Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.007: Hermann Koch

Der Soldat Hermann Koch stammte aus der bayerischen Stadt Augsburg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant und Regimentsadjutant im Regimentsstab des 15. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 21.09.1914 fiel er während der Schlacht westlich Noyon bei Lassigny an der Oise in Frankreich.

Über den Todestag und die Todesumstände von Hermann Koch berichtet die Regimentsgeschichte des 15. bayerischen Infanterie-Regiments:

„21.09. Dies ist der Ehrentag des Regiments im Bewegungskrieg. Durch sein zähes Aushalten am äußersten rechten Flügel des deutschen Heeres hat es dem überlegenen Ansturm des Feindes gegenüber eine Aufgabe von großer Tragweite restlos erfüllt.

Am frühen Morgen wurde III./15, das allein noch dem 15. Infanterie-Regiment unterstand, alarmiert und nach Lassigny vorgezogen, da Infanterie-Regiment 163 meldete, der Gegner wolle die Ortschaft von allen Seiten angreifen.

9. Kompanie nahm wieder am Südausgang Bereitstellung, 12. Kompanie am Ausgang nach Plemot (mittags im Hohlweg am Nordostrand), 11. Kompanie bei der Kirche, 10. Kompanie am Nordrand. Zwei Züge des I./15, die sich in der Nacht auf dem Marsch nach Thiescourt verirrt hatten, wurden am Ostrand bereitgestellt. Ein Angriff erfolgte zunächst nicht, doch setzte starkes Artilleriefeuer, das sich ständig steigerte, auf den Ortsrand ein. Vom Kirchtum aus konnte der Regimentsadjutant beobachten, dass feindliche Kräfte von Plessis vorrückten und sich in großer Masse nach Norden vorschoben. Gegen 11 Uhr vormittags setzte ein starker feindlicher Angriff auf den Südwestrand des Dorfes ein. Das erschöpfte Infanterie-Regiment 163 war demselben offenbar nicht mehr gewachsen und machte Anstalten zum Verlassen seiner Stellung. Da griff der Kommandeur des 15. Infanterie-Regiments persönlich ein. Sein Befehl „der Ortsrand ist unter allen Umständen wieder zu gewinnen und zu halten“ wurde zunächst von der 9. Kompanie, die nicht aus ihrer Stellung gewichen war, und von der ihr zu Hilfe gesandten 11. Kompanie pünktlich ausgeführt. Der feindliche Angriff war in Kurzem abgeschlagen. Unterdessen hatte der auf dem Kirchturm beobachtende Regimentsadjutant (Oberleutnant Koch) durch einen Artillerietreffer den Tod gefunden.

Kaum war um die Mittagszeit wieder etwas Ruhe eingetreten, da richteten sich sehr starke Angriffe der Turkos gegen den West- und Nordwestrand des Dorfes. Auch hier waren die zermürbten Überbleibsel des Infanterie-Regiments 163 vor dem überwältigenden Artilleriefeuer im Weichen begriffen. Indes wurde durch das entschlossene Eingreifen der wenigen Kräfte des 15. Infanterie-Regiments die Gefahr der Erdrückung ein zweites Mal abgewandt. „Herzerhebend war der Anblick, mit welcher Kampfbegierde die Leute vorgingen. Angefeuert durch einige markante Worte des Regimentskommandeurs freuten sie sich endlich dem Feinde die bayerische Kraft zeigen zu können“ (aus dem Kriegstagebuch von III./18).

Zu der im heftigsten Artilleriefeuer vorgehenden Infanterie gesellten sich an den entscheidenden Stellen gerade noch rechtzeitig die Maschinengewehre des 15. Infanterie-Regiments. In einem mörderischen Feuer aus allen Rohren der schwachen Besatzung brach der feindliche Anlauf, der unter dem Schutz seiner Artillerie auf allernächste Entfernung herangekommen war, unmittelbar vor den deutschen Schützennestern zusammen. Am Abend war das Regiment in unbestrittenem Besitz von Lassigny und konnte sich des Erfolges freuen, mit einem einzigen Bataillon den Angriff einer ganzen marokkanischen Brigade abgeschlagen zu haben.“

Man begrub Hermann Koch auf dem Soldatenfriedhof Lassigny in einem Massengrab.

Todesanzeige für Hermann Koch

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.800: Johann Schwaninger

Der Soldat Johann Schwaninger (laut Verlustlisten und Volksbund: „Schwanninger“) wurde am 30.01.1888 geboren und lebte in Ritzisried, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Buch. Im Ersten Weltkrieg diente er als Reservist angeblich im 3. bayerischen Ersatz-Reserve-Infanterie-Regiment. Nach meinen Recherchen kämpfte er jedoch in der 3. Kompanie de 12. bayerischen Infanterie-Regiment. Er wurde vermutlich am 22.09.1914 schwer verwundet und verstarb am 23.09.1914 im Alter von 26 Jahren bei Thiescourt an der Oise, nicht weit entfernt von Compiègne, wo unter demütigenden Bedingungen dieses grausame Schlachten etwas mehr als vier Jahre später beendet werden sollte.

