Sonderbeitrag: Wilhelm Speier

Der Soldat Wilhelm Speier stammte aus Wißmar, einem Stadtteil der hessischen Stadt Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter in der 12. Kompanie des 88. Infanterie-Regiments. Am 03.09.1916 wurde er während der Schlacht an der Somme bei Guillemont und Ginchy schwer verwundet. Fünf Tage später, am 08.09.1916 starb er in Longueval an seinen Wunden.

Man begrub Wilhelm Speier auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 4, Grab 480.

Die Todesanzeige für Wilhelm Speier im Gießener Anzeiger

 

Sonderbeitrag: Willy Schermuly

Der Soldat Willy Schermuly stammte aus Niederhausen, Oberlahnkreis. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 120. Kompanie des 116. Infanterie-Regiments. Am 30.09.1916 fiel er während der Schlacht an der Somme.

Man begrub Willy Schermuly auf dem Soldatenfriedhof Maissemy in Block 3, Grab 877.

Die Todesanzeige für Willy Schermuly im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: August Volkmann

Der Soldat August Volkmann stammte aus der hessischen Gemeinde Heuchelheim. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann (Krankenträger) in der 3. Kompanie des 80. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 24.08.1914 fiel er an der Westfront in Frankreich nahe der Ortschaft Tremblois-lès-Carignan in den Ardennen.

Über den Todestag und die Todesumstände von August Volkmann berichtet die Regimentsgeschichte des 8. Reserve-Infanterie-Regiments:

Das Gefecht bei Tremblois
24. August 1914

Am 24. August trat die 21. R.D. um 6 Uhr vormittags den weiteren Vormarsch über Chaillepierre auf Matton an. R.I.R. 80, das die Vorhut bildete, schickte III. R.I.R. 80 als Vortrupp voraus. Um 10.30 Uhr vormittags hatte der Vortrupp mit dem Anfang den Wegestern südlich Chaillepierre erreicht, da machte die Division halt: die aktive 21. I.D. trugte ihren Weg. Die Rast dauerte bis etwa 12.45 Uhr. Sie wurde von sehr vielen Böern dazu benutzt, in dem feuchten Flüsschen Semois ein erfrischendes Bad zu nehmen, ein fast friedensmäßiges Bild kurz vor dem Ernst des Kampfes. Gegen 1 Uhr wurde der Marsch fortgesetzt, er führte um 1.15 von der Weggabel dicht südwestlich Florenville in Richtung Tremblois. Mit kräftigem Hurra und nach dreiviertelstündigem Marsch die am Nordrande des Bois du Banel sich hinziehende französische Grenze überschritten.

Aus der Vortrupp vom Südrand des Waldes zum größten Teil verlassen und die Spitzenkompanie sich Tremblois bis auf etwa 600 Meter genähert hatte, schlug ihr plötzlich starkes Artillerie- und Infanteriefeuer entgegen. Die feindliche Artillerie stand auf den Höhen südlich und südwestlich von Tremblois. Sie sandte ihr sehr geschickt geleitetes, überaus wirksames Feuer vor allem vor und in den Bois du Banel, der voller Truppen steckte. Hier war nämlich das Gros der 41. R.D. versammelt. Da das Artilleriefeuer sehr kräftig eingesetzt hatte und im Walde sofort Verluste eintraten, kam es an einigen Stellen vorübergehend zu recht ungeordneten Auflockerungen der Verbände. In dem meist unübersichtlichen Waldgelände wurden, während Schrapnells und Granaten einschlugen, die Kompanien der I. und III. R.I.R. 80 und R.I.R. 87 zum Gefecht entfaltet. R.I.R. 87 rechts und links neben R.I.R. 80, z.T. auch in R.I.R. 80 eingeschoben. Inzwischen hatte sich der Vortrupp sprungweise gegen Tremblois vorgearbeitet; dabei wurde festgestellt, daß Tremblois und die Höhen und Hänge südlich und nördlich von Les Quatre Villes von feindlicher Infanterie stark besetzt waren. Als auf 200 Meter waren die ersten Kompanien an das Dorf herangekommen, dann blieben sie liegen; sie konnten infolge des Sperrfeuers, den die Artillerie und Maschinengewehre des Gegners um Tremblois herumlegten, nicht weiter vordringen. Man tat gut daran, sich einzugraben und zu halten. Und die Mehrzahl der Infanteristen hatte sich gerade dazu entschlossen. I.R. 21 war vor dem Walde zum Stellung gegangen, da brach auch schon ein verheerendes Artilleriefeuer auf sie herein. Heldenhaft hat damals diese Abteilung ausgehalten.

