Sonderbeitrag: George William Powney Richards

In der Kirche St. Mary the Virgin in Lydden gedenkt man noch heute des Soldaten George William Powney Richards.

George William Powney Richards wurde in North Wingfield in der Grafschaft Derbyshire geboren und lebte mit seinen Eltern im Stone Hall House in Lydden. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Engine room artificer 4. Class in der Royal Navy, auf dem Schiff H. M. S.  P. 26, einem Patrouillenboot. Am 10.04.1917 fiel er im Alter von 22 Jahren während des Untergangs seines Schiffs durch eine Mine.

Man begrub George William Powney Richards auf dem Soldatenfriedhof Ste. Marie Cemetery in Le Havre in Abteilung 62, I.

Gedenkplatte für George William Powney Richards
Gedenkplatte für George William Powney Richards

Sonderbeitrag: Private Alfred Stokes

Der Soldat Alfred Stokes wurde in Dover (England) geboren. Er war ledig, gehörte der Kirche von England an und war der Sohn von C. Stokes von der Each End Farm in Ash (bei Canterbury). Am 19.10.1915 wurde er einberufen und kämpfte im Ersten Weltkrieg als Private im 19. Infanterie-Bataillon der Australian-Imperial-Force (AIF). Am 14.12.1916 verstarb er in Edgbaston, einem Stadtteil von Birmingham, an einer Krankheit.

Man begrub Private A. Stokes auf dem Friedhof der Kirche St. Mary the Virgin in Lydden.

Das Grab von Private A. Stokes auf dem Friedhof der Kirche St Mary the Virgin in Lydden

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.271: Martin Bürger

Der Soldat Martin Bürger stammte aus Baum, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Taufkirchen (Vils) und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatzreservist in der 11. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 21.03.1918 fiel er bei Itancourt zu Beginn der Großen Schlacht in Frankreich bei der Durchbruchsschlacht bei St. Quentin – La Fére im Alter von 29 Jahren im Kampf gegen englische Truppen.

„Über den Todestag und die Todesumstände von Martin Bürger berichtet die Regimentsgeschichte des 1. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am Frühlingsanfang, 21.03.1918, beginnt um 4 Uhr morgens schlagartig die allgewaltige Artillerievorbereitung. Diese Stunden werden für jeden, der sie miterlebt hat, unvergessen bleiben. Die Erde zitterte und stöhnte unter dem Geheul der geschütze und Minenwerfer, die hier in endloser Folge vom kleinsten bis zum größten Kaliber neben- und hintereinander standen. Es war ein Höllenlärm, der in unveränderter Stärke fünf Stunden anhielt. Es war ein Höllenlärm, der in unveränderter Stärke fünf Stunden anhielt. Da viel mit Gas geschossen wurde und das Regiment ganz nahe an der englischen Stellung in den vordersten Gräben zum Angriff bereitgestellt war, hatten die Kompanien bald viel unter Gas zu leiden. Die artilleristische Gegenwirkung war anfangs ziemlich lebhaft, verstummte aber nach etwa einer Stunde vollkommen, ein Zeichen, dass die englischen Batterien gut zugedeckt wurden. In der Begeisterung über das herrliche Schauspiel standen die Leute auf der Berme außerhalb des Grabens und als mitten in dem Schlachtenlärm, der dem einer allgewaltigen Schmiede glich, in der das Glück des Deutschen Reiches geschmiedet wurde, das Telegramm eintraf, dass seine Majestät der Kaiser und Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Kampffront eingetroffen seien und die Leitung der Schlacht übernommen hätten, steigerte sich die Siegeshoffnung zur Siegesgewissheit.

In dieser Stimmung verließ das Regiment um 9.15 vormittags die deutschen Gräben bei Itancourt und ging in frischem Tempo unter dem Schutze der Artilleriefeuerwalze zügig vor. Es waren in vroderster Linie rechts das I. Bataillon (Rüßlein), links das III. Bataillon (Schobert). Das II. Bataillon (Lauenstein) folgte dicht auf im zweiten Treffen.

Es war ungeheurer Nebel, der durch Gas und Rauch und Staub so dicht war, dass man keine 10 Meter weit sehen konnte. Es kamen daher einzelne Truppenteile aus ihrem Angriffsstreifen heraus und verirrten sich. Die dadurch übergangenen englischen Stellungen fügten durch Maschinengewehrfeuer erhebliche Verluste zu. Die Hauptorientierung bildete die Schussrichtung der Artilleriegeschosse, deren Pfeifen die Richtung gab. Das Regiment kam an Urvillers, einem stark ausgebauten englischen Feldwerk gut vorbei und machte einige hundert Gefangene. Um die Gefechtsstärke nicht zu schwächen, durften den Gefangenen keine Begleiter mitgegeben werden. Das hat sich bitter gerächt, die Kerle haben Gewehre und Maschinengewehre vom Schlachtfelde aufgehoben und dem Angreifer damit in den Rücken geschossen. Das ist unbedingt nachgewiesen; auf diese Art fiel z. B. Leutnant Fleischmann und wahrscheinlich auch der überaus beliebte und tapfere Vizefeldwebel Huber der 1. Kompanie. Kurz nach Urvillers wurde in einem Fasse ein englischer Artillerieoffizier ausgehoben, der mit außerordentlicher Schneid mit dem fernsprecher das Feuer seiner Batterie leitete. In trotziger und entschlossener Weise verweigerte er jegliche Angabe. Trotzdem war seine Batterie nach einigen Minuten die Beute des Regiments.

