Sonderbeitrag: Albert Krombach

Der Soldat Albert Krombach stammte aus Launsbach, einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Füsilier in der 10. Kompanie des Garde-Füsilier-Regiments. Am 16.10.1916 fiel er im Alter von 21 Jahren in der heutigen Ukraine am Narajowka durch ein Artillerie-Geschoss.

Über den Todestag und die Todesumstände von Albert Krombach berichtet die Regimentsgeschichte des Garde-Füsilier-Regiments:

Punkt 6 Uhr vorm. des 16. Okt. setzte das feindliche Artilleriefeuer in noch stärkerem Maße wie tags zuvor ein und steigerte sich bald zu bisher noch nicht gekannter Heftigkeit. Verschiedenfach bis zu unserem Drahtverhau vorfühlende russische Patrouillen wurden vertrieben oder abgeschossen. Hindernisse und Gräben waren vollständig zerstört. Um 1 Uhr hörte das Artilleriefeuer auf, eine unheimliche Stille herrschte; 1.45 Uhr setzte es plötzlich von neuem wie rasend wieder ein. Um 2 Uhr brach es wie mit einem Schlage ab und es erfolgte ein Massenangriff der russischen Infanterie, der restlos durch das wieder vorzüglich einsetzende Sperrfeuer der Artillerie und Minenwerfer, sowie durch die Graben= besatzung und M.G. abgewiesen wurde. Bei der 10. Komp. eingedrungenen Feind warf ein schneidig ausgeführter Gegenstoß des Hand= granatentrupps und der Komp. wieder hinaus. Um 3 Uhr begann plötzlich wieder stärkstes Artilleriefeuer, das sich um 3.30 Uhr zu außer= ordentlichem Trommelfeuer steigerte. Als die Artillerie ihr Feuer nach hinten verlegte, stürmte die russische Infanterie abermals in Massen vor, besonders gegen die 5. Komp., wo sie den Durchbruch erzwingen wollte. Sechsmal rannten die Russen mit größter Heftigkeit gegen die Stellung des Regiments an, dreimal drangen sie bei der 12. Komp. ein, um nach kurzer Zeit von der Besatzung unter Führung des Lt. d. Res. Bergmann jedesmal wieder hinausgeworfen zu werden. Alle wütenden Angriffe scheiterten teils vorm, teils im Graben. Als der Feind nach dem letzten vergeblichen Ansturm durch das Feuer aller Waffen abgewiesen in seine Ausgangsstellung zurückflutete, sprang Vizefeldwebel Dietrich 5. Komp. mit seinem Zuge, dem sich die 10. Komp. sofort anschloss, vor, folgte den fliehenden Russen und stürmte mit Handgranaten den feindlichen Graben; bald darauf starb er, von einem russischen M.G.=Geschoß getroffen, den Heldentod; Ehre dem Andenken dieses Helden der Narajowka! Sofort schloss sich das ganze II. Batl. an und drang in die russischen Gräben ein. Die 5. Komp. unter ihrem tapferen Führer Lt. d. Res. Warnick und zwei Züge der 6. Komp. stießen über die Gräben hinaus bis zur Höhe 310, der 3. Zug der 6. Komp. rollte den vor der 7. liegenden russischen Graben, ihn aus der rechten Flanke fassend, nach dem Folw. Piakowa zu auf. In diesem Augenblick griff feindliche Infanterie die 7. Komp. an, wurde aber niedergemacht oder gefangen genommen. Die Kompagnie ging dann mit dem 3. Zuge der 6. Komp. über Piakowa bis zum Südwestrande des Swistelniki=Waldes vor, alle russischen Gräben auf dem Wege dorthin mit Handgranaten säubernd. Hierdurch in den Rücken der westlich Piakowa liegenden feindlichen Linie gelangt, wurden die hier befindlichen Russen in großer Zahl dem noch in seiner Stellung befindlichen Gren.= Regt. 9 in die Arme getrieben. Auch dieses Regiment drang nun bis Piakowa vor, besetzte aber später, um nicht dem Flankenfeuer von der noch in Feindeshand befindlichen Höhe 345 ausgesetzt zu sein, seine alte Stellung wieder, weshalb G.F.R. den linken Flügel seiner neu ge= wonnenen Linie zurückbiegen musste. Folw. Piakowa und Höhe 310 gerieten wieder in die Hand der Russen. Von 3.50 nachm. ab flaute das feindliche Artilleriefeuer allmählich ab und verstummte schließlich ganz. Mit Eintritt der Dunkelheit trat Ruhe ein. Während der Nacht wurde eine neue Linie unter Benutzung alter russischer Gräben ausgehoben, die alte wiederhergestellt. Das Reserve=Batl. (I.) besetzte, als die neue Stellung eingenommen war, die alte Linie mit zwei Kompagnien und gab zwei dem L.I.R. im Jägerwalde für 24 Stunden ab.