Obwohl die Batteriestellungen vom Feinde eingesehen waren, obwohl eine Gruppe Granaten nach der anderen auf und zwischen die Geschütze sauste, sodaß buchstäblich Geschützteile und Menschen durch die Luft gewirbelt wurden, hat sie bis zum äußersten versucht, die feindliche Artillerie zum Schweigen zu bringen und durch Bekämpfung der feindlichen Infanterie unserer Infanterie den Weg zum Sturm auf Tremblois freizumachen. Gegen die überlegene Artillerie der Franzosen kam sie zwar nicht auf, gegen die Infanterie aber wirkte sie mit sichtlichem Erfolge. Einige Geschütze wurden in oder unmittelbar hinter den in 2. Linie folgenden Angriffstruppen in Stellung gebracht. Ein packender Anblick war es, als unsere Infanteristen an den Waldrand zurückliefen und aus einem Artilleriemunitionswagen die schweren Geschosskörbe herbeiholten, damit die Artillerie, der die Munition ausgegangen war, weiterfeuern konnte. So half die eine Waffe der andern, ein erhebendes Beispiel treuester Kameradschaft.

Während die vordersten Kompanien vor Tremblois festlagen, hatten sich auch die andern Bataillone des Regiments entwickelt. Teile des I. Bataillons schoben sich in die erste Kampflinie ein oder verlängerten sie nach rechts, andere aber verblieben im Walde oder kurz vor dem Walde, da das entsetzliche Artilleriefeuer ihnen das Vorgehen unmöglich machte. Ähnlich lagen die Verhältnisse beim II. Bataillon, das anfangs als Reserve am Südrand des Bois du Banel zurückgehalten, dann aber mit allen Kompanien eingesetzt wurde: von der 6. kam nur ein Zug gut vorwärts, Teile der 8. zogen sich später wieder in den Wald zurück. Sie waren in mörderisches Maschinengewehrfeuer geraten. Der 5. Kompanie und einem Zug der 7. Kompanie gelang es, sich bis zur vordersten Linie vorzuarbeiten. Unsere M.G.K. fand leider nicht Gelegenheit zum Eingreifen. Als sehr verhängnisvoll erwies es sich, daß die Kanoniere, deren Geschütze zerschossen waren, sich aus dem Artilleriefeuer in den Wald zurückzogen, was an sich durchaus berechtigt war, da sie ja nach der Vernichtung ihrer Waffe der Infanterie doch nicht mehr nützen konnten. Einige der in ihrer Nähe befindlichen Infanteristen aber folgten leider ihrem Beispiel, ohne sich darüber klar zu werden, daß ihr Verhalten strafbar war. Die 4. Kompanie, die bereits hundert Meter vor dem Waldrand lag, wurde durch einen Befehl – angeblich von der Brigade – bedauerlicherweise sogar zum Zurückgehen gezwungen. So trugen verschiedene unglückliche Umstände dazu bei, daß der Angriff auf Tremblois zunächst einen wenig günstigen Verlauf nahm. Erst als nachmittags zwei schwere Feldhaubitzbatterien der 25. R.D., die in einer Senke zwischen Floremville und dem Bois du Banel aufgestellt waren, Tremblois und die französischen Batteriestellungen unter Feuer nahmen und Schützenlinien der hessischen Division die rechte Flanke der Franzosen bedrohten, konnte unsere Infanterie zum letzten Sturm vorbrechen. Um 7.15 Uhr abends war Tremblois in den Händen des Regiments. Nur wenige Gefangene wurden gemacht; die Besatzung des Dorfes und der an den Hängen südlich des Dorfes angelegten Schützengräben hatte sich, soweit sie noch lebte und marschfähig war, rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Durch die Beschießung mit schwerer Artillerie war ein großer Teil des Dorfes in Brand geraten. Das Feuer griff immer weiter um sich. Schaurig war das Bild, das sich den siegreichen Stürmern bot: Turmhohe Flammen, einstürzende Wände und Dächer, in den Gassen umherirrende Bewohner, halb wahnsinnig vor Schrecken, fliehende Pferde, Kühe und Schweine, die in den Stallungen langsam verbrennen mußten. Nur in wenigen Fällen war Rettung oder schnelle Tötung möglich. Die Furchtbarkeit des Krieges für Menschen und Tiere wurde uns damals mit erschütternder Eindringlichkeit bewußt.

