nach Menil Lepinois.

Am 16. war Fortsetzung des Marsches nach Westen. 7 Uhr vormittags Abmarsch nach Isle-sur-Suippes, dann BazancourtBoult-sur-Suippe, um 12 Uhr mittags wurde Bourgogne erreicht. .“

Offiziell ist für Alfred Dietz keine Grablage bekannt. Die Gefallenen im Ort Courcy wurden jedoch in der Regel auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes begraben, u. a.

  • Unteroffizier Josef Daniel, gefallen am 18.09.1914 bei Courcel, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in Block 5, Grab 737;
  • Unteroffizier Josef Amian, gefallen am 18.09.1914 bei Courcel, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in Block 5, Grab 691;
  • Unteroffizier Friedrich Kleinau, gefallen am 18.09.1914 bei Courcel, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in Block 5, Grab 680;
  • Unteroffizier Dominikus Jachmann, gefallen am 18.09.1914 bei Courcel, begraben auf dem Soldatenfriedhof St.-Étiennes-à-Arnes in Block 5, Grab 675.

 

Todesanzeige der Schriftgießerei D. Stempel AG  für August Aubel und Alfred Dietz

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 276: Johann Steil

Heute stelle ich ein ganz persönliches Sterbebild vor. Es ist das Sterbebild und das Schicksal meines Großonkels Johann Steil.

Johann Steil wurde am 27.08.1888 in Püttlingen geboren. Sein Vater war Bergmann. Wegen seiner schulischen Leistungen wurde ihm von einem Lehrer der Volksschule in Püttlingen ermöglicht, eine Ausbildung zum Volksschullehrer in Boppard zu absolvieren. Nach dieser Ausbildung wurde er von 1909 bis 1910 in Mannebach als Lehrer eingesetzt. Nach seinem Wehrdienst (1909 – 1910) nahm er eine Stelle als Lehrer in Wollmerath an. Hier tat er Dienst, bis er zum Kriegsbeginn im August 1914 zur 3. Kompanie des 10. Rheinischen Infanterie-Regiments einberufen wurde. Hier nahm er am Feldzug gegen Frankreich teil. Am 06.09.1914 wird er während der Schlacht an der Marne bei Marolles durch ein Schrapnellgeschoss am Kopf getroffen und getötet. Seine Leiche wurde zunächst in Marolles begraben. Später wurde er auf den Soldatenfriedhof in Connantre umgebettet. Allerdings war die Identität seiner Gebeine verloren gegangen, sodass er als unbekannter Toter begraben wurde. Vor wenigen Jahren konnte ich ihm durch meine Recherchen seine Identität wiedergeben.

Das Leid, welches der Tod von Johann Steil in seiner Familie hervorgerufen hat, war noch in meiner Kindheit spürbar. Mein Großvater, Ludwig Steil, litt Zeit seines Lebens unter dem Verlust seines großen Bruders. Er selbst wurde 18 jährig noch am Ende des Ersten Weltkrieges einberufen, in 6 Wochen ausgebildet und in den Krieg geschickt. Gott sei Dank endete das große Schlachten während seines Transportes an die Front. Im Zweiten Weltkrieg wurde er erneut zum Kriegsdienst einberufen. Gott sei Dank überlebte er ihn.

Johann Steil begründete die Tradition in meiner, Lehrer zu werden. Mein Vater wurde Lehrer. Meine beiden Schwestern sind Lehrerinnen und ich bin Lehrer. Mein Sohn und meine Nichten sind alle Lehrer.

Seine Heimatgemeinde Wollmerath gedenkt noch heute Johann Steil auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2009/wollmerath_festschrift_wk1u2_rp.htm

Johann Steil während der Ableistung seines Wehrdienstes beim Infanterie-Regiment Nr. 70, 11. Kompanie
Portrait von Johann Steil
Sterbebild von Johann Steil
Rückseite des Sterbebildes von Johann Steil

 

Der theoretische Weg von Johann Steil von seinem Geburtsort über seinen Studien- und Dienstort zu seinem Sterbeort zu seinem Grab: