Die Gefallenen des Frankfurter Hauptfriedhofs – Teil 3: Wilhelm Rentzel

Der Soldat Wilhelm Rentzel wurde am 27.02.1891 in der hessischen Stadt Frankfurt am Main geboren und war von Beruf Uhrmacher. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Musketier in der 8. Kompanie des 143. Infanterie-Regiments. Am 16.06.1916 verstarb er nach Verwundung während der Schlacht um Verdun im Reserve-Lazarett Frankfurt.

Man begrub Wilhelm Rentzel auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main in Reihe F, Grab 41.

Grab von Wilhelm Reutzel auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Sonderbeitrag: Karl Stein

Der Soldat Karl Stein wurde am 30.12.1888 in der hessischen Stadt Gießen geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant und Kompanieführer in der 3. Kompanie des 118. Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet. Am 08.09.1917 fiel er im Alter von 28 Jahren bei Beaumont nahe Verdun.

Über den Todestag und die Todesumstände von Karl Stein berichtet die Regimentsgeschichte des 118. Infanterie-Regiments:

„Am 8. September gegen 6 Uhr vormittags steigerte sich das feindliche Feuer zum Trommelfeuer, welches besonders auf der Trichterstellung und den Stützpunkten lag. 6.25 Uhr wurde auf der ganzen Front Sperrfeuer angefordert. Der Feind schoss mit Gasgranaten und Nebelbomben. Um 6.30 Uhr erfolgte der erwartete Angriff auf Abschnitt f und östlich davon. In starken Wellen lief der Feind gegen den ganz zur Trichterstellung zerschossenen Graben an. Im Abschnitt des II. Bataillons gelang es den Franzosen, einzudringen und die sich tapfer wehrenden Besatzung auf Stützpunkt X zurückzudrängen.

Der Hauptangriff gegen das II. Bataillon kam in der linken Flanke aus der Ornes-Schlucht, wo es den Franzosen gelungen war, beim Nachbarregiment durchzubrechen, infolgedessen war der Anschluss hier verloren gegangen. Vor dem III. Bataillon war die Wucht des starken Angriffs schon im Keime erstickt worden, da die Besatzung der Trichterstellung den Feind mit Gewehrfeuer und leichtem Maschinengewehr frühzeitig fassen konnte. Teile der Stellung gerieten in Feindeshand. Beim Angriff versuchten die Franzosen durch Rufen unsere Leute zu täuschen, die 9./118 unter ihrem bewährten Führer, Leutnant der Reserve Johann Schröder, zeichnete sich besonders aus. Leutnant der Reserve Johann Schröder erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Beim II. Bataillon war infolge des feindlichen Beschusses durch Nebelgranaten die Sicht so behindert, dass die angreifenden Infanteriewellen erst im letzten Augenblick, wenige Schritt vor der Stellung zu sehen waren. Aus Mangel an Handgranaten konnte der Angreifer nicht wirksam genug beschossen werden und kam es daher zum Handgemenge mit dem an Zahl weit überlegenen Gegner. Leutnant Nolte der 6./118 fiel.

Um 6.45 Uhr vormittags wurden vom I. Bataillon Züge der Leib und 4./118 beiderseits des neuen Magdeburger Grabens zum Gegenstoß angesetzt.

In dem heftigen Artillerie- und flankierenden Maschinengewehr-Feuer aus Richtung Ornes-Schlucht kamen die Züge nur langsam vorwärts und unter starken Verlusten. Um dem Gegenstoß mehr Kraft zu geben, setzte Hauptmann Lüters noch die 3./118 -Kompanie-Führer Leutnant Stein – die mit 2./118 aus der Hagenstellung in die Gegend des Steinbruches herangezogen war, ein. Die Kompanie war sehr schnell gefechtsbereit und gelangte ohne große Verluste durch die Feuerglocke. Dem schneidigen Gegenstoß unter Führung des Leutnants Stein schlossen sich die Züge der Leib und 4./118 an, warfen gemeinsam den vorgebrochenen Gegner zurück und stießen bis an den nördlichen Zipfel des Fosse-Waldes vor; dort gruben sie sich ein. Die eigenen Verluste waren erheblich. 15 unverwundete Gefangene und 5 Maschinengewehre wurden eingebracht. Beim Gegenstoß fiel Leutnant Klamme 3./118; am Abend des 8. September traf nach gelungenem Gegenstoß Leutnant Stein – Kompanie-Führer 3./118 – ein Geschoss in die Stirn. Das Regiment verlor dadurch einer seiner besten und bewährtesten Offiziere. Die 3./118 verlor beim Gegenstoß 20 Tote und 55 Verwundete.“

Man überführte den Leichnam von Karl Stein in die Heimat und begrub ihn auf dem Neuen Friedhof in Gießen im Familiengrab.