Gegen 11 Uhr vormittags ging der Nebel plötzlich weg – die Feuerwalze war weitergerollt, die Mienenwerfer in dem schweren, zerschossenen Boden stecken geblieben. Aber die leichten und schweren Maschinengewehre und die prächtigenBegleitbatterien, voran die Batterie des Hauptmanns Löll, waren da. Sie nützten in dem harten Kampf um die Maschinengewehr-Nester bei Essigny und in der „Lambay-Kaserne“ außerordentlich viel. Es muss hier unbedingt betont werden, dass sich die Engländer äußerst schneidig gehalten haben, an diesem und den kommenden Tagen. Die Leute haben sich bis zum letzten Mann gewehrt und auch auf zwei Schritte noch geschossen. Um so ruhmreicher ist es für das Regiment, diesen zähen Widerstand durch noch größere Energie und Schneid gebrochen zu haben. Am 21. wurde noch bis in die tiefe Nacht hinein in zähem Angriff gekämpft. Leider verbietet der zur Verfügung stehende Raum all die Heldentaten mit Namensnennung aufzuführen, die in diesen Tagen von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften vollbracht wurden.“

Man begrub Martin Bürger auf dem Soldatenfriedhof Origny-Ste.-Benoîte in Block 10, Grab 141.

Sterbebild von Martin Bürger
Rückseite des Sterbebildes von Martin Bürger

Der Krieg am 27.11.1914 – Zeitungslektüre nach 106 Jahren – Teil 1: Der Untergang des englischen Linienschiffes „Bulwark“

Die  München-Augsburger Abendzeitung vom 72.11.1914 machte mit zwei großen Schlagzeilen auf:

„Gewaltige Verluste der Russen – Untergang des englischen Linienschiffes Bulwark“

Im darauf folgenden Text folgen dann jedoch nur zwei kleine Abschnitte zu diesem Vorgang, der in sich auch noch redundant ist. Ich finde, das war eine magere Information angesichts einer solch schreienden Schlagzeile.

In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit dem Untergang des britischen Schiffes „Bulwark„.

Die Bulwark

Nun aber zu den Fakten. Zunächst das Transskript der beiden Abschnitte:

„Die englische Flotte hat abermals einen Verlust zu verzeichnen. Diesmal ist es in den Themsemündungen bei Sheerness, wo ein Linienschiff, der „Bulwark“ gesunken ist, und zwar durch eine Explusion, deren geheimnisvolle Natur selbst die englische Admiralität nicht ganz verbergen kann. Sie sagt, es sei eine „innere“ gewesen, allein, wenn man daran nicht glaubt, so ist es die englische Regierung selbst, deren grundsätzliche Verlogenheit ihre Glaubwürdigkeit so herabgemindert hat. Es wird wenig Leute geben, die nicht zum mindesten an eine Mine als Ursache dieses neuen Schiffsverlustes denken. Wie dem auch sein mag, der Untergang dieses „Bollwerkes“ wird die englische Eigenliebe aufs neue heftig treffen und die längst vorhandene Nervosität der Engländer über die Lage zur See noch steigern.“

und

„Wieder ein englisches Linienschiff untergegangen
London, 27. November. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses teilte Marineminister Churchill mit, dass das Linienschiff „Bulwark“ am 25. morgens in Sheerness in die Luft geflogen ist. Zwischen 700 und 800 Mann sind umgekommen, nur 12 Mann wurden gerettet. Die anwesenden Admirale berichten, sie seien überzeugt, dass die Ursache eine innere Explosion des Magazins war und keine Erschütterung des Wassers erfolgte. Das Schiff sank in drei Minuten und war verschwunden, als sich die dichten Rauchwolken verzogen hatten. Die Explosion war so stark, dass die Gebäude von Sheerness bis auf die Fundamente erzitterten und wurde meilenweit vernommen.

Der „Bulwark“ stammt aus dem Jahre 1899, hatte 15.250 Tonnen Deplazement, 18 – 19 Seemeilen Geschwindigkeit, vier 30,5 und 12 15 Zentimeter-Geschütze und 750 Mann Besatzung.“

Der Ort des Geschehens:

Nach über 100 Jahren kann man mit der ausreichenden Distanz folgendes festhalten:

  1. Die Explosion war das zweitschwerste Explosionsunglück der britischen Geschichte bis heute.
  2. Die Explosion wurde wahrscheinlich durch überhitzte Kordit-Treibladungen ausgelöst, die sich zu nahe am Kesselraum befanden. Darüber hinaus wurde Munition falsch gelagert.

 

Obere Hälfte der München-Augsburger Zeitung vom 27.11.1914
Untere Hälfte der München-Augsburger Zeitung vom 27.11.1914
Der obere Teil des Artikels, der sich auf die Bulwark bezieht
Der untere Teil des Artikels, der sich auf die Bulwark bezieht

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 764: Alois Witsch

Alois Witsch wurde am 05.04.1882 in Oberstdorf in Bayern geboren. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 5. Kompanie des 3. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments. Ende 1915 wurde er bei einem Unfall leicht verwundet. Am 09.04.1917 wurde er bei Arras schwer verwundet und verstarb am 29.04.1917 im Alter von 35 Jahren in Doverdock (England) in Gefangenschaft.

Man begrub Alois Witsch auf dem Soldatenfriedhof Cannock Chase in Großbritannien in Block 17, Reihe 13, Grab 307.

Noch heute gedenkt seine Heimatgemeinde Oberstdorf Alois Witsch auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/oberstdorf_st_johannes_baptist_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Alois Witsch
Rückseite des Sterbebildes von Alois Witsch