Während der größte Teil des Regiments sich im oder bei dem brennenden Tremblois befand, hatte sich das III. Bataillon, das sich im Bois du Banel etwas zurückgezogen, allmählich wieder gesammelt. Unter den im Walde zurückbleibenden 80ern und 87ern tauchte plötzlich das Gerücht auf, daß französische Infanterie durch die vorderste Linie durchgebrochen sei und im Wald eingebrochen sei. Das führte zu einer gewissen Unruhe. Division, Divisionsstab, Generalleutnant Oidtmann, der Führer der 42. Brigade, war inzwischen von der Straße Floremville–Tremblois her im Walde, erhielt darauf den Befehl, die Franzosen aufzufangen. In der Regimentsgeschichte des R.I.R. 81 lesen wir über die weiteren Geschehnisse folgendes:
„Durch den erst lichten, dann immer dichter werdenden Laubwald trat das mit seinen drei Bataillonen nebeneinander formierte Regiment (R.J.R. 81) etwa um 7 Uhr abends in geschlossenen Kolonnen an. Vor ihm das R.J.R. 88 in Schützenlinien. Hin und wieder plaste ein Schrapnell über den Bäumen, ohne Schaden anzurichten. Infanteriefeuer war nur aus der Ferne zu hören. Die Gewehre waren leider nicht entladen worden, wie man es beim Angriff im dichtsten Wald stets tun sollte.

Die Tamboure schlugen, Hornisten bliesen! — Plötzlich rasendes Infanteriefeuer der vorderen Linie, die auf den Feind gestoßen zu sein schien. Das war für die zweite Linie der Brigade das Signal, in ein nicht enden wollendes Hurra auszubrechen. Mit diesem donnernden Zeichen seiner Begeisterung wurde der Angriff des Regiments fortgesetzt, bis der Waldrand nordöstlich Tremblois erreicht war.

Nicht unerhebliche Verluste waren nur durch plötzliches Infanteriefeuer eingetreten; denn die Meldung über das Eindringen von Franzosen in den Wald hatte sich als falsch herausgestellt.“ An diesem „Angriff“ waren auch die im Bois du Banel verbliebenen 80er und 87er beteiligt. Sie stießen an diesem Abend nicht mehr zu ihrer Truppe, die etwa 500 Meter nördlich von Tremblois am Fuße des Hügels biwakierte, sondern verbrachten die Nacht in der Nähe des Jollhaus (Quenne) am Waldrande.

Trotz des überwältigenden feindlichen Artilleriefeuers waren die Verluste des Regiments nicht so groß, wie man zuerst fürchtete. Es fielen Leutnant Brosius (Adjutant des I. Bataillons) und Major Freiherr von Hanx (5. Kompanie), ferner 11 Unteroffiziere und Mannschaften, außerdem wurde vermißt gemeldet, der Adjutant und Führer der 3. Bataillons, Major Freiherr von Lerner, und die Offizierstellvertreter Schäfer und Herrchen, ferner 29 Unteroffiziere und Mannschaften.“

24. und 25.08.1914 Tremblois

Die Lage des Grabes von August Volkmann ist unbekannt.

Die Todesanzeige für August Volkmann im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.926: Kurt Spiegel

Der Soldat Kurt Spiegel wurde am 29.09.1891 geboren und lebte in Neurupin im heutigen Bundesland Brandenburg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve in der 4. Kompanie des 12. Grenadier-Regiments. Am 29.07.1917 (Regimentsgeschichte: 21.07.1917 – wahrscheinlich richtig!) wurde er im Alter von 25 Jahren während der Durchbruchskämpfe an der Straße Jezierna (ukrainisch: Oserna) – Tarnopol bei Tarnopol in Galizien, der heutigen Ukraine, getötet.