Über den Todestag von Johann Schwaninger berichtet die Regimentsgeschichte des 12. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Am 22.09. morgens erneuert der Feind seine Angriffe gegen die Brigade, die sich im Raume des 12. Infanterie-Regiments wiederum gegen das I. Bataillon richteten. Nach heftiger Artillerievorbereitung griff gegen 11 Uhr vormittags ein feindliches Bataillon die am rechten Flügel des Bataillons liegende 1. und 2. Kompanie an, wurde aber mit schweren Verlusten zurückgeworfen, das feindliche Artilleriefeuer blieb auch weiterhin auf den Linien des Bataillons liegen. Erst in den Nachmittagsstunden brachten die bei Plessis-Cacheleux aufgefahrenen schweren Feldhaubitzen der preußischen 4. Infanterie-Division, die am 21.09. bei La Potiére (nördlich Lassigny) eingetroffen war, einige Erleichterung; sie konnten aber die schwer auffindbaren feindlichen Batterien nicht zum Schweigen bringen.

7 Uhr abends richtete der Feind einen nochmaligen Angriff gegen das I. Bataillon, ohne besseren Erfolg zu erzielen, wie am Vormittage. Nach einem dritten Misserfolg 7.45 Uhr abends stellte er seine Infanterie-Angriffe ein.

Der Tag war für das I. Bataillon wiederum sehr verlustreich. Es verlor an Toten zwei Offiziere (Oberleutnant der Reserve Ludwig 2. Kompanie, Offiziersstellvertreter Brod, 1. Kompanie), 10 Mann, Offiziersstellvertreter Brömer (3. Kompanie) und 63 Mann wurden verwundet. Die beiden anderen Bataillone verloren einen Toten, einen Verwundeten, ein Mann wurde vermisst.

In der Nacht zum 23.09. wurde das I. Bataillon vom III. Bataillon abgelöst; es rückte nach Evricourt zur Verfügung des Regimentskommandeurs. Dichter Nebel lag am 23.09. morgens auf der ganzen Gegend und verhinderte die feindliche Artillerie am beobachteten Feuer. Erst in den Nachmittagsstunden, als der Nebel wich, eröffnete er wieder das Feuer aus Geschützen und Maschinengewehren, dem 7 Tote und 15 Verwundete zum Opfer fielen.“

Man begrub Johann Schwaninger auf dem Soldatenfriedhof Thiescourt in einem Massengrab.

Sterbebild von Johann Schwaninger
Rückseite des Sterbebildes von Johann Schwaninger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.465: Anton Bichlmeier

Der Soldat Anton Bichlmeier stammte aus Weichselgarten, einem Stadtteil von Nürnberg, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er Unteroffizier in einer Nachrichtenabteilung des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernes Kreuz 2. Klasse, Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse ausgezeichnet. Am 28.03.1918 wurde er während der großen Schlacht in Frankreich bei Lassigny schwer verwundet. Am 05.05.1918 verstarb er im Alter von 26 Jahren im Festungslazarett Diedenhofen.

Man begrub Anton Bichlmeier auf dem Soldatenfriedhof Thionville in Block F, Grab 1.451.

Sterbebild von Anton Bichlmeier
Rückseite des Sterbebildes von Anton Bichlmeier

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.282: Jakob Gras

Der Soldat Jakob Gras wurde am 11.11.1887 in Bad Salzig geboren, heute ein Ortsteil der Stadt Boppard im heutigen Bundeland Rheinland-Pfalz. Er war Lehrer seit 1907 in Gehlweiler bei Gemünden im Hunsrück. 1916 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und diente als Leutnant im 60. Infanterie-Regiment. Am 11.08.1918  wurde er bei einem Tankangriff schwer verwundet und verstarb an dieser Verwundung am 14.08.1918 im Alter von 30 Jahren während der Schlacht um Roye und Lassigny bei Damery und Goyencourt an der Somme.

Über die Umstände der Verwundung von Jakob Gras berichtet die Regimentsgeschichte de s60. Infanterie-Regiments:

„Im Regimentsabschnitt verliefen die Nacht und der Vormittag des 11. August ruhig. Um 12:30 Uhr mittags aber griff der Feind unter Einsatz von 5 Tanks überraschend die Stellung des II. Bataillons an. Die Tanks waren von kleiner Bauart und mit Revolverkanonen und Maschinengewehren armiert. Zuerst kam ein Tank allein gegen die Mitte der rechten Flügelkompanie (5.) angefahren. Der ungewohnte Anblick wirkte auf einen Teil der Leute derart verblüffend, dass sie in das Dorf davonliefen. Die Mehrzahl jedoch, angefeuert durch das Beispiel ihres tapferen und kaltblütigen Führers, Feldwebelleutnants Drevers, eröffnete ein lebhaftes Feuer auf diesen und einen alsbald folgenden zweiten Tank. Leider fehlte es an der für Tankbekämpfung eingeführetn Schwere-Maschinengewehr-Munition, so dass das Feuer erfolglos blieb, wenn es auch gelang, die hinter den Tanks folgende englische Infanterie in Schach zu halten. Die 5. Kompanie erlitt jedoch erhabliche Verluste, sobald die Tanks nahe herngekommen waren und flankierend feuerten. Feldwebelleutnant Drevers nahm daher seine Kompanie bis an den Westrand des Dorfes zurück.