Die Beute des Regiments betrug an diesem Tage 21 Offiziere, 927 Mann gefangen, 10 M.G., 3 Minenwerfer; allein vor der Stellung der 9. Komp. lagen am Abend über 300 tote Russen.

Die Lage des Grabes von Albert Krombach ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Albert Krombach im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Adolf Herbst

Der Soldat Adolf Herbst stammte aus der hessischen Stadt Gernsheim und war Student der Rechtswissenschaften (stud. jur.). Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Leutnant der Reserve in der 2. Batterie des 241. Feldartillerie-Regiments. Am 30.07.1916 fiel er in der heutigen Ukraine am Stochod.

Die Lage des Grabes von Adolf Herbst ist unbekannt.

Die Todesanteige der Burschenschaft Germania für Adolf Herbst im Gießener Anzeiger

Sonderbeitrag: Heinrich Laval

Der Soldat Heinrich Laval stammte aus der hessischen Universitätsstadt Gießen. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Sanitäts-Unteroffizier in der 1. Kompanie des 223. Reserve-Infanterie-Regiments. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und mit der Hessische Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Am 03.08.1916 verstarb er nach schwerer Verwundung im Alter von 30 Jahren.

Im Juli 1916 war das Reserve-Infanterie-Regiment 223 (RIR 223) als Teil der 48. Reserve-Division an der Ostfront im heutigen Westen der Ukraine (damals Galizien) eingesetzt.

Das Regiment stand mitten im Abwehrkampf gegen die massive russische Brussilow-Offensive.

Die Frontlage im Juli 1916
Nachdem das Regiment im Jahr 1915 an den verlustreichen Kämpfen in den Karpaten und der nachfolgenden Gorlice-Tarnów-Offensive teilgenommen hatte, wechselte es ab Spätsommer 1915 in den Stellungskrieg in Ostgalizien.

Einsatzraum: Das Regiment hielt Stellungen im Bereich der Flüsse Strypa und Sereth (westlich von Ternopil).

Der Rückzug: Unter dem enormen Druck der russischen Verbände im Zuge der Brussilow-Offensive mussten die deutschen Einheiten im Laufe des Sommers 1916 ihre vordersten Linien aufgeben. Das RIR 223 war im Juli in schwere, wechselvolle Abwehr- und Rückzugskämpfe verwickelt.

Die Auffanglinie: Die Division zog sich kämpfend nach Westen auf die Verteidigungslinien an der Zlota-Lipa (Goldene Lipa) und der Bystrzyca zurück, um dort die Front mühsam zu stabilisieren.

Das Regiment verblieb nach diesen schweren Sommerkämpfen noch bis zum Frühjahr 1917 an der Ostfront (unterstellt der k.u.k. 3. bzw. 2. Armee), bevor es im Mai 1917 an die Westfront nach Verdun verlegt wurde.

Die Lage des Grabes von Heinrich Laval ist unbekannt.

Die Todesanzeige für Heinrich Laval im Gießener Anzeiger

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.937: Alois Erhart

Der Soldat Alois Erhart wurde am 08.03.1877 in Schlingen geboren, einem Ortsteil der bayerischen Stadt Bad Wörishofen, und lebte als Landwirt in Bidingen. Im Ersten Weltkrieg diente er als Wehrmann in der 1. Kompanie des 1. Garnisons-Bataillons. Am 18.02.1917 verstarb er im Alter von 39 Jahren im Reserve-Lazarett A in München.

Alois Erhart wurde wahrscheinlich im militärischen Bereich eines Münchner Friedhofs begraben und sein Grab existiert wahrscheinlich heute noch.

Sterbebild von Alois Erhart
Rückseite des Sterbebildes von Alois Erhart