Über den Todestag und die Todesumstände von Kurt Spiegel berichtet die Regimentsgeschichte des 12. Grenadier-Regiments:

„Am 21.07. ging es früh um 5.30 Uhr weiter. Der Feind hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka – Höhe 363 an der Chaussee nach Tarnopol besetzt. Das I. Bataillon entwickelte sich mit linkem Flügel auf der Chaussee, rechts daneben das Füssilier-Bataillon II./12 folgte hinter der Mitte. Das Füssilier-Bataillon kam flott vor, ohne erheblichen Widerstand zu finden und hatte die Linie Höhe 377 – Elzbietowka bereits um 7 Uhr vormittags erreicht. Das I. Bataillon war bei Höhe 363 auf eine stärkere Stellung des Feindes gestoßen. Beim Angriff hatte besonders die 1. Kompanie nicht unerhebliche Verluste. Die 2. Kompanie ging hinter dem im weiteren Vormarsch verbleibenden Füssilier-Bataillon rechts umfassend gegen den Feind vor und nachdem unsere Artillerie wirksam gefeuert hatte, wurde die Höhe 8.45 Uhr vormittags genommen. Während F. und II. sich an die Chaussee heranzogen, ging das I. Bataillon mit der 1. Kompanie rechts, der 2. Kompanie links der Straße weiter vor, kam aber in ein außerordentlich starkes Maschinengewehr-Feuer. Gleich darauf griff der Russe in sieben Wellen mit vier Panzer-Autos auf der Straße an. Die 4. Kompanie wurde zur Verstärkung der 1. Kompanie eingesetzt, während die 3. Kompanie nach rechts herausgeschoben wurde, um die Flanke zu sichern. Der feindliche Angriff brach im wohlgezielten Feuer der Grenadiere zusammen.

Auf Befehl der Division sollte das Regiment von der Straße nach rechts abbiegen und auf Dolzanka vorgehen, aber der feindliche Widerstand war nicht so schnell zu brechen, obgleich unser Artillerie-Feuer gut lag. Das II. Bataillon wurde rechts vom I. eingesetzt und ging mit 5. und 6. Kompanie in vorderer Linie vor, dahinter 7. hinter 6., 8. hinter 5. Die 9. Kompanie wurde dem I. Bataillon zur Verfügung gestellt, das nun auch seine 3. Kompanie einsetzen konnte.

Um 1 Uhr trat der Russe nochmals zum Gegenstoß an, aber die 4. Kompanie warf sich ihm mit Hurra entgegen und schlug ihn zurück. Inzwischen hatte auch die rechts von uns kämpfende 22. Infanterie-Division Gelände gewonnen, und nun verließ der Feind fluchtartig seine Stellungen unter schweren Verlusten. Im flotten Draufgehen wurde Dolzanka erreicht. Das I. Bataillon besetzte die Höhen 316 und 313 jenseits des Dorfes, rechts anschließend das II. Bataillon die Höhen 368 und 363. Das Füssilier-Bataillon hinter dem II.

4.15 Uhr nachmittags wurde weiteres Vorgehen in derselben Gliederung befohlen, linker Flügel des I. Bataillons gegen Janowka. Nachdem die Bewegung angetreten war, kam aber ein neuer Divisionsbefehl, nach dem das Regiment Hand auf die Eisenbahn bei Seredniki legen sollte. Das II. Bataillon zog sich daher etwas nach rechts, das Füssilier-Bataillon wurde wieder rechts neben dem II. eingesetzt, und I. folgte hinter der Mitte. Ohne auf den Feind zu stoßen, wurde die Bahn 11.15 Uhr nachts erreicht. Die 10. Kompanie besetzte die Höhe 362 gegenüber Seredniki, 12., 11. und 9. Kompanie in zweiter Linie. Verbindung mit 22. Infanterie-Division wurde hergestellt. Links neben dem Füssilier-Bataillon besetzte das II. Bataillon mit 8., 7. und 5. Kompanie die Höhen bis zur Kuppe 351, 6. Kompanie hinter der Mitte. Anschluss an Leib-Regiment. Das I. Bataillon blieb südlich Poczapince.“

Die Lage des Grabes von Kurt Spiegel ist unbekannt.

Seine Heimatgemeinde Neurupin gedenkt Kurt Spiegel noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2012/neuruppin_lk-ostprignitz-ruppin_wk1_m-z_brb.html

Sterbebil von Erich, Martin und Kurt Spiegel