Ein kurz darauf gegen den südlichen Teil des westlichen Dorfrandes vorbrechender dritter Tank wandte sich, gefolgt von starker Infanterie, gegen die 6. Kompanie, die sich auf den Bataillonsgefechtsstand zurückzog. Von dort aus nahm der Maschinengewehr-Zug des Vizefeldwebels Schennecke von der 2. Maschinengewehr-Kompanie  den Tank unter Feuer und zwang ihn zum Abbiegen. Dieser Tank wurde später am Westrande des Dorfes verlassen vorgefunden; er hatte durch die Schwere-Maschinengewehr-Kompanie-Treffer seine Bewegungsfähigkeit eingebüßt. Auch einer der beiden ersten Tanks wurde in einem Graben liegend erbeutet.

Zwei weitere Tanks versuchten südlich der Straße Andechy – Damery – Roye in einem Abstand von etwa 500 Metern hinter den vorderen vorzustoßen. Sie wurden vom Bataillonsgefechtsstand aus in aller Ruhe bereits auf 1.200 – 1.500 Meter mit Maschinengewehren beschossen. Trotzdem diese Tanks von großem Typ und mit Kanonen bestückt waren, wirkte das Feuer der Maschinengewehre und einer vorgezogenen Tankabwehrbatterie so durchschlagend, dass überhaupt nur einer der beiden Kampfwagen dazu kam, einige Artillerieschüsse abzugeben; dann aber wendeten beide um und verschwanden.

Inzwischen hatte der Kampftaktische Kommandant sein Bataillon, verstärkt durch die 9. und 10. Kompanie, zum Gegenstoß angesetzt. In flottem Draufgehen wurden die Engländer wieder aus den Gräben der 5. und 6. Kompanie herausgeworfen. Darüber hinaus gelang es ein Vorfeld von 500 Meter Tiefe frei zu machen, zu dessen Sicherung Unteroffiziersposten vor der Hauptwiderstandslinie belassen wurden.

Aus den erbeuteten beiden Tanks konnten 3 Hotchkiß- und ein Lewis-Maschinengewehr von der Truppe in Gebrauch genommen werden, für die sich genügend Munition in den Wagen vorfand.

Die Verluste an diesem Tage betrugen 11 Tote und 35 Verwundete, darunter an Offizieren 3 tot und 3 verwundet.“

Jakob Gras wurde am 16.08.1918 zunächst auf einem Friedhof in Rekouvillers begraben. Später bettete man ihn auf den Soldatenfriedhof Roye-St.Gilles in Block 2, Grab 143 um.

Seine Heimatgemeinde Gehlweiler gedenkt Jakob Gras noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2011/gehlweiler_rhein-hunsrueck-kreis_wk1_wk2_rp.html

Sterbebild von Jakob Gras
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Gras

Die Männer des Ersten Weltkrieges – Teil 1.625: Jakob Fellermair (Fellermeier)

Der Soldat Jakob Fettermair (eigentlich Fellermeier) stammte aus Matzbach, heute ein Ortsteil der bayerischen Gemeinde Lengdorf, und war der Sohn eines Mesners. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 10. Kompanie des 1. bayerischen Infanterie-Regiments. Jakob Fettermair wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit dem Militär-Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Er fiel am 07.04.1918 im Alter von 27 Jahren bei Roye-sur-Matz und Fresnieres.

Man begrub Jakob Fellermair auf dem Soldatenfriedhof Lassigny in einem Massengrab.

Sterbebild von Jakob Fettermair
Rückseite des Sterbebildes von Jakob Fettermair

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 456: Martin Thaller

Der Pionier Martin Thaller stammte aus Bichling, einem Ortsteil der Gemeinde Oberbergkirchen. Er war der Sohn eines Kleinbauern. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in der 1. Kompanie des 23. bayerischen Infanterie-Regiments. Am 31.03.1918 verstarb er im Alter von 19 Jahren auf dem Hauptverbandsplatz der Sanitätskompanie Nr. 103 bei Langei in Frankreich.

Alois Gangkofner wurde auf dem Soldatenfreidhof Lassigny in Block 1, Grab 207 begraben.

Seine Heimatgemeinde gedenkt noch heute Martin Thaller auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/dkm_deutschland/oberbergkirchen_wk1u2_bay.htm

Sterbebild von Martin Thaller
Rückseite des Sterbebildes von Martin Thaller

 

Theoretischer Weg von Martin Thaller von seinem Geburtsort zu seinem Grag: