Sonderbeitrag: Severin Leyerer

Der Soldat Severin Leyerer stammte aus Climbach, einem Ortsteil der hessischen Stadt Allendorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Landwehrmann in der 7. Kompanie des 116. Landwehr-Infanterie-Regiments. Am 05.09.1914 fiel er im Alter von 32 Jahren während der Schlacht an der Marne bei Cernay-en-Dormois.

Man begrub Severin Leyerer auf dem Soldatenfriedhof Séchault in einem Massengrab.

In seinem Heimatort Climbach gedenkt man Severin Leyerer noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/climbach_stadt-allendorf_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige des Gesangverein Liederkranz Climbach für Severin Leyerer und Philipp Conrad

Sonderbeitrag: Philipp Conrad

Der Soldat Philipp Conrad stammte aus der hessischen Ortschaft Climbach, einem Ortsteil der Stadt Allendorf. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Reservist und Wehrmann in der 8. Kompanie des 116. Reserve-Infanterie-Regiments. Am 24.09.1914 fiel er im Alter von 27 Jahren an der Marne bei Servon-Melzicourt.

Über den Todestag und die Todesumstände von Philipp Conrad berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Reserve-Infanterie-Regiments:

24.09.14. Morgens Befehl zum Erneuern des Angriffs. R.I.R. 116 auch in vorderster Linie. 12° soll ohne Rücksicht auf die Nachbarn angetreten werden. Sofort setzt heftiges feindliches Artilleriefeuer ein, I. gewinnt Gelände, II. nicht. Abends Befehl, nach Absuchen des Gefechtsfeldes in die alte Stellung zurückzugehen. Verluste: 8 Offiziere und Offizierstellvertreter. Gefallen Offz.Stellv. Ringen; verwundet Oblt. d. R. Oehl, Oblt. d. L. Sprengel, Lt. d. R. Stimmel, Schemenski, Offz.Stellv. Handwerk, Schürmann, Anton. Verluste an Unteroffizieren und Mannschaften: 30 tot, 104 verwundet. Die Gefechtsstärke des Regiments beträgt noch 15 Offiziere, 1094 Unteroffiziere und Mannschaften. Ausgerückt war das Regiment mit 71 Offizieren, 2852 Unteroffizieren und Mannschaften.

Die Lage des Grabes von Philipp Conrad ist unbekannt. Ich gehe jedoch davon aus, dass er, wenn seine Gebeine bis heute geborgen wurden, anonym in einem Massengrab auf dem Soldatenfriedhof Servon-Melzicourt beigesetzt wurde, der in seiner Sterberegion angelegt wurde.

In seinem Heimatort Climbach gedenkt man Philipp Conrad noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2022/climbach_stadt-allendorf_lk-giessen_wk1_wk2_hs.html

Die Todesanzeige des Gesangverein Liederkranz Climbach für Severin Leyerer und Philipp Conrad

Sonderbeitrag: Otto Fischer

Der Soldat Otto Fischer stammte aus der hessischen Stadt Lorsch. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier und Fahnenjunker in der 6. Kompanie des 116. infanterie-Regiments. Am 06.10.1914 verstarb er nach schwere Verwundung am 10.09.1914 bei Maurupt-le-Montois an der Marne im Festungslazarett Koblenz.

Über den Tag der schweren Verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 116. Infanterie-Regiments:

„Am Abend des 9. Sept. kam der Befehl für ein Unternehmen, das in der Geschichte der Division beispiellos dasteht. Ein Unternehmen, das sich von den vielen Grauenhaften jener Schreckenstage am tiefsten im Gedächtnis festgesetzt hat, an das sich jeder, der daran teilgenommen, nur mit Schauern erinnern kann. Das vom Feinde stark besetzte Maurup sollte in der kommenden Nacht überrumpelt und gesäubert werden. Alles war auf den Schutz der Dunkelheit, auf größte Stille und Schnelligkeit berechnet. So waren auch die Vorbereitungen: Das Gepäck wurde zurückgelassen, nur Sturmgepäck mit Eisernen Portionen wurde mitgenommen. Die Schlösser wurden aus den Gewehren genommen und zum Schutz getragen, die Seitengewehre wurden aufgepflanzt. Kein Schuß sollte den ruhenden Gegner zu früh wecken, am Schießen sollte man den Feind, an Hieb und Stoß den Freund erkennen. Weiße Armbinden wurden ausgegeben; sie sollten beim Vorgehen den Nebenmann zeigen und Handgemenge vermeiden helfen. Um 3 Uhr vorm. waren alle Vorbereitungen zu Ende. In lautloser Stille hatte das I.R. 115 seine Linien in Breite von 1 km aufgestellt. Das I.R. 116 und ein Bataillon 117 folgte gestaffelt und hatte den Flankenschutz zu übernehmen. Um 4 Uhr vorm. setzten sich die sieben Bataillone leise in Bewegung. Kein Kommando ertönte. In guter Ordnung schritten die Kompagnien über die Felder. Da fällt vorn ein Schuß. Ein französischer Posten ist aufmerksam geworden. Die Antwort ist ein tausendstimmiges Hurra! So jähe ist die Stille der Nacht selten gestört worden. Die feindlichen Posten und Feldwachen werden überrannt, alles stürmt ins Dorf. Dort entsteht ein fürchterliches Handgemenge, gespenstisch erleuchtet von einzelnen brennenden Häusern. A. Brendel schildert das als ein Dorftagungswunder. Schrecken sind die Verluste, die die Regimenter erlitten haben, nicht mehr Zeit zum Fliehen, jetzt ist nur Mehr. Von Hof zu Hof, von den hell erleuchteten Längsstraßen der Häuser, stürmt das Dorf, die Kompagnien der drei Regimenter kämpfen sich fort, von einem Hof zum anderen in heftigem Kampfe mit dem Feinde. Ein wildes Handgemenge, das sich in der Straße fortsetzt, von Schreien und Kommandorufen begleitet, von Bajonettstößen und Kolbenschlägen. Um 5 Uhr ist das Dorf in Flammen, die letzten französischen Truppen fliehen. Um 5 Uhr ist das Dorf in deutscher Hand. Häuser, Höfe und Gärten, Schrei, Fliehen und Verfolgen im alten Straßen, Hieb und Stoß, Kolbenschläge und Bajonettstiche, dazwischen das Schreien und Stöhnen der Schwerverwundeten, alles im flackernden Feuerschein der brennenden Scheunen und Höfe: Ein schrecklicheres Bild hat das Auge im Kriege nie gesehen.

