Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 3.061: Josef Englbrecht

Der Soldat Josef Englbrecht stammte aus Paindlkofen, einem Ortsteil der bayerischen Gemeinde Ergoldsbach, und war der Sohn eines Landwirts. Im Ersten Weltkrieg diente er als Infanterist im 26. bayerischen Infanterie-Regiment. Am 11.08.1917 wurde er in Rumänien während der Durchbruchsschlacht an der Putna und am Sereth, während der Erstürmung von Tisita schwer verwundet.  Er wurde nach Deutschland in das Lazarett „Zollhalle“ in München gebracht und operiert. Trotzdem verstab er im Alter von 23 Jahren 02.07.1918 nach schwerem Leiden.

Über den Tag und die Umstände seiner schweren verwundung berichtet die Regimentsgeschichte des 26. bayerischen Infanterie-Regiments:

„Erstürmung von Tisita 11.08.1917

Gegen 12 Uhr mittags erhielt das Regiment den Befehl, sich nach Osten zu verschieben und so bereitzustellen, dass es 3 Uhr nachmittags zum Angriff auf das Sägewerk Tisita, nördlich der Susita, unmittelbar westlich der Straße und Eisenbahn Focsani – Marasesti und die feindlichen Stellungen 400 Meter westlich davon antreten konnte. Die Verschiebung war in dem fast durchwegs offenen Gelände recht schwierig, sie erfolgte schließlich in dem nördlich von Patrascani in ostwärtiger Richtung ziehenden Mühlbachgraben, der leidlich Deckung gegen Erdbeobachtung bot. 2.30 Uhr nachmittags stand das Regiment, wie befohlen, bereit mit I. und II. Bataillon in 1. Linie, dem III. Bataillon als Regiments-Reserve. Angriffsziele für I. Bataillon waren Sägewerk Tisita, für II. Bataillon die feindlichen Stellungen westlich davon gelegen in 400 Meter Ausdehnung. Das Angriffsfeld führte auf etwa 1.900 Meter über vollkommen deckungsloses Gelände.

Kurz vor Beginn des Angriffs wurde der Regiments-Adjutant, der mit dem Regiments-Kommandeur vor der Front des Regiments mit dem Glas erkundete, durch Oberschenkelschuss verwundet, an seine Stelle sprang der Ordonanz-Offizier des Regiments, Leutnant der Reserve Bloch, ein, der Trotz des Verlusts eines Auges in der Maioffensive in Galizien 1915 wieder an die Front geeilt war. Punkt 3 Uhr nachmittags trat das Regiment in tief gegliederten Wellen über die freie Ebene zum Angriff an. Das Feuer unserer braven Batterien lag gut auf der feindlichen Stellung und hüllte diese weithin sichtbar in dichte Rauchwolken ein. Unaufhaltsam drangen die sturmerprobten 26er vorwärts, nahmen die feindlichen Stellungen südlich der Susita und drangen in teilweise erbitterten Nahkämpfen in ihre Angriffsziele ein, 3.45 Uhr nachmittags war das Ziel erreicht. Der stark befestigte Stützpunkt Tisita und die Stellungen westlich davon waren in unserem Besitz. Die Regiments-Reserve III./26, die hinter dem I. Bataillon gefolgt war, stamd mit einer Kompanie hinter dem I./26, mit zwei Kompanien hinter dem II. Bataillon, mit dem Rest in Stellungen südlich der Susita. Nunmehr erfolgte aus nördlicher Richtung gegen die ganze Front des Regiments ein kraftvoller feindlicher Gegenstoß, unterstützt durch mächtiges Artilleriefeuer. Unter dem Maschinengewehr- und Infanterie-Feuer des Regiments brachen aber alsbald die feindlichen Schützen zusammen. Hier zeichnete sich besonders der schneidige, unerschrockene Vizefeldwebel der Reserve und Offiziersaspirant Freiherr von Haller dadurch aus, dass er frei auf einer dichten Weinberghecke stehend, das Feuer eines von ihm persönlich vorgebrachten Maschinengewehrs in die anstürmenden feindlichen Massen lenkte. Hierfür wurde dem tapferen 26er die silberne Tapferkeitsmedaille verliehen.

Auch eine Reihe späterer feindlicher Gegenangriffe gegen die Front des Regiments brachen restlos in unserem Feuer zusammen. Der Feind erlitt überall schwere blutige Verluste.