Grab von Karl Stein auf dem Neuen Friedhof in Gießen

Die Gefallenen des Frankfurter Hauptfriedhofs – Teil 2: Wilhelm Glaser

Der Soldat Wilhelm Glaser wurde am 13.10.1848 in der hessischen Stadt Frankfurt am Main geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant der Landwehr a. D. in Landwehr II. Am 26.01.1918 starb er in Folge einer Krankheit im Alter von 69 Jahren.

Man begrub Wilhelm Glaser auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main in Reihe K, Grab 222.

Das Grab von Wilhelm Glaser auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main

Sonderbeitrag: Albert Bieker

Der Soldat Albert Bieker wurde am 06.12.1896 in Gießen geboren und war Student der Rechte (Jura). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kanonier im 301. Feldartillerie-Regiment. Am 14.07.1918 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Stellungskämpfe in Lothringen (Frankreich).

Man begrub Albert Bieker auf dem Neuen Friedhof in Gießen im Familiengrab.

Grab von Albert Bieker

Sonderbeitrag: Das Denkmal in Gießen-Wieseck für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71

Das Denkmal in Gießen-Wieseck für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 steht auf dem örtlichen Friedhof.

Musketier Balthasar Damm, 116. Infanterie-Regiment, 2. Kompanie, gestorben am 25.08.1870 in Verneville, Krankheit

Heinrich Seipp, am 18.11.1870 in Frankfurt.

Gefreiter Wilhelm Bellof, 116. Infanterie-Regiment, 4. Kompanie, gefallen am 25.11.1870 in Pont Mousson, Krankheit.

Heinrich Walther, in Orleans.

 

Das Denkmal für die Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg 1870-71

Sonderbeitrag: August Bieker

Der Soldat August Bieker wurde am 29.08.1887 in der hessischen Stadt Gießen geboren und war Apotheker. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Kanonier in der 3. Ersatz-Batterie des 25. Feldartillerie-Regiment. Am 19.03.1916 starb er im  Alter von 28 Jahren im 2. Reserve-Lazarett Darmstadt an einer Krankheit.

Man begrub August Bieker auf dem Neuen Friedhof in Gießen im Familiengrab.

Grab von August Bieker

Sonderbeitrag: August Röhn

Der Soldat August Röhn wurde am 01.01.1895 in Frankfurt am Main geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 8. Schwere Küstenmörser-Batterie. Am 27.06.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren während der Schlacht um Verdun.

Gedenkhinweis für August Röhn auf dem Friedhof Frankfurt-Bornheim
Gedenkhinweis für August Röhn auf dem Friedhof Frankfurt-Bornheim
Gedenkhinweis für August Röhn auf dem Friedhof Frankfurt-Bornheim

Sonderbeitrag: Die Gefallenen der Stadt Gießen 1870/71

An der Kapelle des Neuen Friedhofs in Gießen hängt eine Gedenktafel der hessischen Stadt Gießen für ihre gefallenen Bürger im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.

Folgende Gefallene sind auf der Tafel verewigt:

  • Georg Gail, Leutnant der Reserve im 2. Infanterie-Regiment, verwundet am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat, gestorben am 17.10.1870 in Mannheim;
  • Reinhard Frank, Leutnant der Reserve, 1. Jäger-Bataillon, gefallen am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat;
  • Wilhelm Henkel, Gardejäger, 1. Jägerbataillon, verwundet am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat, gestorben am 05.09.1870 in Amanvillers;
  • Emil Bach, Musketier, 3. Infanterie-Regiment, gefallen am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat;
  • Adolf Ihrig, Musketier, 4. Infanterie-Regiment, gefallen am 29.11.1870 bei Coulours;
  • Major Griff, 1. Bataillon des 2. Infanterie-Regiments, verwundet am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat, gestorben am 19.08.1870;
  • Hauptmann Weber, 2. Kompanie des 2. Infanterie-Regiments, gefallen am 31.12.1870;
  • Oberleutnant Wissner, 7. Kompanie des 2. Infanterie-Regiments, verwundet am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat, gestorben am 26.08.1870 in Gießen;
  • Leutnant Steinberger, 4. Kompanie des 2. Infanterie-Regiments, gefallen am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat;
  • Leutnant der Reserve Kullmann, 6. Kompanie des 2. Infanterie-Regiments, verwundet am 18.08.1870 bei Gravelotte-St. Privat, gestorben am 05.09.1870 in Altenstadt.