In blinder Wut stießen die Truppen durch bis zur Südwestecke des Dorfes. Hier konnten sich Teile des I. und II. Batls. wieder zusammenfinden. Sie wurden als Reserve und linke Flankensicherung zurückgenommen in die Lehmgruben nördlich von Maurupt. Das übrige, hauptsächlich Leute des III. Batls., versuchte zunächst, eine feindliche Batterie wegzunehmen, die südöstlich von Maurupt stand und tags zuvor durch ihr Feuer sehr lästig geworden war. Aber sie war bereits verschwunden. Darum schwankten sie rechts ab und gingen vermischt mit 115 und 117 weiter vor. In einer Lehmgrube südwestlich von Maurupt sammelten sie sich, um bei Hellwerden gegen Monton vorzugehen. Der Gegner flutete in Richtung Cheminin und erlitt hierbei starke Verluste durch das Maschinengewehrfeuer. Nachmittags des 21.9. gelang es, bereits im Begriffsteile einzurücken. Zur Verlängerung dieser Stellung nach Osten wurde noch das I. Btl. in den Birkengehölz südlich Monton lang. Hier etwa 100 Mann unseres Regiments, die unter den Befehl des Hptm. Haak von J.R. 117 traten. Aber auf das Grabenstich kam nach kurzer Zeit starkes Artilleriefeuer, das mit großer Genauigkeit gezielt war. Besonders ungemütlich waren die schweren Kaliber, die ununterbrochen dicht vor und hinter dem Graben einschlugen. Es waren Stunden harter Geduldsprobe und starker Anforderungen an die Nerven, die noch zitterten unter dem Eindruck der Greuel der Nacht. Gegen Abend traf der Befehl ein, daß das Regiment sich in der alten Stellung bei den Ziegeleien sammeln sollte. So wurden dann im Schutze der Dunkelheit die Höhen südlich von Maurupt geräumt. Sie waren die am weitesten nach Süden gelegene Stellung, die das Regiment im Verlaufe dieses Krieges inne hatte.

Der vierte und schwerste Tag der heißen Kämpfe an der Marne war zu Ende. Wieder war es gelungen, den Gegner trotz Übermacht und zäher Gegenwehr zu werfen. Eine glänzende Waffentat war vollbracht, der Weg an die Marne war erzwungen, der Feind in die Flucht, die Aussicht für weiteres Vordringen war nicht geringer als bisher. Die Gefechtsstärke der Kompagnien war freilich sehr gering geworden. 8 Offiziere, 531 Unteroffiziere und Mannschaften hatte das Regiment in den drei Tagen wieder verloren. Major von Alten, um dessen Person sich die heftige Fehde der französischen und deutschen Presse drehte, erhielt am 9. einen Kopfschuß und begab sich am folgenden Tage zur ärztlichen Behandlung nach Sermaize. Dort wurden ihm tags darauf durch einen Volltreffer beide Beine zerschmettert. Er geriet nach dem Rückzug ebenso wie Lt. Haagner den Franzosen in die Hände und starb. Die Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen kann von jedem Mitkämpfer bezeugt werden. Außerdem fanden ihr Grab an der Marne: Oberlt. Firmenich, Lt. Gösler, Keller, Nicolaus und Menge. Als Helden sind sie gefallen, zusammen mit einer großen Zahl wackerer Unteroffiziere und Mannschaften. Verwundet wurden Maj. Foller, Lt. Wolf, Bläs und Licht. An den Folgen seiner schweren Verwundung starb der Fahnenj. Klief. Besonders groß war die Zahl der Vermißten, 154 Mann. Eine Folge des unerwartet einsetzenden eiligen Rückzugs von der Marne, der es unmöglich machte, das Schlachtfeld genauer abzuschuchen und die vielen Schwerverwundeten bei dem Mangel an Fahrzeugen rechtzeitig von den Verbandplätzen abzufahren. Unter ihnen befand sich Lt. Theis, der Adjutant des I. Batls.“

Man begrub Otto Fischer auf einem Friedhof in Lorsch.

Die Todesanzeige für Otto Fischer im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.945: Josef Mangold

Der Soldat Josef Mangold stammte aus Grub, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Bad Kohlgrub, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist in der 6. Kompanie des 3. bayerischen Reserve-Infanterie-Regiments. Am 18.06.1915 fiel er im Alter von 23 Jahren während der Schlacht bei La Bassée und Arras bei Roclincourt durch einen Granatsplitter.

Man begrub Josef Mangold auf dem Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in einem Massengrab.

Seine Heimatgemeinde Bad Kohlgrub gedenkt Josef Mangold noch heute auf einem Denkmal: http://www.denkmalprojekt.org/2013/bad-kohlgrub_kirche_lk-garmisch-partenkirchen_1870_wk1_wk2_bay.html

Sterbebild von Josef Mangold
Rückseite des Sterbebildes von Josef Mangold