Für 5 Uhr nachmittags befahl der Brigade-Kommandeur die Fortsetzung des Angriffes bis zur Linie Schnittpunkt von Straße und Bahnlinie Focsani – Marasesti nördlich Tisita – Punkt 85 nordwestlich davon. Die Regiments-Reserve wurde hinter dem I. Bataillon in Tisita zusammengezogen. Die Bataillone vorderer Linie I. und II./26 arbeiteten sich unter heftiger Gegenwehr des Feindes bis 7.30 Uhr abends in die befohlene Linie vor und setzten sich dort fest. Der Feind war, soweit er entkommen konnte – zuletzt fluchtartig – nach Marasesti zurückgegangen. Er wurde dort anscheinend durch frische Kräfte – Rumänen – aufgenommen.

Über das heiß erstrittene Gefechtsfeld senkte sich nach einem sonnendurchglühten, ernsten Kampftag die Nacht hernieder. Das Gewehr im Arm, die Augen und Ohren auf den Feind gerichtet, ruhte das Regiment. Jetzt erst konnte man feststellen, dass auch das Regiment seinen Erfolg mit hohem Einsatz bezahlen musste, 207 Tote und Verwundete meldete die Verlustziffer des Tages. An Beute wurden eingebracht: 400 Gefangene, darunter ein Regiments-Kommandeur mit seinem ganzen Stabe, den der wegen seiner überragenden Tapferkeit und Kaltblütigkeit bekannt, schon bei Verdun mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnete Leutnant der Reserve Leopold Schwarz im Gefechtsstand überraschte und kurzerhand abführte, sowie 8 Maschinengewehre, 40 Schnelladegewehre, mehrere Waggons Stacheldraht und große Mengen Infanterie- und Maschinengewehr-Munition.“

Die Lage des Grabes von Josef Englbrechts ist unbekannt. Es dürfte nicht mehr existieren.

Sterbebild von Josef Englbrecht
Rückseite des Sterbebildes von Josef Englbrecht

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 2.993: Hans Schnierle

Der Soldat Hans Schnierle stammte aus der bayerischen Stadt Regen und war der Sohn eines Seilermeisters. Im Ersten Weltkrieg diente er als Gefreiter in einem bayerischen Infanterie-Regiment. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 25.05.1918 verstarb er im Alter von 24 Jahren im Lazarett Magdeburg nach einer Operation am Kehlkopf.

Die Lage des Grabes von Hans Schnierle ist unbekannt. Vermutlich wurde er in Magdeburg auf einem zivilen Friedhof begraben. Ob sein Grab noch heute existiert, konnte ich nicht ermitteln.

Sterbebild von Hans Schnierle
Rückseite des Sterbebildes vonHans Schnierle

Die Männer des Zweiten Weltkriegs – Teil 2.597: Josef Schießl

Der Soldat Josef Schießl diente im Zweiten Weltkrieg als Stabsgefreiter in einer Pionier-Abteilung der Wehrmacht. Am 11.07.1944 verstarb er im Alter von 30 Jahren in einem Lazarett in Temesvar (rumänisch: Timișoara) in Rumänien, nachdem er nach schwerer Verwundung operiert worden war.

Die Lage des Graves von Josef Schießl ist unbekannt.

Sterbebild von Josef Schießl
Rückseite des Sterbebildes von Josef Schießl

Sonderbeitrag: Oberst Freiherr Friedrich von Rotsmann

Der Soldat Freiherr Friedrich von Rotsmann stammte aus der hessischen Stadt Darmstadt. Er diente als Flügeladjutant Kaiser Wilhelm II. von 1912-14. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Oberst und Regimentskommandeur des 1. Garde-Feldartillerie-Regiment. Am 25.03.1917 verstarb er in Berlin-Charlottenburg an einer Krankheit. Er starb bei einer Operation. Er hatte sich im Kriegseinsatz einer Blutvergiftung zugezogen.

Die Lage des Grabes von Freiherr Friedrich von Rotsmann konnte ich nicht ermitteln.

Oberst Freiherr Friedrich von Rotsmann

Die Männer des Ersten Weltkriegs – Teil 794: Josef Kolb

Der Gefreite Josef Kolb Josef war ein Bauerssohn aus Neuradthal, heute ein Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Irschenberg an der Leitzach. Im Ersten Weltkrieg diente er in der 11. Kompanie des 16. Infanterie-Regiments.Nach 28 Monaten Kriegseinsatz verstarb er am 29.01.1918 im Alter von 21 Jahren im Reserve-Lazarett Passau nach einer Operation in Folge einer Krankheit, die er sich in den Karpathen zugezogen hatte.

Ich vermute, dass Josef Kalb auf einem örtlichen Friedhof in einem gesonderten Teil für Weltkriegsopfer begraben wurde. Sein Grab dürfte noch heute existieren.

Sterbebild von Josef Kolb
Rückseite des Sterbebildes von Josef Kolb