Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.006: Gustav Struller

Der Soldat Gustav Struller stammte aus Weißenburg in Bayern und war geprüfter Lehramtskandidat. Er hatte in Erlangen studiert und war Mitglied der studentischen Verbindung Corps Bavaria Erlangen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ersatz-Reservist in der 7. Kompanie des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 06.11.1914 verstarb er nach schwerer Verwundung in einem Lazarett bei Vimy.

Über den Zeitraum seiner schweren Verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 10. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments:

„Am 04.11. abends war das Wetter regnerisch und dunkel; aber im Laufe der Nacht wurde es immer heller, und als 11.40 Uhr nachmittags das Regiment zum Sturm antrat, erleuchtete der Mond das Gelände fast taghell.

Die Sturmbataillone durchschritten in raschem Anlauf das Vorgelände. Das II. Bataillon überrannte die feindlichen Gräben und drang darüber hinaus vor. Heftiges Flankenfeuer von links zwang es, seinen linken Flügel entlang der Straße zurückzubiegen.

Das III. Bataillon gelangte bis an das feindliche Hindernis, geriet aber in mörderisches Feuer. Nur Teilen gelang es, an das II. Bataillon rechts anschließend in den feindlichen Graben einzudringen.

Das I. Bataillon besetzte die Sturmstellung, sobald diese von den Sturmbataillonen verlassen war, und begann sofort mit dem Weiterbau der aus Graben 8 vorführenden Sappe als Verbindungsweg.

Am 05.11. 3.15 Uhr vormittags lief auf der Regimentsbefehlstelle Meldung vom III. Bataillon ein, es habe wegen großer Verluste wieder zurückgehen müssen.

Versuche des Regiments am 05. vormittags und in der Nacht vom 905./06. November, den errungenen Erfolg zu erweitern, waren vergeblich.

Verluste am 4. und 5. November:

gefallen 3 Offiziere 55 Mann

verwundet 3 Offiziere 159 Mann

vermisst 1 Offizier 27 Mann.“

Man begrub Gustav Struller auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Todesanzeige für Gustav Struller

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.782: Fritz Trammer

Der Soldat Fritz (eigentlich Friedrich) Trammer war Student der Theologie. Er war Mitglied im Studentengesangverein Erlangen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Leutnant der Reserve und Offiziersstellvertreter in der 6. Kompanie des 21. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 04.11.1914 verstarb er nach schwerer Verwundung bei den Kämpfen rund um Wytschaete im Lazarett Blanche de Castille (bei Lille)

Man begrub Fritz Trammer auf dem Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines in einem Massengrab.

Todesanzeige von Fritz Trammer

Projekt: Transkribierung „Sieben Monate in den Vogesen, in Flandern und in der Champagne“

Bei Recherchen stieß ich auf das Buch „Sieben Monate in den Vogesen, in Flandern und in der Champagne“. Es wurde 1915 von Anna Kerler herausgegeben, nachdem ihr Sohn, Leutnant Otto Kerler am 07.03.1915 bei Sommepy-Tahure gefallen war. Es enthält die Briefe, die er seiner Mutter von seinem Kriegseinsatz schrieb. Ich möchte das Buch transkribieren und auf meiner Archivseite http://www.hauptarchiv.de veröffentlichen.

Otto Kerler stammte aus der bayerischen Stadt Erlangen, war von Beruf Agrikulturchemiker und diente als Leutnant der Landwehr in der 11. Kompanie des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments.

Über seinen Todestag und die Todesumstände von Otto Kerler berichtet die Regimentsgeschichte des 2. bayerischen Landwehr-Infanterie-Regiments:

„In der Abenddämmerung brachen von der rechten Gruppe die 8. und 11. Kompanie vor. Der Sturmlauf der 11. Kompanie wurde von dem feindlichen Infanteriefeuer, das vom rechten Verbindungsgraben her kam, gefasst. Der tapfere Kompanieführer, Hauptmann Ulrich, wurde schwer verwundet. Bald darauf fand Leutnant Kerler den Heldentod.“

Man begrub Otto Kerler auf dem Soldatenfriedhof Souain in einem Massengrab.

Todesanzeige von Otto Kerler