Die 7 gefallenen Unteroffiziere und 100 Mann des 2. Infanterie-Regiments werden nicht namentlich genannt, ebenso wenig wie die vermissten 12 Soldaten des Regiments.

 

Gedenktafel der Stadt Gießen für die Gefallenen des Deutsch-Französischen-Krieges

Sonderbeitrag: Oberleutnant Hugo Thielmann

Der Soldat Hugo Thielmann wurde am 19.06.1889 in Frankfurt am Main geboren. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als U-Boot Kommandant und Oberleutnant zur See auf der UB-106. Er war am 01.04.1908 zum Seekadet, am 10.04.1909 zum Fähnrich zur See, am 27.09.1911 zum Leutnant zur See und am 19.09.1914 zum Oberleutnant zur See befördert worden. Man zeichnete ihn mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse aus. Er versenkte 18 Schiffe mit 21.385 BRT und beschädigte 3 Schiffe mit 16.705 BRT.

Seine U-Boot Kommandos:
UC 1 4 Nov 1916 – 16 Dec 1916
UC 1 8 Jan 1917 – 17 Mar 1917
UB 16 18 Mar 1917 – 22 Apr 1917
UC 71 26 Apr 1917 – 9 Jun 1917
UC 69 9 Aug 1917 – 6 Dec 1917
UB 106 7 Feb 1918 – 18 Mar 1918

Folgende Schiffe zerstörte er:

Datum U-Boot  Name des Schiffes Typ des Schiffes Tonnen Nat.
15 Jan 1917  UC 1  Port Nicholson Steamer 8,418 br
20 Apr 1917  UB 16  Arie Motor fishing vessel 107 nl
2 May 1917  UC 71  Westland Fishing vessel 108 nl
5 May 1917  UC 71  Simon Trawler 150 nl
15 May 1917  UC 71  Boreas Auxiliary motor 192 nl
16 May 1917  UC 71  Hendrika Johana Sailing vessel 134 nl
17 May 1917  UC 71  Jakoba Fishing vessel (sail) 107 nl
17 May 1917  UC 71  Mercurius Fishing vessel (sail) 80 nl
18 May 1917  UC 71  Annetta Motor vessel 177 nl
1 Sep 1917  UC 69  Erato Steamer 2,041 br
2 Sep 1917  UC 69  Ker Durand Fishing vessel (dundee) 56 fr
2 Sep 1917  UC 69  Rytonhall Steamer 4,203 br
4 Sep 1917  UC 69  Sadi Carnot Sailing vessel 354 fr
5 Sep 1917  UC 69  Alesia (d.) Passenger steamer 6,006 fr
15 Sep 1917  UC 69  Sommeina Steamer 3,317 br
26 Sep 1917  UC 69  Acorn Sailing vessel 112 br
26 Sep 1917  UC 69  Port Victor (d.) Steamer 7,280 br
6 Oct 1917  UC 69  Lamartine Sailing vessel 424 fr
6 Oct 1917  UC 69  Le Coq (d.) Tanker 3,419 br
2 Nov 1917  UC 69  Farraline Steamer 1,226 br
27 Nov 1917  UC 69  Gladys Steamer 179 br

Am 15.03.1918 kam er bei einem Unglücksfall ums Leben. Er wurde 28 Jahre alt.

Über die Todesumstände von Hugo Thielmann berichtet Denkmalprojekt.org:

„Das U-Boot von der U-Schule Kiel war für den Kriegseinsatz vor Flandern vorgesehen und sollte nach Zeebrügge auslaufen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn UB 106 sank am 10. März 1918 im Übungsgebiet vor der Schleimündung, als die Besatzung versäumte, bei einer Tauchübung die Lüftungsklappen zu schließen. Hinter der Gedenkstätte des Niobe-Unglücks liegt das Gemeinschaftsgrab von UB 106 (Feld Y Nr. 23). Elf Mann sind auf dem Kieler Nordfriedhof beerdigt. Quelle: Kiel, Nordfriedhof.“

Gedenkplatte für Hugo Thielmann auf dem Friedhof in Frankfurt-Bornheim